Gott ist Brasilianer – bei Spiegel Online

Es gibt eben doch kein Paradies auf Erden. Das hatten wir während unserer Reise durch Südamerika schon einige Male gedacht. Wir haben zwar viele traumhafte Orte gesehen, die diesem abgedroschenen Begriff ziemlich nahe kamen, aber irgendetwas hatte den Eindruck dann immer wieder getrübt - Ratten im Zimmer, leichte bis mittelschwere Naturkatastrophen oder tödlich giftige Viecher im Meer. Und jetzt ging es nach Brasilien. Nach all den schlimmen Storys von Raubüberfällen und Morden an Touristen, die man immer wieder hört, dachten wir, dass man sich dort bestimmt die ganze Zeit über unwohl oder sogar bedroht fühlen würde. Deswegen hatten wir Brasilien ursprünglich überhaupt nicht auf unserem Reiseplan. Aber es war Fußball-WM 2006. Und wir mussten einfach ins Land von Pelé und…

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Anstoß am Ende der Welt – bei Spiegel Online

Kein Mitleid! Ich hatte meine WM im eigenen Land bereits. Leider auf der falschen Seite der Mauer und im Alter von drei Jahren. Die Anekdote vom Endspiel 1974 geht etwa so: Mein Vater und mein Onkel haben sich im "Schubert-Eck", Mollstraße, Ecke Hans-Beimler-Straße beim Frühschoppen so dermaßen einen eingeholfen, dass sie beim Finale BRD geben Holland schnarchend bei uns auf dem Wohnzimmerteppich lagen und ich mit Mutter das Spiel allein anschaute. So wurde ich zum Fußballfan. Ich ging zu Oberligaspielen meines Team, sammelte Fußballwimpel (ich hatte sogar einen von Wismut Aue) und gehe auch heute noch mindestens zwei Mal im Jahr zu verschiedenen Berliner Mannschaften oder zu Länderspielen. Natürlich kicke ich auch selbst - ein bisschen und mit wechselndem Erfolg.…

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Schwarz & Bunt bei Fritten, Fussball & Bier

Pascal, einer meiner besten Freunde, ist ein Mischling. Ja, ein Schwarzer, Dunkelhäutiger, Mulatte, oder eben Deutsch-Afrikaner. Er begreift diese Begriffe nicht als Schimpfwörter, da auch er seine Mitmenschen nach Äußerlichkeiten umschreibt. Vor vielen Jahren erzählte er mir mal folgende Geschichte: Bis zum Alter von 8 Jahren realisierte er gar nicht, dass er anders aussah, als die anderen Kinder seiner Klasse. Er sprach dieselbe Sprache (mit urigem Berliner Dialekt), hatte dieselben Hobbys und spielte den Erwachsenen die gleichen Streiche wie alle Kids in seinem Alter. Er duldete keine Einschränkung seiner Freiheit. Es kam der Tag, an dem ein dunkelhäutiger Onkel über ein Visum aus Westberlin erschien und mit ihm in der U-Bahn zum Alex fuhr. Genau während dieser Fahrt merkte er…

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Die Herren des Strandes auf Spiegel Online 2014

Die Fußball-WM 2006 auf deutschem Boden! Es hätte ein bedeutendes Ereignis für mich werden können. Aber nein! Genau zu dieser Zeit befand ich mich mit meiner Freundin auf Weltreise. Das Eröffnungsspiel sahen wir auf einem Miniaturfernseher mit verrauschtem Bild in einem bolivianischen Gebirgskaff und in der einzigen Kneipe, in der Fußball lief. Aber ich gab nicht gleich auf! . Es wurde dann doch die schönste Reise meines Lebens. Bei den vom Ballfieber infizierten Argentiniern und vor allem in Brasilien wurden wir mit einer unglaublichen Herzlichkeit empfangen. Überall verstand man ohne Worte, dass ich ein verzweifelter Kerl war. Denn schließlich fand die WM in meinem eigenen Land statt, und ich war nicht direkt dabei ... Zum Weiterlesen: Die Herren des Strandes…

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Matthäus bis Manaus – bei „Fritten, Fussball & Bier“

... um 13.30 stiegen wir in Itaunas den Bus und bereits um 16.30 Uhr erreichten wir ein Städtchen namens São Mateus. Dort gab es jedoch ein Problem: der Bus für die Weiterfahrt war bereits ausgebucht und der nächste würde erst weit nach Mitternacht fahren. Das bedeutete, dass wir über acht Stunden in einem Ort ausharren müssten, der den Charme von Weißenfels Hauptbahnhof hatte, relativ gefährlich wirkte – und vor allem so hieß, wie der in Brasilien so verehrte „Loddar“ mit Nachnamen. Matthäus hätte womöglich gesagt „Sis’ are different exercises. Not only bumm!“ Okay, das Internetcafé, welches wir nach langem Suchen fanden, war, trotz der Kiddies, die sich leidenschaftlich irgendwelchen Ballerspielen hingaben, ein „Zeittotschlager“. In aller Ruhe las ich nach, was…

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Die WM-Tickets sind da!

So gaaanz langsam stellt sich WM-Vorfreude ein. Nee, das war schon ein sehr geiles Gefühl, als die Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gestern tatsächlich im Briefkasten lagen. Zeitgleich wurde das coole schwarz-rote WM-Trikot geliefert - wenn das kein Zeichen ist. Brasilien ich komme, wirklich! . "Muito riso, pouco siso." . . . . . . . . . . . .

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… und wer wird Fußball-Weltmeister 2014?

"Scheiß Ostler!", brüllt Ottmar. Doch sie können ihn nicht hören. Mit zwei Sixpacks Schultheiss sitzen wir auf einem grasbewachsenen Turmsockel der Oberbaumbrücke. Er hatte sie als Erster gesehen, und nun beobachten wir gemeinsam die grölend vorbeiziehenden Idioten. Sturzbetrunken schwanken sie im Zickzack an uns vorbei in Richtung Kreuzberg. Sie brüllen "Deutschland ist Weltmeister!" Zwei der Kerle in Marmorjeans schwenken schwarz-rot-goldene Fahnen. Sie wollen offenbar martialisch wirken, tatsächlich wirken sie eher peinlich und unfassbar dumm. Ich kann nicht glauben, was sie da veranstalten und schäme mich. Für meine Landsleute. Die Oberbaumbrücke zwischen den Berliner Stadtteilen Friedrichshain und Kreuzberg symbolisiert in diesen Tagen im Sommer 1990 für meine Freunde und mich grenzenlose Freiheit. 28 Jahre lang war es DDR-Bürgern nahezu unmöglich gewesen,…

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Brasiliens Norden: Von Matthäus nach Manaus. Teil 1

Es hieß also von Itaunas, Abschied zu nehmen, von Mauro, Maria, Cassio und so vielen lieben Leuten mehr. Wir verließen gerührt einen Ort, der uns für immer im Leben in fantastischer Erinnerung bleiben wird – nicht nur in Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006. Um 13.30 stiegen wir in den Bus und bereits um 16.30 Uhr erreichten wir ein Städtchen namens Sao Matheus. Doch dort gab es ein Problem: der Bus für die Weiterfahrt war bereits ausgebucht und der nächste würde erst weit nach Mitternacht fahren. Das bedeutete, dass wir über acht Stunden in einem Ort ausharren müssten, der den Charme von Merseburg Hauptbahnhof hatte, relativ gefährlich wirkte - und vor allem so hieß, wie der in Brasilien so verehrte „Loddar“…

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WM-Qualifikation 2014

Gut, momentan reden alle über die sogenannte "Todesgruppe" bei der Fußball-EM 2012 in Polen und der Ukraine. Ich lach mich tot... Ich denke, dass Deutschland alle drei Spiele gewinnen und relativ souverän ins Halbfinale, bzw. Finale einziehen wird. Es kommt eben drauf an, wann wir auf Spanien treffen, denn 2012 werden die - im Gegensatz zu 2014 - noch zu stark für uns sein. Bißchen schade, dass unsere Gruppenspiele in der Ukraine ausgetragen werden, da man von Berlin aus natürlich wesentlich schneller in Polen gewesen wäre. Mal sehen, ob ich wenigstens mal nach Lwiw düsen werde. Wie auch immer, es geht ja in diesem Blog vor alle um die Fußball-WM 2014 in Brasilien und da beginnt im September 2012 dann…

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