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Über EINHEIT UNNORMAL

7. Juli 2020 | von | Kategorie: EINHEIT UNNORMAL, Infos

Mein neues Buch “EINHEIT UNNORMAL” mit lustigen Geschichten von El Rubio über eine Gruppe Fans des 1. FC Union Berlin.

Hier der Klappentext:

Am 30. April 1986 geht der junge El Rubio erstmals an die Alte Försterei zu einem Spiel des 1. FC Union Berlin. Er ist kein Fan des Teams, aber die Stimmung ist grandios und die Jungs, die er im Stadion trifft, sind okay, wenngleich total asozial.

Das Halbfinale des FDGB-Pokals gegen Dynamo Dresden geht mit 1:2 verloren, doch auf dem Weg zum Bahnhof Köpenick trifft er ein Mädchen.

Erstes Unionspiel, erste Unionerin, Gefühle …

Am 1. März 2020 fährt der erwachsene El Rubio wieder zu Union. Auch wenn sich seither im Stadionumfeld einiges verändert hat, ist die Stimmung nach wie vor fantastisch und die verrückten Typen von früher sind immer noch alle da.

Die Partie in der 1. Fußball Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg endet 2:2.

Es ist das letzte Heimspiel der Saison vor Publikum …

In 11 facettenreichen Geschichten steht eine besondere Gruppe im Mittelpunkt. Wird es der „Einheit Unnormal“ gelingen, El Rubio mit dem Union-Virus zu infizieren?

  

EINHEIT UNNORMAL

von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag, 128 Seiten, 9,90 €

ISBN: 978-3751967013

Erhältlich bei AMAZON

„Dieses Buch macht so viel Spaß, wie ein Heimsieg an der Alten Försterei!“ Mikis Wesensbitter, Buchautor

„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin

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Mein neues Buch “EINHEIT UNNORMAL”

11. Juni 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, EINHEIT UNNORMAL
EINHEIT UNNORMAL von Mark Scheppert und El Rubio

Mein neues Buch “EINHEIT UNNORMAL” mit lustigen Geschichten von El Rubio über eine Gruppe von Fans des 1. FC Union Berlin.

Klappentext:

Am 30. April 1986 geht der junge El Rubio erstmals an die Alte Försterei zu einem Spiel des 1. FC Union Berlin. Er ist kein Fan des Teams, aber die Stimmung ist grandios und die Jungs, die er im Stadion trifft, sind okay, wenngleich total asozial.

Das Halbfinale des FDGB-Pokals gegen Dynamo Dresden geht mit 1:2 verloren, doch auf dem Weg zum Bahnhof Köpenick trifft er ein Mädchen.

Erstes Unionspiel, erste Unionerin, Gefühle …

Am 1. März 2020 fährt der erwachsene El Rubio wieder zu Union. Auch wenn sich seither im Stadionumfeld einiges verändert hat, ist die Stimmung nach wie vor fantastisch und die verrückten Typen von früher sind immer noch alle da.

Die Partie in der 1. Fußball Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg endet 2:2.

Es ist das letzte Heimspiel der Saison vor Publikum …

In 11 facettenreichen Geschichten steht eine besondere Gruppe im Mittelpunkt. Wird es der „Einheit Unnormal“ gelingen, El Rubio mit dem Union-Virus zu infizieren?   

„Dieses Buch macht so viel Spaß, wie ein Heimsieg an der Alten Försterei!“

Mikis Wesensbitter, Buchautor

EINHEIT UNNORMAL

von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag; 128 Seiten, 9,90 €

ISBN: 978-3751967013

Bestellen bei Amazon

„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin


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Leseprobe 1 aus dem Buch “EINHEIT UNNORMAL”

30. Mai 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog, EINHEIT UNNORMAL

“…in Hagen gibt es eine Direktverbindung zum Stadion in Dortmund. Wir sind an den Gleisen farbentechnisch in der Unterzahl – in der Lautstärke nicht. Stoni fotografiert ein gelb-rotes Warnschild, auf dem ein Mensch rittlings von der Bahnsteinkante fällt, und stellt es in die WhatsApp-Gruppe, was ich nicht ganz kapiere.

Als der Zug einfährt, stehe ich mit Zille direkt vor einer Tür und entere das Abteil, um für die anderen Plätze zu sichern. Am benachbarten Eingang, wo die anderen standen, geschieht lange nichts. Bis zwei BVB-Typen zu uns kommen und sagen: „Da ist gerade einer von euch ins Gleisbett gefallen.“

Wenig später tragen Stoni und Marx den Rührer mit schmerzverzerrtem Gesicht zu uns rüber. „Der hat auf dem Bahnsteig die Lücke zwischen Gleis und Zug nicht gesehen und blub, weg war er. Klassische Katschow-Grätsche“, sagt Stoni. „Aber das Sixpack hat er hochgehalten und gerettet“, ergänzt Marx.

Der Rührer Billy, ist kreidebleich und murmelt: „Scheiße, jetzt wird es wohl doch noch ein Nussknacker-Knie.“ Ich verstehe nun zwar, was das Schild: „Vorsicht an der Bahnsteinkante“ bedeuten sollte, aber sonst nur Bahnhof.

Zille klärt mich auf: „Nach seinem doppelten Looping vor ein paar Jahren, am Zaun beim Spiel auf St. Pauli, hat ihm der Arzt nach dem CT gesagt: In ihrem Knie sieht’s aus wie rund um das World Trade Center am 12. September 2001. Kreuzbandplastik nicht mehr nachweisbar, Meniskus beschädigt und schwere Außenbanddehnung. Aber ich kenne da einen Facharzt, der ihnen mit allen Mitteln der modernen Chirurgie ein so genanntes Nussknacker-Knie bauen kann.“

Billy brüllt: „Schnauze, gib mir mal ‘ne Flasche Bier. Ich habe mich ja damals dagegen entschieden.“ Ein Verletzter noch weit vor Spielbeginn.

Als der Zug anrollt, singt unsere Meute euphorisch: „Wir sind Unioner, wir sind die Kranken, wir durchbrechen alle Schranken“, und alle Schwarz-Gelben im Wagon glauben das sicherlich auch.

Der Halt ist natürlich nicht direkt vor dem Stadion. Zunächst müssen wir Billy eine Brücke hinaufwuchten, auf der anderen Seite wieder hinunter und dann haken ihn zwei Jungs unter, um den letzten Kilometer in Angriff zu nehmen.

Ab und zu wird gehalten, damit der Patient mit Bier versorgt werden kann. Mittlerweile ist es dunkel und von weitem leuchtet Deutschlands größter Fußballtempel in einem grandiosen Licht.

„Was macht ihr denn da mit dem Krüppel?“, brüllt plötzlich jemand von der Seite. Haue und Andi erheben sich hinter einer Ansammlung Maurerpatronen (Bierdosen) und kommen freudestrahlend herüber. Andi sagt: „Dass sich mein Bruder bei solchen Fahrten verletzt, kennst du doch noch von früher, oder?“ Wir umarmen einander.

Die Stimmung ist gut und es wäre noch Zeit, an einer der Bierbuden zu verweilen, doch wir einigen uns darauf, Billy auf seinen Sitzplatz ins Stadion zu verschiffen.

Vor den Eingangstoren der Gästefans staut es sich, und recht bald merken wir, dass die wenigen geöffneten Tore für solch einen Andrang niemals reichen werden. Dabei hätten die doch längst wissen müssen, dass sich Union mit 12.000 Leuten auf den Weg nach Dortmund gemacht hat. Von hinten wird weiter nachgeschoben. Die ersten werden an die Barrieren rechts und links neben den Drehschleusen gedrückt. „Kann der Rührer wenigstens nicht umfallen“, nuschelt Rambo seinen ersten vollständigen Satz am heutigen Tag.

Kleine Tumulte entstehen, als eine Gruppe andeutet, einen Bauzaun überwinden zu wollen. Polizisten kommen angestürmt. Ein Hauch von Pfefferspray wabert durch die Luft. Das Tempo an den Einlasskontrollen ist nach wie vor ein Witz, aber irgendwann werden auch wir hineingedrückt. Es ist nun schon 20:15 Uhr und wir sind froh, bereits um 19 Uhr am Einlass gewesen zu sein.

Durch unzählige Katakomben irrend, erreichen wir unseren Block 58. Wir stehen zusammen in den Reihen 36 und 37 hintereinander. Billy sitzt und raucht. „Endlich bin ich mal im Westfalen-Stadion“, ruft er und strahlt über das ganze, blasse Gesicht. Schon jetzt sind unsere Kurve und die benachbarte eine dichte rote Wand und von der berühmten Gelben direkt gegenüber hört man kaum einen Mucks.

Zwölftausend Berliner singen so laut, wie sie nur können. Letztendlich wird die Partie mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen, bis auch die letzte rote Regenjacke im Stadion ist. Ich weiß nicht, ob schon jemals so viele Unioner zu einem Auswärtsspiel gefahren sind. Mehr als die halbe Alte Försterei ist heute anwesend.

Vom Spiel kann ich nur wenig berichten. Wir sind alle voller Endorphine. Es wird gesungen, vor allem ultralaut und im Wechselgesang: „Eisern“ – „Union“ und ewig lang: „Dem Morgengrauen entgegen, zieh’n wir gegen den Wind“. Tausende Schals kreisen durch die Lüfte. Unvergessliche Bilder. Doch Dortmund schießt in der 44. Minute das 1:0, was auch noch als Eigentor von Parensen gewertet wird.

Scheißegal, kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit wird ein riesiges Banner mit dem Konterfei von Damir Kreilach hochgezogen und dann beginnt eine Pyro-Show vor der mächtigen Zaunfahne „1. Fußballclub Union Berlin“. Feuer, Rauch, Nebel und Krach!

In der 81. Minute drischt Steven Skrzybski den Ball aus gut 20 Metern volley in die Maschen. Ausgleich!  Eine Seite des Stadions explodiert augenblicklich und selbst Billy springt in seiner Ekstase in die Lüfte und brüllt danach –nicht nur aus purer Freude.

Für die meisten ist es schon jetzt die größte Partie der Vereinsgeschichte vor 79.037 zahlenden Zuschauern, wie uns die Anzeigetafel verrät …”

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Zum Weiterlesen: EINHEIT UNNORMAL

von Mark Scheppert und El Rubio.

BoD-Verlag; 128 Seiten; 9,90 €

ISBN: 978-3751967013

Bestellbar z.B. bei AMAZON

„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin

Und hier noch drei Bewegtbilder:
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Leseprobe 3 aus dem Buch “Einheit Unnormal”

22. April 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog, EINHEIT UNNORMAL

“… Marx will Bier kaufen, bekommt aber erklärt, dass er zunächst seine VISA-Karte an einem anderen Stand aufladen muss. Er zögert nicht lange und packt 100 Euro drauf. „Haste heute noch was vor?“, frage ich. „Nee, Durst!“

Mit zwei vollen Trägern Haake Beck erreichen wir Block 19 und stellen uns, obwohl ich Reihe 4 habe, zusammen direkt unter das Dach, weil wir dort alle Platz finden.

„Endlich bin ich mal im Weser-Stadion“, murmelt Wendy neben mir und ich staune, dass es für sie als Werder-Fan das erste Mal ist. Außerdem denke ich an den Rührer, der das sonst immer auf neuen Plätzen verkündet.

Caro schreibt aus ihrer Sektion, dass sie noch immer nicht drin wären.

Die Kurve schräg gegenüber sieht  schon total überfüllt aus und kurz vor Spielbeginn explodiert sie regelrecht in gelbem Pyro und hunderten gelber und roter Luftballons. Zusammen mit den rot-weißen Fahnen ergibt das eine schöne Symbiose und wieder einmal fällt mir auf, wie urgewaltig unsere Ultras rüberkommen können. Von der gegnerischen Seite, die am Dienstag im TV noch gigantisch laut gewesen war, als Dortmund im Pokal mit 3:2 weggehauen wurde, höre ich nichts. Das Spiel beginnt…

Union steht tief und lässt Werder kaum Räume, sodass es bis zur 27. Minute dauert, ehe sie überhaupt eine nennenswerte Chance haben. Unsere Mannschaft zeigt sich fast gar nicht im gegnerischen Strafraum und deren Torwart wird nicht ein einziges Mal ernsthaft geprüft. Mit dem 0:0 zur Pause können wir sicher besser leben als das abstiegsbedrohte Heimteam.

Keule schreibt in der Halbzeit in die Gruppe: „Im Union-Forum steht, dass noch immer nicht alle Unioner im Block sind“. Caro bestätigt es von ebenda: „Wir kommen gar nicht mehr raus und nach oben. Es ist so eng, dass die Jungs um mich herum in ihre Becher pinkeln.“ Rambo äußert sich nicht dazu.

Wir hingegen können entspannt in unserem gemischten Block aufs Klo gehen, wo mir ein Bremer erklärt: „Ihr seid ja ganz schön laut.

Durchgehend! Erlebt man hier nur selten.“ Marx ist derweil am Haake-Beck-Stand versackt, während Wendy leere Bierbecher tauscht, um möglichst viele mit dem Konterfei von „Pizza“ Pizarro zu ergattern – ihrem Lieblingsspieler in der Bundesliga.

Nach der Pause geht Union in die Offensive. Andi kommentiert das Spiel im Chat wie Uli Potowski für die Skiurlauber. „Jetzt!“, schreibt er gerade.

Zunächst scheitert Andersson per Kopfball noch knapp am Keeper, doch dann spitzelt „Bülti“ in der 52. Minute den Ball nach einem Konter über Malli und Lenz ins Bremer Tor. Wir flippen komplett aus: „Jaaaa!“

Die Runde Bier war für den Arsch, bzw. für den Kopf. Nur Wendy kann sich nicht freuen und Stoni fragt: „Was ist denn los mit dir?“ „Na ich bin ja eher Werder-Fan“, murmelt sie leise. „Mein Beileid“, antwortet er und nimmt sie in die Arme. Marx schaut fragend zu mir herüber.

Die Werder-Kurve erwacht, als wir beide in den Katakomben neue Suppen holen. Anscheinend haben sie nun einige Chancen, doch einen Torjubel können wir nicht vernehmen. Zurück am Platz, noch immer dasselbe Bild: Bremen drückt – Union hält dagegen. In der 72. Minute scheitert Andersson zunächst am Torwart, aber „Bülti“ drückt den Ball im Nachschuss über die Linie, was wir – trotz Rettungsaktion – mit bloßem Auge erkennen können. Die nächste Bierdusche!

Von den 100 Euro landen sicherlich 50 auf dem kalten Beton des Bremer Weserstadions. Egal, Union führt auswärts mit 0:2. Wie geil ist das denn bitteschön?

Auch die Kurve gegenüber rastet komplett aus und nachdem sich alle ein wenig beruhigt haben, stimmen sie an: „FC Union du wirst siegen, glaub an dich und es wird wahr, die erste Bundesliga ist für uns nun endlich da. Die Zeit ist nun gekommen, ihr werdet‘s alle sehen, der 1. FC Union wird nun endlich oben steh‘n“.

Beim „Zwischen-Ale“ nehmen wir Wendy in die Mitte und singen gemeinsam die zweite Strophe: „…mit uns an deiner Seite wirst du niemals untergeh’n.“

Das alles hat so viel Power, dass Wendy ein Tränchen entweicht. Vielleicht überlegt sie ja gerade, ob Union vielleicht auch eine Möglichkeit ist? In der 77. Minute wird „Pizza“ eingewechselt, aber er kann auch nichts mehr reißen. Auswärtssieg! …”

Zum Weiterlesen:

EINHEIT UNNORMAL 

von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag; 128 Seiten, 9,90 €

Bestellbar z. B. bei AMAZON

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„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin

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Und hier noch Bewegtbilder:

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Leseprobe 5 zum Buch “EINHEIT UNNORMAL”

9. Januar 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog, EINHEIT UNNORMAL

“… zu Hause sterben die meisten Leute, vor allem an Herzversagen. Erstmals fahre ich einfach mit der S-Bahn los, ohne mich vorher mit jemandem zu verabreden  um 16 Uhr – das Spiel beginnt um 20:30 Uhr. Doch um 16:30 Uhr bin ich bei weitem nicht der erste an der „Falle“. Mittlerweile kenne ich hier viele Gesichter, von denen mich die meisten mit einem vielsagenden Nicken begrüßen. Heute ist es beängstigend ruhig! Niemand singt irgendwelche Lieder oder kreischt: „Aufstieg jetzt!“ Alle wirken angespannt und nicht gerade siegessicher. Ist ja auch Union.

Auf dem Warsteiner Stammtisch habe ich drei Bier platziert und als die ersten der „Einheit Unnormal “ kommen, kaufe ich neue, da sie bereits weg sind. Alle freuen sich für meine Karte, aber ansonsten plappern auch Billy, Haue, Andi, Keule, Zille, Marx und Stoni heute fast so wenig wie Rambo. Es ist kein „Die-hauen-wir- sowas-von-weg-Spiel“, sondern ein „Mir-geht-der-Arsch-sowas-von-auf-Grundeis-Spiel“.

Billy kommt rüber, umarmt mich und flüstert: „El Rubio, ich hab dir so oft gesagt, dass wir in der 2. Liga gut aufgehoben sind, aber heute, ganz ehrlich, kann ich das nicht mehr unterschreiben. Ich will durch diese Scheiß Bundesliga ziehen. Man lebt ja nur einmal!“ Töchterchen Anne zwinkert mir zu. Auch sie ist schon etwas tüdelich, als wir das Stadion der Träume gegen 19 Uhr betreten.

An den Kassen wundern wir uns noch, weshalb hier so wenig los ist, doch als wir das Stadion betreten, sehen wir, dass die Ränge bereits randvoll gefüllt sind. Schon jetzt, eineinhalb Stunden vorher, sind fast alle da.

Als Stadionsprecher Christian Arbeit die Mannschaftsaufstellung verkündet, verstehen wir unser eigenes Wort nicht mehr, und aus tausenden Kehlen erklingt danach die Eisern-Union-Hymne von Nina bis zur Heiserkeit.

Die beiden Mannschaften versinken beim Einlaufen im rot-weißen Fahnenmeer. Ich erkenne Benjamin Pavard, den französischen Weltmeister von 2018, der gerade in diesem Moment in unseren Block schaut und genau mich anlächelt. Doch niemand jubelt ihm zu. Zwei Stiegen Berliner Pilsner werden von Marx und Stoni durchgereicht.  Mein Blut wird jetzt nur noch von Bier, Eisen und von Adrenalin gespeist. Das Spiel beginnt …

Ich kann nicht viel über das Match berichten. Es ist abartig laut. Jede Chance von Stuttgart wird weggeschrien – auch das vermeintliche Tor von Aogo. Alle Unioner, die einen langwierigen Videobeweis bis dato abgelehnt hatten, bejubeln Schiedsrichter Dingert, als er seine Entscheidung zurücknimmt.

Zwei Stuttgarter krachen mit den Köpfen zusammen, aber man kann es nicht hören. Es ist jetzt unfassbar laut. Vom 1. FCU kommt spielerisch gar nichts.

Egal, mit 0:0 wird sich in die Pause gerettet und virtuell ist Union noch immer der Aufsteiger. Mit Keule gehe ich runter zum Pinkeln, durchatmen und neue Bier-Stiegen holen. An den Imbissbuden ist es, im Gegensatz zum Krach während des Spiels, fast unheimlich still. Wahrscheinlich, weil alle wissen, dass noch krasse 45 Minuten Aufstiegsdrama vor ihnen liegen.

Die zweite Halbzeit beginnt. Es ist nun legendär laut. Nach mehr als 60 Minuten hat Abdullahi binnen zwei Minuten zwei Riesenchancen für Union. Wegen des durchdrehenden Rührers fallen wir zwei Reihen nach vorne. Keine Verletzten, aber auch keine Tore. Es ist episch laut. Kurz vor Schluss ein 20-Meter-Kracher von Pavard für den VfB! Doch Gikiewicz pariert sensationell. Nur noch wenige Minuten …

Dann der Schlusspfiff. Für den Bruchteil einer Sekunde verharren die Leute in ungläubigem Staunen, doch dann brüllen sie es heraus. Wie eine zerstörerische Lawine bricht das tausendstimmige „Jaaaaaaa“ über das Stadion herein.

Es ist ein nie enden wollender Schrei, so als ob ganz Köpenick jahrzehntelang dafür Luft geholt hatte. Der Block beginnt zu beben und die Zäune zu wanken. Noch immer nimmt die Lautstärke orkanartig zu. Mir platzt fast das Trommelfell.

Die Unioner dehnen den frenetischen Jubel auf eine unglaubliche Länge aus. Schon Sekunden später weiß ich, dass ich dieses markdurchdringende Kreischen nie wieder im Leben hören werde. Union steigt eben nur einmal zum ersten Mal in die erste Bundesliga auf. Was für ein Schrei!

Die überschäumenden Emotionen sind auch in unserem Block angelangt. Der Rührer teilt die Reihen vor uns wie Moses das rote Meer. Wir fallen beim Jubeln vier Stufen zusammen hinunter und landen irgendwie alle gleichzeitig auf Anne. Was für ein Knäuel! Falls sich Billys Tochter verletzt haben sollte, wird er morgen schreiben: „Das muss sie halt lernen. In der Bundesliga wird es noch öfter passieren.“

Eine wild gewordene Meute entert die offenen Lücken in den Zäunen und drängt aufs Spielfeld. Ich renne nicht gleich hinterher, sondern drehe mich noch einmal um und weiß plötzlich, dass es für mich nicht das emotionalste Erlebnis im Fußballfan-Dasein ist. Ich bin total übermannt, aber eigentlich freue ich mich mehr für meine Freunde aus der „Einheit Unnormal“, die seit 40 Jahren zum 1. FCU gehen und auch alle bitteren Tiefen des Vereins miterlebt haben. Und heute das allergrößte Glücksgefühl.

Es ist total befriedigend, anderen etwas zu gönnen. Das möchte ich mir stets bewahren. Rückblickend wird es vielleicht einmal das größte Fußball-Erlebnis meines Lebens werden. Aber es kann ja jetzt noch so viel mehr kommen …

Dann renne ich auf den Rasen. Bis tief in die Nacht will ich die Emotionen auf dem Feld auf mich wirken lassen. Möchte beobachten, wie alle ihren Gefühlen freien Lauf lassen, wie sie vor Freude lachen, schreien und weinen.

Ich laufe aufs Spielfeld zum Mittelkreis und treffe eine Frau, die aussieht wie Toni aus meinem ersten Unionspiel im Jahre 1986 – in alt. Gemeinsam reißen wir eine große Grasnarbe aus dem Grün und teilen sie in der Mitte. Dann kämpfe ich mich zur Bank vor. Ich stehe nun direkt vor einem hüfthohen Begrenzungszaun und kann mit allen Spielern abklatschen.

Wie auf ein unhörbares Kommando beginnen die Spieler und Unioner ein Lied zu singen. Nicht vier, oder fünf, sondern alle gleichzeitig. „Union du wirst siegen glaub an dich und es wird wahr, die erste Bundesliga ist für uns zum Greifen nah.“

Nach vielen Jahren begreife ich plötzlich: Eine lange Suche wurde soeben beendet. Ich identifiziere mich endgültig mit diesem Verein. Das hat nun auch mein Herz kapiert. Doch ich musste wohl erst hier stehen, um genau das herauszufinden. Mit Inbrunst stimme ich in den Chor ein und schreie die soeben veränderte Strophe in den Abendhimmel: „Die erste Bundesliga ist für uns nun endlich da! …“

Zum Weiterlesen:

Einheit Unnormal von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag, 128 Seiten, 9,90 €

ISBN-13: 978-3751967013

Erhältlich zum Beispiel bei Amazon

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Und hier noch Bewegtbilder:

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Als letzter Pokalsieger in “die tagung”

12. Juni 2015 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog

PokalZuerst die gute Nachricht. Ich habe unter meinem Tippernamen “El rubio” (alias “larubia”) den letzten Pokal in meiner geliebten “Tagung” gewonnen – nämlich die Bundesliga 2014/2015. Die schlechte: im Satz davor kam das Wort “letzten” vor, was bedeutet, dass der allseits beliebte und geschätzte Dille nun nicht mehr in der Kultkneipe in Friedrichshain arbeitet und somit auch keine Böcke hat, das weiterhin zu organisieren. Schade, aber Danke Dillinger für die fantastische Zeit!
In knapp 12 Jahren habe ich dort extrem lustige Leute kennengelernt und einige sind mittlerweile zu richtigen Freunden geworden. Natürlich werde ich auch weiterhin ab und zu mal vorbeischauen, aber ohne die Tipperrunden zur Bundesliga oder bei großen Turnieren ist es eben nicht mehr so wie früher.
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Manchmal wünscht man sich eben, dass alles so wie früher ist … Letztendlich verabschiede ich mich mit einem lachenden Auge als “Zweisterner” & mittlerweile überlege ich sogar schon, wie wir das Ding dennoch weiter am Leben halten. Damit dieses Gefühl von ganz weit weg, aus einer anderen Zeit – so wie früher, wieder eintritt. Okay, das ist ja fast ein Liedtext von “Dritte Wahl” und ganz so dramatisch ist es ja auch wieder nicht, da ich die ganzen Leute noch immer sehe und mit “Marco-Rockz” schon ne gute Idee am Start habe.
Auf zum “Dritten Stern”!
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20 Jahre “Die Tagung”

21. Oktober 2012 | von | Kategorie: Blog

20 Jahre die Tagung - Seid Bereit!Am 20. Oktober 2012 fand die große 20 Jahre-Jubiläums-Party in der wunderbaren “Tagung” in der Wühlischstraße 29 in Berlin-Friedrichshain statt und ich hatte die Ehre, einer der unzähligen geladenen Gäste zu sein.
Etwas ist mir bei der gigantischen Fete, die urst eingefetzt hat, aufgefallen: Zum einen kannte ich über 50 % der Leute tatsächlich vom Sehen oder habe mit ihnen zumindest schon mal ein paar Worte gewechselt, zum anderen ist es irgendwann mal an der Zeit, eine Story über “Die Tagung” und meine dortigen (durchaus denkwürdigen) Erlebnisse zu schreiben.
Zwar habe ich das ” unhippe Zuhause” schon im Mauergewinner erwähnt und in der Danksagung zu 90 Minuten Südamerika ein paar Leute genannt, aber da wäre natürlich noch viel mehr drin, zumal die dortigen Protagonisten sogar Stoff für einen Berlin-Roman hergeben würden.
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20 Jahre die Tagung - Es lebe die Tagung
Wie auch immer, demnächst gibt es an dieser Stelle vielleicht noch ein paar Fotos vom Jubiläum (falls ich welche gesandt bekomme) und spätestens zum 30jährigen Fest ist meine Geschichte dann sicherlich auch fertig. Dann wird sie in der Biergaststätte auch vorgetragen. Versprochen!

Ach so: in der “Tagung” firmiere ich übrigens als “El rubio”. Einfach mal direkt neben der Bar auf den Bundesliga-Tippschein achten. Ziemlich oft (okay, das ist Wuschdenken) sieht der nämlich so aus…:

Die Tagung Tippspiel

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