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Buchvorstellung: Die große Freiheit ist es nicht geworden

31. März 2019 | von | Kategorie: Blog

In diesem Jahr begehen wir den 30igsten Jahrestag des Mauerfalls. Aus diesem Anlass wurden natürlich wieder unzählige neue Bücher publiziert, die sich mit dem weltbewegenden Ereignis auseinandersetzen. In vielen wird das Jubiläum gefeiert und beweihräuchert, in einigen wenigen aber auch betrauert.

Das Buch: „Die große Freiheit ist es nicht geworden von Matthias Krauß ist so eines, was durch den Untertitel: „Was sich für die Ostdeutschen seit der Wende verschlechtert hat“ noch verdeutlicht wird.

Nüchtern betrachtet, ist das Buch sehr informativ, da es anhand unzähliger Beispiele und Zahlen (die ich nicht nachgeprüft habe) Erklärungsansätze bietet, warum viele Menschen aus der ehemaligen DDR nach 30 Jahren „Freiheit“ ernüchtert und unzufrieden sind. Etliche wenden sich seit einiger Zeit von den etablierten Parteien und der einst erkämpften Demokratie sogar demonstrativ ab.

Den Kern des Werkes beschreibt in meinen Augen folgender Absatz: „Angesichts des fundamentalen Sieges des Westens 1990, hätte sich Großzügigkeit angeboten. Aber die bestimmende deutsche Mentalität ist dafür nicht geschaffen: ‚Wenn du nicht aufhören kannst zu siegen, dann wirst du ganz schwer verlieren‘, orakelte Gysi. Was gerade den heutigen deutschen Aufarbeitern so schwerfällt: ‚Verlierer sollte man niemals demütigen.‘ Irgendwann werde dafür die Rechnung präsentiert.“

Auf 256 Seiten versucht der Autor die berühmten Sätze von Helmut Kohl: „Es wird niemandem schlechter gehen als zuvor – dafür vielen besser“ in den alsbald „blühenden Landschaften“ durch Zahlen und Fakten ad absurdum zu führen. Er benennt, in einer nicht enden wollenden Abfolge, Dinge, die sich für den Ostdeutschen messbar verschlechtert haben – und hier geht es nicht nur um Frauenrechte, Kinderbetreuung, soziale Absicherung und Mietkosten, sondern um fast alle Bereiche des Lebens. Es ist eine Abrechnung mit dem „Sieger BRD“, der durch die Ungleichbehandlung der Ostdeutschen, Neid, Frust und seit ein paar Jahren sogar Hass in einigen Regionen entfacht hat.

Vielleicht noch ein weiterer Satz aus dem Buch: „Es ist sehr unterhaltsam zu sehen, wie Autoren und gerade Autorinnen im publizistischen Bereich bis heute oft übereifrig darauf bedacht sind, die Leistungen der DDR an dieser Stelle mit einem ‚einerseits, andererseits‘ kleinzumachen und schlechtzureden.“

Es geht an der gemeinten Stelle zwar nur um die berufstätige Frau in der DDR, doch dieser Ton zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Dabei hätte der Autor gut daran getan, an einigen Stellen, dieses „einerseits, andererseits“ selbst einmal in Betracht zu ziehen, da sich für viele Ostdeutsche (hier kann man eben nicht verallgemeinern) tatsächlich auch Dinge messbar verbessert haben.

Doch das ist nicht das Anliegen des Werkes. Es ist eine Streitschrift, die mit der Verteufelung der Errungenschaften der DDR abrechnet, diese jedoch in meinen Augen – nicht immer objektiv – idealisiert, womit wir bei der Frage angekommen sind: Wer hat die Deutungshoheit über diesen kleinen Staat, der lediglich 40 Jahre auf deutschem Boden existiert hat?

Hier könnt Ihr das Buch aus dem Verlag Das Neue Berlin bestellen: “Die große Freiheit ist es nicht geworden”

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Und ich? Alte Freunde und meine Familie sind mir weiterhin nah. Ab und zu sitzen wir in Runden zusammen und unterhalten uns über Dinge, die, mit Abstand von vielen Jahren, „urst“ komisch klingen und deren Zusammenhänge, wie dieses Wort, vielleicht nur ein „Ostdeutscher“ versteht. Natürlich trauern wir manchen Gebäuden, Gegenden, Produkten und Gerüchen nach, die es nicht mehr gibt. Aber tun wir das nicht auch mit verstorbenen Personen oder erloschenen Freundschaften?

Andererseits existieren ja noch Plätze, Straßen und Dinge, die uns augenblicklich in unsere ostdeutsche Vergangenheit zurückversetzen. Wo wir kurz stehenbleiben und denken: „Mensch, das sieht ja noch wie früher aus“, oder „Was, das gibt es immer noch?“, „Ist ja wie im Osten!“ Allerdings gibt es immer weniger Orte, die uns in Gedanken unvermittelt 30 Jahre zurückreisen lassen.

Mein Wohnort blieb gleich, doch mein Heimatland wurde ein anderes. Der Mauerfall 1989 war für mich das schönste und wichtigste Ereignis meines Lebens. Von da an verlief es völlig anders als gedacht: keine Nationale Volksarmee, keine „freiwillige“ SED-Mitgliedschaft, keine Bude mit Ofenheizung und Außenklo, kein Trabi mit 30, keine dreiwöchigen FKK-Zelturlaube am Ostseestrand, keine Sauregurkenzeit in Konsumläden. Und so weiter und so fort. Luxus spielt für mich keine Rolle, aber daran gibt es nichts zu rütteln: Der Westen öffnete mir eine prall gefüllte Wundertüte.

Ich denke also nicht nostalgisch an mein früheres Leben. Aber ich erinnere mich. An meinen Kindergarten, wo ich wie jeder einen Platz bekam. Ich betrachte mich im FDJ- oder Pionierausweis, denke an unsere „Go-Trabi-Go-Aktion“ nach Budapest, an mein erstes Bier und die erste Zigarette im Lager für Arbeit und Erholung und an meine DDR-Jugendweihe, betrachte meine Sport-Auszeichnungen aus vergangenen Tagen. Ich lache bei der Erinnerung an Diebstähle in Kaufhallen, sinnlose Gruppenratswahlen und einseitige Diskussionen im Staatsbürgerkunde-Unterricht.

Ich habe aber auch nicht vergessen, dass im Wehrerziehungslager bereits die ersten Stasimitarbeiter in spe geschnüffelt haben und, dass ich eigentlich keine Hoffnung hatte, jemals nach New York, Rio de Janeiro und La Gomera zu kommen.

Meine Kindheit und Jugend in der DDR war spannend, aber ich vermisse das unwirkliche Land – in dem ich meine ersten 18 Jahre verbracht habe – nicht.

Heimat ist für mich kein Ort, sondern eher ein Gefühl. Sie ist eher dort, wo meine Familie, meine Freunde und die meisten meiner Bekannten leben. Mein Zuhause lässt sich eher mit einer Empfindung umschreiben: Geborgenheit.

Dennoch fühlen sich einige meiner Mitmenschen entwurzelt. Der Geburtsort dieser Bürger wird 30 Jahre nach dem Mauerfall oftmals nur noch auf eiskalte Mauerschützen, höllengleiche Stasi-Gefängnisse, brutale Kinderheime, Staats-Doping und unschöne Episoden reduziert. Auf ein graues, verlogenes Land voller Duckmäuser, Wegschauer, Denunzianten und Feiglinge, die sich permanent gegenseitig bespitzelten und in einer Atmosphäre der ständigen Angst vor dem unerbittlichen Staatsapparat lebten. Und wenn sie selbst mal in Bedrängnis gerieten, riefen alle im Chor: „Ich war das nicht, sondern der da!“

Da stellt sich natürlich vor allem bei älteren Leuten die Frage, was diese verallgemeinernde Darstellung in Filmen und Büchern eigentlich mit ihrem Leben zu tun hat, welches harmonisch und kameradschaftlich verlief. Da werden in der Generation meiner Eltern oftmals ganze Lebensläufe in Frage gestellt.

Stellt Euch doch einfach einmal vor, ein vollkommen Außenstehender sagt zu einem heute 70jährigen, dass sein komplettes Leben (auf gutdeutsch) „Scheiße“ war. Das würde niemandem, egal auf welcher Seite der Mauer er aufgewachsen ist, gefallen.

Das Wort „Heimatverlust“ können in meinen Augen jedoch nur Menschen benutzen, die ihr Land durch Krieg und Zerstörung verloren haben und danach nicht mehr zurückkommen konnten. Unter Umständen auch ältere Menschen, die die kompletten 40 Jahre der DDR bewusst und heimatverbunden erlebt und sich mit diesem Staat komplett identifiziert haben. Wenn solche Leute sagen: „Das ist nicht mehr meine Heimat“, obwohl sie in ein und derselben Stadt wohnen, sollte man sich darüber Gedanken machen und hinterfragen, warum dies so ist.

Ich selbst bin weder Fisch noch Fleisch, weder Ost noch West, nicht gestern, heute oder morgen. Ich habe eine geteilte Vergangenheit mit Eltern, die sich über ihre DDR definieren und Nichten und Neffen, die diese gar nicht mehr kennen. Ich sage nie, dass früher alles besser war, aber auch nicht, dass es heute so ist.

Heimatverlust empfinde ich nicht, aber zum 30jährigen Mauerfall-Jubiläum ist es an der Zeit, dass wir alle darüber reden: was war, was ist und was bleibt.


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Made in GDR – Vorsprung durch Technik! – Jugend in der DDR

9. März 2015 | von | Kategorie: Blog, Mauergewinner Leseproben

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWir sind die einzig wahren Kinder aus Zone Ost. Die Generation unserer Eltern kannte noch den Ku’damm, wohin sie heimlich mit der U-Bahn ins Kino gefahren waren. Sie hatten einen kurzen Blick in den Westen erhaschen können, einen kleinen Vergleich gehabt. Wir nicht. Sie haben uns in eine von ihnen erschaffene DDR hineingeboren, und wir mussten nun staunend zuhören, wenn sie aufgeregt ihre abenteuerlichen Geschichten vom Bahnhof Zoo zum Besten gaben. Wir marschierten an einer von ihnen erbauten Mauer vorbei und drückten uns nicht an riesigen Schaufensterscheiben die Nase platt.

Im Alter von sieben Jahren malte ich Bilder, welche die Überschriften “Waffenbrüderschaft” und “Ich will Kosmonaut werden” und nicht “Urlaub in Spanien” oder “Meine Katze Ricky” trugen. Vom ersten Schultag an wurden wir bombardiert mit Phrasen zur Überlegenheit des Kommunismus, mit Parolen, wie lieb wir unseren großen Bruder und Befreier haben müssten und wie glücklich wir uns schätzen konnten, in der sowjetisch besetzten Zone geboren worden zu sein.

Ständig wollte man uns auch weismachen, dass wir Weltmarktführer sind. In vielen industriellen Bereichen lagen wir angeblich sogar unter den ersten sieben Nationen der Erde. Bei uns war alles viel besser als im Westen. Unsere Eltern und Lehrer logen uns buchstäblich das Blaue vom eigentlich friedlichen Himmel herunter. Oder glaubten sie gar an diesen Mist?

Die Ablösung des Rechenschiebers

Ein besonderes Kennzeichen der DDR war ihre Fortschrittlichkeit auf wissenschaftlich-technischem Gebiet. Schon ab 1986 durften wir den Rechenschieber gegen einen hochmodernen Taschenrechner eintauschen. Wer keine Westverwandtschaft hatte, die einen West-Rechner schickte, musste sich einen SR1 der Firma Robotron aus Sömmerda zulegen. Schlappe 123 Mark kostete der, immerhin ein Achtel des monatlichen Durchschnittseinkommens in der DDR (und das war der subventionierte Preis mit Bezugschein!).

Die einzelnen Ziffernfelder waren fast so groß wie die Tasten einer Schreibmaschine, wodurch der Rechner eine stattliche Länge, Breite und Dicke bekam. Man konnte ihn als Lineal benutzen oder damit jemanden totschlagen. Bei vielen Mitschülern, solchen mit Kontakten nach Drüben, passte der ultraleichte, streichholzschachtelgroße Taschenrechner von Casio in die Federtasche.
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Ähnlich war es mit Uhren. Die brauchten wir zwar nicht zwingend im Unterricht, aber so eine schicke Quarzuhr machte schon was her. Wieder hatten wir im Land der Erneuerer und Meister von morgen ein Spitzenprodukt. Eine klobige Quarzuhr von Ruhla gab es für rund 185 Mark. Die aber sah aus, als wäre sie aus einem Stück gefräst worden. Made in GDR. Wahrscheinlich lagen solche Dinger bereits damals im Technikmuseum von West-Berlin. Denn im Westen trug man ganz kleine, leichte Quarzuhren aus schwarzem Kunststoff mit Stoppuhr, Licht und weiteren sechs Zusatzfunktionen – munkelte man.

Aus dem sozialistischen Arbeitsalltag

Mit 13 kamen mein Kumpel Stefan und ich auf die Idee, zum Spaß Leute zu interviewen. Der schwarze Anett-Recorder und das Mikrofon machten erstaunlich gute Aufnahmen, auch wenn wir unzählige dicke Batterien brauchten und dann nur zwei Stunden Aufnahmezeit hatten. Nach der Schule zogen wir los und befragten wildfremde Menschen auf der Straße. Wir logen ihnen natürlich vor, dass dies im Auftrag der Schule geschehe. Leider konnten wir uns das Lachen oft nicht verkneifen, sodass die Geschichte meist aufflog. Aber niemand nahm uns das wirklich krumm. Die fertigen Interviews spielten wir unseren Freunden vor.

Doch bald stellten wir fest, dass uns keine richtigen Fragen einfielen. “Wo haben Sie das Wochenende verbracht?”, “Wie war ihr letzter Urlaub?” und “Welche Musik hören Sie gern?” Das interessierte uns eigentlich nicht wirklich. Stefan hatte deshalb die Idee, in Betriebe und Läden zu gehen, mit der Bitte, dass uns die Menschen von ihrem sozialistischen Arbeitsalltag berichteten. Dies führte uns bald in diverse Kaufhallen, Geschäfte, ins Sportforum, ins Sport- und Erholungszentrum (SEZ) und ins Hotel Berolina. Wir waren die rasenden Reporter von Friedrichshain, die bald merkten, dass sie in bestimmten Geschäften auch etwas abgreifen konnten. Beim Fleischer eine Knacker oder eine warme Bulette, im SEZ eine kostenlose Stunde auf der Eisbahn oder im Wellenbad, und beim Bäcker gab’s eine belegte Schrippe mit Hackepeter oder Tatar.
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Der Bäckermeister an der Leninallee führte uns in seinem Laden herum, zeigte uns die Öfen und erzählte einiges aus seinem trüben und vor allem sehr früh beginnenden Arbeitsleben. Als er: “Jungs, jetzt muss ick aber mal nach die Schrippen kieken”, sagte und im Nebenraum verschwand, waren wir plötzlich allein in der Backstube und sahen diese wunderschöne Quarzuhr auf dem Regal liegen. Ich nickte und schon schnappte Stefan das Ding und wir rannten gemeinsam aus der Tür, die Straße hinunter, bis wir in den Volkspark Friedrichshain eintauchen konnten.

So etwas hatten wir noch nie gesehen

In Stefans Wohnung am Leninplatz schauten wir uns die schwarze Uhr, die aus hartem Gummi zu bestehen schien, mindestens eine Stunde lang ganz genau an und probierten alle Funktionen mehrere Male aus. Es musste ein wahnsinnig wertvolles westdeutsches Stück sein, denn sie hatte nicht nur Licht, Stoppuhr, Datum und Wecker, sondern auch einen kleinen Taschenrechner mit Miniaturtasten auf dem Gehäuse. So etwas hatten wir noch nie gesehen.

Bald kam die Frage auf, wer von uns beiden die Uhr behalten dürfte. Doch es entstand komischerweise kein Streit. Beide wussten wir, dass wir dieses auffällige Teil niemals tragen konnten, nicht in der Schule, nicht vor den Kumpels und nicht mal zu Hause heimlich auf dem Klo. Wenn dieser dreiste Diebstahl herauskäme, könnten wir uns eine richtige “Pfeife anzünden”, das gäbe ein Jahr Stubenarrest – Minimum.

Wir hatten also drei Möglichkeiten. Wir konnten die Uhr verkaufen, sie wieder zurückbringen oder sie einfach wegschmeißen. Wir waren junge, neugierige 13-jährige Jungs – stolze und vorbildliche Thälmannpioniere – da war es doch völlig klar, was wir machten. Diese Uhr hatte 1984 vielleicht einen Wert von umgerechnet 700 DDR-Mark!

Technischer Informationsvorsprung

Stefan holte zwei Hämmer aus dem Werkzeugkasten seines Vaters, und wir droschen so lange auf die Uhr ein, bis sie in kleinen Einzelteilen vor uns lag. Mit Streichhölzern kokelten wir das Gummi ab. Als wir den Trümmerhaufen zusammenkehrten und in den Müllschlucker warfen, mussten wir lachen. Wir hatten jetzt wieder einmal einen technischen Informationsvorsprung gegenüber unseren Mitschülern, doch sie würden von uns nie erfahren, wie eine westdeutsche Quarzuhr von innen aussah!

Im Jahre 2009 konnte ich Stefan schon über das Internet ausfindig machen – trotzdem habe ich ihn – wie viele andere wichtige Protagonisten meines früheren Lebens – seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen. Wenn ich sie träfe, würden wir sicherlich recht schnell gemeinsam überlegen, ob es heute noch viele Plätze, Straßen und Dinge gibt, die uns augenblicklich in unsere ostdeutsche Vergangenheit beamen. Orte, an denen wir kurz stehen bleiben und denken würden: “Mensch, das sieht ja noch aus wie früher!” oder “Was, das gibt es immer noch?”, “Ist ja wie im Osten!”
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Wahrscheinlich werden es immer wenigere Flecken in Berlin und der ehemaligen Republik, die uns in Gedanken unvermittelt 20 Jahre zurückreisen lassen. Liegen denn noch Taschenrechner, Uhren oder Küchengeräte aus der DDR in unseren Wohnungen?

Wie es wirklich war

Bei mir ist das nicht der Fall. Ich habe diese Dinge innerhalb weniger Jahre – ohne dass es mir bewusst war – vollständig entsorgt. Nur noch im Museum kann ich komische Gegenstände aus unserem vormaligen Alltagsleben mit einem ungläubigen Schmunzeln betrachten.

Es war eine große Geschichte, als ein Architekt im November 2008 eine seit 1988 unberührte Wohnung in Leipzig entdeckte. Komplett eingerichtet – ohne ein einziges Westprodukt. Da war es dann plötzlich wieder spannend, wie diese Ostdeutschen gehaust hatten.

Aber solche Stellen meine ich nicht. Und eigentlich müssen wir uns auch gar keine Mühe mehr geben beim Aufspüren von bestimmten Orten, Produkten, Gerüche, ungewöhnlichen Stoffen, Redensarten oder Ereignisse, die uns an den Arbeiter- und Bauernstaat erinnern: Denn wir haben einen Informationsvorsprung gegenüber unseren Mitmenschen aus dem Westen. Die werden doch nie erfahren, wie das Leben in der DDR wirklich war!
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Zum Nachlesen auf Spiegel Online
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Zum Weiterlesen: “Mauergewinner” im Buchhandel
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