EINHEIT UNNORMAL

Christian Arbeit über EINHEIT UNNORMAL

11. September 2020 | von | Kategorie: Blog, EINHEIT UNNORMAL

Dass sich ein Christian Arbeit sehr positiv zum Buch “Einheit Unnormal” äußert, wäre ja eigentlich nichts Besonderes. Allerdings handelt es sich bei ihm um den Presse- und Stadionsprecher (Chef der Kommunikation) des 1. FC Union Berlin.

Also doch schon ziemlich cool. Guter Mann!

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EINHEIT UNNORMAL in der BoD-Bestsellerliste

24. August 2020 | von | Kategorie: Blog, EINHEIT UNNORMAL

Mein neues Buch “Einheit Unnormal” findet sich nach knapp einem Monat gleich mal in der BoD-Bestsellerliste wieder. Am 24.08.2020 landete es auf Platz 8.

Laut eigenen Angaben nutzen BoD inzwischen mehr als 35.000 Autoren, die über 65.000 Bücher und mehr als 45.000 E-Books veröffentlicht haben, sowie über 2.000 Verlage. Seit Gründung wurden mehr als 28 Millionen Bücher gedruckt. 

„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin

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Über EINHEIT UNNORMAL

7. Juli 2020 | von | Kategorie: EINHEIT UNNORMAL, Infos

Mein neues Buch “EINHEIT UNNORMAL” mit lustigen Geschichten von El Rubio über eine Gruppe Fans des 1. FC Union Berlin.

Hier der Klappentext:

Am 30. April 1986 geht der junge El Rubio erstmals an die Alte Försterei zu einem Spiel des 1. FC Union Berlin. Er ist kein Fan des Teams, aber die Stimmung ist grandios und die Jungs, die er im Stadion trifft, sind okay, wenngleich total asozial.

Das Halbfinale des FDGB-Pokals gegen Dynamo Dresden geht mit 1:2 verloren, doch auf dem Weg zum Bahnhof Köpenick trifft er ein Mädchen.

Erstes Unionspiel, erste Unionerin, Gefühle …

Am 1. März 2020 fährt der erwachsene El Rubio wieder zu Union. Auch wenn sich seither im Stadionumfeld einiges verändert hat, ist die Stimmung nach wie vor fantastisch und die verrückten Typen von früher sind immer noch alle da.

Die Partie in der 1. Fußball Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg endet 2:2.

Es ist das letzte Heimspiel der Saison vor Publikum …

In 11 facettenreichen Geschichten steht eine besondere Gruppe im Mittelpunkt. Wird es der „Einheit Unnormal“ gelingen, El Rubio mit dem Union-Virus zu infizieren?

  

EINHEIT UNNORMAL

von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag, 128 Seiten, 9,90 €

ISBN: 978-3751967013

Erhältlich bei AMAZON

„Dieses Buch macht so viel Spaß, wie ein Heimsieg an der Alten Försterei!“ Mikis Wesensbitter, Buchautor

„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin

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Mein neues Buch “EINHEIT UNNORMAL”

11. Juni 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, EINHEIT UNNORMAL
EINHEIT UNNORMAL von Mark Scheppert und El Rubio

Mein neues Buch “EINHEIT UNNORMAL” mit lustigen Geschichten von El Rubio über eine Gruppe von Fans des 1. FC Union Berlin.

Klappentext:

Am 30. April 1986 geht der junge El Rubio erstmals an die Alte Försterei zu einem Spiel des 1. FC Union Berlin. Er ist kein Fan des Teams, aber die Stimmung ist grandios und die Jungs, die er im Stadion trifft, sind okay, wenngleich total asozial.

Das Halbfinale des FDGB-Pokals gegen Dynamo Dresden geht mit 1:2 verloren, doch auf dem Weg zum Bahnhof Köpenick trifft er ein Mädchen.

Erstes Unionspiel, erste Unionerin, Gefühle …

Am 1. März 2020 fährt der erwachsene El Rubio wieder zu Union. Auch wenn sich seither im Stadionumfeld einiges verändert hat, ist die Stimmung nach wie vor fantastisch und die verrückten Typen von früher sind immer noch alle da.

Die Partie in der 1. Fußball Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg endet 2:2.

Es ist das letzte Heimspiel der Saison vor Publikum …

In 11 facettenreichen Geschichten steht eine besondere Gruppe im Mittelpunkt. Wird es der „Einheit Unnormal“ gelingen, El Rubio mit dem Union-Virus zu infizieren?   

„Dieses Buch macht so viel Spaß, wie ein Heimsieg an der Alten Försterei!“

Mikis Wesensbitter, Buchautor

EINHEIT UNNORMAL

von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag; 128 Seiten, 9,90 €

ISBN: 978-3751967013

Bestellen bei Amazon

„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin


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Leseprobe 1 aus dem Buch “EINHEIT UNNORMAL”

30. Mai 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog, EINHEIT UNNORMAL

“…in Hagen gibt es eine Direktverbindung zum Stadion in Dortmund. Wir sind an den Gleisen farbentechnisch in der Unterzahl – in der Lautstärke nicht. Stoni fotografiert ein gelb-rotes Warnschild, auf dem ein Mensch rittlings von der Bahnsteinkante fällt, und stellt es in die WhatsApp-Gruppe, was ich nicht ganz kapiere.

Als der Zug einfährt, stehe ich mit Zille direkt vor einer Tür und entere das Abteil, um für die anderen Plätze zu sichern. Am benachbarten Eingang, wo die anderen standen, geschieht lange nichts. Bis zwei BVB-Typen zu uns kommen und sagen: „Da ist gerade einer von euch ins Gleisbett gefallen.“

Wenig später tragen Stoni und Marx den Rührer mit schmerzverzerrtem Gesicht zu uns rüber. „Der hat auf dem Bahnsteig die Lücke zwischen Gleis und Zug nicht gesehen und blub, weg war er. Klassische Katschow-Grätsche“, sagt Stoni. „Aber das Sixpack hat er hochgehalten und gerettet“, ergänzt Marx.

Der Rührer Billy, ist kreidebleich und murmelt: „Scheiße, jetzt wird es wohl doch noch ein Nussknacker-Knie.“ Ich verstehe nun zwar, was das Schild: „Vorsicht an der Bahnsteinkante“ bedeuten sollte, aber sonst nur Bahnhof.

Zille klärt mich auf: „Nach seinem doppelten Looping vor ein paar Jahren, am Zaun beim Spiel auf St. Pauli, hat ihm der Arzt nach dem CT gesagt: In ihrem Knie sieht’s aus wie rund um das World Trade Center am 12. September 2001. Kreuzbandplastik nicht mehr nachweisbar, Meniskus beschädigt und schwere Außenbanddehnung. Aber ich kenne da einen Facharzt, der ihnen mit allen Mitteln der modernen Chirurgie ein so genanntes Nussknacker-Knie bauen kann.“

Billy brüllt: „Schnauze, gib mir mal ‘ne Flasche Bier. Ich habe mich ja damals dagegen entschieden.“ Ein Verletzter noch weit vor Spielbeginn.

Als der Zug anrollt, singt unsere Meute euphorisch: „Wir sind Unioner, wir sind die Kranken, wir durchbrechen alle Schranken“, und alle Schwarz-Gelben im Wagon glauben das sicherlich auch.

Der Halt ist natürlich nicht direkt vor dem Stadion. Zunächst müssen wir Billy eine Brücke hinaufwuchten, auf der anderen Seite wieder hinunter und dann haken ihn zwei Jungs unter, um den letzten Kilometer in Angriff zu nehmen.

Ab und zu wird gehalten, damit der Patient mit Bier versorgt werden kann. Mittlerweile ist es dunkel und von weitem leuchtet Deutschlands größter Fußballtempel in einem grandiosen Licht.

„Was macht ihr denn da mit dem Krüppel?“, brüllt plötzlich jemand von der Seite. Haue und Andi erheben sich hinter einer Ansammlung Maurerpatronen (Bierdosen) und kommen freudestrahlend herüber. Andi sagt: „Dass sich mein Bruder bei solchen Fahrten verletzt, kennst du doch noch von früher, oder?“ Wir umarmen einander.

Die Stimmung ist gut und es wäre noch Zeit, an einer der Bierbuden zu verweilen, doch wir einigen uns darauf, Billy auf seinen Sitzplatz ins Stadion zu verschiffen.

Vor den Eingangstoren der Gästefans staut es sich, und recht bald merken wir, dass die wenigen geöffneten Tore für solch einen Andrang niemals reichen werden. Dabei hätten die doch längst wissen müssen, dass sich Union mit 12.000 Leuten auf den Weg nach Dortmund gemacht hat. Von hinten wird weiter nachgeschoben. Die ersten werden an die Barrieren rechts und links neben den Drehschleusen gedrückt. „Kann der Rührer wenigstens nicht umfallen“, nuschelt Rambo seinen ersten vollständigen Satz am heutigen Tag.

Kleine Tumulte entstehen, als eine Gruppe andeutet, einen Bauzaun überwinden zu wollen. Polizisten kommen angestürmt. Ein Hauch von Pfefferspray wabert durch die Luft. Das Tempo an den Einlasskontrollen ist nach wie vor ein Witz, aber irgendwann werden auch wir hineingedrückt. Es ist nun schon 20:15 Uhr und wir sind froh, bereits um 19 Uhr am Einlass gewesen zu sein.

Durch unzählige Katakomben irrend, erreichen wir unseren Block 58. Wir stehen zusammen in den Reihen 36 und 37 hintereinander. Billy sitzt und raucht. „Endlich bin ich mal im Westfalen-Stadion“, ruft er und strahlt über das ganze, blasse Gesicht. Schon jetzt sind unsere Kurve und die benachbarte eine dichte rote Wand und von der berühmten Gelben direkt gegenüber hört man kaum einen Mucks.

Zwölftausend Berliner singen so laut, wie sie nur können. Letztendlich wird die Partie mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen, bis auch die letzte rote Regenjacke im Stadion ist. Ich weiß nicht, ob schon jemals so viele Unioner zu einem Auswärtsspiel gefahren sind. Mehr als die halbe Alte Försterei ist heute anwesend.

Vom Spiel kann ich nur wenig berichten. Wir sind alle voller Endorphine. Es wird gesungen, vor allem ultralaut und im Wechselgesang: „Eisern“ – „Union“ und ewig lang: „Dem Morgengrauen entgegen, zieh’n wir gegen den Wind“. Tausende Schals kreisen durch die Lüfte. Unvergessliche Bilder. Doch Dortmund schießt in der 44. Minute das 1:0, was auch noch als Eigentor von Parensen gewertet wird.

Scheißegal, kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit wird ein riesiges Banner mit dem Konterfei von Damir Kreilach hochgezogen und dann beginnt eine Pyro-Show vor der mächtigen Zaunfahne „1. Fußballclub Union Berlin“. Feuer, Rauch, Nebel und Krach!

In der 81. Minute drischt Steven Skrzybski den Ball aus gut 20 Metern volley in die Maschen. Ausgleich!  Eine Seite des Stadions explodiert augenblicklich und selbst Billy springt in seiner Ekstase in die Lüfte und brüllt danach –nicht nur aus purer Freude.

Für die meisten ist es schon jetzt die größte Partie der Vereinsgeschichte vor 79.037 zahlenden Zuschauern, wie uns die Anzeigetafel verrät …”

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Zum Weiterlesen: EINHEIT UNNORMAL

von Mark Scheppert und El Rubio.

BoD-Verlag; 128 Seiten; 9,90 €

ISBN: 978-3751967013

Bestellbar z.B. bei AMAZON

„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin

Und hier noch drei Bewegtbilder:
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Leseprobe 2 aus dem Buch “EINHEIT UNNORMAL”

1. Mai 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog, EINHEIT UNNORMAL

“… ich war schon lange „angezeckt“ vom extrem maroden Stadion am Heiligengeistfeld, in dem es, wie 1986 bei Union, nach filterlosen Zigaretten, nach verkohlten Salzbrenner-Würsten, fauligem Holz, nach Bier, Pisse, Modder und Schweiß roch. Ich war dort umgeben von schwarz gekleideten Gestalten, Pennern, Mumien, Säufern und Punks – aber auch von etlichen attraktiven Mädchen.

Vor jedem Eckstoß holten sie, wie alle anderen, ihre Schlüssel aus der Tasche. Ein kollektives Klingeln breitete sich dann – von der Gegengerade ausgehend – im Stadion aus. Neben meinen Spezis Kaschi und Steve lernte ich auch all die anderen Verrückten aus Romans Freundeskreis kennen, die eine bedingungslose Fußballleidenschaft verband und die manchmal sogar den Schlüssel einer der Frauen nach dem Spiel vor deren Wohnungstür wieder zu Gesicht bekamen.

Wie durch ein Wunder eroberte das Team am 19. Spieltag, nach einem 2:0 im Rückspiel gegen Hansa, erstmals die Tabellenspitze. Danach folgte eine Achterbahnfahrt mit Siegen, Niederlagen und sechs Unentschieden, doch vor dem letzten Spieltag am 18. Juni 1995 musste nur noch gegen den bereits feststehenden Absteiger aus Homburg gewonnen werden, um in die 1. Bundesliga aufzusteigen.

Nein, es war nicht „meine Saison mit St. Pauli“, denn ich war nicht bei allen Partien dabei gewesen, hatte nicht schon seit Jahren eine Dauerkarte und mein Herz wurde nicht von braunem Blut gespeist. Aber ich war irgendwie mit dabei – auch bei dem Match, zu dem sich 21.000 heißblütige Zuschauer ins Stadion zwängten. Sankt Paulis Hölle bebte damals auch ohne Ultras!

Da es mit der Karten-Versorgung etwas schwieriger gewesen war, standen wir weit verstreut im Rund mit den alten Holztribünen, hatten aber ausgemacht, dass wir uns alle nach Abpfiff am Mittelkreis treffen würden.

Sawitschew, Driller, Pröpper und zweimal Scharping schossen die Mannschaft zu einem ungefährdeten 5:0. Das Millerntor bebte, wie ich es nie zuvor (und danach) erlebt habe. Napoli-Feeling in der Stadt an der Elbe. Alle warteten ungeduldig am Spielfeldrand auf den Schlusspfiff, alle waren vollgepumpt mit Bier und Adrenalin, alle strahlten. Es ging los!

Wie die Bekloppten enterten wir das Spielfeld und jagten die Aufstiegshelden, um ihnen die Klamotten vom Leib zu reißen. Plötzlich erklang die Stimme des Stadionsprechers, der uns anflehte, den Rasen wieder zu verlassen, da das Spiel noch nicht abgepfiffen sei. Scheiß drauf – immer mehr Leute stürmten den heiligen Platz. Letztendlich war es dem Schiri zu verdanken, dass es keine Strafe oder gar ein Wiederholungsspiel gab. Eigentlich hatte er in der 87. Minute auf Strafstoß für St. Pauli entschieden, deutete seine Geste später aber als „Abpfiff“ um.

Wir durften bleiben, lagen uns mit wildfremden Menschen in den Armen und rissen Erinnerungs-Grasnarben aus dem Spielfeld. Filmreife Szenen am Millerntor …”

Zum Weiterlesen:

EINHEIT UNNORMAL

von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag; 128 Seiten; 9,90 €

ISBN: 978-3751967013

Bestellbar z.B. bei AMAZON 
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„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin

Und hier noch Bewegtbilder:

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Leseprobe 3 aus dem Buch “Einheit Unnormal”

22. April 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog, EINHEIT UNNORMAL

“… Marx will Bier kaufen, bekommt aber erklärt, dass er zunächst seine VISA-Karte an einem anderen Stand aufladen muss. Er zögert nicht lange und packt 100 Euro drauf. „Haste heute noch was vor?“, frage ich. „Nee, Durst!“

Mit zwei vollen Trägern Haake Beck erreichen wir Block 19 und stellen uns, obwohl ich Reihe 4 habe, zusammen direkt unter das Dach, weil wir dort alle Platz finden.

„Endlich bin ich mal im Weser-Stadion“, murmelt Wendy neben mir und ich staune, dass es für sie als Werder-Fan das erste Mal ist. Außerdem denke ich an den Rührer, der das sonst immer auf neuen Plätzen verkündet.

Caro schreibt aus ihrer Sektion, dass sie noch immer nicht drin wären.

Die Kurve schräg gegenüber sieht  schon total überfüllt aus und kurz vor Spielbeginn explodiert sie regelrecht in gelbem Pyro und hunderten gelber und roter Luftballons. Zusammen mit den rot-weißen Fahnen ergibt das eine schöne Symbiose und wieder einmal fällt mir auf, wie urgewaltig unsere Ultras rüberkommen können. Von der gegnerischen Seite, die am Dienstag im TV noch gigantisch laut gewesen war, als Dortmund im Pokal mit 3:2 weggehauen wurde, höre ich nichts. Das Spiel beginnt…

Union steht tief und lässt Werder kaum Räume, sodass es bis zur 27. Minute dauert, ehe sie überhaupt eine nennenswerte Chance haben. Unsere Mannschaft zeigt sich fast gar nicht im gegnerischen Strafraum und deren Torwart wird nicht ein einziges Mal ernsthaft geprüft. Mit dem 0:0 zur Pause können wir sicher besser leben als das abstiegsbedrohte Heimteam.

Keule schreibt in der Halbzeit in die Gruppe: „Im Union-Forum steht, dass noch immer nicht alle Unioner im Block sind“. Caro bestätigt es von ebenda: „Wir kommen gar nicht mehr raus und nach oben. Es ist so eng, dass die Jungs um mich herum in ihre Becher pinkeln.“ Rambo äußert sich nicht dazu.

Wir hingegen können entspannt in unserem gemischten Block aufs Klo gehen, wo mir ein Bremer erklärt: „Ihr seid ja ganz schön laut.

Durchgehend! Erlebt man hier nur selten.“ Marx ist derweil am Haake-Beck-Stand versackt, während Wendy leere Bierbecher tauscht, um möglichst viele mit dem Konterfei von „Pizza“ Pizarro zu ergattern – ihrem Lieblingsspieler in der Bundesliga.

Nach der Pause geht Union in die Offensive. Andi kommentiert das Spiel im Chat wie Uli Potowski für die Skiurlauber. „Jetzt!“, schreibt er gerade.

Zunächst scheitert Andersson per Kopfball noch knapp am Keeper, doch dann spitzelt „Bülti“ in der 52. Minute den Ball nach einem Konter über Malli und Lenz ins Bremer Tor. Wir flippen komplett aus: „Jaaaa!“

Die Runde Bier war für den Arsch, bzw. für den Kopf. Nur Wendy kann sich nicht freuen und Stoni fragt: „Was ist denn los mit dir?“ „Na ich bin ja eher Werder-Fan“, murmelt sie leise. „Mein Beileid“, antwortet er und nimmt sie in die Arme. Marx schaut fragend zu mir herüber.

Die Werder-Kurve erwacht, als wir beide in den Katakomben neue Suppen holen. Anscheinend haben sie nun einige Chancen, doch einen Torjubel können wir nicht vernehmen. Zurück am Platz, noch immer dasselbe Bild: Bremen drückt – Union hält dagegen. In der 72. Minute scheitert Andersson zunächst am Torwart, aber „Bülti“ drückt den Ball im Nachschuss über die Linie, was wir – trotz Rettungsaktion – mit bloßem Auge erkennen können. Die nächste Bierdusche!

Von den 100 Euro landen sicherlich 50 auf dem kalten Beton des Bremer Weserstadions. Egal, Union führt auswärts mit 0:2. Wie geil ist das denn bitteschön?

Auch die Kurve gegenüber rastet komplett aus und nachdem sich alle ein wenig beruhigt haben, stimmen sie an: „FC Union du wirst siegen, glaub an dich und es wird wahr, die erste Bundesliga ist für uns nun endlich da. Die Zeit ist nun gekommen, ihr werdet‘s alle sehen, der 1. FC Union wird nun endlich oben steh‘n“.

Beim „Zwischen-Ale“ nehmen wir Wendy in die Mitte und singen gemeinsam die zweite Strophe: „…mit uns an deiner Seite wirst du niemals untergeh’n.“

Das alles hat so viel Power, dass Wendy ein Tränchen entweicht. Vielleicht überlegt sie ja gerade, ob Union vielleicht auch eine Möglichkeit ist? In der 77. Minute wird „Pizza“ eingewechselt, aber er kann auch nichts mehr reißen. Auswärtssieg! …”

Zum Weiterlesen:

EINHEIT UNNORMAL 

von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag; 128 Seiten, 9,90 €

Bestellbar z. B. bei AMAZON

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„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin

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Und hier noch Bewegtbilder:

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Leseprobe 4 zum Buch “EINHEIT UNNORMAL”

17. Februar 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog, EINHEIT UNNORMAL

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“…zusammen mit 20.841 Zuschauern sehe ich also eine Partie, der ich, laut der Regel des Autors von „Fever Pitch“, leider nur null von sieben Punkten  geben kann.

Aber irgendwie, ich weiß nicht, es ist trotzdem geil.

Vielleicht, weil es der erste warme Tag des Jahres ist und das Bier an der „Falle“ vor dem Spiel besonders mundet. Vielleicht, weil Nadine die Musik-Auswahl vor der Partie begeistert und ihr die Hymne von Nina Hagen Gänsehaut beschert. Vielleicht, weil während des Grottenkicks ein kleiner, rot-weißer Ball von den Zuschauern zur Belustigung im Stadion herumgeworfen wird, den ich nur Zentimeter vor Nadines Kopf fange. Vielleicht, weil ich Billy und Keule in Sektor 3 (wir sind in 4) deutlich aus der Menge heraushören kann, wenn sie jemanden als „Blinden“, „Wichser“ oder „Vollpfosten“ beschimpften. Vielleicht, weil wir mit Metze noch einen Freund aus der Pfalz treffen, der uns zum Absacker nach Friedrichshain begleitet. Ich weiß es nicht.

Drei junge Engländer aus Birmingham stehen während des Spiels in unserer Nähe und wir kommen ins Gespräch. Sie lassen ihrer Freude darüber freien Lauf, wie preiswert die Tickets sind, dass es hier überall günstiges Bier gibt, dass sie an der Alten Försterei stehen und rauchen dürfen.

Auch die Dauergesänge tausender Unioner und die der „Roten Teufel“ nebenan finden sie gigantisch. Eine Atmosphäre, welche sie in „Sitzplatz-England“ nur noch sehr selten erleben.

Mir wird mal wieder bewusst: Deutschland hat sich eine fantastische Fußballkultur bewahrt, mit Stadien, die einen Ausgleich zum dumpfen Alltag bieten und ein Ventil für pure Lebensfreude sind.

Nur wenige Tage später hebt ein Flieger in Richtung London ab. Ich will Andi zum Geburtstag ein Spiel auf der Insel schenken. Natürlich habe ich nichts dem Zufall überlassen und bereits Tickets organisiert.Bei Arsenal und Chelsea war ich schon, Tottenham und Millwall kicken „away“ und Fulham kommt nicht in Frage. Bleibt also nur Crystal Palace, die im Stadtderby gegen die Queens Park Rangers in der Premier League antreten.
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Mein Kumpel in England hat mit Ryan einen „Eagle-Fan“ im Kollegenkreis, der uns zwei Jahreskarten im „Whitehorse Lane Stand“ zum Freundschafts-Preis von je 30 Pfund überlässt, weil er zu einer Hochzeit muss. Okay, bei Nick Hornby hätte das nicht als Ausrede für das Verpassen eines Fußballspiels gegolten. Uns ist es recht. Am 14. März 2015 heißt es um 11 Uhr: Auf zum Selhurst Park!

Im Vorort-Zug treffen wir auf die versammelte Alt-Hooligan-Fraktion von QPR, solche, denen man Ende der 80er lieber nicht über den Weg gelaufen wäre. In Selhurst Station gehen wir mit ihnen noch ein Stück des Weges, bis wir in eine dunkle Gasse – rechts und links von roten Klinkermauern umgeben – geraten. Mit komischem Akzent werden wir von einem dicken Kerl mit Glatze gefragt, ob wir Queenspark-Jungs wären, oder ob wir uns einfach nur verlaufen hätten? 

Zurück am Bahnhof wird  klar, dass die Heim-Fans eine völlig andere Route entlang des Bahndamms wählen. Wir reihen uns ein und laufen durch eine trostlose Londoner Vorstadt, wie in einer Szene aus einem Film über gewaltbereite Fans.

In der Masse fallen wir nicht als „Germans“ auf, zumal jetzt auch einige Väter mit Kindern am Start sind.

Es ist nun schon zwölf Uhr mittags und wir bekommen so langsam Durst. Leider gibt es hier keine Bier-Verkaufsstände, Kioske oder fliegende Händler, und die einzige Eckkneipe kurz vor dem Stadion ist brechend voll.

Auf der Suche nach unserem „Stand“ entlang des leicht zerstückelten Stadions, mit dem beindruckenden Backsteinbau der Haupttribüne, treffen wir die QPR-Typen vor dem „Arthur Wait Stand“ wieder. Andi wird von dem Dicken gegrüßt und fast mit hineingesaugt. Unmittelbar daneben befindet sich jedoch der richtige Eingang. Über ein schmales, rostiges Drehkreuz, einen finsteren Tunnel und etliche bröcklige Betonstufen gelangen wir endlich zu den richtigen Plätzen.  

Letztendlich grenzen unsere Sitze unmittelbar an den Gästeblock und bereits vor Spielbeginn müssen wir Schmähgesänge über uns ergehen lassen. Die Palace Jungs halten dagegen und fordern die QPR-Fraktion mit eindeutigen Gesten dazu auf, rüberzukommen. Und das alles ohne Zäune und wenig Security. Ein Spaß!

Die „Holmesdale Fanatics“ des Crystal Palace FC stehen auf der gegenüberliegenden Seite. Sie sollen eine der wenigen Ultra-Vereinigungen in England sein, die noch gegen die hohen Eintrittspreise rebellieren und sich mit allerlei Aktionen dafür einsetzen, die alte, britische Fußballkultur zu bewahren. Zumindest sehe ich mit eigenen Augen, dass der schwarz gekleidete Mob die ganze Zeit steht und ordentlich Rabatz macht.

Unten im Tunnel verkaufen sie überraschenderweise alkoholhaltiges Bier in Plastik-Flaschen, und da uns niemand daran hindert, betreten Andi und ich den Rasen auf Höhe der Eckfahne und machen lustige Erinnerungsfotos. Er mit Union-Schal.

Erst als Cheerleader-Mädels auflaufen (so viel zu britischer Fußballkultur), werden wir verscheucht. Zumindest erleben wir noch den Flug eines riesigen Adlers, der grazil über das ganze Spielfeld segelt und im Block direkt vor unseren Augen wieder landet. Ryan funkt mich alle 10 Minuten per SMS an und fragt, wie es uns gefällt.

Chelsea8

Um 12:45 Uhr ist Anpfiff: Beide Teams sind nicht sonderlich spielstark, doch Ryan kann sich für uns freuen, da wir ein abwechslungsreiches 3:1 und wahrscheinlich das Tor des Jahres in England sehen: „Matt Phillips scored a brilliant 40-yard effort after 83 minutes.“ Zufrieden laufen wir mit den Massen durch die engen Gassen zurück zum Bahnhof und bekommen nirgendwo aufs Maul.

Wir versacken in der Londoner Innenstadt im „Zeitgeist“, einer Kneipe, die auch die Bundesliga zeigt. Es ist noch früh am Abend. Dennoch klingt mir schon jetzt ein Song der Crystal-Palace-Fans in den Ohren, der mich bis tief in die Nacht begleitet und meine Gefühle beschreibt: „And I’m feeling, glad all over. Yes I’m, glad all over.”  

Am 20. März 2015 enden meine zwölftägigen Fußball-Festspiele: Union kickt gegen St. Pauli. Es ist die einzige Partie, zu der ich immer nach Köpenick fahre. Was soll ich berichten? Das Match ist fast noch schlechter als das gegen den FCK, obwohl ich das kaum für möglich gehalten hatte.

Union Crystal Palace

Aber (!) es ist ein Freitagabend-Flutlichtspiel und die rappelvolle Hütte brennt in der 89. Minute lichterloh, als Sebastian Polter der 1:0-Siegtreffer gelingt.

Meine Hamburger Freunde, die jetzt Vorletzter sind, müssen getröstet werden, auch weil Haue aus Billys Truppe sie am Stammtisch fragt: „Was ist der Unterschied zwischen einem Marienkäfer und St. Pauli?“ „Der Marienkäfer hat mehr Punkte.“ Der Abend endet verdammt spät im Friedrichshainer Kneipensumpf.

Mit einem Flutlichtspiel endete am 20.03.2015 eine – für mich – außergewöhnliche Woche: Union kickte gegen den FC St. Pauli. Das ist die Partie, auf welche ich seit Jahren eigentlich immer gehe (auswärts wie home). Das Match war in meinen Augen noch schlechter, als das gegen den FCK, obwohl es für Fußball-Nostalgiker (und Eiserne Fans) denkbar schön mit einem Tor in der 89. Minute 1:0 für die Köpenicker ausging. Aber es war ein Freitagabend-Flutlichtspiel! Eine riesige Truppe (mit befreundeten Hamburgern) hatte sich zusammengefunden, hunderte Liter “Berliner Pilsner” wurden nicht nur am „Warsteiner-Stammtisch“ angesaugt und der Abend endete verdammt spät in der „Tagung“ in Friedrichshain. Was für eine Fußballwoche!

Das Match endet 2:0 für Union gegen das Premier-League-Team aus England, aber auch die rund 500 mitgereisten Palace-Fans haben sichtlich ihren Spaß. Sie schmücken den Gästesektor mit unzähligen Zaunfahnen, singen ununterbrochen gegen die 8.000 Unioner an und genießen bei strahlendem Sonnenschein das frisch gezapfte Berliner Pilsner, um im Anschluss in Köpenicks Biergärten zu versacken.

Sie sind „Glad all over“ an diesem herrlichen Sommertag, denn auch für die Supporter des „Stolzes aus Südlondon“ ist Fußball ein Ausgleich zum dumpfen Alltag und ein Ventil für pure Lebensfreude! …” 

Zum Weiterlesen: 

Einheit Unnormal

von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag; 128 Seiten; 9,90 €

ISBN:  978-3751967013

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„11 kleine Union-Geschichten rund um Heim- und Auswärtsspiele einer sagenhaft trinkfesten Truppe namens EINHEIT UNNORMAL von Mitte der 80er bis heute, nicht chronologisch geordnet, dafür unglaublich lustig erzählt. Sehr zu empfehlen“

Christian Arbeit, Stadion- und Pressesprecher 1. FC Union Berlin

Und hier noch ein paar Bewegtbilder:

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https://youtu.be/-wfCtWp7x-8

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Leseprobe 5 zum Buch “EINHEIT UNNORMAL”

9. Januar 2020 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog, EINHEIT UNNORMAL

“… zu Hause sterben die meisten Leute, vor allem an Herzversagen. Erstmals fahre ich einfach mit der S-Bahn los, ohne mich vorher mit jemandem zu verabreden  um 16 Uhr – das Spiel beginnt um 20:30 Uhr. Doch um 16:30 Uhr bin ich bei weitem nicht der erste an der „Falle“. Mittlerweile kenne ich hier viele Gesichter, von denen mich die meisten mit einem vielsagenden Nicken begrüßen. Heute ist es beängstigend ruhig! Niemand singt irgendwelche Lieder oder kreischt: „Aufstieg jetzt!“ Alle wirken angespannt und nicht gerade siegessicher. Ist ja auch Union.

Auf dem Warsteiner Stammtisch habe ich drei Bier platziert und als die ersten der „Einheit Unnormal “ kommen, kaufe ich neue, da sie bereits weg sind. Alle freuen sich für meine Karte, aber ansonsten plappern auch Billy, Haue, Andi, Keule, Zille, Marx und Stoni heute fast so wenig wie Rambo. Es ist kein „Die-hauen-wir- sowas-von-weg-Spiel“, sondern ein „Mir-geht-der-Arsch-sowas-von-auf-Grundeis-Spiel“.

Billy kommt rüber, umarmt mich und flüstert: „El Rubio, ich hab dir so oft gesagt, dass wir in der 2. Liga gut aufgehoben sind, aber heute, ganz ehrlich, kann ich das nicht mehr unterschreiben. Ich will durch diese Scheiß Bundesliga ziehen. Man lebt ja nur einmal!“ Töchterchen Anne zwinkert mir zu. Auch sie ist schon etwas tüdelich, als wir das Stadion der Träume gegen 19 Uhr betreten.

An den Kassen wundern wir uns noch, weshalb hier so wenig los ist, doch als wir das Stadion betreten, sehen wir, dass die Ränge bereits randvoll gefüllt sind. Schon jetzt, eineinhalb Stunden vorher, sind fast alle da.

Als Stadionsprecher Christian Arbeit die Mannschaftsaufstellung verkündet, verstehen wir unser eigenes Wort nicht mehr, und aus tausenden Kehlen erklingt danach die Eisern-Union-Hymne von Nina bis zur Heiserkeit.

Die beiden Mannschaften versinken beim Einlaufen im rot-weißen Fahnenmeer. Ich erkenne Benjamin Pavard, den französischen Weltmeister von 2018, der gerade in diesem Moment in unseren Block schaut und genau mich anlächelt. Doch niemand jubelt ihm zu. Zwei Stiegen Berliner Pilsner werden von Marx und Stoni durchgereicht.  Mein Blut wird jetzt nur noch von Bier, Eisen und von Adrenalin gespeist. Das Spiel beginnt …

Ich kann nicht viel über das Match berichten. Es ist abartig laut. Jede Chance von Stuttgart wird weggeschrien – auch das vermeintliche Tor von Aogo. Alle Unioner, die einen langwierigen Videobeweis bis dato abgelehnt hatten, bejubeln Schiedsrichter Dingert, als er seine Entscheidung zurücknimmt.

Zwei Stuttgarter krachen mit den Köpfen zusammen, aber man kann es nicht hören. Es ist jetzt unfassbar laut. Vom 1. FCU kommt spielerisch gar nichts.

Egal, mit 0:0 wird sich in die Pause gerettet und virtuell ist Union noch immer der Aufsteiger. Mit Keule gehe ich runter zum Pinkeln, durchatmen und neue Bier-Stiegen holen. An den Imbissbuden ist es, im Gegensatz zum Krach während des Spiels, fast unheimlich still. Wahrscheinlich, weil alle wissen, dass noch krasse 45 Minuten Aufstiegsdrama vor ihnen liegen.

Die zweite Halbzeit beginnt. Es ist nun legendär laut. Nach mehr als 60 Minuten hat Abdullahi binnen zwei Minuten zwei Riesenchancen für Union. Wegen des durchdrehenden Rührers fallen wir zwei Reihen nach vorne. Keine Verletzten, aber auch keine Tore. Es ist episch laut. Kurz vor Schluss ein 20-Meter-Kracher von Pavard für den VfB! Doch Gikiewicz pariert sensationell. Nur noch wenige Minuten …

Dann der Schlusspfiff. Für den Bruchteil einer Sekunde verharren die Leute in ungläubigem Staunen, doch dann brüllen sie es heraus. Wie eine zerstörerische Lawine bricht das tausendstimmige „Jaaaaaaa“ über das Stadion herein.

Es ist ein nie enden wollender Schrei, so als ob ganz Köpenick jahrzehntelang dafür Luft geholt hatte. Der Block beginnt zu beben und die Zäune zu wanken. Noch immer nimmt die Lautstärke orkanartig zu. Mir platzt fast das Trommelfell.

Die Unioner dehnen den frenetischen Jubel auf eine unglaubliche Länge aus. Schon Sekunden später weiß ich, dass ich dieses markdurchdringende Kreischen nie wieder im Leben hören werde. Union steigt eben nur einmal zum ersten Mal in die erste Bundesliga auf. Was für ein Schrei!

Die überschäumenden Emotionen sind auch in unserem Block angelangt. Der Rührer teilt die Reihen vor uns wie Moses das rote Meer. Wir fallen beim Jubeln vier Stufen zusammen hinunter und landen irgendwie alle gleichzeitig auf Anne. Was für ein Knäuel! Falls sich Billys Tochter verletzt haben sollte, wird er morgen schreiben: „Das muss sie halt lernen. In der Bundesliga wird es noch öfter passieren.“

Eine wild gewordene Meute entert die offenen Lücken in den Zäunen und drängt aufs Spielfeld. Ich renne nicht gleich hinterher, sondern drehe mich noch einmal um und weiß plötzlich, dass es für mich nicht das emotionalste Erlebnis im Fußballfan-Dasein ist. Ich bin total übermannt, aber eigentlich freue ich mich mehr für meine Freunde aus der „Einheit Unnormal“, die seit 40 Jahren zum 1. FCU gehen und auch alle bitteren Tiefen des Vereins miterlebt haben. Und heute das allergrößte Glücksgefühl.

Es ist total befriedigend, anderen etwas zu gönnen. Das möchte ich mir stets bewahren. Rückblickend wird es vielleicht einmal das größte Fußball-Erlebnis meines Lebens werden. Aber es kann ja jetzt noch so viel mehr kommen …

Dann renne ich auf den Rasen. Bis tief in die Nacht will ich die Emotionen auf dem Feld auf mich wirken lassen. Möchte beobachten, wie alle ihren Gefühlen freien Lauf lassen, wie sie vor Freude lachen, schreien und weinen.

Ich laufe aufs Spielfeld zum Mittelkreis und treffe eine Frau, die aussieht wie Toni aus meinem ersten Unionspiel im Jahre 1986 – in alt. Gemeinsam reißen wir eine große Grasnarbe aus dem Grün und teilen sie in der Mitte. Dann kämpfe ich mich zur Bank vor. Ich stehe nun direkt vor einem hüfthohen Begrenzungszaun und kann mit allen Spielern abklatschen.

Wie auf ein unhörbares Kommando beginnen die Spieler und Unioner ein Lied zu singen. Nicht vier, oder fünf, sondern alle gleichzeitig. „Union du wirst siegen glaub an dich und es wird wahr, die erste Bundesliga ist für uns zum Greifen nah.“

Nach vielen Jahren begreife ich plötzlich: Eine lange Suche wurde soeben beendet. Ich identifiziere mich endgültig mit diesem Verein. Das hat nun auch mein Herz kapiert. Doch ich musste wohl erst hier stehen, um genau das herauszufinden. Mit Inbrunst stimme ich in den Chor ein und schreie die soeben veränderte Strophe in den Abendhimmel: „Die erste Bundesliga ist für uns nun endlich da! …“

Zum Weiterlesen:

Einheit Unnormal von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag, 128 Seiten, 9,90 €

ISBN-13: 978-3751967013

Erhältlich zum Beispiel bei Amazon

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Und hier noch Bewegtbilder:

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Die Trueman-Story – Die Fussball-WM in Brasilien 2014

24. Dezember 2019 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog, EINHEIT UNNORMAL

trueman-3Was für ein WM-Halbfinale! Ob man es nun im Stadion, auf einer Fanmeile, im Pub oder zu Hause erlebt hat, spielt dabei kaum eine Rolle. Für Millionen Menschen war es das (!) Spiel ihres Lebens – ein kollektiver „Wo-war-ich-damals-Tag“. Wir haben uns zeitlose Erinnerungen erschaffen und ich war beim 7:1 in Belo Horizonte sogar live vor Ort. Da ich etwas vergesslich bin, muss ich meine Gefühle wenigstens für meine Kinder festhalten. Seit zwei Tagen denke ich sogar: Vielleicht kann ich ihnen den Sinn des Lebens anhand eines Fußballspiels erklären.

Zurzeit befinde ich mich wieder in Rio und eines steht fest: die Argentinier sind unglaubliche Fanatiker. Hunderttausende laufen hier durch die Stadt und singen überall – in jeder Straße, an jedem Strand, in jedem Park, früh, mittags und nachts – gemeinsam, dass Maradona viel besser als Pele ist. Die nächste Schmach für die Brasilianer nach dem Deutschlandspiel. Ihre südlichen Nachbarn sind nicht immer ganz fair, aber – objektiv gesehen – schon jetzt Fan-Weltmeister!
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Doch wer ist schon immer fair? Die deutschen Fans etwa? Als wir nach dem Spiel die gebückten Gegner im Mineirão-Stadion nachstellten? Haben wir das gemacht, weil brasilianische Fans nach dem 5:0 in unseren Block gestürmt sind und begonnen haben, uns ins Gesicht zu schlagen? Das glaube ich nicht. Ich weiß nicht einmal, ob es der (mit viel mehr Deutschen besetzte) Oberrang mitbekommen hat. Die Bullen schritten ein und riegelten ab. Erst zwei Stunden nach Abpfiff durften wir das Stadion mit gehörigem Polizeischutz verlassen. Die Tracht Prügel wurde den Einheimischen auf dem Spielfeld verabreicht.
Die Rückfahrt mit meinen brasilianischen Freunden war sehr ruhig. Nein anders: es herrschte Grabesstille. Um genau zu sein, wurde mit mir fünf Stunden lang gar nicht geredet. Zu tief saßen Schock, Scham und Schmerz. Auch ich wagte es nicht, nur ein Wort über das irrationale Spiel zu verlieren. Trotzdem war es für mich einer der größten Momente dieser WM. Genau der Kontrast war es, der das soeben Erlebte unwirklich erscheinen ließ.
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Diese unbändige Vorfreude an jenem Tag ist schwer zu beschreiben. Es überhaupt geschafft zu haben, ins Stadion zu gelangen und die vielen Umarmungen nur deshalb, dabei sein zu dürfen. Vielleicht lag es auch daran, dass sich beide Seiten ihres Sieges sicher waren. Die überheblich lächelnden Brasilianer mit ihren Neymar-Pappmasken oder wir mit ausgebreiteten Armen, wie die Schwingen eines Vogels, im arroganten Glauben, die Herrscher der Fußballwelt zu sein. Bis heute habe ich meinen Freund Mauro nicht gefragt, wohin er sich nach dem 4:0 verkrümelt hat. Hat er das Spiel zu Ende gesehen? Hat er hemmungslos geweint, wie dieser Junge mit der Brille auf der Videoleinwand? Kann er unsere Gesänge jemals vergessen?
Und wir haben gesungen: „Oh wie ist das schön“ und „Ohne Deutschland wär hier gar nix los“ und „Finale oho“ und „Einer geht noch rein“ und „Auswärtssieg!“ und „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ und „Rio de Janeiro oh-oh-ohoho“. Doch als wir das Lied sangen, wie denn wer nun genau geht, war kein einziger Brasilianer mehr im Stadion. Ich habe mich gebückt und mit geballten Fäusten mitgemacht. Unwohl habe ich mich dennoch gefühlt.
Schon Wochen vor dem Spiel war klar: wir sind richtig gute Freunde und vor dem Anpfiff hat sich dieses Gefühl noch verstärkt. Während des 7:1 ging etwas kaputt und es tat auch mir weh. Das Wort Mitgefühl ist für das brasilianische Jahrhundert-Drama unzureichend. Die Geschichte des Landes, nicht nur die des Fußballs, war in 90 Minuten eine andere geworden. Das merkte ich nicht erst, als ich zögerte beim besagten Lied mitmachen. Aber warum tat ich es dennoch? Wer bin ich?
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Beim Brettspiel daheim bin ich ein fürchterlicher Gewinner. Ich koste den Sieg aus und versuche vor allem Mitspieler, die unbedingt siegen wollten, danach zu ärgern. Es macht mir gerade deshalb Freude, weil ich weiß, wie schlecht ich selbst verlieren kann. Es ist ein Spiel und es endet erst dann, wenn man sich wieder besinnt, was wirklich wichtig im Leben ist.

Im Stadion, auf den Fanmeilen und vor den Bildschirmen gab es viele gute Gewinner und Verlierer. Ich sah in Belo Horizonte einige schlechte. Charakterisieren diese also den brasilianischen Fußballfan? Nein! Sie beschreiben lediglich einige Idioten, die zugeschlagen haben. Ich glaube nicht an den Deutschen oder den Brasilianer. Ich glaube nicht einmal an Grenzen. Wenn ich könnte, würde ich sie ignorieren. Mauern wird es immer irgendwo geben – sie werden nur ständig schmaler – nicht zuletzt durch das Reisen, das Kennenlernen, die Späße, das gegenseitige Sich-auf-die-Schippe-nehmen und durch den Fußball!
Wie sich das äußert, wurde schon in Recife deutlich: Deutschland gegen die USA. Man muss vorab sagen, dass der gegnerische Fan kein gewöhnlicher US-Amerikaner ist. Soccer ist in den USA eher eine Randerscheinung. Wer dort Fußball spielt, ist meist auch Rebell. Oft wird das Spiel in den Staaten allerdings auch als Mädchensport bezeichnet.
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Wo wir bei der Frage sind, wofür stehen Mädchen? Was ist ein Mädchensport? Rennt eine Frau anders? Wirft sie anders? Anatomisch gesehen hat das weibliche Geschlecht in der Regel weniger Kraft, obwohl ich da nur bedingt zustimmen kann, wenn ich meine Art, krank zu sein, mit der meiner Frau vergleiche, ganz zu schweigen von den Geburten unserer drei Kinder.
Meinen Töchtern werde ich zeigen, wie man schnell rennt, wie man effektiv wirft, wie man gewinnt und wie man verliert. Und ich werde meinen Kindern beibringen, nicht zu fallen wie Arjen Robben. Aktionen, wie jene im Spiel gegen Mexiko, wo er in der letzten Minute wie ein Sack Mehl einfach umfiel, machen den Fußball kaputt und sind der Grund für das Unverständnis an diesem Sport in den USA. In meinen Augen gibt es nichts Schlimmeres, als ein Spiel so zu gewinnen. Und es gibt nichts Größeres als einen Sportler, der seinem Gegner fair gegenübertritt. Das hat mir mein Vater früh beigebracht. Ich mag es wie Robben Fußball zelebriert, aber seine Schwalben sind Momente, wo ich mich für diesen Sport fremdschäme. Damit kann ich mich nicht identifizieren. Welche Botschaft wird damit Nachwachsenden vermittelt? Soll eine Welt voller Kinder mit aufgeblasenen Egos einfach umfallen und brüllen: „Elfer!“? Fußballer haben die Verantwortung, sich gerecht zu verhalten. Sein Ego ablegen zu können, ist die allergrößte Kunst im Leben.

Die Deutschen spielten nach dem 5:0 unfassbar seriös und fair. Sie verarschten die verängstigten Gegner nicht noch mit sinnlosen Übersteigern. In der zweiten Halbzeit wurden sie dafür vom brasilianischen Publikum mit „Olé-Rufen“ bedacht. Aber nur bis Schürrle eingewechselt wurde. Der hielt sich nicht an die Anti-Demütigungs-Taktik, sondern freute sich diebisch über seine Tore zum 6:0 und 7:0. Der Block stimmte: „Ihr seid nur ein Karnevalsverein“ an. Unfair, oder einfach nur lustig in Gedenken an Mertesackers Wutausbruch nach dem Achtelfinale?
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Womit ich auf die US-Boys zurückkomme. Als viele Deutsche im Stadion in Recife brüllten: „U are gay. U are gay.“ in Parodie auf „Uuu-S-Aaa, USA“, begannen deren Supporter einfach zu rufen: „We are gay. We are gay.“ Selten hat mich eine Schar Fußballfans mehr beeindruckt. Der Soccer-Fan ist anders, er ist besonders, er ist weiter. Hätten wir das gesungen? Nein! Zu so einer schrägen Begeisterung und coolen Antwort sind Nicht-Amerikaner kaum in der Lage.
Wenn mir mein Sohn eines Tages sagen sollte, er sei schwul, dann würde ich mich ärgern, keine Enkel von ihm zu bekommen, aber enttäuschen könnte mich das nicht. Ich würde die ersten Tage einige schlechte Witze machen, die jedem Homosexuellen unglaublich auf den Wecker gingen und es dann aber gut sein lassen. Hauptsache er bleibt mein Junge. Nein: Hauptsache er ist glücklich. Das möchte ich wenigstens einmal festhalten – bevor ich es vergesse – denn ich fühle mich gerade so lebendig wie noch nie und spüre: jeder Tag sollte eigentlich ein „Wo-war-ich-damals-Tag“ sein.
Vielleicht werden meine Kinder irgendwann einmal erzählen, dass ihr Papa am 8. Juli 2014 beim 7:1 in Belo Horizonte im Stadion live mit dabei war und versucht hat, ihnen den Sinn des Lebens anhand eines Fußballspiels zu erklären.
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Doch so harmonisch wird diese Story leider nicht enden, denn nur wenige Monate später musste ich diese Zeilen von meinem Freund Trueman lesen: „Ich habe Krebs und mir steht erneut eine Chemotherapie bevor, die es diesmal in sich hat. Mit 26 verspürte ich einmal den Gedanken, falls es jetzt vorbei ist mit dem Leben, dann war es wenigstens bisher fantastisch. Ich hatte bereits so viel erlebt und ein derart freies Leben gehabt, dass ich zufrieden sein konnte. Das ist heute, sieben Jahre später, anders. Ich darf nicht sterben. Ich habe drei Kinder, eine Frau und Verantwortung. Verantwortung, am Leben zu bleiben und meine Hauptaufgabe ist es, Teil dieser Familie zu sein. Der Tod ist keine Option!


Wenn man tot ist, kann man nicht mehr Teil dieses Lebens sein. Soll ich also meinen Kindern einen Brief schreiben, bevor es nicht mehr geht? Was kann darin stehen? Sollen es Zeilen sein, die ihnen auf Augenhöhe im Erwachsenenalter begegnen? Weisheiten aus meinem Leben? Nein: Ich glaube wichtiger ist es, ihnen von unserer gemeinsamen Zeit zu berichten, denn sie sitzen immer gebannt da, sobald man von Erlebnissen erzählt als sie noch kleiner waren. Wie ist unser Leben aktuell? Welche Beziehung haben wir zueinander? Dinge, über die man sich viel zu selten Gedanken macht. Ist es meine Pflicht diesen Brief zu schreiben? Meine jüngste Tochter wird sich an ihren Vater nie erinnern können. Mein Sohn, gerade vier, wird Bruchstücke aus dieser Zeit mitnehmen – meine Große (5) vielleicht ein paar mehr. Doch alles was vor dem siebten Lebensjahr passiert, wird in der Masse an Eindrücken Platz für Neues machen. Für mich ist das gerade ein äußerst schrecklicher Gedanke.“

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Mit diesen Sätzen eröffnete Trueman damals sein Online-Tagebuch und fast jeden Tag schaute ich hinein – selbst an Tagen, wo ich wusste, dass aufgrund seines Zustandes nichts Neues zu erwarten war. Ich hatte die Hoffnung, lebensbejahende, oder eben auch krasse Texte vorzufinden – Hauptsache er lebt noch! Irgendwann war zumindest klar, dass sich mein Freund die Frage: „Muss ich diesen Brief schreiben?“ nicht mehr stellte – er hatte ja bereits damit begonnen.

Vergesslichkeit gilt gemeinhin als eine niedliche und schrullige Eigenschaft, doch das ist sie in meinen Augen nicht! Zu viele Menschen vergessen dabei schlichtweg, wie sie ihr Dasein verbracht haben. Daher empfinde ich es als Pflicht eines jeden, einen Lebensbericht abzulegen. Das können Fotoalben, Tagebuch-Einträge, Blogs oder eben auch Briefe sein. Wie sehr ärgere ich mich darüber, dass dies meine Vorfahren nur unzureichend getan haben, denn viel zu oft habe ich mich gefragt, wer bin ich, woher komme ich – wer wart ihr?

Sterben ist Scheiße und mit Anfang Dreißig umso mehr – das steht fest. Dennoch setzen sich zu wenige Leute mit dem Tod auseinander – leben vor sich hin, als ob es ihn nicht gäbe. Sie verdämmern kostbare Zeit scheintot vor der Glotze oder einem Handy, verbringen als Büroleiche Urlaube auf Balkonien, verhausschweinen oder saufen sich täglich ins Koma, um den Trübsal des Alltags zu vergessen.

Der weltoffene Trueman gehörte nie zu einer dieser Kategorien und hatte in jungen Jahren schon mehr erlebt und gesehen als manch 90jähriger im ganzen Leben. Am liebsten hätte ich mich an sein Krankenbett gestellt und mit einem Aufnahmegerät all das – nicht nur für seine Kinder – aufbewahrt, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Aber nun hatte er ja von sich aus angefangen, zu schreiben. Sein zweites Leben begann, als er begriff, dass er nur eines besaß.

„Fick dich Krebs, Fick dich einfach selbst!“ Mit diesen Worten endete sein Tagebuch …

…aber nein: diese Geschichte darf kein tragisches Ende nehmen, denn ich habe den Anfang des Satzes unterschlagen: „Morgen nach dem Arztbesuch weiß ich, ob ich mir abends einen hinter Binde kippen kann und angetrunken herausschreien werde: Fick Dich Krebs, Fick dich einfach selbst!“

Oh ja: Du warst an jenem Tag betrunken und glücklich und verfickt nochmal geheilt. Um all die schrecklichen Erfahrungen beneide ich dich nicht, aber seit jenen Tagen um deine Kraft, deinen Optimismus, deinen Mut, deine Kinder und bis ans Lebensende um dieses Ticket beim WM-Halbfinale 2014 in Brasilien.

Auch das habe ich nicht vergessen, mein Freund!

Zum Weiterlesen mit Union-Bezug:

EINHEIT UNNORMAL

von Mark Scheppert und El Rubio

BoD-Verlag: 128 Seiten; 9,90 €

ISBN:  978-3751967013

Erhältlich z. B. bei AMAZON

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