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Vor uns die Sintflut – ein Thailand-Urlaub

30. Juli 2015 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog

Landunter im DorfWir waren zwei Wochen durch das fantastische und abenteuerliche Laos gereist, hatten Thailands Hauptstadt Bangkok und die alte Königsmetropole Ayuttahya bestaunt, doch für die letzten Tage der Reise mit unseren Freunden hatten wir uns noch etwas anderes verdient – Badeurlaub! Da wir es nicht so touristisch wollten, einigten wir uns auf einen kleinen Ort an der Ostküste des Landes, Ban Krut. Kilometerlange, feine Sandstrände, kleine lauschige Bungalows und kaum Touristen – ein Bilderbuch-Paradies. Und dies alles auf der vor Tsunamis sicheren Seite des Königreiches.

Die Anfahrt dauerte natürlich viel länger als gedacht, aber mittlerweile tickten unsere Uhren auch schon gemächlich asiatisch. Über Bangkok fuhren wir im 3.-Klasse-Waggon Richtung Süden. Durch die Hauptstadt ratterte die Bahn mit etwa 22 Kilometern pro Stunde, so dass wir fast zwei Stunden Zeit hatten, auch mal die hässliche, ärmliche und heruntergekommene Seite der Glitzerstadt zu sehen.

In Bang Saphan kamen wir um 20.30 Uhr an. Dort standen etliche Motorradtaxis vor dem Bahnhof, die uns ins 25 Kilometer entfernte Ban Krut hätten bringen können. Wir feinen Europäer zogen es natürlich vor, zu sechst plus Fahrer im einzig vorhandenen normalen Taxi dorthin chauffiert zu werden. Ich saß auf dem Beifahrersitz, Tesse, Jenna und Troppa saßen hinten und zwei Rucksäcke lagen auf ihnen, Sylvie und ein weiterer Rucksack hockten “bequem” auf meinem Schoß, im Kofferraum war der Rest des Gepäcks und natürlich der wagemutige Jay. Nach dem Trip spürten wir unsere Beine zwar nicht mehr, dafür hatten wir wahrscheinlich jeder 50 Cent gespart, viel gelacht und hervorragende Urlaubsstimmung. Vor Ort buchten wir traumhafte Bungalows und genossen, in Vorfreude auf die nächsten Tage, den lauen Novemberabend. Doch gegen 23 Uhr begann es fürchterlich zu regnen.
Monsunartige Regenfälle
Am nächsten Tag versuchten wir die wunderschöne Anlage mit Hängematten, riesigem Pool und vor allem direkten Meerzugang – natürlich, wie erhofft, mit weißem Sandstrand unter Palmen – zu genießen. Leider regnete es mit kurzen Unterbrechungen monsunartig weiter. Es kam also dementsprechend sehr wenig Beach-Feeling auf. An diesem Abend fiel der Strom im Ort komplett aus.

Am darauf folgenden Morgen wachte ich auf, trat vor die Tür der Hütte und war geschockt. Die komplette Anlage stand unter Wasser und es schüttete weiterhin wie aus Eimern. Unsere Bungalows standen zum Glück auf Stelzen, aber in einige Häuser strömten schon die Wassermassen. Knietief wateten wir ins Restaurant zum Klo, denn bei uns ging jetzt weder Strom noch Toilettenspülung – im Restaurant aber auch nicht. Jay stand mit Badehose und Regenjacke vorn am Meer und trank gefrustet ein Bier. Hohe Wellen spülten Geröll, Äste und Kokosnüsse ans Land.
Warten auf Besserung
Irgendwann ließ der Regen ein wenig nach. Mittlerweile wurden richtige Bäume angeschwemmt und irgendwann kamen ganze Schränke, Decken und sogar ein Kühlschrank dazu. Wir dachten sofort, ein Schiff wäre gekentert. Wir holten Teddys, Motorradhelme, Kommoden und Kleidung aus dem Meer. Vielleicht würden wir ja einen Schatz finden! Doch es sollte ganz anders kommen.

Sylvie und Troppa kamen plötzlich ganz aufgeregt auf uns zu gerannt. Sie waren gerade im Dorf gewesen und berichteten etwas umständlich, dass sie sozusagen aus dem “Ex-Dorf” kämen. Der komplette Ort versank dort scheinbar gerade in den Fluten, samt Hütten, Fernsehern und eben Kühlschränken.

Leider – ich muss ja bei der Wahrheit bleiben – liefen wir erst zurück in die Anlage, um unsere Fotoapparate zu holen, anstatt darüber nachzudenken, ob wir nicht vielleicht sofort helfen könnten. Was wir dann in dem kleinen Fischerdorf sahen, war unbeschreiblich und eine wahre Katastrophe. Der Fluss, gestern noch ein winziges Rinnsal, war mittlerweile ein riesiger gewaltiger Strom, der alles mit sich riss, was sich ihm in den Weg stellte. Aber nicht nur das. Auch ringsherum waren sämtliche Häuser, die noch standen, vollkommen überflutet. Viel schlimmer konnte es beim katastrophalen Tsunami vor einigen Monaten auch nicht ausgesehen haben.
Wo ist mein Haus?
Und dennoch: Dafür, dass hier die meisten Menschen ihr ganzes Hab und Gut verloren hatten, nahmen sie es, zumindest nach außen schien es so, ziemlich gelassen und unaufgeregt. Sie schauten eigentlich nur, ähnlich wie auch wir, staunend dem Schauspiel zu. Niemand weinte oder klagte, einige scherzten sogar. Es wurden sofort für die vielen Betroffenen Suppenküchen eingerichtet. Sogar uns bot man lächelnd etwas zu Essen an. Eine wirklich bewundernswerte Einstellung. Das ist Thailand!

In unsere nur minimal höher gelegene Anlage wurden am Nachmittag zwei deutsche Frauen einquartiert. Sie mussten evakuiert werden, da ihre Koffer samt Hotel weggespült worden waren. Mittlerweile war klar, dass durch die Regenfälle ein Staudamm landeinwärts gebrochen war. Ihre Sachen suchten die beiden auch am nächsten Morgen noch vergeblich. Auch wir mussten jetzt schon hüfttief durch den Modder zu unseren Bungalows waten.

Am Abend nieselte es nur noch. Die Brühe um unsere Häuser begann bereits fürchterlich zu stinken, allerlei Viehzeugs, besonders riesige Ochsenfrösche, tummelten sich darin. Jenna war bereits richtig krank geworden. Im Dunkeln saßen wir mit unseren Stirnlampen auf einer trockenen Terrasse und begannen achtzigprozentigen Thai-Whisky zu trinken, “Versiegeln” nannten wir das. “Mit dem Zeug im Körper fangen wir uns keine Krankheiten ein” – so zumindest der Plan. Irgendwann ging es uns dadurch auch ein bisschen besser und wir versuchten ein wenig zu schlafen. Tote oder Schwerverletzte hatte es wohl bisher keine gegeben. Ein wahres Wunder! Am Abend begann der Regen erneut lautstark auf unsere Dächer zu trommeln.

Einige Zeit später wollten wir zum Nationalpark Khao Sok, in den Dschungel des thailändischen Festlandes fahren. Doch wie immer in Thailand verrechneten wir uns mit den Busfahrzeiten und strandeten auf dem Weg dorthin in einem kleinen Örtchen namens Khao Lak an der Westküste des Landes …

Zum Weiterlesen bei Spiegel Online
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Thailand zur Fußball-WM 2014 in Brasilien?

9. März 2012 | von | Kategorie: Blog

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Heute ist es mal wieder an der Zeit, ein paar kurze Sätze zur WM-Qualifikation 2014 zu schreiben. Dass diese in Südamerika längst läuft, haben ja sicherlich einige Menschen bereits mitbekommen – nicht erst nach der bösen Niederlage von Argentinien in Venezuela. Doch auch in Asien stecken sie schon in der dritten Qualifikationsrunde.
Natürlich hatten große Favoriten, wie Australien und Japan, recht schnell die entscheidende vierte Runde erreicht – es gab aber auch Überraschungen. So findet die WM 2014 in Brasilien schon mal definitiv ohne China und Nordkorea statt, was ich nicht unbedingt als großen Verlust bezeichnen würde.

Etwas unerwartet steht Usbekistan in seiner Gruppe noch vor Japan und auch, dass Thailand mit etwas Glück noch weiterkommen kann, finde ich bemerkenswert. Allerdings müssten sie Oman im letzten Spiel schlagen und die Saudis (die Arabischen) müssten zeitgleich in Australien verlieren. Dennoch, alles war möglich!

2005 hatte ich das große Glück, das Fußball-Endspiel der Sea-Games (so was wie die Olympiade Süd-Ost-Asiens) in einer Bar in der Altstadt von Hanoi anzuschauen. Die komplette Bude war bis zum letzten Platz gefüllt gewesen. Vietnamesen jeden Alters, Opas mit filterlosen Zigaretten und die Jüngsten noch in Windeln, wollten das Match verfolgen.
Zwei alte Röhrenfernseher – die mit Zimmerantennen betrieben wurden – an deren Seite jeweils ein Bediensteter abgestellt war, um ununterbrochen daran herum zu fummeln, waren der absolute Mittelpunkt des Geschehens. Es gelang ihnen sogar, für ein halbwegs klares Bild zu sorgen. Manchmal war auch der Ton in Ordnung.

954 Hanoi Straße

Woher die Begeisterung? Im Endspiel standen sich Vietnam und Thailand gegenüber. Um das Ganze überhaupt verstehen zu können, sollte man wissen, dass die Thailänder zumindest in Südostasien als unschlagbar gelten und die Vietnamesen überhaupt noch nie etwas gewonnen haben. Also war schon das Erreichen des Finals eine echte Sensation! Umso begeisterter und engagierter verfolgten die kleinen Leute dann auch das Spiel. Es wurde geschrieen, gejohlt, auf die Stühle gesprungen und geklatscht. Und das, wohl gemerkt, bei jedem einzelnen Ballkontakt, den die Vietnamesen hatten. Ganz egal wohin der Ball danach ging (meistens ins Aus oder zum Gegner). Wir lachten, bis uns die Tränen über die Wangen liefen.

Hat jemand schon mal die Thailändische Fußball-Nationalmannschaft irgendwo spielen sehen? Nein? Genau! Weil die einfach sauschlecht sind. Mein ständiger Kommentar zu Sylvie war: „Oh Gott, was für ein Gegurke!“. Ich konnte kaum fassen, dass ich mit thailändischem Pass vielleicht in deren Nationalteam kicken würde. Beim Gegner wäre ich Stammspieler (und Kopfballungeheuer). Die Vietnamesen schlugen sich übrigens sehr gut und verloren nur mit 0:3, was alle Anwesenden gebührend und ausgiebig feierten!

Vietnam ist leider längst in der zweiten Runde der WM-Qualifikation 2014 gescheitet. Gegen die Fußballgroßmacht Katar. Schade eigentlich…

Thailand

Erster Nachtrag:

Während meines diesjährigen Thailand-Urlaubs kam es dann zum so genannten “Endspiel” um die Teilnahme an der letzten (entscheidenen) 4. Runde der WM-Qualifikation in Asien zwischen der Fußballgroßmacht Oman und Thailand.

Ich hätte vielleicht zu Beginn des Artikels noch schreiben sollen, wer bei den Thais auf der Bank sitzt: Winnie Schäfer! Dit kann ja nüscht werden…
Das Spiel ging 0:2 verloren, Thailand belegte am Ende aber dennoch einen hervorragenden letzten Platz in seiner Gruppe und die Jungs auf unserer Urlaubsinsel spielten danach am Strand ähnlich gut (oder besser), wie ihre Helden aus der Nationalmannschaft. Nächste Chance: WM 2018 in Russland!

Hier noch der Videobeweis:

Zweiter Nachtrag:

Am 9. März erfuhren nun die verbliebenen 10 Mannschaften, mit welchen Teams sie sich in der entscheidenen letzten Runde der Qualifikation für die Fußball-WM 2014 auseinandersetzen müssen. Die beiden Ersten jeder Gruppe qualifizieren sich direkt für die WM und die jeweils Dritten bestreiten zunächst eine Playoff-Runde, bevor sie gegen das fünftplatzierte Team der Südamerikazone eine weitere Fahrkarte für die WM 2014 ausspielen.

Hier die Gruppen:

Gruppe A:
– Korea
– Iran
– Usbekistan
– Katar
– Libanon

Gruppe B:
– Australien
– Japan
– Irak
– Jordanien
– Oman

Mein Tipp: Korea, Usbekistan, Australien und Japan, bzw. deren Fans sehen wir an der Copacabana 2014. Alle anderen müssen zu Hause bleiben, da auch die Dritten gegen den Fünften aus Südamerika keine Chanche haben werden. Schauen wir mal, denn besonders auf die verrückten Aussies freue ich mich sehr…

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