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Buchvorstellung: „Wir hatten ja nüscht im Osten“ – DDR Alltag

14. Oktober 2016 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog

Mikis WesensbitterViele von Euch haben sich sicherlich schon lange gefragt: Wird es jemals ein besseres Buch über die DDR und das Ostberlin der 80iger Jahre, als das mittlerweile in jeder Schule auf dem Lehrplan stehende Werk „Mauergewinner“, geben?
Die Antwort lautet ja (!), denn Mikis Wesensbitter ist mit „Wir hatten ja nüscht im Osten … nich’ ma Spaß!“ ein echtes Meisterwerk gelungen. Zwar beschreibt er darin nur das berühmte Jahr 1989 in Tagebuchform, dies jedoch mit einer unfassbaren Detailgenauigkeit, Präzision und vor allem so dermaßen lustig, dass man sich diese Zeit manchmal echt zurückwünscht. Aua!

In meinem Fall hat das vielleicht sogar Gründe, da ich drei Jahre jünger bin. Während der Protagonist all die geilen Konzerte der Vorwendezeit mit 20 erlebt hat, in Friedrichshainer Kneipen bis tief in die Nacht versumpft ist und danach durchaus interessante Frauen abgeschleppt hat, war ich eben noch eher ein Junge, der dem „Held“ mit Sicherheit hier und da begegnet ist, aber eben viel uncooler in jener Zeit agierte. Und der blöderweise nur knutschen und fummeln durfte, da ihm die Mädels nicht in die Dreiraum-Wohnung seiner Eltern (mit Brüderchen Benny im selben Zimmer) folgen wollten.

Extrem gelungen finde ich ein Gefühl, welches der Autor vermittelt, nämlich, dass die DDR Scheiße war, aber alles was danach kam (in dem Buch eben nur die kurze Zeit nach dem Mauerfall) noch viel beschissener. Auch für mich waren die frühen 90iger – zumindest was Freunde betrifft – eher ernüchternd. Auf der großen Silvesterparty eines Kumpels am 31.12.1989 war ich Mitternachts plötzlich nur noch von 6 Leuten umgeben, da alle anderen 44 zu „den ganzen Freiheitsidioten“ (Zitat Wesensbitter) ans Brandenburger Tor abgehauen sind. Nach dem Abitur verringerte sich mein Freundeskreis schlagartig um 90 Prozent, da es vielen plötzlich nur noch um die große Kohle (statt die große Freiheit) ging.

Das Buch vermittelt jedoch nicht den ganzen Mist: “In der DDR hielten die Leute viel mehr zusammen, haben viel öfter und besser gevögelt und auch sonst hat alles urst eingefetzt”, denn Mikis beschreibt auch diese traurigen, grauen Sonntagnachmittage, den Stumpfsinn im Alltag und in der Produktion. Und fiese „Stasiratten“ aus Memphis (MfS), die es auszutricksen galt. Aber eben auch Zärtlichkeiten, Gerüche, Gegenden, Freundschaften, Verlustängste, Euphorie. Er skizziert damit ein Land jenseits von Stasiknästen, Jugendwerkhöfen und sinnlosen Fahnenappellen, die es in manchen Köpfen ausschließlich zu geben scheint. Die Wende in Ostberlin 1989 steht eben auch für Punk, Saufen, Ficken und …

Absolute Kaufempfehlung und zwar hier: „Wir hatten ja nüscht im Osten“ bei Amazon

PS.: Am 13.10. war Mikis Wesensbitter bei unserer Lesebühne zu Gast. Gerne würde ich mit ihm mal eine „DDR-Lesung“ machen, denn er ist mir sympathisch (obwohl er „Berliner Pils“ ächtet). Spätestens 2019 – nur 30 Jahre nach dem Mauerfall – bekommen wir das sicherlich hin!
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Rezi zu “90 Minuten” bei Fußballbuch

23. Juni 2011 | von | Kategorie: 90 Minuten Leseproben, Blog

3fbc6f2bbdNunmehr gibt es auch eine erste Meinung zu meinem Buch aus dem tiefsten Westen (der Autor ist Schalke-Supporter).
Seine sehr übersichtliche und informative Seite über Fußballbücher, Filme und mehr heißt: Fussballbuch.wordpress.com

Ich finde seine ehrliche Rezension ansprechend und manchmal habe ich mich mittlerweile auch schon gefragt, ob ich in der einen oder anderen Story nicht mal ein Bier hätte “weglassen” sollen. Nun gut, ich habe das Buch ja in erster Linie für meine Freunde geschrieben und da war ich wohl öfter einmal leicht beschwipst. Und meine liebste Sylvie trinkt ja auch ganz gerne einen….

Die Rezension beginnt folgendermaßen:
“Ein „Ossi“ erlebt direkt nach dem Mauerfall eher widerwillig den WM-Erfolg der Deutschen Nationalelf mit, reist alsbald mit Freunden immer wieder nach Südamerika und nähert sich der Fremde, dem Sport, dem eigenen Land – aber eigentlich hauptsächlich sich. Ein Fußballbuch?”

…und hier kann man sie weiterlesen

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