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Breslauer Lerge – Zurück in der Heimat

28. März 2016 | von | Kategorie: Aktuelles, Alles ganz simpel Leseproben, Blog

Foto: Sportverlag

Foto: Sportverlag


Im Jahr 1953 hatte ich zum ersten Mal das Glück, die Internationale Friedensfahrt als Berichterstatter des Sportechos vom Start bis ins Ziel mitzuverfolgen. Erst zum zweiten Mal war die DDR in das größte Etappenrennen der Welt für Radamateure mit einbezogen worden und diesmal hieß der Streckenverlauf: Prag – Berlin – Warschau. Vom ersten Tag an war es ein einzigartiges Erlebnis gewesen, diesen Tross zu begleiten, doch mit besonderer Spannung sah ich jenem Tag entgegen, an dem wir die Grenze zu Polen überschreiten sollten. Nach nunmehr acht Jahren konnte ich mir endlich ein eigenes Bild von den Verhältnissen in unserem Nachbarland machen und die Stadt besuchen, in der ich einstmals groß geworden war. Natürlich lasen auch wir in den westlichen Gazetten von den schrecklichen Zuständen in den ehemaligen deutschen Ostgebieten und ehrlich gesagt, einigen „Originalberichten“ schenkte sogar ich Glauben.

Sportverlag Berlin

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Am Morgen des 11. Mai überschritt ich also die Neißebrücke, die Görlitz mit dem polnischen Zgorzelec verbindet, und begleitete den Tross in Richtung Wroclaw – meiner ehemaligen Heimatstadt Breslau. Natürlich sah ich einige Ruinen am Straßenrand, beobachtete Menschen, die noch immer damit beschäftigt waren, ihre zerstörten Dörfer und Städte wiederaufzubauen, doch von „Verwahrlosung und unbestellten Äckern in Westpolen“ konnte nun wirklich keine Rede sein. Der erste Eindruck war eher der, dass die polnischen Menschen mit der gleichen Beharrlichkeit wie wir und oftmals in Eigeninitiative versuchten, ein neues Land zu errichten. Bis zum Horizont erstreckten sich goldgelbe Felder und plötzlich tauchte sie auf: die schönste Stadt der Welt.

Privatsammlung Höcker

Privatsammlung Höcker

Ich habe damals alle Berichte über meine Heimatstadt gelesen. Noch im April 1945 – der Krieg war fast überall schon vorbei – wurde hier geschossen. In der „Festung Breslau“ wurde um jedes Haus und jede Straße ein aussichtsloser Kampf geführt – so hatte es die Partei und SS beschlossen. Gauleiter Hanke ließ hunderte Menschen an die Wand stellen und erschießen, nur weil sie sich gegen die sinnlose Zerstörung wandten und womöglich das Wort „Kapitulation“ in den Mund genommen hatten. General Niehoff, der sein Hauptquartier auf der Sandinsel der Unibibliothek aufgeschlagen hatte, ließ all die wertvollen alten Handschriften, Bücher, Stiche und Landkarten in die unweit gelegene Annenkirche verbringen. Wenige Tage später brannte das von einer Granate getroffene Gebäude lichterloh und über 400000 Bücher und Schriften gingen in Flammen auf. Der vor den Toren der Stadt gelegene Flughafen war da schon von den Sowjets eingenommen worden und Gauleiter Hanke ließ das Gebiet zwischen Kaiserbrücke, dem Scheitnitzer Stern und der Passbrücke in die Luft sprengen und platt walzen, um dort eine neue Landebahn zu errichten. Unzählige historische Gebäude wurden in diesem Wahn vernichtet und von diesem Flugplatz startete eine einzige Maschine: die des braunen „Festungskommandanten“ Hanke, der so aus Breslau floh.

Privatsammlung Tix

Privatsammlung Tix

Fast alle Fabriken waren durch die Durchhaltetaktik bis auf die Grundmauern zerstört worden und der Teil der Südstadt, in der sich die Belagerungsfront befand, wurde während der Kämpfe in eine Wüste verwandelt. Die Stadt stand noch immer in Flammen, als die Sowjets die Verwaltung an polnische Behörden übertrugen. Die Zerstörung der Stadt, in der vor dem Krieg noch 630000 Menschen wohnten, betrug 68 Prozent.

Einen ganzen Nachmittag und Abend lief ich wie parallelisiert durch die Straßen und war kaum ansprechbar. Oftmals standen mir Tränen in den Augen, wenn ich nach Gebäuden oder Straßen suchte, die nun einfach nicht mehr existierten.

Doch überall waren auch deutliche Zeichen des Wiederaufbaus zu sehen. Die PAFAWAG-Werke interessierten mich, die ich noch aus der Zeit vor dem Krieg als „Linke & Hoffmann“ kannte. Das Werk für Güterwagons stand mehrere Wochen unter starkem Beschuss und man konnte 1945 sicherlich nicht mehr von einer Fabrik sprechen. Die erste Belegschaft bestand im Juli 1945 aus den historischen „Sieben von der PAFAWAG“. Bei meiner Besichtigung arbeiteten hier schon wieder über Tausend Menschen. Das fast neu errichtete Werk galt als eines der modernsten in Polen, gehörte zu den größten Waggonfabriken Europas und exportierte seine Produkte in die ganze Welt.

Auch für eine Stippvisite meiner alten Wohngegend und der ehemaligen Hydrometer AG, in der ich meine ersten Schritte ins Berufsleben machte, reichte die Zeit.

Privatsammlung Tix

Privatsammlung Tix

Auch dieses Werk war bei den Kriegskämpfen fast völlig zerstört worden und die Nazis hatten den Wasserturm, das Kesselhaus und das Gerätewerk gesprengt. Inzwischen war hier eine Wassermesserfabrik praktisch neu entstanden, die wesentlich moderner und zweckmäßiger anmutete. Auch sie war mit ihrem Produktionsvolumen die größte ihrer Art in Europa. Der Aufbau war in Wroclaw im vollen Gange, denn überall gab es neu errichtete Wohnviertel mit Kinos, Kulturstätten und Krankenhäusern. Mit eigenen Augen konnte ich sehen, wie an der Wiederherstellung der alten Kulturdenkmäler, wie dem weltbekannten Rathaus und dem Dom gearbeitet wurde und dass in der Universität des Landes wieder viel Leben herrschte.

Privatsammlung Tix

Privatsammlung Tix

Natürlich würde die Stadt nicht wie Phönix aus der Asche steigen, doch die Zahl von 400000 Einwohnern, die hier mittlerweile wieder lebten, bewies nachdrücklich, dass es keine „tote Stadt Breslau“ gab. Reinste Propaganda.
Und da waren ja auch noch die Menschen. Das Kriegsende lag gerade einmal acht Jahre zurück, jeder kannte nun die schrecklichen Geschichten über das Warschauer Ghetto oder Auschwitz, doch mit welcher Herzlichkeit wir hier empfangen wurden, haute mich schlichtweg um. Überall wimmelte es von begeisterten Jungs und Mädchen, die uns umringten und sogar mich – den Journalistenneuling – nach Autogrammen fragten. Ältere ehrwürdige Herren nahmen uns freundschaftlich in die Arme, sprachen immer wieder von den „guten Nachbarn“ und bildschöne Frauen in schicken Kleidern blinzelten uns zu. Das hatte ich nicht erwartet!
Erstmals begriff ich, dass diese Friedensfahrt nicht nur ein überragendes sportliches Ereignis war, sondern dass sie auch zur Verständigung zwischen den beiden Ländern diente und den Blick für das Neue öffnete.

Sportverlag Berlin

Sportverlag Berlin

Heute – in einem geeinten Europa – ist es für mich als „Breslauer Lerge“ nur noch ein Katzensprung in die Stadt an der Oder und wenn ich den Ring entlanglaufe, bin ich kein Heimwehtourist. Ich bin sogar regelrecht Stolz, dass dieses wunderschöne Wroclaw mit seinen zahlreichen Brücken nun Venedig Polens genannt wird. Die dortigen Bewohner kann man nur beglückwünschen, denn sie haben eine richtig gute Entscheidung bei der Wahl ihrer Heimat getroffen.

Hier gehts zum zweiten Teil von Breslauer Lerge und hier kann man den ersten Teil lesen.

Zum Weiterlesen: “Alles ganz simpel” bei amazon.de

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Du bist Olympiasieger! Olympia 1980 Lake Placid

3. August 2012 | von | Kategorie: Alles ganz simpel Leseproben, Blog, Leseproben

W-1980 Eishockey
Pünktlich zu den Olympischen Spielen 2012 in London gibt es mal wieder einen Auszug aus meinem Buch “Alles ganz simpel”. Im zweiten Teil berichtet mein Opa, wie er die Olympischen Winterspiele in Lake Placid erlebt hat.
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1980 gaben sich die Klassenfeinde praktisch die olympische Fackel in die Hand. Die Winterolympiade fand in Lake Placid/USA im Bundesstaat New York und der Sommer in Moskau, Hauptstadt der Sowjetunion statt.
Die Athleten aus aller Welt wohnten in Lake Placid in Häusern, die nach den Spielen zu einem Hochsicherheitsgefängnis umfunktioniert wurden. Ein Sportler erzählte mir später, dass er sich an keine einzige ruhige Nacht erinnern kann, da es in diesem Neubau ununterbrochen schallte und die Metalltüren der „Zellen“ derart laut ins Schloss fielen, dass man sofort aus dem Schlaf gerissen wurde. Ich weiß nicht, ob der US-Verband, deren Spitzenleute in komfortablen Quartieren außerhalb der Stadt untergebracht waren, damit unsere Siegchancen schmälern wollten oder ob das nur eine lustige Idee gewesen war. Die UdSSR holte übrigens zehn Goldmedaillen, die DDR neun und die USA lediglich sechs. Allein fünf davon gewann ein gewisser Eric Heiden. Er siegte auf allen Strecken zwischen 500 und 10000 Metern im Eisschnelllauf und war neben dem US-Eishockeyteam, das die Sowjets überraschend schlug, der große Star beim heimischen Publikum.
W-1980 Heiden

Am Tag als ich erstmals zur Eisschnelllauf-Bahn fuhr, welche von einer wunderschönen Bergkulisse eingerahmt wurde, hätte ich ihn unter den vielen Startern niemals erkannt. Als ich gerade mit einem unserer Trainer sprach, spielten hinter uns an den Hängen der Berge ein paar Kinder mit einem Erwachsenen „Fangen“ und kreischten dabei lautstark vor Freude. „Das da ist übrigens Eric Heiden“, sagte der Trainer und deutete auf den Mann mit der Pudelmütze in der Kinderschar. „Du, der muss doch gleich laufen!“, antwortete ich irritiert. „Das ist ja das Problem. Der gewinnt auch so!“ Richtig! Viermal mit olympischem Rekord und auf der längsten Strecke sogar mit Weltrekord. Heiden war übrigens auch in anderer Hinsicht ein bemerkenswerter Mensch. In einer Pressekonferenz hatte er, der später auch erfolgreich in Radrennen antrat, verkündet: „Es ist wirklich schlimm, dass bestimmte Leute verlangen, dass die USA die Olympiade in Moskau boykottieren sollen. Ich bin darüber enttäuscht.“
W-1980 Heiden 2

Ein Erlebnis beim Rennrodeln werde ich nie im Leben vergessen. Dettlef Günter, unser Olympiasieger von 1976, galt auch in Lake Placid 1980 als großer Favorit. Tatsächlich führte er nach zwei Läufen deutlich, doch tragischerweise stürzte er im dritten auf der anspruchsvollen Bahn. Er konnte sich zwar wieder aufrappeln und über die Ziellinie fahren, fiel dadurch aber auf Platz neun zurück.

Plötzlich war Bernhard Glass unser aussichtsreichster DDR-Medaillenkandidat. Sein Start war zu Beginn der Spiele noch unsicher, da er sich den Finger gequetscht hatte. In einem internen Ausscheidungsrennen qualifizierte er sich jedoch, startete und lag vor dem vierten und entscheidenden Lauf auf Platz zwei. Es führte mittlerweile der Weltklassemann Ernst Haspinger aus Südtirol in Italien.
Den finalen Lauf wollte ich mir nicht entgehen lassen. Mit Werner Schreier, dem Chefredakteur vom Sportecho, stand ich in der letzten Kurve vor dem Auslauf. Bernhard Glass musste als Erster fahren und ihm gelang eine außerordentlich gute Fahrt, mit der er erstmal in Führung ging. Er nahm seinen Helm ab und stellte sich lächelnd zu uns. Wir gratulierten ihm und warteten gemeinsam auf die kommenden Starter. Dettlef Günther gab noch einmal alles und fuhr eine sensationell gute Zeit im vierten Lauf. Der nächste Rennrodler stürzte.
W-1980 Haspinger
Glass rief neben uns aufgeregt: „Mensch, jetzt ist der Dettlef ja schon Achter“. Der nächste Athlet fuhr langsamer als Glass und Günther und der übernächste stürzte wieder. „Wahnsinn, nun ist der Dettlef ja schon Sechster“, rief Glass glücklich. Und tatsächlich überschlug sich ein weiterer Rennrodler im Eiskanal, bevor endlich der führende Ernst Haspinger an der Reihe war. Für die Goldmedaille hätte er eigentlich nur noch herunterfahren müssen. Bis 150 Meter vor dem Ziel sah es auch gut für den Italiener aus, doch in Kurve 12 riskierte Haspinger zu viel. Sein Schlitten stellte sich in der Einfahrt quer und kippte um. Der Sieg war dahin. Die beiden letzten Fahrer spielten keine Rolle mehr.
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Bernhard Glass sprang neben uns in die Höhe, ballte die Fäuste und brüllte: „Wahnsinn, da ist der Dettlef ja noch Vierter geworden!“ Wir schauten ihn ungläubig an. Werner Schreier tippte ihm auf die Schulter: „Ja Bernhard. Und du bist Olympiasieger!“ Für einen Moment sahen wir, dass er die Information erst mal verarbeiten musste. Dann murmelte er staunend: „Ach ja!“

Hier geht’s zum Ersten Teil (Olympia 1960 in Rom und 1976 in Montreal)

Im dritten und letzten Teil berichtet mein Opa über seine Erlebnisse bei der Olympiade 1980 in Moskau.

Zum Weiterlesen: Alles ganz simpel

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Meine Schwarz-Rot-Gold-Trilogie

10. Juli 2012 | von | Kategorie: Aktuelles

P1000273

Mit dem Buch “Alles ganz simpel” ist meine Trilogie endlich vollständig. Nunmehr werden drei Generationen vor, während und nach dem Mauerfall literarisch eingefangen.

Nach meinem Werk “Mauergewinner”, welches – nicht nur wegen der Auszüge bei Spiegel Online – noch immer gelesen wird, war ich natürlich besonders nervös gewesen, wie der Fußball- und Reiseroman „90 Minuten Südamerika“ beim Leser ankommt.
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Ich hatte das Buch in einer guten Schreibphase verfasst und für mich ging es dabei – obwohl ich das nie zugeben würde – um viel. Entweder: „Das war´s dann wohl mit der Schreiberei“, oder „na siehst du, es geht doch.“
Es ging! Nachdem die freundlich gemeinten Lobhudelein aus dem Freundes- und Bekanntenkreis durch waren, flatterten die ersten Rezensionen ein, und derer nicht zu wenig. Eigentlich möchte ich hier keine Zeitschrift explizit erwähnen, aber dass mein Buch bei 11freunde sehr gut wegkam, war schon saucool.
Etliche, mir vormals größtenteils unbekannte Fußball- und Reisemagazine haben (manchmal auch kritisch) über die „90 Minuten“ berichtet und selbst SPON veröffentlichte wieder eine Leseprobe. Bei Fritten, Fußball und Bier gibt es mittlerweile sogar eine Rubrik unter dem Namen „Schepperts Weltreise“.
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Mein drittes Werk „Alles ganz simpel“ ging dann auch leichter (fast simpel) von der Hand. Im Prinzip ist es ja nur durch den Tod meines Vaters entstanden, da ich mich in der Zeit danach viel mit meinem Opa unterhalten hatte. Insofern ein Glücksfall, denn wer hat schon einen (noch so fitten) 86jährigen Großvater der zudem so viel erlebt hat? Sehr schön war übrigens auch, dass die Aufzeichnungen dazu bei etlichen kühlen Bieren im Paule in Biesdorf entstanden sind – das nenne ich dann mal Schriftstellerleben!
Die Zielgruppe war zwar hier nicht so richtig greifbar, dennoch wurde das Buch in der lokalen Presse bisher ganz gut besprochen und besonders unsere erste gemeinsame Lesung war der Knaller. Volles Haus und richtig gute Stimmung. Heute bin ich froh, dass ich mir die Zeit genommen habe, seine Geschichte niederzuschreiben.
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Parallel dazu entwickelte sich unsere Lesebühne „Die Unerhörten“ nach ein paar Störfeuern prima. Wir hatten erstmals unzählige „Auswärtsspiele“ in anderen Stadtteilen, waren zu Lesungen und im Radio eingeladen. Außerdem gehören wir zu den Nominierten für die Beste Lesebühne Berlins 2011 und treten regelmäßig einzeln in der Feuerwache in der Studiobühne Friedrichshain auf.
Im Mai 2012 erschien unsere erste Kurzgeschichtensammlung unter dem Titel Süß-Sauer bis Schaf.

Hört sich alles toll an, oder? Okay, um ehrlich zu sein: leben kann ich davon nicht – auch wenn der eine oder andere eines meiner Bücher für sich, die Oma, Mutti oder den liebenswerten Freund bei Amazonien oder im Buchhandel bestellt.

Aber die unzähligen positiven Reaktionen haben mir Mut gemacht, in irgendeiner Form weiterzumachen.
Wie, wann und was werde ich noch sehen.

In diesem Sinne
Lasst es scheppern!

Mark S.

(Nachtrag 1: Zu “90 Minuten” habe ich 2012 sogar noch ein Ebook als Nachtrag veröffentlicht: 90 Minuten Update – Was bis zur Fußball-WM 2014 geschah)

(Nachtrag 2: Den “Mauergewinner” gibt es auch in Englisch als “Generation Wall”)

(Nachtrag 3: Douglas Adams sagte einmal in etwa: “Jede gute Trilogie hat mindestens vier Bände!”)

Frühcafé-Talk mit Mark Scheppert (24.01.2012) – TV Berlin Video
Eine Kindheit und Jugend in Breslau während der Weimarer Republik und in Hitlers Reich. Einen mörderischen Weltkrieg und die Kriegsgefangenschaft. Die Gründung und den Aufbau der DDR vom Mauerbau bis zum Mauerfall. All das hat Horst Schubert miterlebt und später seinem Enkel erzählt. Unter einem Pseudonym verfasste dieser das Buch „Alles ganz simpel“ um den Weg vom Hitlerjungen in Schlesien bis hin zum Alterspräsidenten der Linken in Marzahn-Hellersdorf zusammenzufassen. Heute morgen ist der Autor Mark Scheppert zu Gast.

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“Verstehe nur Bahnhof”: DHfK Leipzig – Teil 1

3. Januar 2012 | von | Kategorie: Alles ganz simpel Leseproben, Blog

Foto: H. Hendel

Foto: H. Hendel


Leseprobe aus dem Buch “Alles ganz simpel”
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…der Wunsch nach Freizeitbeschäftigungen war schon in den Nachkriegsjahren sehr groß und so hatten sich Ende 1949 in den Buna-Werken bereits 17 Sportabteilungen gebildet. Dort gab es mittlerweile sogar eine Betriebssportleitung mit vier hauptamtlichen Mitarbeitern. Einer von ihnen sprach mich eines Tages an, ob ich an einem Übungsleiterlehrgang an der Landessportschule teilnehmen wolle. Da ich dafür sechs Wochen freigestellt wurde, war das wie ein bezahlter Urlaub und so ließ ich mich gerne nach Freyburg an der Unstrut schicken.
Da ich mich dort scheinbar nicht ganz dumm angestellt hatte, delegierte man mich direkt im Anschluss zu einem fünfmonatigen Übungsleiterlehrgang, der auf höherem Niveau in Leipzig stattfand. Dieser sollte die Kursteilnehmer zur Hochschulreife führen und zur Vorbereitung der Gründung einer Sporthochschule dienen. Wir waren sozusagen die Versuchskaninchen. Im Anschluss daran wurde ich gefragt: „Willst du denn nun hier studieren oder nicht?“ Wollte ich nicht! Mir gefiel meine Arbeit in den Buna-Werken und höhere Ziele hatte ich mir nie gesteckt.
Foto: G. Hafenberg

Foto: G. Hafenberg

Letztendlich war es mein Vater, der stundenlang auf mich einredete und immer wieder betonte: „Wir hatten nie diese Möglichkeit. Nutze deine Chance!“ Somit gehörte ich im Herbst 1950 zusammen mit 91 anderen Frauen und Männern zu den ersten Studenten an der neu gegründeten DHfK (Deutsche Hochschule für Körperkultur) in Leipzig. Um es vorweg zu nehmen: trotz der wenigen Damen (26) gab es in unserem Studienjahrgang am Ende sage und schreibe 14 Paare und 13 davon heirateten später sogar.
Zwei Dinge änderten sich in meinem Leben als angehender Diplomsportlehrer maßgeblich. Zum einen musste ich nun ins Internat in die Friedrich-Ebert-Straße ziehen und zum anderen begann ich meine verloren gegangene Jugend nachzuholen. Wir hatten allesamt diesen fürchterlichen Krieg und die bitteren Jahre danach erlebt, doch während des Studiums kehrten wir endgültig ins Leben zurück.

Das Studium war für mich überraschend einfach zu bewältigen, wahrscheinlich auch, weil ich es nicht so bitterernst nahm. Natürlich hatten die meisten – wie ich – nur eine achtjährige Volksschulbildung absolviert und die lag oftmals schon Jahre zurück, sodass man sich ans Pauken erst wieder gewöhnen musste. Doch wir verstanden uns alle vom ersten Tag an prächtig und halfen uns gegenseitig, wenn Not am Mann war, aus der Patsche.

Foto: H. Hendel

Foto: H. Hendel

In Leipzig zeigte sich schnell, dass meine vielleicht größte Stärke das Organisieren ist. Ich wurde zum 2. Sekretär der FDJ-Hochschul-Gruppenleitung gewählt, um zusammen mit Günter „Paddel“ Hegewald die Interessen der Studenten zu vertreten. Oftmals mussten wir Hannelore Bänder vom Deutschen Sportausschuss energisch bearbeiten, dass man Studenten, die die Hausordnung mal eigenmächtig außer Kraft gesetzt hatten, nicht bestrafte. Nachtruhe war nämlich bereits um 22 Uhr, doch man durfte sich eigentlich bloß nicht vom Pförtner erwischen lassen und musste am nächsten Tag anwesend sein. Obwohl wir um 6 Uhr von Lautsprechern geweckt wurden und die Vorlesungen zum Teil schon um 7 Uhr begannen, gab es nie Klagen.
Wir verteilten Handzettel, gestalteten Partys und organisierten sogar einen DHfK-Funk, indem wir die Sprechfunkanlage in den Gängen mit einem Radio und Mikrofon koppelten. Günter und Manfred richteten sogar ein eigenes Fotolabor ein und zweckentfremdeten dafür nachts eine Toilettenkabine. Mein Freund Günter war sowieso ein Multitalent, denn er konnte sogar die singende Säge melodisch erklingen lassen, während sie bei mir nur quälende Jammertöne hervorbrachte.

Foto: M. Reichenbach

Foto: M. Reichenbach

Im Russischunterricht verstand zum Beispiel nicht nur Lothar Mosler beim Thema „Woksal“ (Bahnhof) oftmals nur selbigen. Legendär waren seine Antworten, wenn er von Lehrer Georg Franke angesprochen wurde, um etwas zum jeweiligen Sachgebiet zu sagen. Er sagte dann immer „Da.“ (Ja) Der Lehrer: „Geht das auch ein bisschen zusammenhängender?“ Lothar nickte: „Da, da, da!“ Doch auch Franke schmunzelte in sich hinein. Als er uns mal ein russisches Lied beibringen wollte, welches wir nicht kannten, rief er: „Mensch, das grölen die Russen doch immer auf ihren LKWs.“
Weder das Wort „grölen“ war nun noch erwünscht noch „Russen“, da es nur noch im Wortschatz der Westdeutschen vorkam. In der DDR waren es längst die „sowjetischen Freunde“. Erst im Laufe der Zeit verstanden wir, dass der Schorsch (Georg) nur das tat, wozu er beauftragt war: uns die russische Sprache zu lehren. Eine sowjetische gab es nämlich nicht.
Franke war sowieso ein ungewöhnlicher Mann. Einmal nahm er eine Zeitung vom Katheder, zeigte sie uns und sagte: „Dies ist die ‚Prawda’. Das ist in der Sowjetunion das, was früher bei uns der ‚Völkische Beobachter’ war.“
Erst Jahre nach Stalins Tod, ahnte ich, dass er mit seiner krassen Einschätzung der damaligen Parteizeitung gar nicht so falsch gelegen hatte. 1951 bekam er für diese Aussage nur deshalb keinen Ärger, weil ihn niemand verpfiffen hatte. Wir mochten seine direkte Art und die Antwort auf die Frage, ob bei diesem eigenwilligen Lehrer alle den Abschluss erlangt haben, lautet: „Da!“ Manche Mädchen auch nur: „Weil sie immer so gut gerochen haben“, gestand uns Schorsch auf einem späteren Treffen.

Foto: J. Cords

Foto: J. Cords

Im Biologie- und Geografieunterricht galt mein bester Freund Heinz Sachse als Wackelkandidat, der in diesen Fächern zwischen zwei Noten schwankte. Nur diese Studenten wurden mündlich getestet. Es gab also einen Aushang mit den Namen der Prüflinge, doch das Prüfungsfach fehlte. Heinz spekulierte auf Biologie, da er dort ziemlich dicht vor dem Abgrund stand. Er hatte gebüffelt und aalte sich mit uns am offenen Fenster in der Sonne, als die Geografie-Lehrerin vorbeikam. „Na den Herrn Sachse sehen wir ja gleich!“ Wie von der Tarantel gestochen, rannte er aus dem Zimmer und stürmte den Gang entlang. Er hatte Glück und konnte die Lehrerin abpassen. Mit zittriger Stimme erklärte er ihr, dass er lediglich von Mitteldeutschland etwas Ahnung hätte. Vom Titicacasee und Popocatepetl habe er auch schon mal was gehört.
In der Prüfungskommission ergriff sie sofort die Initiative und schickte einige Prüflinge auf eine Reise um die komplette Erde. „So und nun zu Herrn Sachse“, sagte sie irgendwann. „Kommen wir bei Ihnen einmal zu heimischen Gefilden, genauer gesagt zu den mitteldeutschen Gebieten der DDR.“
Es muss eine denkwürdige Geografieprüfung gewesen sein, denn Lothar Mosler korrigierte den Fragesteller aufgebracht, als es darum ging, welche Getreidesorte in einem bestimmten Teil der Sowjetunion angebaut wird. „Nein, da muss ich ihnen widersprechen. In dieser Region wird überwiegend Roggen angebaut! Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.“ Die Weisheiten aus einem Lehrbuch kamen gegen die Lebenserfahrung eines deutschen Soldaten oftmals nicht an. Als ein anderer Schüler bei den höchsten Vulkanen Amerikas stockte, fragte die Geografielehrerin: „Herr Sachse, können sie vielleicht weiterhelfen?“ „Ja, z.B. der Popocatepetl bei Mexiko Stadt.“ Bald wurde nach dem größten Binnensee von Südamerika gefragt. „Da können wir ja sicherlich noch einmal den Herr Sachse fragen?“ „Klar, kein Problem“, antwortete dieser selbstbewusst. „Gesucht ist der Titicacasee zwischen Peru und Bolivien.“ Für Heinz war alles prima gelaufen. In Biologie wurde er nicht mehr geprüft und in Geografie hatte er sich, dank einer herzensguten Lehrerin, sogar um eine Note verbessert.

In Deutsch gehörte Heinz Sachse zu den Besten und da auch ich mit dieser Sprache ganz gut umgehen konnte, hatte uns Studienrätin Dr. Malige ins Herz geschlossen. Viele andere hatten das Volksschuldeutsch fast vergessen und vor allem Probleme mit der Kommasetzung. Uns lobte sie immer als Gegenbeispiel und fragte, wo wir das so gut gelernt hätten. „Ich setze die Kommata eigentlich einfach nach Gefühl“, sagte ich beiläufig. Heinz nickte bestätigend. „Um Himmels Willen“, sagte die Lehrerin. „Aber gut, jetzt habt ihr ja die Regeln gelernt und macht es bitte nun auch danach.“ In der nächsten Arbeit schrieben wir beide eine Vier. Der Text wimmelte nur so vor Fehlern. Frau Dr. Malige bat uns, nach der Stunde kurz zu bleiben. „Setzt die Zeichen in Gottes Namen bitte wie vorher nach Gefühl!“ Und siehe da: danach flutschte es wieder.

Foto: R. Schramme

Foto: R. Schramme

Dann gab es da noch die Abschlussprüfung in Physiologie bei Dr. Kurt Tittel. Der hatte angekündigt, dass er aus den vier Problemkreisen der Physiologie drei Themen für die schriftliche Prüfung auswählen werde, aus denen wir Delinquenten ein uns genehmes aussuchen könnten. Wir waren kühle Rechner: man müsse sich dann ja nur auf zwei Themen vorbereiten. Zum Beispiel Atmung und Blutkreislauf oder Ernährung und Muskel. Im ungünstigsten Fall wäre eines dieser Themen auf jeden Fall mit dabei.
Am Prüfungstag stellte sich Dr. Tittel vor den Pult und erklärte nuschelnd: „Leider sind ja einige Studenten heute nicht anwesend, da sie Wettkämpfe haben. Deshalb werde ich heute nur zwei Themengebiete zur Auswahl stellen, damit für die anderen noch etwas übrig bleibt.“ Totenstille im Saal. Als die Fragen kamen, hörte man einige erleichtert aufatmen. Bei nicht wenigen hingegen wechselte die Gesichtsfarbe von leichenblass in tiefrot. Es waren genau die Themen, die sie nicht gelernt hatten.
Obwohl wir die Toilette nur einzeln und nacheinander aufsuchen sollten, marschierten wir unter dem Vorwand eines „plötzlichen, fürchterlichen Durchfalls“ oder einer „hartnäckigen Nierenerkrankung“ scharenweise aufs Klo, wo sich dann die „Glücklichen“ mit den „Pechvögeln“ trafen. Bei so viel Kameradschaft und auch wegen der wohl gesonnen Einstellung des Lehrkörpers, was die Einhaltung der Toiletten-Vorschriften betraf, konnten am Ende fast alle die Abschlussprüfung in Physiologie bestehen. So gesehen: Eigentlich war alles ganz simpel…
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Cover Alles ganz Simpel-klein

Zum Weiterlesen Buch: “Alles ganz simpel”
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Lesen Sie nächste Woche im zweiten Teil der Leseprobe, wie mein Opa die Praxis an der DHfK erlebte.

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Rückblick in MaHeli zur Lesung am 23.11.2011

6. Dezember 2011 | von | Kategorie: Alles ganz simpel Leseproben, Blog

In der aktuellen Ausgabe 12/2011 von MaHeli gibt es noch einen schön geschriebenen Rückblick auf die gemeinsame Lesung mit meinem Opa im Sportmusuem Marzahn-Hellerdorf am 23.11.2011.
Lediglich, dass es “eine Breslauer Lerge” heißen muss und nicht “ein Breslauer Lerge” möchte ich hier noch anmerken. Sonst ist natürlich alles prima was Sabine Behrens da berichtet.

MaHeli 12-2011-klein1

Außerdem – wie niedlich – haben die Kollegen des Sportmuseums noch eine eigene farbige Collage zu dieser Veranstaltung angefertigt, die ich heute bekommen habe. Scheinbar hat es also auch dem Veranstalter sehr gut gefallen. Vielen Dank nochmals an diese hilfsbereiten und freundlichen Menschen.

Sportmuseum klein

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Rezension “Alles ganz simpel” in joT w.d. 12/11

3. Dezember 2011 | von | Kategorie: Alles ganz simpel Leseproben, Blog

Jot Wd. 12-2011-klein

In der aktuellen Dezember-Ausgabe von joT w.d. – der Bürgerzeitung von Marzahn-Hellersdorf – gibt es eine schöne Rezension von Ralf Nachtmann meines Buches “Alles ganz simpel”.
Übrigens hatte ich das Buch erst ohne Fragen & Antworten geplant und geschrieben (da ich das auch spannender gefunden hätte), aber mein Opa war dagegen, da er sich nicht “selbstbeweihräuchern” wollte (so ist ihm das in der Romanform vorgekommen). So sind es eben ein spannender Dialog mit seinem Enkel…

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Mein Weihnachtsgewinnspiel

1. Dezember 2011 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog

Schwarz-gold-rot
Ab heute (01.12.2011) verlose ich 10 x mein Buch “Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens”. Doch das Gewinnspiel hat einen kleinen Haken:
In meinem aktuellen Werk “Alles ganz simpel” ergeben die (fett und in Versalien) geschriebenen Anfangsbuchstaben der einzelnen Kapitel einen vollständigen Satz. Die ersten zehn Leser, die mir den Satz an:
verlosung@markscheppert.de senden, erhalten kostenlos das Buch “Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens” gesandt.

Viel Erfolg! M.S.

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ALLES GANZ SIMPEL
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Mark Scheppert / Horst Schubert
ISBN 978-3-8423-8046-2
Oktober 2011, 9,95 €
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Pünktlich vor Weihnachten ist mein neues Buch “Alles ganz simpel” erschienen. Damit ist meine „Schwarz-Rot-Gold-Trilogie“ beendet und ich kann mich neuen Dingen widmen.
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„Alles ganz simpel“ beschreibt den außergewöhnlichen Lebensweg meines Opas vom stolzen Hitlerjungen in Breslau zum linken Alterspräsidenten der Bezirksverordenten-Versammlung in Berlin Marzahn Hellersdorf 2011.
Vielleicht hätte ich mit ein bisschen mehr Zeit und Mut eine ähnlich bewegende Familiensaga wie Uwe Tellkamps „Turm“ oder Eugen Ruges „In den Zeiten des abnehmenden Lichts“ schreiben können, da in meinen drei Büchern nunmehr ja auch mehrere Generationen ganz unterschiedlich auf dieses Land vor, während und nach der DDR zurückblicken.
Allerdings muss ich gestehen, dass mein Opa, der mittlerweile im vierten deutschen Staat lebt, mit Abstand die spannendsten Geschichten zu erzählen hat.

Cover Alles ganz Simpel-klein

Hier der Klappentext:

Mein Opa ist ein „Geschichtsbuch auf zwei Beinen“, denn er hat fast ein komplettes deutsches Jahrhundert hautnah erlebt.
Eine Kindheit und Jugend in Breslau (Schlesien) während der Weimarer Republik und in Hitlers Reich. Einen mörderischen Weltkrieg und die Kriegsgefangenschaft. Die Gründung und den Aufbau der DDR mit Jobs als Telegrafenarbeiter in Lübben, Dachdecker in Osternienburg, Hilfsschlosser und Technischer Zeichner in den Buna-Werken.
Ein Sportstudium an der DHfK in Leipzig und den Berufsstart als Reporter der Friedensfahrt für das Deutsche Sportecho. Den 17. Juni und den Mauerbau. Die Zeit als Verlagsdirektor des Sportverlages in Berlin mit Teilnahmen an Olympischen Spielen und Buchmessen. Den Niedergang der DDR, den Mauerfall und den linken Neubeginn in der Bundesrepublik Deutschland.

Das wollte ich unbedingt aufbewahren und teilen.

Schwarz-gold-rot

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Buchpremiere 23.11.11

19. November 2011 | von | Kategorie: Blog

P1030071Obwohl mein neues Buch “Alles ganz simpel” nun schon einige Tage auf dem Markt ist und im Buchhandel bezogen werden kann, freue ich mich besonders, dass nun am 23. November auch eine gemeinsame Lesung mit meinem Großvater Horst Schubert in Marzahn-Hellersdorf stattfindet.
Erstmals kann er dann auch im Gespräch auf den Inhalt eingehen und Fragen beantworten. Das wird bestimmt lustig und ich lade alle Interessierten herzlich dazu ein:

Was: Buchvorstellung & Lesung: “Alles ganz simpel”

Wer: Horst Schubert & Mark Scheppert

Wann: Mittwoch, 23. November 2011, 18 Uhr

Wo: Sportmuseum Marzahn-Hellerdorf
Eisenacher Str. 121 / Ecke Blumberger Damm
12685 Berlin, Tel. Reservierung: 030/56 49 70 32
(neben den „Gärten der Welt“)

Wie: Eintritt frei

Was noch: Lesung und anschließendes Gespräch mit den Autoren

markscheppter11

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Berliner Woche 9.11.2011

Berliner Woche 9.11.2011

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