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Europameister Dänemark? Fussball-EM 1992

20. Januar 2016 | von | Kategorie: 90 Minuten Leseproben, Blog

Icke Schwertfisch
„Wart ihr denn schon im Aztekenstadion?“, brüllt mein Vater in den Hörer. Obwohl ich sofort verneine, plappert er einfach drauflos und erzählt vom EM-Halbfinale, das vor zwei Tagen stattgefunden hatte. Endlich hätten die mal vernünftig gespielt und wären durch das 3:2 ins Finale gegen Dänemark eingezogen. „Häßler und zweimal Riedle“, berichtet er, als ob das für mich eine Rolle spielt. „Danke Alter, aber eigentlich wollte ich euch nur sagen, dass ich gut angekommen bin!“ Erstmals wird mir bewusst, wie gerne mein Vater zur Fußball-WM 1986 nach Mexiko gefahren wäre. Doch den göttlichen Maradona einmal live im Aztekenstadion zu sehen, war ihm nicht vergönnt gewesen. Der Mauerfall kam für ihn ein paar Jahre zu spät.
Mit einem grün-weißen Käfer-Taxi geht es zum Busbahnhof. Auch die Jungs wollten sofort den Pazifik sehen. ‚Gegen Dänemark?’, sinniere ich. ‚Dann werden die jetzt auch noch Europameister. Sollte Beckenbauer also recht behalten, dass die BRD nun auf Jahre hin unbezwingbar wäre.’ Ich entdecke einen Obststand. Viele der exotischen Früchte habe ich noch nie zuvor gesehen. „Ist mir doch scheißegal“, murmele ich vor mich hin. „Was?“, fragt Matze. „Nichts Wichtiges!“
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Ein paar Tage später…
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Es ist 6.20 Uhr als wir die Wohnung verlassen. Wir haben verpennt. „Sag mal, hast du gestern eigentlich alle Touris gefragt, wie Deutschland gespielt hat?“, will Göte im Wagen neben mir wissen. „Mmmh?“, überlege ich mit schwerem Kopf. „Und du hast jeder zweiten Tante ‚Te quiero’ ins Ohr gebrüllt“, antworte ich. Matze freut sich, dass wir uns freuen. „Ich liebe dich“ (Te quiero), „Herz“ (Corazón) und „Aschenbecher“ (Cenicero) können wir neben „drei Bier“ und „Danke“ (Gracias) nun auch schon sagen. Das Finalergebnis der Fußball-EM weiß ich noch immer nicht.

Hunde

An der Marina sehen wir einer Yacht hinterher. Gabriela rennt zum Hafenmeister und über Funk informiert, kehrt das Boot wieder um. Jimmy grinst etwas säuerlich, während Göte und ich sofort unter Deck verschwinden. Verschwitzt wache ich wieder auf und schwanke nach oben. Am Heck herrscht hektisches Treiben. Matze sitzt neben Jimmy auf einem Campingstuhl und umfasst die, im Boden stabilisierte, Angel mit beiden Händen. „Attention! It´s a blue marlin. It´s a big trophy“, brüllt eines der Crewmitglieder aufgeregt. Mit angespanntem Bizeps spult mein Freund die Sehne immer weiter auf, bevor er sich und dem riesigen Fisch eine kleine Atempause gönnt. Jimmy wirkt angepisst. Es ist der erste Biss am heutigen Tag – ausgerechnet an der Angel, die er meinem Kumpel zuvor großzügig angeboten hatte. Matze hat ihn jetzt bis kurz vors Boot herangezogen. Mit dem Speer voraus springt er im Todeskampf immer wieder aus dem Wasser. Sein Oberkörper glänzt kobaltblau, während die Unterseite silbern-weiß schimmert. Ich gehe zu Jimmy hinüber. „This must be the most beautiful fish in the ocean“, flüstere ich begeistert.
Der Speerfisch hat nun das Heck erreicht. Der Typ, der das mit der Trophäe gesagt hatte, springt auf und hämmert ihm mit einer Baseballkeule auf den Schädel. Zu zweit wuchten sie ihn schließlich an Bord. Innerhalb weniger Sekunden verliert das Tier sämtliche Farbpigmente und den Glanz seiner Schuppen. Ein über zwei Meter großer, grauer Fisch liegt vor uns auf den Planken. Ernüchtert setze ich mich zu Abby und Emily, die ihre Leiber mit den Bikini-Titten lasziv auf dem Bug bräunen und beschreibe ihnen meine Gefühle. Doch sie scheinen mich nicht zu verstehen.
An Land verabschieden sich Jimmy, Liz und die Mädels emotionslos von uns und schenken den Marlin der Fischfabrik. Ich weiß, dass wir sie nie wieder sehen werden.
Schwertfisch

Göte und ich wollen noch ein bisschen am Hafen bleiben und lassen die Beine über die Kaimauer baumeln. Auf einer Yacht nebenan läuft „Summer of 69“ von Bryan Adams, als zwei Typen quatschend an uns vorbei laufen. Ich drehe mich um. ‚Das war doch Deutsch!’, denke ich und rufe die beiden zurück: „Wisst ihr zufällig wie das Finale ausgegangen ist?“ Sie scheinen zu verstehen. „2:0“, sagt der eine und fügt hinzu: „Aber Achtung! Für Dänemark.“ Ich schaue an meinen Füßen herab. Das Meer funkelt in der Sonne, wo es gegen die Steine der Mauer schlägt. Exotische Muscheln kleben an den Wänden und bunte Fische sind zu sehen. Was werde ich vom Sommer 1992 aufbewahren? Dass in jener Zeit eine Fußball-EM stattgefunden hatte? Aus dem Radio nebenan erklingt der Refrain „Those were the best days of my life“, doch ich ahne, dass die besten Tage meines Lebens noch vor mir liegen.
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Wieder ein paar Tage später…

Oh Mann, hab ich einen Schädel! Ich lege mir das Handtuch über die Schultern und laufe hinunter zum Strand. Matze kommt mir entgegen und ruft kopfschüttelnd: „Geh lieber nicht weiter, wir haben da gerade eine Leiche herausgezogen.“ Seine Augen sind vor Entsetzen geweitet. Ich schaue mich um. Dulce sitzt schluchzend neben den Hängematten. Christoph hat einen Arm um sie gelegt und versucht sie zu trösten. Auch Xochil läuft barfuss durch das kleine Restaurant und weint. Ich schaue gebannt auf ihre Füße. Am rechten fehlen zwei Zehen. Reste-Knut starrt irritiert auf die vielen stehen gelassenen Teller der Gäste und auf einem Hügel hockt Veronica in sich zusammengekauert. Mit leerem Blick schaut sie an mir vorbei. Wie in Trance laufe ich weiter. Fünf Meter vor mir steht Robert, der mit einem Polizist spricht. Vor ihm liegt etwas im Sand. Doch die Plane ist viel zu kurz, sodass man die Füße und den Kopf mit den vollen schwarzen Haaren erkennen kann. ‚Ist das Göte? Bitte nicht! Scheiße!’ Geschockt bleibe ich stehen. Sein dümmliches „Live fast, die young“-Gequatsche kommt mir in den Sinn. Doch nun erkenne ich das aufgeschwemmte Gesicht. Es ist einer der Einheimischen, mit denen wir gestern gefeiert hatten. Mir wird kotzübel. Wir befinden uns seit acht Tagen in Zipolite. Was war geschehen?

Als wir von Veronica mit „café americano“ geweckt werden, strahlt die Sonne. Sie erklärt uns, dass wir die Nacht in der „Piña Palmera“ verbracht hatten – einer Fürsorgeeinrichtung für wahrnehmungsgestörte Kinder. In unserer Hütte schlafen eigentlich die Studentinnen der Uni von Mexiko City, die hier ihren sozialen Dienst leisten. Heute werden alle nach den Ferien wieder eintreffen. Veronica ist eine von ihnen und auch das überaus erotische Mädchen vom Vortag arbeitet hier. Ein Traum wird Wirklichkeit, denn sie kommt zusammen mit einer Freundin, die einen weißen Bikini und schwarze Gummistiefel trägt, zu uns herüber gelaufen. Veronica stellt sie uns als Dulce und Xochil vor. Die Brüste und der Hintern der Gummistiefelfrau sind fast schon zu gewaltig, um ästhetisch zu sein.
Palmen

Dennoch geht von ihrem prallen Körper und dem zynischen Lächeln, eine gewisse Versautheit aus. Dulce ist sowieso zuckersüß. Schüchtern bedanken wir uns für das rettende Nachtasyl und verlassen die Anlage. Die drei winken uns kichernd hinterher.
Wir durchqueren einen verwüsteten Palmenhain und erreichen Zipolite. Der Ort scheint nur aus hellem Sandstrand, blauem Pazifik, sattgrünen Pflanzen und ein paar Holzverschlägen zu bestehen. Wir laufen zu einer kleinen Ansammlung dieser Bretterbuden, mieten uns ein Zimmer und drei Hängematten am Strand.
Respektvoll beobachten wir die gigantischen Wellen, während unser „Filete de Atun“ zubereitet wird. Zwei langhaarige Kiffer-Typen setzen sich an den Nachbartisch. „Warum ist denn hier keiner im Wasser?“, fragt Matze. Es sind Deutsche und der Kerl mit der Brille erklärt, dass Zipolite in der Sprache der Zapoteken „Strand der Toten“ bedeutet. Besonders dieser Abschnitt ist für gefährliche Rückströmungen und extreme Sogs bekannt. Jedes Jahr ertrinken hier Menschen. „Lauft runter zum Playa del Amor“, endet er freundlich. Am Strand der Liebe könne man nicht ersaufen.
Christoph und Robert kommen aus dem Wedding in Berlin und scheinen in Ordnung zu sein. Obwohl der Mauerfall nun schon über zwei Jahre zurück liegt, hatten wir noch keinen einzigen Menschen aus dem anderen Teil der Stadt richtig kennen gelernt. Ost- und Westberliner waren unter sich geblieben.
Bei einer zweiten Scheibe des fleischartigen Fischs am Abend nähern wir uns langsam an. „Hey Knut, komm mal her!“, ruft Christoph einem völlig verpeilt wirkendem Typen zu, der aus der Ferne auf unsere Teller gestarrt hatte. Obwohl nur ein paar Pommes übrig geblieben waren, stürzt er sich gierig auf die labbrigen Teile und verschlingt sie schmatzend am Nachbartisch. „Jetzt habt ihr auch gleich mal Reste-Knut kennen gelernt“, sagt Robert schmunzelnd. „Der kriegt gar nichts mehr mit. Völlig durch den Wind!“ Der arme Kerl mit dem Rauschebart wäre wohl auf einer Droge hängen geblieben – Meskalin vermutlich – und habe dabei, die Fähigkeit zu Sprechen verloren. Er ist der erste Däne, den wir auf unserer Reise treffen und lebt hier von Speiseresten. Ich rufe hinüber: „Hey Knut, du alte Rinde. Dänemark ist gerade Europameister geworden!“ Er starrt mich mit ängstlichen Augen an, steht auf und verschwindet im Hain der Palmen. Christoph kullert sich eine Tüte und lacht.

Cabo San Lucas

Mein erstes westeuropäisches Reiseziel war Dänemark gewesen. Elli, Göte, Matze und ich hatten im Dezember 1989 am Bahnhof an der alten Anzeigetafel das Reiseziel „Kopenhagen“ entdeckt und spontan entschieden, in den Zug zu steigen. Die Dänen hatten uns mit einer unerwarteten Herzlichkeit und Wärme empfangen und – da wir nur wenig Westgeld mit uns führten – auch mit unzähligen Kronen aus der Patsche geholfen. Allein wegen dieser zwei Tage werde ich ihnen ein Leben lang dankbar sein. Manchmal hätte ich mir sogar gewünscht, dass dieses kleine Land unser Partner bei einer Wiedervereinigung gewesen wäre.

Wir sitzen im Sand unter den Hängematten und mischen Cola mit Bacardi. Robert ist auf das Thema Fußball angesprungen. Er hatte das EM-Finale auf dem Darß an der ostdeutschen Ostsee gesehen und beschwert sich bitterlich bei mir, dass die meisten Leute in der Bar bei den Toren der Dänen gejubelt hätten. „Seid ihr Ossis eigentlich alle bescheuert oder was?“, fragt er mit höhnischem Grinsen. Ich versuche es zu erklären. Viele meiner Landsleute hatten in den letzten zwei Jahren den Bezug zu ihren lokalen Teams verloren. Bekannte ostdeutsche Mannschaften kicken nun in tieferen Ligen und Fankurven wurden von Hooligans übernommen. Die Menschen hatten, wie ich, ihre Identifikation verloren. Millionen Ostdeutsche waren Fans von Dynamo Dresden und Hansa Rostock geworden, nur weil sie die Einzigen waren, die in der Bundesliga spielten. Warum sollten wir also nicht auch für die Dänen jubeln?
In diesem Moment sehe ich etwas Schwarzes mit zwei Scherenbeinen über den Sand krabbeln. Am Ende der panzerartigen Ringe seines Hinterleibes ragt ein sichelförmiger Stachel nach oben. Robert ruft: „Okay, ihr seid bescheuert.“ Ich springe auf, deute nervös auf das unbekannte Krebsding und brülle: „Ja!“
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yeah

Sieben Tage später: Wir hatten unsere Abreise immer wieder verschoben, doch jetzt hängen wir regelrecht fest. Göte, der bereits zweimal durch den Fluss geschwommen war, berichtete, dass die Straßen noch immer unpassierbar wären. Kein Bus, kein Taxi, kein Telefon. Wir versacken im Paradies. Ich liege in der Hängematte, schaue aufs rauschende Meer und denke an die zurückliegenden Tage. Wir hatten viele angenehme Leute getroffen und Christoph und Robert waren zu richtigen Freunden geworden. Mit Veronica, Dulce und Gummistiefel – wie sie nun alle nannten – da sie die Dinger immer trug, waren wir gleich auf die hübschesten Studentinnen der Pina Palmera gestoßen. Fast jeden Abend sitzen wir zusammen am Lagerfeuer, philosophieren über Gott und die Welt und kommen uns immer näher.
Am Ende des Strandes sehe ich Veronica winken und erwache aus meinem Tagtraum. Ich bin am Playa del Amor mit ihr und einigen, der zum Teil auch körperlich behinderten Kindern verabredet. Waren sie mir gegenüber anfangs noch ängstlich und zurückhaltend gewesen, rennen wir nun schon seit Tagen gemeinsam über den Strand und schaufeln kleine Wannen in den Sand, in denen wir stundenlang plantschen. Die kleinen Wesen, mit den schwarzen Knopfaugen, strahlen, sobald sie Vertrauen gefasst haben, eine so ansteckende Lebensfreude aus, dass ich immer ganz traurig bin, wenn wir uns verabschieden müssen. Veronica genießt meine Anwesenheit sichtlich und empfindet scheinbar auch mehr für mich. Sie hatte mir viele Wörter erklärt, indem sie Sachen mit dem Finger in den Sand malte. „Te quiero“ umschrieb sie mit einem Herz, in welchem ein Pfeil in der Mitte steckte. An die Enden zeichnete sie ein „V“ und ein „M“. Doch ich kann ihre Gefühle nicht erwidern. Eine unverbindliche, heiße Nacht, das könnte ich mir vielleicht sogar vorstellen, aber eben nicht mit Veronica. Sie ist ein naives, katholisches Mädchen, viel zu gut und zerbrechlich, um verletzt zu werden.

Veronica
Nach unserem Treffen laufe ich am Strand zurück und entdecke zwei Körper eng umschlungen im Sand liegen. Es sind Dulce und Christoph. Die Traumfrau, die so unerreichbar erschien, gibt sich vor meinen Augen, dem verpeilten, tätowierten, Kiffer-Taxifahrer aus Westberlin hin. Mann, bin ich naiv! Ich laufe zum Restaurant, bestelle Thunfisch und beschließe, mich heute abzuschießen. Reste-Knut grinst, als er sieht, dass ich die Hälfte des Essens liegen lasse und zum Lagerfeuer laufe.
Davor hockt Göte mit ein paar Einheimischen. Sie trinken Mezcal – da bin ich dabei. Auch Robert und Gummistiefel stoßen dazu. ‚Bitte nicht die beiden auch noch’, denke ich kurz, doch die Rubensfrau mit den Riesentitten setzt sich neben mich. Aus den Lautsprechern der Bar ertönt Reggae-Musik und nachdem die ersten zwei Pullen im Sand liegen, kreisen die Joints. Obwohl ich damit sonst immer sehr vorsichtig bin, ziehe ich in kräftigen Zügen, wenn ich an der Reihe bin. Das Zeug ist heftig. Die Gesichter vor mir verschwimmen und die Gespräche werden zu zusammenhangslosen Fetzen. Andererseits sehe ich bestimmte Dinge in überraschender Klarheit. Reste-Knut läuft im Schatten der lodernden Flammen vorbei. Seine Lippen bewegen sich. Er scheint: „Mark, du alte Rinde. Dänemark ist gerade Europameister geworden!“, zu sagen. Das Zeug ist zu heftig!
Mexikobilder-232
Ich lasse mich nach hinten in den Sand fallen, schaue zu den Sternen und spüre eine warme Hand auf meinem Bauch. Ein Schuh aus Gummi berührt meine Wade. Doch jemand ruft: „Hey Scheppi, lass uns baden gehen!“ Göte zieht mich nach oben. Er hatte soeben mal wieder den Mezcal-Wurm verspeist und scheint, wie ich, dicht zu sein. Eine Abkühlung könnte uns nicht schaden. Als ich meine Short ausziehe, beobachte ich, wie Gummistiefel lächelnd meinen Schwanz betrachtet.
Nackt stürzen wir uns in den tiefschwarzen Ozean. Wir sind bereits hüfttief im Wasser und ich bilde mir ein, dass die nächtliche Brandung nun noch viel gewaltiger gegen den Strand donnert. Eine Welle trifft mich mit voller Wucht. Sie wirbelt mich herum und drückt mich zu Boden. Mein Körper wird von einem kräftigen Sog erfasst und als ich den Kopf endlich wieder über die Wasseroberfläche bekomme, habe ich die Orientierung verloren. Ich kann nicht mehr erkennen, wo Horizont und Ufer sind, und rufe in panischer Angst nach Göte. Der nächste Brecher haut mich um. Es fehlt mir die Kraft, mich aufzurichten und ich ahne, dass ich jetzt sterben werde. Die nächste Mörderwelle rollt über mich hinweg. Plötzlich umfasst jemand von hinten meinen Arm. Ich schreie, spüre aber zugleich, dass mir die bärenstarke Hand zu helfen versucht. Meine Füße berühren wieder den Meeresboden und an Land ist ein kleines Licht zu sehen. Zusammen mit Matze falle ich entkräftet in den Sand.
Copper Canon 2

Nach fünf Minuten steht er auf und geht wortlos zurück zu unserer Hütte. Ich bin kurz davor laut loszuheulen, als sich Göte neben mich setzt. Matze, der seit Tagen fiebrig erkältet ist, hatte ihn noch vor mir an Land gezogen. Auch Göte geht schlafen, doch ich brauche noch etwas Zeit für mich. Mit pochenden Schläfen schraube ich den Verschluss der Flasche auf und trinke in kräftigen Zügen. Meine, um den Schnaps geschlungenen, Fingerknöchel werden immer weißer…

– Die hier nun folgende krasse Sexszene gibt es nur im Buch –

…gegen 12 Uhr wache ich auf. Oh Mann, hab ich einen Schädel! Ich lege mir das Handtuch über die Schultern und laufe zum Strand. Matze kommt mir entgegen…

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Fußballweltmeister 2014 in Brasilien

16. Juli 2014 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog

FortalezaOkay, ich habe in meinen “90 Minuten Südamerika” recht behalten: Deutschland ist 2014 Fußballweltmeister geworden. Das wird in diesem Buch für immer – wie in Stein gemeißelt – stehen.
Doch viel wichtiger: Wir haben unsere Träume nicht nur angeträumt, sondern waren tatsächlich live in Brasilien dabei. Es war fantastisch!

Die Widmung im Buch lautete: Du lebst nur einmal im Jetzt und Hier. Genieße den Augenblick …

Ach so. Wer mein Buch “90 Mintuten Südamerika” bisher noch nicht kennt, kann hier einen Einkauf tätigen.

Und für alle, die das noch immer nicht kapiert haben: “Say NO to rasism! Viva Brasil
90 Minuten Rio
Morro

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Machu-Pichu

„90 Minuten Südamerika“ ist eine Art nonfiktiver Coming-of-Age-Roman, in dem der Fußball sukzessive stärker in den Fokus rückt. Schepperts Berichte sind keine abgehangenen Weisheiten, sondern großartig geschriebene Momentauf-nahmen einer riesigen Weltkarte.”
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11 Freunde – Magazin für Fußballkultur, Juli 2011

Südamerika und Fußball. Natürlich war dies mein erster Ansatzpunkt für ein neues Buchprojekt. Ich hatte so viele Geschichten in meinem Hirn gespeichert und könnte sicherlich mit großer Hingabe davon berichten. Nur wie?

Cover 90 mittel

“Fernweh und Fußballfieber garantiert.”
AMERICALATINA – Magazin für Lateinamerika, März 2012

Keinen neuen Reiseführer oder öde Erlebnisberichte in Tagebuchform wollte ich schreiben. Auch ein Werk über die südamerikanische Begeisterungsfähigkeit kam für mich nicht in Frage. Nichts über den besonderen Stellenwert, der diesem Spiel im Lande Pelés und Maradonas beigemessen wird. Etwas Neues, Originelles und Ungewöhnliches sollte entstehen und dennoch ein Buch, das zwei große Leidenschaften meines Lebens vereint: Südamerika und Fußball.

“Ich habe rumgestöhnt, weil ich das Buch verdammt schnell fertig gelesen habe, weil ich es geil fand, und weil ich – dafür verfluche ich dich Mark Scheppert – jetzt unbedingt nach Südamerika will.”
Fritten, Fussball & Bier, Aug. 2011

Klappentext:
„Schon wieder Südamerika? Ich hielt das zunächst für ein typisches Ossi-Ding, bis ich begriff, dass 23-mal hintereinander nach Mallorca zu fliegen durchaus ein gesamtdeutsches Phänomen ist.“

Mark Scheppert nimmt uns mit auf eine einzigartige Reise durch Lateinamerika und lässt uns an einer ganz besonderen Suche teilhaben. Auf seinen abenteuerlichen Trips durch Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Guatemala, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Peru und Venezuela verändert sich in zwanzig Jahren nicht die Welt um ihn herum, sondern auch sein Heimatland. Parallel dazu entwickelt sich eine Beziehung zum Fußball, die 1990 ablehnend beginnt, in jugendliche Schwärmerei umschlägt und in euphorischer Begeisterung mündet.

“Heiss auf die Fussball WM 2014? „90 Minuten Südamerika“ heizt ein.”
Reisemagazin Lateinamerika, Jan. 2012

Die facettenreichen, mal lustigen, mal berührenden Anekdoten lassen Erinnerungen an große Lieben, Freundschaften, Enttäuschungen und Sehnsüchte lebendig werden. Mit einer Sprache, die nicht nach Reiseführer und Merian-Heft schmeckt, versucht Scheppert, den Leser mit dem Südamerika-Virus zu infizieren und ihn auf die Fußball-WM 2014 in Brasilien einzustimmen.

“Blond, deutsch und Fußball-Fan: So zieht man in Paraguay schnell die Blicke auf sich. Besonders dann, wenn man beim 1:0 für die Heimat vor Glück einen ganzen Häuserblock zusammenbrüllt – und dem Gastgeber später bei einer WM im Armdrücken doch noch zum Sieg verhilft.”
Spiegel Online

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90_minuten_cover_kl90 Minuten Südamerika” bei amazon.de


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“Suff, Sex & Nationalmannschaft”
Der Tödliche Pass, Okt. 2011

Rezensionen “90 Minuten Südamerika”:

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Brasiliens Norden: Von Matthäus nach Manaus. Teil 1

27. Dezember 2013 | von | Kategorie: 90 Minuten Leseproben, Blog, Fußball-WM 2014

Pool
Es hieß also von Itaunas, Abschied zu nehmen, von Mauro, Maria, Cassio und so vielen lieben Leuten mehr. Wir verließen gerührt einen Ort, der uns für immer im Leben in fantastischer Erinnerung bleiben wird – nicht nur in Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006.

Um 13.30 stiegen wir in den Bus und bereits um 16.30 Uhr erreichten wir ein Städtchen namens Sao Matheus. Doch dort gab es ein Problem: der Bus für die Weiterfahrt war bereits ausgebucht und der nächste würde erst weit nach Mitternacht fahren. Das bedeutete, dass wir über acht Stunden in einem Ort ausharren müssten, der den Charme von Merseburg Hauptbahnhof hatte, relativ gefährlich wirkte – und vor allem so hieß, wie der in Brasilien so verehrte „Loddar“ mit Nachnamen. Matthäus hätte womöglich gesagt „Sis’ are different exercises. Not only bumm!“ Okay, das Internetcafé, welches wir nach langem Suchen fanden, war trotz der Kiddies, die sich leidenschaftlich irgendwelchen Ballerspielen hingaben, ein „Zeittotschlager“. In aller Ruhe las ich nach, was meine Freunde und die restliche Welt über die soeben beendete Fußball-WM berichteten. Deutschland feierte scheinbar noch immer den dritten Platz – und sich selbst.
Porto Seguro 2

Gegen 20 Uhr kehrten wir in ein räudiges Restaurant ein, um zwei weitere Stunden herumzubekommen, denn gegen 22 Uhr machten sie dicht – mit dem freundlich gemeinten Hinweis, dass es in dieser Gegend viel zu gefährlich wäre, um noch länger geöffnet zu haben. Nun hieß es, drei Stunden auf einem gruseligen Bushahnhof zu sitzen und zu hoffen, dass uns keine Gang anhaut und mit gezücktem Messer freundlich fragt, ob Sie unsere Rucksäcke samt Wertgegenstände mitnehmen dürfen? Wie sagte schon Lothar M.: „I hope, we have a little bit lucky.“ Wir kauften zwei Dosenbier bei einen Mann mit zerknautschtem Gesicht am unbeleuchteten Kiosk – lachten, quatschten und fast pünktlich um 1 Uhr trudelt auch der Bus ein. Wir waren mittlerweile völlig kaputt, sodass uns sogleich die Augen zufielen. „Ein Wort gab das andere – wir hatten uns nichts zu sagen“, flüsterte mir Lothar leise zu.
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Eine Alkoholpassage in Porto Seguro
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Wir befanden uns noch immer in italienischer Hand, denn in Porto Seguro holte uns Mauros Kumpel Rino ab, um uns in seine hübsche Appartementanlage zu fahren. Es war bei ihm zwar etwas teurer, dafür hatten wir ein separates Schlafzimmer, Wohnzimmer und vor allem eine voll ausgestattete eigene Küche. Die riesige Terrasse mit Hängematten gehörte bei italienischen Brasilianern scheinbar sowieso zur Grundausstattung.
Rios Buranhem

Nachdem wir etwas Schlaf nachgeholt hatten, schlenderten wir auf Kopfsteinpflastern durch die gemütliche, bunte Stadt, welche unter anderem dafür bekannt ist, dass dies der Ort war, wo Portugiesen erstmals auf ein Land trafen, welches heute Brasilien genannt wird. Auf den ersten Eindruck mochte man meinen Porto Seguro mit seinen farbenfrohen Häusern im Kolonialstil und einer Straße namens „Passarela do Alcool“ sei eine Touristenhochburg, wo es nachts wie in Mallorca zugehen würde – nur eben rhythmischer – brasilianischerer. Um es vorwegzunehmen: So war es nicht. Porto Seguro ist ein ruhiger, entspannter Ort mit ein bisschen Nightlife in dieser Alkohol-Passage. Ein sicherer Hafen.
Porto Seguro

Es war nun bereits schon Mittag – und eigentlich Zeit für Alkohol. Nein, wir leisteten uns lediglich extrem gutes Eis in einem kleinen Café am Wegesrand. Das Wetter war ein wenig durchwachsen, sodass wir uns nach dem Supermarktbesuch auf unsere eigenen vier Wände, die selbst gemachten Spagetti, das Schnitzel und den ersten Wein seit Wochen freuten. Endlich hatten wir auch Spielkarten gekauft, und beim Rommé zog ich Sylvie sogleich böse ab. Der „Alcohol Walkway“ musste also bis morgen warten.
Wir schliefen sehr lange und merkten somit erst spät, dass draußen fantastisches Wetter war. Sofort packten wir die Badesachen und dackelten zum Fähranleger. Porto Seguro hat zwar auch einige fußläufige Strände, doch „die Hammerbuchten“ sollen auf der anderen Seite der Lagune liegen – erklärte und Rino.
Auf der Autofähre tranken die meisten Passagiere in knalliger Sonne bereits ihre ersten Literflaschen „Cerveca Brahma“ des Tages. Nicht wenige krakelten lauthals irgendwelche Lieder. Ich glaube in Deutschland wäre mir das ziemlich auf den Keks gegangen, doch in Brasilien genoss ich – wie zumeist auf dieser Reise – die ausgelassene Ferienstimmung. Die Bucht mit ihren Fischerbooten und Seglern war außerdem atemberaubend schön.
Rios Buranhem 3

Auf der anderen Seite des Rios Buranhem waren wir uns nicht sicher, ob wir hier schon richtig waren. Da es jedoch dort, wo das Boot angelegt hatte, nicht besonders gemütlich aussah, beschloss ich, in den Bus nach Arraial d‘ Ajuda zu steigen. Sylvie zeigte mir zwar einen Vogel und als wir ankamen, gab ich ihr zunächst Recht, da wir auch dort nicht sofort sahen, wo es zum angepriesenen Strand ging. Dennoch klarte die Stimmung bald auf, als wir auf sandigen Straßen den gemütlichen Ortskern mit der niedlichen Kirche und endlich auch die beeindruckende, langgezogene Badebucht entdeckten.
Arraial d‘ Ajuda

Von einer Hügelspitze – das Arial des eigentlichen Ortes lag auf einem begrünten Berg – sah das türkisfunkelnde Meer mit den vorgelagerten Riffen absolut fantastisch aus. Nach einem steilen Weg bergab bemerkten wir zum wiederholten Male einen ungewöhnlichen Spleen der Brasilianer. Es gab direkt an der Straße zwei große Bars mit unzähligen Stühlen, Liegen und riesigen Boxen aus denen extrem laute Musik erschallte. Und genau dort lagen, bzw. saßen sie – alle! Rechts und links erstreckten sich einsame, kilometerlange Strände mit Schatten spendenden tropischen Bäumen im Hintergrund, doch die Einheimischen hockten alle auf einem Haufen lachten, tanzen und tranken Bier oder Caipirinhas – dabei meist hüfttief im Wasser stehend.
Arraial d‘ Ajuda 3

Nur dreißig Meter weiter sah man dann keine Menschen mehr und der Strand war gut und gerne sieben Kilometer lang. Wir jedenfalls bevorzugten es, abseits der Menschenmassen zu liegen. Allerdings verschwanden auch wir nicht außer Sichtweite, denn vielleicht gab es hier ja irgendein Gefahrenproblem, weshalb die alle zusammen blieben. Somit wurden wir weder überfallen, vergewaltigt, aber auch nicht gestört. Ich fand ein schattiges Plätzchen und das Wasser war, vom Naturriff umgeben, eine übergroße Schnorchel-Badewanne.
Hätten wir nicht vorher so eine tolle Zeit bei Mauro in Itaunas verbracht – hier wären wir definitiv wieder versackt, denn überall im Ort gab es günstige Hotels und Bungalows, Open-Air-Restaurants, Bars und sogar einen Italiener, der einen übergroßen Weltmeister-Pokal aus Pappmasche stolz vor seiner Pizzeria präsentierte.
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Leider mussten wir wegen fehlender Zeit weiter in Richtung Norden düsen. Auf dem Weg zu unserem Apartment kamen wir in Porto Seguro diesmal nicht an der berüchtigten „Passarela do Àlcool“ – ohne ein, zwei Kaltgetränke – vorbei. Ein wunderschöner Tag endete tief in der Nacht auf unserer Terrasse.
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Surfer- und Hippiestadt Itacaré
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Am Bushahnhof sahen wir am nächsten Tag, dass auch Porto Seguro seine Favelas hat. Hier waren es Zelte mit Plastikplanen in denen die arme Bevölkerung hauste. Vor dem umzäunten Areal standen riesige Schilder, die Luxusimmobilien anpriesen. Wie krass!
Nach einer anstrengenden Busfahrt landeten wir um 16 Uhr in Ilhéus. Nach kurzem Grübeln beschlossen wir, noch weiter nach Itacaré zu fahren. Zum einen sollte dieser Ort nur 18.000 Einwohner – statt 220.000 in Ilhéus – haben, zum anderen schwärmten schon einige unserer bisherigen Wegbegleiter von der (!) Surfer- und Hippiestadt Brasiliens.
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In einem vollbesetzen Minibus erreichten wir kurz vor 19 Uhr den angepriesenen Ort und ließen uns, da wir wie immer völlig planlos und ohne Reiseführer unterwegs waren, von einer Schleppertruppe in eine Unterkunft führen. Das Hostel „International“ war furchtbar räudig und die Inhaber besaßen sogar die Frechheit, für ihre verkeimten, dunklen Zimmer, 80 Real pro Person zu verlangen. Zum Vergleich: bei Mauro in Itaunas und Rino in Porto Seguro hatten wir jeweils 40 für die Nacht bezahlt, mit Swimmingpool, Hängematten-Terrasse und kostenlosem Caipirinha-Service.
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Wir überließen das Hostel den zahlreichen europäischen Backpackern und fanden ein ähnlich schlechtes Hotel für die Hälfte des Preises. Das Zimmer war eigentlich gar nicht so übel, aber bereits jetzt brüllten etliche Traveller-Kids ununterbrochen auf dem Hof herum. Der ganze Ort war komplett auf diesen Backpacker-Scheiß ausgelegt, von Hippies und coolen Durchgeknallten jedoch keine Spur. Unzählige Bars, Lokale und Reiseagenturen (für die ganz großen Abenteurer, wie Surfen, Reiten, Kanufahren, Mountainbiking und Rafting) warben um Kundschaft. Vielleicht waren wir auch einfach nur zu kaputt und konnten die laut kreischenden Mädels (die alles „amazing“ und „awesome“ fanden), momentan einfach nur nicht ertragen. Wir aßen eine äußerst lasche Moqueca (Brasiliens sonst so vorzüglichen Fischeintopf), tranken lauwarmes Bier mit Cooler und gingen recht früh ins Bett. Dies hätten wir uns durchaus schenken können, da es bis 4 Uhr nachts unerträglich laut auf unserem Hof und der gegenüberliegenden Straße war. Und bereits früh um 7 Uhr trampelten die ersten Spinner auf ihrem Weg zum Adventuretrip durch die Gänge.
Itacare

Zwar konnten wir nochmals ein wenig pennen; trotzdem waren wir gerädert und vor allem genervt von dem Ort mit seinen äußerst gut gelaunten, lässigen Backpacker-Touristen. Ich versuchte Sylvie zu überreden, einen dreitägigen Surfkurs zu buchen und das bescheuerte Treiben in den Wellen des Meeres einfach zu ignorieren. Als wir im Foyer unsers Hostels jedoch einen äußerst bedrückten Amerikaner kennenlernten, überzeuge auch mich seine Story, dass wir stattdessen schleunigst abhauen sollten.
Dem armen Jungen hatten sie nämlich gestern (in unserem Hotel!), sein komplettes Gepäck aus dem Zimmer geklaut als er sich gerade beim Surfen an einem „lovely beach“ befand. Die Diebe waren scheinbar von außen durchs Fenster in seinen Raum geklettert und hatten sich nicht mal die Mühe gemacht, nach Wertsachen zu suchen. Sie hatten einfach alles komplett mitgenommen: seinen großen und den kleinen Rucksack, natürlich inklusive des Geldes, der Kamera und vor allem seines Passes. Er besaß nun buchstäblich nur noch das, was er am Leibe trug. Bei uns hätte dies wahrscheinlich die Heimreise bedeutet. Der Engel mit dem Engelsgesicht (Sylvie) schenkte ihm daraufhin 100 R$ für die Fahrt nach Salvador.
Danach verrammelten wir unser Zimmer, schlossen die Fenster und gingen für ein paar Stunden an den überfüllten Stadtstrand „Praia da Concha“. So richtig genießen konnten wir die ausgelassene Beachstimmung nun aber nicht mehr. Die Kulisse mit den überdrehten Menschen nervte zusehends. Einen schönen Augenblick gab es dennoch. Als wir auf die Mole gingen, sahen wir eine riesige Meeresschildkröte durchs Wasser gleiten. Die hatte sich wohl leider im Ort geirrt! Der Tag dümpelte vor sich hin und in der Nacht freuten wir uns bereits auf neue, entspanntere Erlebnisse auf unserer Reise durch den Norden Brasiliens.
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Ungewöhnlich früh standen wir auf. Sylvie kaufte Frühstück aus dem Minimarkt während ich die Bustickets holte damit wir keine weitere Zeit verschwenden mussten. Während der Fahrt atmeten wir mehrmals tief durch und genossen die beeindruckend schöne Landschaft. Auf Schotter- und Sandpisten fuhren wir durch tropische Regenwälder, entlang an malerischen Flüssen, sahen spektakuläre Wasserfälle und äußerst idyllisch wirkende Käffer. Ein bisschen ärgerten wir uns nun sogar, dass wir noch immer keinen Reiseführer besaßen, denn hier hätte sich sicherlich ein kurzer Zwischenstopp gelohnt.
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Zum Weiterlesen: 90 Minuten Update

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Confed Cup 2013 Brasilien

11. Juni 2013 | von | Kategorie: Blog

90 Minuten Südamerika

Rechtzeitig vor dem Confed-Cup 2013 und der Fußball-WM 2014 in Brasilien ist mein Buch “90 Minuten Südamerika” erschienen. Es ist ein Reise- und Fußballroman und ein Buch über große Freundschaften, Liebe und die Suche nach dem Glück.

Es war gar nicht so einfach gewesen, nach dem „Mauergewinner“ ein zweites Werk zu verfassen, da man plötzlich viel höhere Ansprüche an sich stellt. Irgendwann habe ich jedoch gefühlt, dass ich meinem Stil und vor allem meiner Sprache treu bleiben muss: Schnoddrig, direkt und offen – gewürzt mit Herzblut und Gefühl. Ob mir das gelungen ist?

Hier könnt Ihr das Buch bestellen und ggf. rezensieren:
90 Minuten Südamerika bei Amazon

Klappentext:

“Schon wieder Südamerika? Ich hielt das zunächst für ein typisches Ossi-Ding, bis ich begriff, dass 23-mal hintereinander nach Mallorca zu fliegen durchaus ein gesamtdeutsches Phänomen ist.”

Mark Scheppert nimmt uns mit auf eine einzigartige Reise durch Lateinamerika und lässt uns an einer ganz besonderen Suche teilhaben. Auf seinen abenteuerlichen Trips durch Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Guatemala, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Peru und Venezuela verändert sich in zwanzig Jahren nicht nur die Welt um ihn herum, sondern auch sein Heimatland. Parallel dazu entwickelt sich eine Beziehung zum Fußball, die 1990 ablehnend beginnt, in jugendliche Schwärmerei umschlägt und in euphorischer Begeisterung mündet.

Die facettenreichen, mal lustigen, mal berührenden Anekdoten lassen Erinnerungen an große Lieben, Freundschaften, Enttäuschungen und Sehnsüchte lebendig werden. Mit einer Sprache, die nicht nach Reiseführer und Merian-Heft schmeckt, versucht Scheppert, den Leser mit dem Südamerika-Virus zu infizieren und ihn auf die Fußball-WM 2014 in Brasilien einzustimmen.

„Blond, deutsch und Fußball-Fan: So zieht man in Paraguay schnell die Blicke auf sich. Besonders dann, wenn man beim 1:0 für die Heimat vor Glück einen ganzen Häuserblock zusammenbrüllt – und dem Gastgeber später bei einer WM im Armdrücken doch noch zum Sieg verhilft.“
Spiegel Online

Und hier noch der Trailer zu “90 Minuten Südamerika”:

Rezensionen:

„90 Minuten Südamerika“ ist eine Art nonfiktiver Coming-of-Age-Roman, in dem der Fußball sukzessive stärker in den Fokus rückt. Schepperts Berichte sind keine abgehangenen Weisheiten, sondern großartig geschriebene Momentaufnahmen einer riesigen Weltkarte. —11 Freunde 116, Juli 2011

„90 Minuten Südamerika“ macht Laune und Lust alles Stehen und Liegen zu lassen, um in den nächsten Flieger nach Übersee zu steigen. —Ingo Braun (Autor „Von Haifa bis Havanna“), Juni 2011

Wie das bei Männern so ist, gibt es jede Menge Abenteuer, der Alkohol steht neben dem Fußball ganz vorn, aber auch die Frauen stehen nicht im Abseits, sondern eher im Mittelfeld oder im Sturm. —Literatwo, Juni 2011

Das Werk ist weder ein Fußballbuch noch ein Reiseführer. Vielmehr ist es eine Liebeserklärung an einen Kontinent, in dem 2014 die Weltmeisterschaft stattfinden wird. —Fussball-Kurve, Juni 2011

11freunde Rezi Scanner

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Anstoß am Anfang

1. November 2012 | von | Kategorie: Blog, Fußball-WM 2014

Anstoss
Heute möchte ich Euch einmal meinen allerersten Artikel vorstellen.
Aus einer Bierlaune heraus hatte ich “einestages” spontan damit angefangen, meine Erlebnisse während der Fußball-WM 2006, die ich ja “leider” in Südamerika verbringen musste, niederzuschreiben. Dass daraus einmal mein Fußballbuch 90 Minuten Südamerika entstehen würde, war damals keinesfalls absehbar, zumal der Text eher holprig daher kommt (und eigentlich auch ziemlich schlecht ist). Aber “Spiegel Online” hat ihn immerhin veröffentlicht, worauf ich damals megastolz war:

Kein Mitleid! Ich hatte meine WM im eigenen Land bereits. Leider auf der falschen Seite der Mauer und im Alter von drei Jahren. Die Anekdote vom Endspiel 1974 geht etwa so: Mein Vater und mein Onkel haben sich im “Schubert-Eck”, Mollstraße, Ecke Hans-Beimler-Straße beim Frühschoppen so dermaßen einen eingeholfen, dass sie beim Finale BRD geben Holland schnarchend bei uns auf dem Wohnzimmerteppich lagen und ich mit Mutter das Spiel allein anschaute. So wurde ich zum Fußballfan.

Ich ging zu Oberligaspielen meines Team, sammelte Fußballwimpel (ich hatte sogar einen von Wismut Aue) und gehe auch heute noch mindestens zwei Mal im Jahr zu verschiedenen Berliner Mannschaften oder zu Länderspielen.

Natürlich kicke ich auch selbst – ein bisschen und mit wechselndem Erfolg. Das Schlimmste allerdings ist, dass ich völlig unnützes Fußball-Fachwissen besitze, das einem im Leben kein bisschen weiterhilft.

Zur WM 2006 in Deutschland hätte ich mit meinem Fußballwissen wohl anerkennendes Nicken oder ungläubiges Kopfschütteln hervorgerufen – aber ich war gar nicht zu Hause. Ich saß schlauerweise in einem arschkalten Anden-Staat, in dem ausgebuddelte Dinosaurier eine größere Bedeutung haben, als runde Leder, die ins Eckige müssen.

In dem bolivianischen Hochgebirgskaff, wo wir das Eröffnungsspiel sahen, hätte ich die vier bolivianischen Kids, die den WM-Auftakt mit uns anschauten am liebsten mit dem Kopf auf den Tisch schlagen. Die saßen vor dem Fernseher in der einzigen Kneipe, in der Fußball lief und sahen aus als würden sie “Sandmännchen” gucken. Ich meine: Für Millionen Deutsche, Europäer aber auch Südamerikaner war es das Spiel der Spiele, einfach nur deshalb, weil das monate-, nein jahrelange Warten vom Endspiel der letzten WM bis zum Wiederanpfiff endlich vorbei war….

Hier geht es zum Rest des Artikels
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O caminho para Brasil

7. September 2012 | von | Kategorie: Fußball-WM 2014

P6250057Der Weg nach Brasilien 2014 – “O caminho para Brasil 2014” – wird also heute erstmals beschritten. Mein sorgenvoller Blick ist sicherlich nicht unbegründet, denn gerade in letzter Zeit hat sich die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Sicher, die Färöer-Inseln sollten nicht das Problem sein, aber das darauf folgende Spiel in Österreich ist immens wichtig. Sollte es gewonnen werden, können wir schon langsam mit der Planung unserer WM-Quartiere beginnen. Allerdings habe ich momentan ein eher ungutes Gefühl…

Nee, dass wir ausgerechnet die Quali zur WM in Brasilien nicht schaffen, steht gar nicht zur Debatte. Es könnte aber durchaus ein langer, holpriger Weg werden – “Um longo trajecto, difícil e com contrariedades”.

Mein Fußballbuch zur WM 2014: 90 Minuten Südamerika

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Rezi von “90 Minuten” bei “5vier.de” aus Trier

28. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog

5vier_logoSeit ein paar Tagen gibt es eine liebevolle und vor allem sehr ausführliche Rezension zu “90 Minuten Südamerika” bei 5vier.de – Dem Onlinemagazin aus, für und mit der Region Trier. Es freut mich natürlich, dass mein Buch unter der Überschrift “Freiheit, Fremdheit, Fußball – 90 Minuten Südamerika” dort in der “Bücherecke des Monats” solch einen prominenten Platz erhalten hat.

… “90 Minuten Südamerika” ist kein Fußballbuch. Zwar zieht sich das runde Leder wie ein roter Faden durch Mark Schepperts Buch, doch die Beschreibung seiner wilden Reisen durch Südamerika beschreiben vielmehr die Erlebnisse eines nach Freiheit und sich selbst suchenden jungen Mannes…

Hier geht es zur vollständigen Rezension auf “5vier.de”

Zwei Tage später erschien dann auch noch ein Interview mit Herrn Scheppert

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Rezi von “90 Minuten” bei Turnhallengeruch

21. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog

Foto: Philip

Foto: Philip


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Seit gestern gibt es eine schöne Rezension von “90 Minuten Südamerika” beim großen Schalke-Fußball-Blog: Turnhallengeruch.
Da ich nicht nur den Namen der Seite lustig finde, sondern auch die Texte sehr gut geschrieben und anspruchsvoll gestaltet sind, lohnt es sich in jedem Fall, dort einmal hineinzuschauen.
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“Besonders Göte ist untröstlich und beschimpft Jenna minutenlang, nur weil der, wie Christian Wörns, aus Scheiß-Mannheim kommt.“

…tja. 1998, WM in Frankreich. Da können wir alle ein Lied von singen. Aus deutscher Sicht war das ganz und gar eine Weltmeisterschaft zum Vergessen. Wo ich beim entscheidenden und letzten Spiel der Deutschen gewesen bin? Gute Frage. Dunkel erinnere ich mich, in diesem Sommer mit meinem Bruder und ein paar Schulfreunden in einem Jugend-Ferienlager gewesen zu sein. Ob ich das Spiel gegen Kroatien auch dort erlebte? Vielleicht…
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Hier geht´s zur vollständigen Rezi unter dem Titel “Testspiel Südamerika”

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Deutschland – Dänemark bei der EM 1992

15. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog

Schwertfisch

…mit dem Speer voraus sprang er im Todeskampf immer wieder aus dem Wasser. Sein Oberkörper glänzte kobaltblau, während die Unterseite silbern-weiß schimmerte. Ich ging zu Jimmy hinüber. „This must be the most beautiful fish in the ocean“, flüsterte ich begeistert.
Der Speerfisch hatte nun das Heck erreicht. Der Typ, der das mit der Trophäe gesagt hatte, sprang auf und hämmerte ihm mit einer Baseballkeule auf den Schädel. Zu zweit wuchteten sie ihn schließlich an Bord. Innerhalb weniger Sekunden verlor das Tier sämtliche Farbpigmente und den Glanz seiner Schuppen. Ein fast zwei Meter großer, grauer Fisch lag vor uns auf den Planken. Ernüchtert setzte ich mich zu Abby und Emily, den Töchtern von Jimmy, die ihre Leiber lasziv auf dem Bug bräunten und beschrieb ihnen meine Gefühle. Doch sie schienen mich nicht zu verstehen.
An Land verabschiedeten sich Jimmy, Liz und die Mädels emotionslos von uns und schenkten den Marlin der Fischfabrik. Ich wusste bereits, dass wir sie nie wieder sehen würden.

Copper Canon
Göte und ich wollten noch ein bisschen am Hafen bleiben und ließen die Beine über die Kaimauer baumeln. Auf einer Yacht nebenan lief „Summer of 69“ von Bryan Adams, als zwei Typen quatschend an uns vorbei gingen. Ich drehte mich um. ‚Das war doch Deutsch!’, dachte ich und rief die beiden zurück: „Wisst ihr zufällig wie das Finale ausgegangen ist?“ Sie schienen zu verstehen. „2:0“, sagte der eine und fügte hinzu: „Aber Achtung! Für Dänemark.“ Ich schaute an meinen Füßen herab. Das Meer funkelte in der Sonne, wo es gegen die Steine der Mauer schlug. Exotische Muscheln klebten an den Wänden und bunte Fische waren zu sehen. Was würde ich vom Sommer 1992 aufbewahren? Dass in jener Zeit eine Fußball-EM stattgefunden hatte? Aus dem Radio nebenan erklang der Refrain „Those were the best days of my life“, doch ich ahnte, dass die besten Tage meines Lebens noch vor mir lagen…

Auszug aus dem Fußball- und Reiseroman: „90 Minuten Südamerika“

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“90 Minuten” nun in der Friedrichhainer Chronik 6/2012

5. Juni 2012 | von | Kategorie: 90 Minuten Leseproben, Blog

Cover 90 KleinRechtzeitig vor der Fußball-EM 2012 ist eine Leseprobe aus “90 Minuten Südamerika” in der Friedrichshainer Chronik, Ausgabe Juni 2012 erschienen.
Das freut mich natürlich besonders, da es ja “mein” Stadtteilmagazin ist. “Kostenlos – und nicht käuflich” – so beschreibt Herausgeber Thomas Heubner die Zeitschrift, welche nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich Monat für Monat überzeugt.

Den Auszug aus meinen Buch “90 Minuten Südamerikahabe ich hier einmal eingescannt:

Fried.Chronik 6.12

Friedrichshainer Chronik

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