Posts Tagged ‘ Fußball-WM 2014 in Brasilien ’

Gott ist Brasilianer – bei Spiegel Online

12. Juni 2014 | von | Kategorie: Blog

495 FahneEs gibt eben doch kein Paradies auf Erden. Das hatten wir während unserer Reise durch Südamerika schon einige Male gedacht. Wir haben zwar viele traumhafte Orte gesehen, die diesem abgedroschenen Begriff ziemlich nahe kamen, aber irgendetwas hatte den Eindruck dann immer wieder getrübt – Ratten im Zimmer, leichte bis mittelschwere Naturkatastrophen oder tödlich giftige Viecher im Meer.

Und jetzt ging es nach Brasilien. Nach all den schlimmen Storys von Raubüberfällen und Morden an Touristen, die man immer wieder hört, dachten wir, dass man sich dort bestimmt die ganze Zeit über unwohl oder sogar bedroht fühlen würde. Deswegen hatten wir Brasilien ursprünglich überhaupt nicht auf unserem Reiseplan. Aber es war Fußball-WM 2006. Und wir mussten einfach ins Land von Pelé und Ronaldo! Mit eigenen Augen wollte ich die gigantischen, feiernden Massen, die mir aus vergangenen Weltmeisterschaften in Erinnerung geblieben sind sehen.

Klar, ein bisschen Schiss hatten wir schon. Es ging nach Rio de Janeiro, zwar angeblich die schönste Stadt der Welt, aber eben auch eine der gefährlichsten. Unsere Beunruhigung stieg nochmals ein wenig, als wir im Internet-Café sahen, dass sich keines der zuvor angeschriebenen Hotels zurückgemeldet hatte. Wir hatten also keine Unterkunft, als wir uns in die Millionen-Metropole aufmachten. Mit einem Taxi fuhren wir zum Flughafen von Foz de Iguazu in Argentinien. Von dort ging unser Flieger nach Brasilien. Unser Flug hatte ganz schön Verspätung. Das bedeutete, dass wir sogar mitten in der Nacht ohne Bettenbuchung in Brasilien ankommen würden. Am Terminal sahen wir noch das erste Tor im Spiel Brasilien gegen Japan. Das schossen allerdings die kleinen Jungs aus Asien. Au weia!

Aber die Stimmung stieg von Minute zu Minute. Endlich im Flugzeug, begrüßten uns äußerst hübsche Stewardessen. Während der Fußball-WM trugen sie stolz das Brasilientrikot – wirklich herzerwärmend. Der Pilot gab dann alle paar Minuten Informationen durch. Allerdings nicht über das Wetter oder die Flughöhe, sondern irgendetwas auf Portugiesisch, das die Maschine jedes Mal gehörig zum schwanken brachte, so sehr jubelten die Passagiere. Beim zweiten Mal haben wir es dann auch kapiert. Insgesamt viermal feierten die Brasilienfans in der Boing 737, Brasilien siegte also 4:1 über Japan. Auch Fußballgenie Ronaldo traf zweimal.

Auf dem Terminal in Rio waren die Menschen dann völlig außer Rand und Band. Es war das letzte Vorrundenspiel, Brasilien hatte sich längst für das Achtelfinale qualifiziert, aber bereits jetzt drehten die Leute durch, als wäre der Cup wieder in der Heimat. Sie drückten uns Dosenbier in die Hand und forderten uns auf, sofort mitzumachen. Der erste, richtige Caipirinha unseres Lebens unter dem Zuckerhut schmeckte dann auch wie das Land – paradiesisch!

Wir hatten uns vorher über Rio im Internet informiert. Von einer Sache wurde von offizieller Seite dringend gewarnt: Am Flughafen sollte man sich auf gar keinen Fall von unbekannten Leuten anquatschen lassen, die sich mit einem das Taxi teilen wollen – auch nicht von anderen Touristen. Man werde dann möglicherweise ausgeraubt oder gar ermordet.

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Anstoß am Ende der Welt – bei Spiegel Online

11. Juni 2014 | von | Kategorie: Blog

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Kein Mitleid! Ich hatte meine WM im eigenen Land bereits. Leider auf der falschen Seite der Mauer und im Alter von drei Jahren. Die Anekdote vom Endspiel 1974 geht etwa so: Mein Vater und mein Onkel haben sich im “Schubert-Eck”, Mollstraße, Ecke Hans-Beimler-Straße beim Frühschoppen so dermaßen einen eingeholfen, dass sie beim Finale BRD geben Holland schnarchend bei uns auf dem Wohnzimmerteppich lagen und ich mit Mutter das Spiel allein anschaute. So wurde ich zum Fußballfan.

Ich ging zu Oberligaspielen meines Team, sammelte Fußballwimpel (ich hatte sogar einen von Wismut Aue) und gehe auch heute noch mindestens zwei Mal im Jahr zu verschiedenen Berliner Mannschaften oder zu Länderspielen.

Natürlich kicke ich auch selbst – ein bisschen und mit wechselndem Erfolg. Das Schlimmste allerdings ist, dass ich völlig unnützes Fußball-Fachwissen besitze, das einem im Leben kein bisschen weiterhilft.

Zur WM 2006 in Deutschland hätte ich mit meinem Fußballwissen wohl anerkennendes Nicken oder ungläubiges Kopfschütteln hervorgerufen – aber ich war gar nicht zu Hause. Ich saß schlauerweise in einem arschkalten Anden-Staat, in dem ausgebuddelte Dinosaurier eine größere Bedeutung haben, als runde Leder, die ins Eckige müssen.

In dem bolivianischen Hochgebirgskaff, wo wir das Eröffnungsspiel sahen, hätte ich die vier bolivianischen Kids, die den WM-Auftakt mit uns anschauten am liebsten mit dem Kopf auf den Tisch schlagen. Die saßen vor dem Fernseher in der einzigen Kneipe, in der Fußball lief und sahen aus als würden sie “Sandmännchen” gucken. Ich meine: Für Millionen Deutsche, Europäer aber auch Südamerikaner war es das Spiel der Spiele, einfach nur deshalb, weil das monate-, nein jahrelange Warten vom Endspiel der letzten WM bis zum Wiederanpfiff endlich vorbei war.

Der Jubel der Massen im Münchner Stadion, die unter die Haut gehende Stimmung bei den Nationalhymnen, das wunderbare Tor von Phillip Lahm – all das war für die hiesigen bolivianischen Zuschauer scheinbar ausgesprochen langweilig und am liebsten hätten sie zu dem japanischen Actionfilm auf Kanal 2 zurückgeschaltet. Dabei bestätigten mir nur Tage später sogar einige Engländer, dass das 4:2 gegen Costa Rica fantastisches Entertainment war. Aber den vier Bolivianern bedeutete das alles gar nichts. So war meine absolut Fußball uninteressierte Freundin Sylvie diejenige, die an meiner Seite am zweitlautesten jubelte.

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Schwarz & Bunt bei Fritten, Fussball & Bier

30. Mai 2014 | von | Kategorie: Blog

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Pascal, einer meiner besten Freunde, ist ein Mischling. Ja, ein Schwarzer, Dunkelhäutiger, Mulatte, oder eben Deutsch-Afrikaner. Er begreift diese Begriffe nicht als Schimpfwörter, da auch er seine Mitmenschen nach Äußerlichkeiten umschreibt. Vor vielen Jahren erzählte er mir mal folgende Geschichte: Bis zum Alter von 8 Jahren realisierte er gar nicht, dass er anders aussah, als die anderen Kinder seiner Klasse. Er sprach dieselbe Sprache (mit urigem Berliner Dialekt), hatte dieselben Hobbys und spielte den Erwachsenen die gleichen Streiche wie alle Kids in seinem Alter. Er duldete keine Einschränkung seiner Freiheit.

Es kam der Tag, an dem ein dunkelhäutiger Onkel über ein Visum aus Westberlin erschien und mit ihm in der U-Bahn zum Alex fuhr. Genau während dieser Fahrt merkte er erstmals, dass mit ihm etwas nicht „stimmte“. Unzählige Passagiere drehten sich nach den beiden um, tuschelten und kurz vor der Endstation zeigte ein Kind mit dem Finger auf ihn und rief laut zu seinen Eltern: „Guck mal, die Negerpuppe kann ja sprechen!“ In der DDR gab es leider ein Spielzeug, das unter dem sinnfreien Namen „Negerpuppe“ in volkseigenen Läden verkauft wurde. Zwei „lebendige“ schwarze Menschen waren in jener Zeit in Ostberlin eine echte Sensation – für das geschockte weiße Kind sicherlich umso mehr.

Neger – ich tue mich heutzutage schwer damit, dieses Wort zu niederzuschreiben, denn ich komme aus einem Land der politischen Korrektheit, in dem man, historisch bedingt, äußerst vorsichtig in seiner Wortwahl gegenüber Andersfarbigen sein muss. Gleichzeitig lebe ich im Land der „Weißen“, in dem unterschwelliger Rassenhass nicht nur theoretisch existiert …
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Fritten, Fussball & Bier

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Die Herren des Strandes auf Spiegel Online 2014

30. Mai 2014 | von | Kategorie: Blog

Frau
Die Fußball-WM 2006 auf deutschem Boden! Es hätte ein bedeutendes Ereignis für mich werden können. Aber nein! Genau zu dieser Zeit befand ich mich mit meiner Freundin auf Weltreise. Das Eröffnungsspiel sahen wir auf einem Miniaturfernseher mit verrauschtem Bild in einem bolivianischen Gebirgskaff und in der einzigen Kneipe, in der Fußball lief. Aber ich gab nicht gleich auf!

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Es wurde dann doch die schönste Reise meines Lebens. Bei den vom Ballfieber infizierten Argentiniern und vor allem in Brasilien wurden wir mit einer unglaublichen Herzlichkeit empfangen. Überall verstand man ohne Worte, dass ich ein verzweifelter Kerl war. Denn schließlich fand die WM in meinem eigenen Land statt, und ich war nicht direkt dabei …

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Matthäus bis Manaus – bei “Fritten, Fussball & Bier”

16. Mai 2014 | von | Kategorie: Blog

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… um 13.30 stiegen wir in Itaunas den Bus und bereits um 16.30 Uhr erreichten wir ein Städtchen namens São Mateus. Dort gab es jedoch ein Problem: der Bus für die Weiterfahrt war bereits ausgebucht und der nächste würde erst weit nach Mitternacht fahren. Das bedeutete, dass wir über acht Stunden in einem Ort ausharren müssten, der den Charme von Weißenfels Hauptbahnhof hatte, relativ gefährlich wirkte – und vor allem so hieß, wie der in Brasilien so verehrte „Loddar“ mit Nachnamen. Matthäus hätte womöglich gesagt „Sis’ are different exercises. Not only bumm!“ Okay, das Internetcafé, welches wir nach langem Suchen fanden, war, trotz der Kiddies, die sich leidenschaftlich irgendwelchen Ballerspielen hingaben, ein „Zeittotschlager“. In aller Ruhe las ich nach, was meine Freunde und die restliche Welt über die soeben beendete Fußball-WM 2006 zu berichten hatten. Deutschland feierte scheinbar noch immer den dritten Platz, und sich selbst.
90 Update
Gegen 20 Uhr kehrten wir in ein räudiges Restaurant ein, um zwei weitere Stunden herum zu bekommen, denn gegen 22 Uhr machten sie dicht – mit dem freundlich gemeinten Hinweis, dass es in dieser Gegend viel zu gefährlich wäre, um noch länger geöffnet zu haben. Nun hieß es, drei weitere Stunden auf einem gruseligen Bushahnhof auszuharren und zu hoffen, dass uns keine Gang anhaut und mit gezücktem Messer höflich fragt, ob sie unsere Rucksäcke samt Wertgegenständen mitnehmen dürfen. Wie sagte schon Lothar: „I hope we have a little bit lucky.“ Wir kauften vier eiskalte Dosenbier Skol bei einen Mann mit zerknautschtem Gesicht am unbeleuchteten gelben Kiosk und versuchten uns eine gewisse Unbekümmertheit einzuschädeln. Besonders Sylvie hatte in diesem Provinznest – erstmals in Brasilien – ein äußerst ungutes Gefühl. Doch fast pünktlich um 1 Uhr trudelte der „Luxusbus“ ein. Mittlerweile waren wir komplett im Arsch, sodass uns sogleich die Äugelein zufielen. „Ein Wort gab das andere – wir hatten uns nichts zu sagen“, flüsterte mir ein Lothar Matthäus leise zu, während wir São Mateus verließen …”
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Hier gehts zum Weiterlesen bei: Fritten, Fussball & Bier
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Und zum Gesamtpaket findet Ihr hier das Ebook
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Die WM-Tickets sind da!

8. Mai 2014 | von | Kategorie: Blog

WM_2014
So gaaanz langsam stellt sich WM-Vorfreude ein. Nee, das war schon ein sehr geiles Gefühl, als die Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gestern tatsächlich im Briefkasten lagen. Zeitgleich wurde das coole schwarz-rote WM-Trikot geliefert – wenn das kein Zeichen ist. Brasilien ich komme, wirklich!
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“Muito riso, pouco siso.”
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… und wer wird Fußball-Weltmeister 2014?

19. März 2014 | von | Kategorie: Blog

Icke

“Scheiß Ostler!”, brüllt Ottmar. Doch sie können ihn nicht hören. Mit zwei Sixpacks Schultheiss sitzen wir auf einem grasbewachsenen Turmsockel der Oberbaumbrücke. Er hatte sie als Erster gesehen, und nun beobachten wir gemeinsam die grölend vorbeiziehenden Idioten. Sturzbetrunken schwanken sie im Zickzack an uns vorbei in Richtung Kreuzberg. Sie brüllen “Deutschland ist Weltmeister!” Zwei der Kerle in Marmorjeans schwenken schwarz-rot-goldene Fahnen. Sie wollen offenbar martialisch wirken, tatsächlich wirken sie eher peinlich und unfassbar dumm. Ich kann nicht glauben, was sie da veranstalten und schäme mich. Für meine Landsleute.

Die Oberbaumbrücke zwischen den Berliner Stadtteilen Friedrichshain und Kreuzberg symbolisiert in diesen Tagen im Sommer 1990 für meine Freunde und mich grenzenlose Freiheit. 28 Jahre lang war es DDR-Bürgern nahezu unmöglich gewesen, über sie in den Westen zu gelangen. Kurz nach dem Mauerfall hatten wir sie für uns entdeckt. Hoch oben auf den verfallenen Stümpfen der Türme haben wir einen phantastischen Blick über die Spree, bis hin zum Hotel “Stadt Berlin” und dem Fernsehturm. Wir können die neugierigen Menschen aus Richtung Friedrichshain kommend und gleichzeitig das bunte Treiben in Kreuzberg beobachten. Der Sonnenuntergang, über dem sich verändernden Berlin, ist hier der schönste in meiner Stadt. Es ist ein magischer Ort.

Der torkelnde Ossi-Mob ist nun schon fast an der U-Bahn angekommen. Doch wir können noch hören, dass sie ein Lied angestimmt haben. “Sind die bescheuert?”, ruft Ottmar, der aussieht, als wollte er sich gleich auf sie stürzen. “Deutschland, Deutschland, über alles. Über alles in der Welt”, schallt es zu uns herauf.

Ich bin kein Deutscher!

Wir hatten die erste Halbzeit des WM-Finales in einer kleinen verrauchten Kneipe gesehen. Deutsche Devotionalien gab es keine, nur vereinzelnd ließen Gäste ihren Emotionen freien Lauf. Einige drückten offenbar den Argentiniern, also Maradona und seinem Team, die Daumen. In der Pause verließen wir die Kneipe und kletterten mit ein paar Bieren auf die Brücke. Die Stadt war wie ausgestorben. Um uns herum eine unfassbare Stille, wie man sie wohl kein zweites Mal an einem Sonntagabend an dieser sonst vielbefahrenen Straße über der Spree erleben würde.

Plötzlich ertönt ein gewaltiger Schrei, der aus Tausenden Kehlen gleichzeitig zu kommen scheint. An der ehemaligen Mauer und den Häuserwänden hallt das Echo sekundenlang nach. Deutschland musste in Führung gegangen sein. Doch die Ahnung lässt mich kalt. Obwohl die Wiedervereinigung in wenigen Monaten bevorsteht und ich mit der DDR schon lange nichts mehr am Hut habe, empfinde ich nichts. Das ist nicht mein Land, nicht mein Team und auch nicht mein Tor. Es ist nicht mein Schrei. Die bundesdeutsche Nationalmannschaft kann mir heute und wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit gestohlen bleiben. Und dieses Deutschland eigentlich auch. Ich bin kein Deutscher!

Statt hier zu hocken, möchte ich lieber reisen und rote Punkte auf eine riesige Weltkarte kleben. Will andere Kulturen kennenlernen, andere Landschaften und Architekturen bestaunen, andere Lebensweisen begreifen lernen, andere Menschen treffen, andere Bier- und Fischsorten testen, andere Musik hören und anderen Sex haben.

Heute ist das große Spiel

Ich drehe mich zu Ottmar, der mir gerade ein neues Bier reicht und sage mit ironischem Unterton: “Weißt du eigentlich, dass heute ein ganz besonderer Tag ist?” Er schaut mich fragend an. “Warum?” Ich erhebe die Flasche und rufe: “Die BRD ist letztmalig Fußball-Weltmeister geworden!” Raketen fliegen in den nächtlichen Himmel. Diese einfachen, billigen: rot, gelb, einige grün. Auch Böller sind nun zu hören. Es ist die Nacht des 8. Juli 1990.
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Zwanzig Jahre später, an einem herrlichen Sommersonntag im Juni 2010, erinnere ich mich noch einmal daran. Ich war mit Steffi in Kreuzberg zum Kaffee verabredet und habe es nun eilig, zurück nach Friedrichshain zu kommen. Auf der Oberbaumbrücke halte ich einen Moment inne. Wie schön sie nur ist, “unsere” Brücke. In den vergangenen Jahren war sie aufwendig renoviert worden. Das rote Gewölbeviadukt mit seinen Türmen gilt mittlerweile als Symbol der wiedervereinten Stadt.

Langsam fahre ich mit meinem Rad über das historische Pflaster durch einen immer dichter werdenden Menschenpulk. Ich blicke über die Spree und überlege, wie viele dieser Gebäude damals anders hießen oder noch nicht standen. Meine Stadt hatte sich verändert und mit ihr auch die Menschen. Vor mir laufen nun Hunderte aufgeregt plappernde Leute. Fast alle tragen Trikots der Nationalmannschaft, schwenken schwarz-rot-goldene Fahnen und haben sich die Gesichter und Arme “deutsch” bemalt. In Vuvuzelas trötend sind sie auf dem Weg in eine der unzähligen Kneipen mit Flachbildschirmen und Leinwänden oder in die “11-Freunde”-Arena. Heute ist das große Spiel, heute beginnt die Fußball-WM 2010 erst richtig. Heute trifft Deutschland im Achtelfinale auf den Erzrivalen England.

Ein Urschrei aus tausend Kehlen

Diesmal trage auch ich das Trikot der Deutschen. Gekauft hatte ich es mir während der WM 2006 und erstmals in Südamerika getragen. Damals hatte ich den Leuten dort zeigen wollen, wo ich herkomme, wo meine Wurzeln sind, wo ich das viele Geld verdient hatte, um durch diesen traumhaft schönen Kontinent zu reisen und vor allem, wem ich die Daumen drückte!

Meine Freunde sitzen schon vor unserer Stammkneipe und albern nervös herum, als ich eintreffe. Wir sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus Nord und Süd, Ost und West. Erst der Mauerfall hatte viele von uns zusammengebracht und fast alle wissen das sehr zu schätzen. Auch einige, mit denen ich noch vor 20 Jahren auf den Turmsockeln gehockt hatte, sind dabei. Wochen vorher hatten wir die Bänke reservieren müssen und mittlerweile kleben sogar kleine Zettelchen mit unseren Namen auf den Tischen. Durch die Straßen schiebt sich noch immer ein unüberschaubarer Strom schwarz-rot-golden gekleideter Fans.

Meine Stadt erstarrt in angespannter Vorfreude. Ein bisschen Herzklopfen, ein leichtes Aufatmen und ein spürbar wohliges Gefühl im Magen: Das Spiel beginnt.

Dann in der 20. Minute: Langer Abschlag von Neuer direkt in den Lauf von Klose. Er enteilt dem englischen Verteidiger und schiebt – fast im Fallen – den Ball über die Linie. Ein ohrenbetäubender Schrei donnert wie eine Lawine durch die Simon-Dach-Straße. Ein Urschrei, aus Tausenden Kehlen gleichzeitig. An den Häuserwänden hallt das Echo sekundenlang nach. Der grenzenlose Jubel lässt mich freudig erschaudern. Ich schaue auf den Bildschirm. Das dort ist mein Land. Es ist mein Team und auch mein Tor. Es ist mein Schrei!

Was für ein Schrei!

Noch dreimal jubeln wir an diesem Nachmittag und viermal berauschen wir uns an den Toren im Spiel gegen Argentinien. Doch gegen Spanien ist Schluss. Müdigkeit und Trauer – Millionen Deutsche fallen emotional in ein schwarzes Loch.

Am Tag nach der Niederlage buche ich einen Flug nach Madrid. Ich möchte dem Hochgefühl hinterherfliegen, kann nicht akzeptieren, dass die WM schon vorüber ist. Eine innere Stimme sagt mir, dass ich dort etwas finden werde.

116. Minute: Van der Vaart passt unglücklich auf Fábregas, der den Ball weiter zu Iniesta spielt. Iniesta nimmt Maß und trifft platziert zum 1:0. Für den Bruchteil einer Sekunde verharren die Leute in ungläubigem Staunen, doch dann brüllen sie es heraus. Wie eine zerstörerische Lawine bricht das hunderttausendstimmige “Gooool” über die Stadt herein. Es ist ein nicht enden wollender Schrei, so als ob ganz Spanien jahrzehntelang dafür Luft geholt hatte. Und noch immer nimmt die Lautstärke weiter zu. Plötzlich ahne ich, was sie vorhaben: Das immer länger werdende Gebrüll soll ihre Mannschaft zum ersehnten Schlusspfiff tragen. Es gelingt. Schon Sekunden später weiß ich, dass ich dieses markdurchdringende Kreischen nie wieder im Leben hören werde. Spanien wird nur einmal zum ersten Mal Fußball-Weltmeister. Was für ein Schrei!

Eine wild gewordene Meute tanzt durch Straßen. Ich laufe den Weg zurück zu meinem Hotel. Bis tief in die Nacht will ich diese Emotionen auf mich wirken lassen. Möchte beobachten, wie die Iberer ihren Gefühlen freien Lauf lassen, wie sie vor Freude lachen und weinen. Ohne Neid und Missgunst, aber voller Hoffnung, dass auch ich, wir, mein Land, Deutschland, dies noch einmal erleben dürfen.

Wie auf Kommando beginnen die Madrilenen ein Lied zu singen. Nicht vier oder fünf, sondern alle. Hunderttausende gleichzeitig. “Yo soy español, español, español! Yo soy español, español, español!” (Ich bin Spanier). Gerührt beobachte ich das Schauspiel. Nach 20 Jahren des rastlosen Reisens bin ich plötzlich ergriffen: Ich identifiziere mich endgültig mit meinem Heimatland. Die Wiedervereinigung hat nun auch in meinem Herzen stattgefunden. Doch manchmal muss man wahrscheinlich sehr weit reisen, um in solch einem Moment, genau das herauszufinden. Zunächst flüstere ich es nur, doch sie können mich nicht hören. Mit Inbrunst stimme ich in ihren Chor ein und schreie es in den Abendhimmel: “Yo soy alemán, alemán, alemán! Yo soy alemán, alemán, alemán!” Ja, ich bin Deutscher! Es ist die Nacht des 11. Juli 2010.

Mit Bildern auf Spiegel Online “Ein Schland, ein Schrei”

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Und noch mehr: 90 Minuten Update
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Brasiliens Norden: Von Matthäus nach Manaus. Teil 1

27. Dezember 2013 | von | Kategorie: 90 Minuten Leseproben, Blog

Pool
Es hieß also von Itaunas, Abschied zu nehmen, von Mauro, Maria, Cassio und so vielen lieben Leuten mehr. Wir verließen gerührt einen Ort, der uns für immer im Leben in fantastischer Erinnerung bleiben wird – nicht nur in Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006.

Um 13.30 stiegen wir in den Bus und bereits um 16.30 Uhr erreichten wir ein Städtchen namens Sao Matheus. Doch dort gab es ein Problem: der Bus für die Weiterfahrt war bereits ausgebucht und der nächste würde erst weit nach Mitternacht fahren. Das bedeutete, dass wir über acht Stunden in einem Ort ausharren müssten, der den Charme von Merseburg Hauptbahnhof hatte, relativ gefährlich wirkte – und vor allem so hieß, wie der in Brasilien so verehrte „Loddar“ mit Nachnamen. Matthäus hätte womöglich gesagt „Sis’ are different exercises. Not only bumm!“ Okay, das Internetcafé, welches wir nach langem Suchen fanden, war trotz der Kiddies, die sich leidenschaftlich irgendwelchen Ballerspielen hingaben, ein „Zeittotschlager“. In aller Ruhe las ich nach, was meine Freunde und die restliche Welt über die soeben beendete Fußball-WM berichteten. Deutschland feierte scheinbar noch immer den dritten Platz – und sich selbst.
Porto Seguro 2

Gegen 20 Uhr kehrten wir in ein räudiges Restaurant ein, um zwei weitere Stunden herumzubekommen, denn gegen 22 Uhr machten sie dicht – mit dem freundlich gemeinten Hinweis, dass es in dieser Gegend viel zu gefährlich wäre, um noch länger geöffnet zu haben. Nun hieß es, drei Stunden auf einem gruseligen Bushahnhof zu sitzen und zu hoffen, dass uns keine Gang anhaut und mit gezücktem Messer freundlich fragt, ob Sie unsere Rucksäcke samt Wertgegenstände mitnehmen dürfen? Wie sagte schon Lothar M.: „I hope, we have a little bit lucky.“ Wir kauften zwei Dosenbier bei einen Mann mit zerknautschtem Gesicht am unbeleuchteten Kiosk – lachten, quatschten und fast pünktlich um 1 Uhr trudelt auch der Bus ein. Wir waren mittlerweile völlig kaputt, sodass uns sogleich die Augen zufielen. „Ein Wort gab das andere – wir hatten uns nichts zu sagen“, flüsterte mir Lothar leise zu.
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Eine Alkoholpassage in Porto Seguro
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Wir befanden uns noch immer in italienischer Hand, denn in Porto Seguro holte uns Mauros Kumpel Rino ab, um uns in seine hübsche Appartementanlage zu fahren. Es war bei ihm zwar etwas teurer, dafür hatten wir ein separates Schlafzimmer, Wohnzimmer und vor allem eine voll ausgestattete eigene Küche. Die riesige Terrasse mit Hängematten gehörte bei italienischen Brasilianern scheinbar sowieso zur Grundausstattung.
Rios Buranhem

Nachdem wir etwas Schlaf nachgeholt hatten, schlenderten wir auf Kopfsteinpflastern durch die gemütliche, bunte Stadt, welche unter anderem dafür bekannt ist, dass dies der Ort war, wo Portugiesen erstmals auf ein Land trafen, welches heute Brasilien genannt wird. Auf den ersten Eindruck mochte man meinen Porto Seguro mit seinen farbenfrohen Häusern im Kolonialstil und einer Straße namens „Passarela do Alcool“ sei eine Touristenhochburg, wo es nachts wie in Mallorca zugehen würde – nur eben rhythmischer – brasilianischerer. Um es vorwegzunehmen: So war es nicht. Porto Seguro ist ein ruhiger, entspannter Ort mit ein bisschen Nightlife in dieser Alkohol-Passage. Ein sicherer Hafen.
Porto Seguro

Es war nun bereits schon Mittag – und eigentlich Zeit für Alkohol. Nein, wir leisteten uns lediglich extrem gutes Eis in einem kleinen Café am Wegesrand. Das Wetter war ein wenig durchwachsen, sodass wir uns nach dem Supermarktbesuch auf unsere eigenen vier Wände, die selbst gemachten Spagetti, das Schnitzel und den ersten Wein seit Wochen freuten. Endlich hatten wir auch Spielkarten gekauft, und beim Rommé zog ich Sylvie sogleich böse ab. Der „Alcohol Walkway“ musste also bis morgen warten.
Wir schliefen sehr lange und merkten somit erst spät, dass draußen fantastisches Wetter war. Sofort packten wir die Badesachen und dackelten zum Fähranleger. Porto Seguro hat zwar auch einige fußläufige Strände, doch „die Hammerbuchten“ sollen auf der anderen Seite der Lagune liegen – erklärte und Rino.
Auf der Autofähre tranken die meisten Passagiere in knalliger Sonne bereits ihre ersten Literflaschen „Cerveca Brahma“ des Tages. Nicht wenige krakelten lauthals irgendwelche Lieder. Ich glaube in Deutschland wäre mir das ziemlich auf den Keks gegangen, doch in Brasilien genoss ich – wie zumeist auf dieser Reise – die ausgelassene Ferienstimmung. Die Bucht mit ihren Fischerbooten und Seglern war außerdem atemberaubend schön.
Rios Buranhem 3

Auf der anderen Seite des Rios Buranhem waren wir uns nicht sicher, ob wir hier schon richtig waren. Da es jedoch dort, wo das Boot angelegt hatte, nicht besonders gemütlich aussah, beschloss ich, in den Bus nach Arraial d‘ Ajuda zu steigen. Sylvie zeigte mir zwar einen Vogel und als wir ankamen, gab ich ihr zunächst Recht, da wir auch dort nicht sofort sahen, wo es zum angepriesenen Strand ging. Dennoch klarte die Stimmung bald auf, als wir auf sandigen Straßen den gemütlichen Ortskern mit der niedlichen Kirche und endlich auch die beeindruckende, langgezogene Badebucht entdeckten.
Arraial d‘ Ajuda

Von einer Hügelspitze – das Arial des eigentlichen Ortes lag auf einem begrünten Berg – sah das türkisfunkelnde Meer mit den vorgelagerten Riffen absolut fantastisch aus. Nach einem steilen Weg bergab bemerkten wir zum wiederholten Male einen ungewöhnlichen Spleen der Brasilianer. Es gab direkt an der Straße zwei große Bars mit unzähligen Stühlen, Liegen und riesigen Boxen aus denen extrem laute Musik erschallte. Und genau dort lagen, bzw. saßen sie – alle! Rechts und links erstreckten sich einsame, kilometerlange Strände mit Schatten spendenden tropischen Bäumen im Hintergrund, doch die Einheimischen hockten alle auf einem Haufen lachten, tanzen und tranken Bier oder Caipirinhas – dabei meist hüfttief im Wasser stehend.
Arraial d‘ Ajuda 3

Nur dreißig Meter weiter sah man dann keine Menschen mehr und der Strand war gut und gerne sieben Kilometer lang. Wir jedenfalls bevorzugten es, abseits der Menschenmassen zu liegen. Allerdings verschwanden auch wir nicht außer Sichtweite, denn vielleicht gab es hier ja irgendein Gefahrenproblem, weshalb die alle zusammen blieben. Somit wurden wir weder überfallen, vergewaltigt, aber auch nicht gestört. Ich fand ein schattiges Plätzchen und das Wasser war, vom Naturriff umgeben, eine übergroße Schnorchel-Badewanne.
Hätten wir nicht vorher so eine tolle Zeit bei Mauro in Itaunas verbracht – hier wären wir definitiv wieder versackt, denn überall im Ort gab es günstige Hotels und Bungalows, Open-Air-Restaurants, Bars und sogar einen Italiener, der einen übergroßen Weltmeister-Pokal aus Pappmasche stolz vor seiner Pizzeria präsentierte.
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Leider mussten wir wegen fehlender Zeit weiter in Richtung Norden düsen. Auf dem Weg zu unserem Apartment kamen wir in Porto Seguro diesmal nicht an der berüchtigten „Passarela do Àlcool“ – ohne ein, zwei Kaltgetränke – vorbei. Ein wunderschöner Tag endete tief in der Nacht auf unserer Terrasse.
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Surfer- und Hippiestadt Itacaré
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Am Bushahnhof sahen wir am nächsten Tag, dass auch Porto Seguro seine Favelas hat. Hier waren es Zelte mit Plastikplanen in denen die arme Bevölkerung hauste. Vor dem umzäunten Areal standen riesige Schilder, die Luxusimmobilien anpriesen. Wie krass!
Nach einer anstrengenden Busfahrt landeten wir um 16 Uhr in Ilhéus. Nach kurzem Grübeln beschlossen wir, noch weiter nach Itacaré zu fahren. Zum einen sollte dieser Ort nur 18.000 Einwohner – statt 220.000 in Ilhéus – haben, zum anderen schwärmten schon einige unserer bisherigen Wegbegleiter von der (!) Surfer- und Hippiestadt Brasiliens.
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In einem vollbesetzen Minibus erreichten wir kurz vor 19 Uhr den angepriesenen Ort und ließen uns, da wir wie immer völlig planlos und ohne Reiseführer unterwegs waren, von einer Schleppertruppe in eine Unterkunft führen. Das Hostel „International“ war furchtbar räudig und die Inhaber besaßen sogar die Frechheit, für ihre verkeimten, dunklen Zimmer, 80 Real pro Person zu verlangen. Zum Vergleich: bei Mauro in Itaunas und Rino in Porto Seguro hatten wir jeweils 40 für die Nacht bezahlt, mit Swimmingpool, Hängematten-Terrasse und kostenlosem Caipirinha-Service.
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Wir überließen das Hostel den zahlreichen europäischen Backpackern und fanden ein ähnlich schlechtes Hotel für die Hälfte des Preises. Das Zimmer war eigentlich gar nicht so übel, aber bereits jetzt brüllten etliche Traveller-Kids ununterbrochen auf dem Hof herum. Der ganze Ort war komplett auf diesen Backpacker-Scheiß ausgelegt, von Hippies und coolen Durchgeknallten jedoch keine Spur. Unzählige Bars, Lokale und Reiseagenturen (für die ganz großen Abenteurer, wie Surfen, Reiten, Kanufahren, Mountainbiking und Rafting) warben um Kundschaft. Vielleicht waren wir auch einfach nur zu kaputt und konnten die laut kreischenden Mädels (die alles „amazing“ und „awesome“ fanden), momentan einfach nur nicht ertragen. Wir aßen eine äußerst lasche Moqueca (Brasiliens sonst so vorzüglichen Fischeintopf), tranken lauwarmes Bier mit Cooler und gingen recht früh ins Bett. Dies hätten wir uns durchaus schenken können, da es bis 4 Uhr nachts unerträglich laut auf unserem Hof und der gegenüberliegenden Straße war. Und bereits früh um 7 Uhr trampelten die ersten Spinner auf ihrem Weg zum Adventuretrip durch die Gänge.
Itacare

Zwar konnten wir nochmals ein wenig pennen; trotzdem waren wir gerädert und vor allem genervt von dem Ort mit seinen äußerst gut gelaunten, lässigen Backpacker-Touristen. Ich versuchte Sylvie zu überreden, einen dreitägigen Surfkurs zu buchen und das bescheuerte Treiben in den Wellen des Meeres einfach zu ignorieren. Als wir im Foyer unsers Hostels jedoch einen äußerst bedrückten Amerikaner kennenlernten, überzeuge auch mich seine Story, dass wir stattdessen schleunigst abhauen sollten.
Dem armen Jungen hatten sie nämlich gestern (in unserem Hotel!), sein komplettes Gepäck aus dem Zimmer geklaut als er sich gerade beim Surfen an einem „lovely beach“ befand. Die Diebe waren scheinbar von außen durchs Fenster in seinen Raum geklettert und hatten sich nicht mal die Mühe gemacht, nach Wertsachen zu suchen. Sie hatten einfach alles komplett mitgenommen: seinen großen und den kleinen Rucksack, natürlich inklusive des Geldes, der Kamera und vor allem seines Passes. Er besaß nun buchstäblich nur noch das, was er am Leibe trug. Bei uns hätte dies wahrscheinlich die Heimreise bedeutet. Der Engel mit dem Engelsgesicht (Sylvie) schenkte ihm daraufhin 100 R$ für die Fahrt nach Salvador.
Danach verrammelten wir unser Zimmer, schlossen die Fenster und gingen für ein paar Stunden an den überfüllten Stadtstrand „Praia da Concha“. So richtig genießen konnten wir die ausgelassene Beachstimmung nun aber nicht mehr. Die Kulisse mit den überdrehten Menschen nervte zusehends. Einen schönen Augenblick gab es dennoch. Als wir auf die Mole gingen, sahen wir eine riesige Meeresschildkröte durchs Wasser gleiten. Die hatte sich wohl leider im Ort geirrt! Der Tag dümpelte vor sich hin und in der Nacht freuten wir uns bereits auf neue, entspanntere Erlebnisse auf unserer Reise durch den Norden Brasiliens.
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Ungewöhnlich früh standen wir auf. Sylvie kaufte Frühstück aus dem Minimarkt während ich die Bustickets holte damit wir keine weitere Zeit verschwenden mussten. Während der Fahrt atmeten wir mehrmals tief durch und genossen die beeindruckend schöne Landschaft. Auf Schotter- und Sandpisten fuhren wir durch tropische Regenwälder, entlang an malerischen Flüssen, sahen spektakuläre Wasserfälle und äußerst idyllisch wirkende Käffer. Ein bisschen ärgerten wir uns nun sogar, dass wir noch immer keinen Reiseführer besaßen, denn hier hätte sich sicherlich ein kurzer Zwischenstopp gelohnt.
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WM-Qualifikation 2014

3. Dezember 2011 | von | Kategorie: Blog

Logo 2014Gut, momentan reden alle über die sogenannte “Todesgruppe” bei der Fußball-EM 2012 in Polen und der Ukraine. Ich lach mich tot…
Ich denke, dass Deutschland alle drei Spiele gewinnen und relativ souverän ins Halbfinale, bzw. Finale einziehen wird. Es kommt eben drauf an, wann wir auf Spanien treffen, denn 2012 werden die – im Gegensatz zu 2014 – noch zu stark für uns sein.
Bißchen schade, dass unsere Gruppenspiele in der Ukraine ausgetragen werden, da man von Berlin aus natürlich wesentlich schneller in Polen gewesen wäre. Mal sehen, ob ich wenigstens mal nach Lwiw düsen werde.

Wie auch immer, es geht ja in diesem Blog vor alle um die Fußball-WM 2014 in Brasilien und da beginnt im September 2012 dann auch schon die Qualifikation für unsere Mannschaft. Ich führe hier zunächst nur kommentarlos die Spielplan auf, um später hier auch mal nachschauen zu können. Zu den einzelnen Gegnern in der Quali werde ich zu gegebener Zeit äußern. Eine “Todesgruppe” ist es jedenfalls nicht…

1. Spieltag: 
06.06.2012


Färöer – Österreich

2. Spieltag
: 07.09.2012


Deutschland – Färöer

Kasachstan – Irland

3. Spieltag
: 11.09.2012


Österreich – Deutschland

Schweden – Kasachstan

4. Spieltag
: 12.10.2012


Irland – Deutschland

Kasachstan – Österreich

Färöer – Schweden

5. Spieltag
: 16.10.2012


Deutschland – Schweden

Färöer – Irland

Österreich – Kasachstan

6. Spieltag
: 22.03.2013


Schweden – Irland

Kasachstan – Deutschland

7. Spieltag: 
26.03.2013


Deutschland – Kasachstan

Irland – Österreich


8. Spieltag: 
07.06.2013


Österreich – Schweden

Irland – Färöer

9. Spieltag
: 11.06.2013


Schweden – Färöer

10. Spieltag
: 06.09.2013

Irland – Schweden

Deutschland – Österreich

Kasachstan – Färöer

11. Spieltag: 
10.09.2013


Kasachstan – Schweden

Färöer – Deutschland

Österreich – Irland

12. Spieltag: 
11.10.2013


Deutschland – Irland

Schweden – Österreich

Färöer – Kasachstan

13. Spieltag: 
15.10.2013


Schweden – Deutschland

Irland – Kasachstan

Österreich – Färöer

…und hier geht´s hin:

498 ich strand

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