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Trabi no go! – Kindheit in der DDR

18. September 2017 | von | Kategorie: Blog, Mauergewinner Leseproben

Als wir 1981 unseren ersten Trabant geliefert bekamen, hing ich mit meinem Bruder Benny zwei Stunden am Fenster. Vorher hatten wir zehn Jahre auf unser erstes Auto gewartet, aber diese beiden letzten Stunden, in denen wir unseren Vater herbeisehnten, der mit dem neuen Auto um die Ecke bog, waren die schlimmsten. Als die komplette Familie dann auf dem großen Parkplatz vor unserem Neubaublock stand, konnten wir Kinder gar nicht fassen, dass wir von nun an mit diesem tollen Auto in den Garten, in den Urlaub und zum Tierpark fahren würden.

DDR_Museum icke

Liebevoll und anerkennend strichen wir über den Lack. Vater lud uns sofort auf eine Probefahrt ein und erzählte mit trockener Stimme meiner Mutter von der Übergabe im IFA-Autohaus in der Rummelsburger Straße: Nachdem er dem Mann mit dem Autoschlüssel die 12.000 Mark in bar in die Hand gedrückt hatte, wurde er schweigend zu seinem neuen Auto geführt. Ringsum auf dem großen Hof standen die schicken Wartburgs und Ladas, die hier auch ausgeliefert wurden.

Schnell wurde das neue Auto mit dem Kennzeichen I-FY-6-38 nur noch “Iffy” gerufen. Unser Vater erklärte uns zahllose Male, dass wir echt Schwein gehabt hätten, da er das Modell Trabant 601 S bekommen hatte. Was genau am Auto jetzt die Bezeichnung “S” für Sonderwunsch rechtfertigte, konnten wir zwar nicht identifizieren, wahrscheinlich stand es dafür, dass das Ding nicht schon nach einem Jahr komplett auseinander fiel. Das Sachsenring-Werk in Zwickau hatte uns ein Pappauto in Champagnerbeige gefertigt – ziemlich vornehm hörte sich das an. Da es in unserer Kaufhalle nur eine Sektsorte gab, stellte ich mir den unbekannten, edlen Champagner jahrelang in der Farbe dieser Autolackierung vor – also dunkelgelb.

Drei Trabis klein

Die erste Übungsfahrt endete im Gartenzaun

Nach vier Tagen stolzen Besitzes fuhren wir mit unserem neuen Trabi zum ersten Mal in unsere Datsche nach Karow. Dort redete ich so lange auf meinen Vater ein, bis er es zuließ, dass ich unter Anleitung auch einmal fahren durfte. Hätten wir gewusst, dass ich später zweimal bei der praktischen Führerscheinprüfung durchfallen würde, Vater hätte sicherlich anders entschieden. So aber nahm er mich auf dem Fahrersitz auf seinen Schoß und wir fuhren wie zwei Bobfahrer los. Ich lenkte und bremste, er bediente das Gas und die Hebel-Gangschaltung.

Straßen gab es in der Kleingartenanlage nicht; die einzelnen Gärten waren nur durch schmale Feldwege verbunden. Schon in der ersten, ernst zu nehmenden Kurve gab es Probleme. Irgendwie stimmte die Koordination zwischen uns beiden nicht, denn ich lenkte zu früh ein und Vater gab entschieden zu viel Gas. Wir durchbrachen mit einem Knall den Zaun der Familie Billreimer, und meine erste Autofahrt endete auf deren exakt gestutzten grünen Rasen. Ich heulte, Vater schimpfte, Mutter schrie aus der Ferne und mein Bruder grinste über den zerborstenen Zaun.

Mauer Knutschen

Nachdem mein Vater den Trabi irgendwie zurück bugsiert hatte, musste er sofort mit Herrn Billreimer mehrere Biere und Versöhnungsschnäpse trinken. Bald kamen weitere Gartennachbarn, um ihren Diskussions- und Bierbeitrag zu geben. Es entwickelte sich ein großes fröhliches Fest zu Ehren unseres Trabi-Crashs.

Hitzekollaps auf der Rückbank

Am nächsten Morgen waren einige Dinge klar: Alle Erwachsenen hatten einen mörderischen Kater, der Zaun musste auf drei Metern von uns neu gemacht werden und ich bekam ein langes Fahrverbot. Obwohl das champagnerbeige Pappvehikel der S-Klasse bis auf ein paar Schrammen und eine kleine Delle an der Stoßstange nichts weiter abbekommen hatte, lenkte ich die restliche Zeit der real existierenden DDR kein Auto mehr.

Vor der Mauer

Dafür fuhren wir mit der Familie oft genug mit Iffy. Zum Beispiel in den Urlaub nach Ungarn, woran ich mich heute noch erinnere, als sei es gerade gestern gewesen. Denn bevor wir losfuhren, hatten wir früh um 5 Uhr auf unserem Parkplatz “die Brille auf”, wie mein Vater zu sagen pflegte. Er meinte damit: Jetzt haben wir ein Problem! Wir standen vor dem Trabi und sahen, dass kein einziges weiteres Gepäckstück in den kleinen Flitzer passen würde. Im Kofferraum war jeder Zentimeter ausgefüllt und auch auf der Rückbank und Ablage stapelten sich schon mehrere Taschen. Mein Vater war ein 110-Kilo-Mann, meine Mutter auch eher rundlich, und als sich dann auch noch ihre dicken Kinder dort hinten hineinquetschten, wog die Kiste sicher doppelt so viel wie bei Werksauslieferung in der Rummelsburger Straße.

Als wir uns schließlich doch noch irgendwie auf den Weg in Richtung CSSR machten, ahnten wir noch nicht, dass dies der heißeste Tag des Jahres werden sollte. Zwischen Prag und Brno standen wir im längsten Stau unseres bisherigen Lebens. Da man beim Trabi hinten die Fenster nicht herunterkurbeln kann, bekamen wir bei fast 40 Grad kaum Luft und gierten nach dem von Mutter gemachten, längst lauwarm gewordenen Eistee. Wir träumten von Ungarn und malten uns eine eiskalte Coca-Cola an den Ufern der Donau aus, dachten an Budapest mit Hot-Dog-Ständen, an denen Würste in champagnerbeigen Senf gebettet werden.

Plötzlich blinkte die Warnleuchte

Vor der Mauer 2

Doch kurz vor der magischen Grenze begann plötzlich eine der wenigen Leuchten im Trabi zu blinken. Vater fuhr sofort hektisch auf einen Rastplatz. Wir kamen an die frische Luft und ich lernte wieder einmal dazu. Statt die Kühlerhaube zu öffnen oder nach dem Wartungshandbuch zu suchen, stieg er aus und ging sofort zu einer Gruppe quatschender Männer. Nur kurze Zeit später standen zwei bedeutungsschwer diskutierende Kerle um unser Auto, schauten auf die Anzeigen und unter die Motorhaube. Mein Vater lehnte zuhörend an der Fahrertür und spornte die Jungs freundlich an, den Fehler zu finden. Ich weiß heute nicht mehr, was Iffys Problem gewesen war, nur, dass die hilfsbereiten Menschen namens Ede und Michael, obwohl sie es zunächst ablehnten, jeder zehn Mark bekamen und wir weiterfahren konnten.

Im Frühjahr 1989 verkauften meine Eltern unser geliebtes Gefährt, um den neuen vollkommen gesichtslosen, papyrusweißen Trabi bezahlen zu können. Der junge Lkw-Schlosser Kai aus Friedrichsfelde hatte sicher einige Monate später nach dem Mauerfall “die Brille auf”, als er feststellte, dass unser Trabi total durchgerostet war, einige Stellen mit Beton gekittet waren und vor allem, dass er meinem Vater schlappe 11.000 Mark für dieses Wrack in die Hand gedrückt hatte.

Trabi Mauerloch

Bereits 1991 fuhr mein Vater einen weißen, gebrauchten VW-Polo. Der Trabant war verschwunden, doch die Erinnerungen blieben. Er hatte uns nicht nur nach Budapest gebracht. In der CSSR luden wir ihn mit Glitschi-Tieren voll. Diese Nachbildungen aus Gummi fanden wir genial und sogar Vater lächelte, wenn wir die Gummi-Schlange während der Fahrt von hinten über Mutters Hals legten und sie wie am Spieß schrie. Im selben Urlaub rasten wir in Zelesny Brod mit ihr zum dortigen Zahnarzt, da sie einen Zahn verloren hatte und nun aussah wie die Hexe Babajaga aus den russischen Filmen.

In Prag mussten wir eine hohe Strafe bezahlen, da wir genau vor dem Hradschin auf den Parkplätzen der tschechoslowakischen Staatsregierung geparkt hatten. Bis meine Eltern Reisetabletten entdeckten, erbrach ich bei jeder Fahrt in den Wagen. Es stank jedes Mal extrem nach Kinderkotze. Der kleine Trabi hatte körbeweise Maronen und Steinpilze aus brandenburgischen Wäldern, unseren ersten Farbfernseher, den großen Kühlschrank und die schwere Waschmaschine transportiert. Ohne größere Pannen oder Unfälle war er unser Steuermann durch eine bald endende DDR gewesen.

Vor der Mauer

Vor kurzem holte mich Göte, einer meiner besten Freunde und ebenso ehemaliger armer Ostschlucker, mit einem dunkelblauen Porsche-Cabrio vor meiner Wohnung in Friedrichshain ab. Ich zeigte dem Angeber einen Vogel, doch schon nach den ersten rasanten Metern auf der Karl-Marx-Allee brüllte ich in den nächtlichen Abendhimmel: “Iffy, wo immer du jetzt bist, du fehlst mir überhaupt nicht. Aber falls du in einer vollkommen anderen Karosserie wiedergeboren werden solltest, mit gemütlichen Sitzen, Klimaautomatik, elektrischen Fensterhebern und diesem Motor, komm vorbei und wir fahren zusammen nach Budapest, Prag oder Zelesny Brod. Ich kotze dich dann auch nicht voll. Versprochen.”

Vorm Bus

Das Video:

Trabi-Rallye 2010

…und hier die Story bei Spiegel Online

Bestellen kann man “Mauergewinner” zum Beispiel bei amazon.de
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DDR-Straße Karl-Marx-Allee – Boulevard of broken dreams – Jugend in der DDR

14. August 2015 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog

“Ich war auf einer großen WG-Party eines Arbeitskollegen eingeladen. Die Feier fand in der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain statt. Obwohl ich sehr spät kam, befanden sich noch viele Gäste in der Bude. Micha begrüßte mich euphorisch und stellte mir jeden einzeln vor. Die verqualmte Küche war wie immer das lautstarke Zentrum der Wohnung und besonders gut gefüllt. Bald war klar: Ich, der Junge von nebenan, war der einzige ehemalige Ostdeutsche auf der gesamten Party. Unglaublich, denn noch bis vor wenigen Jahren waren dieses Haus, die Straße und der Bezirk ausschließlich von Ossis bewohnt gewesen. In der Badewanne schwammen die letzten, einsamen Beck’s Gold.

Manchmal kann ich gar nicht glauben, wie sehr sich meine Stadt verändert hat. Ziemlich schockiert öffnete ich mir eins meiner im Sixpack mitgebrachten “Berliner Pilsner” und sah mich erst mal um. Irgendwie kam mir die Wohnung bekannt vor. Ich ging in die Küche und lauschte den Gesprächen. Eine große Runde scharte sich um einen Typen mit Brille, der sich offenbar selbst gern reden hörte. Micha hatte ihn mir als Daniel aus Hannover vorgestellt, der in Berlin Politikwissenschaften studierte. Ich stellte mich daneben und hörte staunend zu. Er erklärte uns die Geschichte der Karl-Marx-Allee.

Leider redete er ausschließlich dummes Zeug. Ich wollte ihn am liebsten anschreien und sagen, dass diese Häuser nicht erst in den sechziger Jahren gebaut worden waren, dass es auch schon vor der Wende Badewannen und Fahrstühle gab – und dass in dieser Straße nicht jede Woche Panzer und Raketenwagen auffuhren. Die monumentale Karl-Marx-Allee, die bis 1961 noch Stalinallee geheißen hatte, war ab 1952 nach den Vorbildern der Prachtboulevards in Moskau, Lenin- und Stalingrad errichtet worden. Sie diente nicht nur dem städtischen Verkehr, sondern sollte Berlins Status als Hauptstadt verkörpern – und bot die Bühne für Aufmärsche und Paraden. Obwohl sich ab dem Strausberger Platz einige unschöne Plattenbauten anschlossen, blieb die schnurgerade Karl-Marx-Allee vom Alex bis zum Frankfurter Tor mit ihren Häusern im Zuckerbäckerstil eine der ungewöhnlichsten und vielleicht schönsten Straßen meiner Stadt. Die selbstverliebte Show des arroganten Wessis machte mich wütend. Selten hatte ich mich so aggressiv erlebt. Trotzdem behielt ich meinen Ärger für mich und schwieg. Warum?”
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Hier geht’s zum Weiterlesen bei Spiegel Online oder im Buch “Mauergewinner”
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Annikas Brüste – FKK-Kindheit in der DDR

22. August 2014 | von | Kategorie: Blog, Mauergewinner Leseproben

Ostsee2
Wie soll ich meine Familie realistisch beschreiben? Unsere Lieblingsschallplatte in der Kindheit, die “Geschichtenlieder” von Reinhard Lakomy mit ihren wunderlichen Figuren unter dem “Traumzauberbaum”, bildete uns perfekt ab. Mein Vater wog, solange ich denken kann, über 100 Kilo bei einer Größe von nur 1.69 Metern – wir nannten ihn selten „Vati“, sondern „Kürbis Kugelbauch“ oder einfach nur „Kugel“. Die Mutter hatte proportional gesehen die gleichen Maße – nur eben 20 Kilo und 12 Zentimeter weniger. Sie wurde im Kinderzimmer der Mollstraße „Teresa Rundlich“ genannt. Wollten wir wirklich etwas von ihr, dann natürlich auch „Mutti“.
Neben der Fettleibigkeit einiger Familienmitglieder waren wir auch eine sehr prüde Sippe. Das Bad wurde immer von innen verschlossen; Familie Scheppert zeigte sich nicht gerne nackt. Seit ich meine Eltern trotzdem einmal zusammen in der Badewanne erwischt hatte, begrüßte ich dies auch. Viel Wasser hatten die beiden für ein randgefülltes Wannenbad nicht gebraucht. Ich stand unter Schock und es war für lange Zeit das letzte Mal, dass ich eine Frau oben ohne sah. Es gab in meiner Jugend keine Pornofilme, keine Sexshops und Rotlichtviertel, keine sexuell aufgeladenen Schimpfwörter. Aufgeklärt wurde ich zumindest in meinem Kinderzimmer nicht.

Benny_ich_Sand
Brüderchen Benny hatte einen Hang in Richtung Hängebauchschwein. Zeit meines Lebens möchte ich im Tierpark Berlin eine Patenschaft für eines dieser Tiere übernehmen und es Benny nennen. Als kleinste und jüngste Sau der Familie wurde er „Paule Platsch“, der Regentropfen, gerufen. Mich, den aus der Art geschlagenen, langen Lulatsch, der für meine Eltern und Benny geradezu ausgezehrt wirken musste, rief vor allem Benny ganz aufgeregt bald nur noch „Springginkel“ – so hieß die dürre, mürrische Fadennudel in den Geschichtenliedern. Ich konnte damit leben.

In einem FDGB-Urlaub mit meinen Eltern und Benny, ich war gerade zwölf, traf ich die zwei Jahre ältere Annika. Mit ihren langen, schlanken Beinen war sie ein bisschen größer als ich, hatte schulterlange braune Haare und kastanienfarbene, leuchtende Augen. Nicht nur wenn sie lächelte, war sie das hübscheste Mädchen, das mir bisher begegnet war. Wir spielten zusammen Tischtennis, Karten, rannten um die Wette und saßen am Abend auf der Wiese des Sportplatzes und redeten.
An einem der Urlaubstage meldeten wir uns beide freiwillig zur Kirschernte im Ort, während unsere Eltern gemeinsam auf einen Ausflug fuhren. Obwohl es Geld dafür gab, aßen wir lieber die saftigen Früchte und bewarfen uns lachend damit, während wir auf den Bäumen saßen. Als wir am Nachmittag völlig verschwitzt und rot verklebt in unserer Ferienanlage ankamen, fragte mich Annika, ob wir zusammen duschen wollten. Einfach so platzte sie damit heraus. Ich bekam einen Kopf, so rot wie die Kirschflecken auf meinem T-Shirt und suchte eilig das Weite.
Im Zimmer sank ich auf mein Bett. Ich war furchtbar von mir enttäuscht. Natürlich hätte ich dieses wunderschöne Mädchen gerne nackt gesehen. Von nun an schaute ich ständig neugierig auf ihre gewölbte Bluse und träumte von ihrem sonnengebräunten Körper. Doch in ihrer Nähe war ich nervös, schämte mich und wusste nicht wofür. Annika neckte mich nun ununterbrochen. Sie blinzelte mich übermütig an und flüsterte mir nach jedem gemeinsamen Abendbrot in der Hotelhalle ins Ohr, wie erfrischend doch die Dusche in ihrem geheimnisvollen Zimmer wäre. Doch die Tage vergingen, ohne dass ich es auch nur einmal wagte, auf Annikas unmoralisches Angebot einzugehen.
Im Meer

Freie Körper Kultur (FKK) in der DDR ist seit jeher ein Mysterium für mich. Ich kann nicht vernünftig erklären, warum meine Landsleute darauf so sehr abfuhren und sich kein bisschen für ihre Blöße schämten. Meinen Mitmenschen im Westen geht das genauso, denn dort herrscht einerseits ein riesiges Interesse an dem Thema, gleichzeitig wird verständnislos mit dem Kopf geschüttelt, wenn wieder einmal ein Bericht über die ausgelassenen Ossis ohne Badesachen im Fernsehen läuft.

Am vorletzten Tag unseres Urlaubs kamen Annikas und meine Familie auf die Idee, dass wir auch einmal gemeinsam an die nicht weit entfernte Ostsee fahren könnten. Was mir allerdings nicht klar war: mit getrennten Autos und an verschiedene Strände. Wir fuhren tatsächlich in einer Kolonne bis zu einem Parkplatz im Wald, stiegen aus und verabschiedeten uns in unterschiedliche Richtungen. Annika rief mir hinterher, dass ich gerne einmal auf ihre Seite kommen könnte. Sie würde sich freuen.
Annikas Eltern bevorzugten den FKK-Bereich, während wir natürlich mit extrem breiten Badehosen im Textilsektor lagen. Dennoch, ich war aufgewühlt und neugierig. Ich wollte unbedingt wissen, wie ein junges Mädchen ohne Bikini aussah. Unsere Strände waren nur 300 Meter voneinander entfernt.
Mutig beschloss ich, auf der Luftmatratze liegend in Richtung FKK-Strand zu paddeln.
Vom Wasser aus erkannte ich nach einiger Zeit die großen Schilder, die auf das Ende des Textilbereiches hinwiesen. Ich rollte mich von der Luftmatratze ins tiefe Wasser und zog mir umständlich die blaue Badehose herunter. Die Matratze vor mir herschiebend, schwamm ich zum ersten Mal vollkommen nackt an ein Ostseeufer. Unsicher richtete ich mich auf, die Matratze unter dem Arm und in der anderen Hand die geknüllte Badehose. Beides gab mir ein bisschen Schutz vor den Blicken der anderen Badegäste.
Ostsee 1
Doch niemand interessierte sich für mich, und schon ein bisschen selbstbewusster suchte ich den Liegeplatz von Annikas Familie. Schon von Weitem sah ich, dass Annika, als sie mich kommen sah, zu lachen begann. Unsicher grinsend legte ich mich bäuchlings neben sie in den Sand und blinzelte sie an. Auch ihre Eltern schmunzelten. Dann gingen sie ins Wasser. Annika lag auf dem Rücken, den Kopf auf ihren Arm gestützt und redete nun ganz cool mit mir. Bei jedem ihrer Atemzüge bewegten sich die braun gebrannten Brüste ein wenig auf und ab. Mir wurde ganz schummrig und so starrte ich abwärts zwischen ihre Beine auf die volle, dunkelblonde Schambehaarung. Ich konnte mich schon lange nicht mehr umdrehen. Ich hatte eine Erektion, die sich anfühlte, als hätte sie sich tief in den heißen Ostseesand gebohrt.
Noch Monate später beulte sich meine Hose bei dem geringsten Gedanken an diesen Strandbesuch aus. Mit dem Maßband aus Mutters Nähkasten überprüfte ich nun ständig meinen Entwicklungsstand. Eines Nachts träumte ich von einer engen dampfenden Dusche in einem sommerlichen FDGB-Heim. Ein neckisch blinzelndes Mädchen mit wunderschönen Brüsten drückte sich eng an mich und griff mir behutsam zwischen die Beine. Ich hatte meinen ersten Orgasmus.

Einer der schönsten Ostseestrände der DDR lag in Prerow. Ich wusste das nicht, bis Otmar mich in der 11. Klasse fragte, ob ich nicht mal dorthin mitkommen wollte. Seine Familie besaß dort einen Dauercampingplatz. Prerow liegt am äußersten Rand der Darßer Halbinsel, und der Zeltplatz befindet sich an einem kilometerlangen weißen Sandstrand direkt in den Dünen, Meeresrauschen und Lagerfeuer am Abend inklusive.
Neben Otmars Familie campten ringsherum allerlei Bekannte und Freunde, sodass sich dort über Jahre eine richtige Kommune gebildet hatte. Sämtliche Sommerwochenenden von Mai bis September und der komplette Urlaub wurden in Prerow verbracht – bei den Reisemöglichkeiten in der DDR und der dort herrschenden ausgelassenen Stimmung konnte ich das später sogar gut nachvollziehen. Seit Neuestem sprach man hier oben besonders offen und kritisch über die Verhältnisse in unserer Republik.

Zu meinem Einstand musste ich allein mit dem Zug anreisen. Um meine Freunde zu überraschen, bestand der Inhalt meines Rucksacks zu 85 Prozent aus Berliner Pilsner; das “Rostocker” hier oben war ja nicht genießbar, hatte man mir vorher erzählt. Bereits im Zug lernte ich ein lustiges Pärchen kennen und mit Hilfe ihrer und meiner Getränke wurde bei brütender Hitze schnell eine angenehme Ferienstimmung erreicht. In Barth setzte ich mich völlig geplättet in einen vollbesetzten Bus nach Prerow. Bei nunmehr 35 Grad im Schatten begann ich meine Suche nach Block H.
Ostsee heute
Ich musste eine Pause einlegen, setzte mich abseits des Weges in den Schatten der Kiefern und machte mir aus Mangel an Alternativen ein lauwarmes Bier auf. Ich dachte an Annika. Sie müsste jetzt 19 sein und war sicherlich eine wahre Strandschönheit mit hunderten Verehrern zu ihren Füßen, die ihre braungebrannten Brüste anstarrten. Seit unserer damaligen Begegnung hatte ich sie nicht mehr gesehen und war nie wieder an einem FKK-Strand gewesen.
Jemand riss mich aus meinen Gedanken und warf mich von hinten um. Mit riesigem Gelächter fielen Otmar und David über mich her. Natürlich fanden sie es lustig, dass sie mich hier, mit knallrotem Kopf, allein beim Biertrinken trafen. Ich hob entschuldigend die Arme und gab den Jungs ein “Berliner” aus dem Rucksack. Wir saßen glücklich im heißen Sand und genossen das tosende Meer. Bei hohem Seegang folgte ich den beiden zum Zelt, verlor zwischendurch das Gleichgewicht und fiel, ohne mich abzustützen, genau aufs Gesicht. Ich hatte einen Sonnenstich und meine Bewegungsabläufe nicht mehr im Griff.
Als ich die Augen wieder öffnete, glotzten mich jede Menge nackte Menschen an – junge wie alte, fette und dürre. Schlagartig wurde mir klar: Mist, FKK! Doch meine Scham hatte sich offenbar im Alkoholrausch verflüchtigt. Ich strampelte meine Klamotten aus und rannte laut brüllend in die kühlenden Ostseewellen.
Splitternackt schlief ich genau in der Mitte des Strandes ein und wachte gegen 19 Uhr völlig steif gefroren wieder auf. Obwohl ich am ganzen Körper zitterte, spürte ich gleichzeitig ein fürchterliches Brennen auf meiner Haut. Ich hatte mich von oben bis unten, aber besonders am einst weißen Hintern verbrannt. Mit schmerzverzerrtem Gesicht befühlte ich die rohen Stellen und ertastete auch die große blutverkrustete Schramme meiner Wange. Ich wollte nur noch ins Zelt und niemanden sehen.
Am nächsten Tag sah ich zwar immer noch aus wie ein kriegsbemalter Ostindianer aus einem DEFA-Film, aber es ging mir schon besser. Otmar erzählte, dass fast alle befreundeten Dauerzelter rings herum gefragt hätten, was das denn für ein komischer Kauz wäre, den er da angeschleppt hatte. Ich konnte kaum sitzen, so sehr brannte mein Gesäß, und dachte genervt: FKK und ich, das passt irgendwie nicht zusammen.
Nackt icke
Vor einigen Jahren wollte ich Sylvie unbedingt einmal auf den Zeltplatz nach Prerow entführen.
Obwohl wir recht früh dort ankamen, waren bereits fast alle Plätze belegt, die Rezeption war voller Urlauber, und wir zogen auch noch eine hohe Wartenummer. Um die Zeit zu überbrücken, tranken wir ein frisch gezapftes, köstliches Rostocker Pils und als wir endlich unseren Standplatz genannt bekamen, musste ich lächeln. Ich hatte bereits geahnt, dass der Textilbereich ausgebucht sein würde. Diese Wessis!
Lächelnd blinzelte ich meine FKK-unerprobte Freundin aus Westdeutschland an und sagte: “Glück gehabt. Wir sind im wunderschönen Block H, direkt in den Dünen.“ Meine Sylvie tat mir ein bisschen leid, so mitten drin in der großen Gemeinschaft der Nackedeis. Am dritten Tag aber schaute sie zum ersten Mal überrascht auf ihre durchgehend gebräunten Brüste und meinen knackigen, streifenfreien Hintern. Völlig losgelöst sprangen wir nackt in die tosenden Wellen.
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Hier geht es zum Mauergewinner-Buch inklusive dieser Geschichte & anbei noch ein Erinnerungsbild aus Prerow aus dem Jahr 2014.
Prerow 2014
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Endlich angekommen! – Leben in der DDR

30. Juli 2014 | von | Kategorie: Blog, Mauergewinner Leseproben

Schluss

Kurz vor meinem Geburtstag beschreibe ich heute einmal, wie der “Mauergewinner” entstanden ist. Letztendlich habe ich nach dieser Story vor ein paar Jahren überhaupt erst zu Schreiben begonnen. Gute Entscheidung.
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Mein 37. Geburtstag stand vor der Tür. Kein besonderes Ereignis – weder ein rundes Jahr, noch war gerade irgendetwas Außergewöhnliches passiert. Ich sagte Sylvie, dass ich trotzdem richtig Lust hätte, eine große Party zu geben. Was mir fehlte, war ein pfiffiges Motto. Es sollte mit mir zu tun haben. Aber wer bin ich?

1971 im ostberliner Stadtteil Friedrichshain geboren, habe ich dort tatsächlich mein komplettes bisheriges Leben lang gewohnt. In meiner Stammkneipe in der Wühlischstraße werde ich von den vielen Zugezogenen bestaunt: ein gebürtiger Berliner, Ostberliner und dann auch noch Friedrichshainer! Wahrscheinlich bin ich einer der letzten meiner Art und gleichzeitig ein Vertreter dieser neuen Generation, der heimatlosen Wossis. Wie eine traurige Sorte Klöße: halb und halb.

Ich bin weder Fisch noch Fleisch, weder Ost noch West, nicht gestern, heute oder morgen. Ich habe eine geteilte Vergangenheit mit Eltern, die sich über ihre DDR definieren und Nichten und Neffen, die diese nicht mehr kennen. Ich werde oft danach gefragt, wie es in diesem verschwundenen Land war und wenn ich zu erzählen beginne, wird mir nicht mehr richtig zugehört. Ich versuche zu sein, wie ein Vorzeige-Wessi und drücke noch immer erfolgreichen Ossis besonders die Daumen. Ich sage nie, dass früher alles besser war, aber auch nicht, dass es heute so ist.

Mein Wohnort blieb gleich, doch mein Heimatland wurde ein anderes. Der Mauerfall 1989 war für mich das schönste und wichtigste Ereignis meines Lebens. Von da an verlief es völlig anders als gedacht: keine Nationale Volksarmee, keine “freiwillige” SED-Mitgliedschaft, keine Bude mit Ofenheizung und Außenklo, kein Trabi mit 30, keine dreiwöchigen FKK-Zelturlaube am Ostseestrand, keine Sauregurkenzeit in Konsumläden. Und so weiter und so fort.
Luxus spielt für mich keine Rolle, aber daran gibt es nichts zu rütteln: Der Westen öffnete mir eine prall gefüllte Wundertüte.

Ich konnte die Welt sehen. Ich machte eine einjährige Weltreise und meine Freunde und Bekannten leben weit verstreut, viele sogar in Westdeutschland. Meine Weltkarte an der Wand ist voll mit roten Punkten. Ich bin ein Ossi auf Tour.
Verloren habe ich durch die Wende – nichts. Alte Freunde aus der DDR und meine Familie sind mir weiterhin nah. Ein Jammerossi bin ich nie geworden. Ich denke nicht nostalgisch oder gar “ostalgisch” an mein früheres Leben. Aber ich erinnere mich. An meinen Kindergarten, wo ich wie jeder einen Platz bekam. Ich betrachte mich im FDJ- oder Pionierausweis, denke an unsere “Go-Trabi-Go-Aktion” nach Budapest, an mein erstes Bier im Lager für Arbeit und Erholung und an meine DDR-Jugendweihe, betrachte meine Auszeichnungen aus vergangenen Tagen.
Ich lache bei der Erinnerung an die Diebstähle in diversen Kaufhallen, sinnlose Gruppenratswahlen und einseitige Diskussionen im Staatsbürgerkunde-Unterricht.

Ich habe auch nicht vergessen, dass ich meinen Abiturplatz nur bekam, weil ich mich drei Jahre für die NVA verpflichtet hatte, dass im Wehrerziehungslager bereits die ersten Jungoffiziere und Stasimitarbeiter in spe geschnüffelt haben und vor allem, dass ich keine Hoffnung hatte, jemals nach New York, Sydney und Barcelona zu kommen.
Meine Kindheit und Jugend in der DDR war spannend, aber ich bin unglaublich glücklich, dass das unwirkliche Land, in dem ich meine ersten 18 Jahre verbrachte, nur noch in der Erinnerung existiert.

Mittlerweile wohne ich länger in der Bundesrepublik Deutschland als in der Deutschen Demokratischen Republik. Ich bin mehr Wessi als Ossi. Das wollte ich feiern! Die Gäste auf der Party zu meinem 37. Geburtstag in einer Kleingartenkolonie in Ostberlin: 50 Prozent Ost-, 50 Prozent Westdeutsche.
Ich schaue immer nach vorne und nie zurück. Dachte ich. Doch etwas fehlte in meiner neuen deutschen Biografie und irgendwann merkte ich, was es war. Ich tauchte ein in meine Vergangenheit, hielt alte Urkunden, Zeugnisse und Fotos aus meiner DDR-Zeit in den Händen. Ich wachte eines Nachts sogar auf und dachte geschockt: „Mist, die Mauer steht wieder.“ Am nächsten Morgen musste ich darüber schmunzeln und begann, zunächst nur für mich zu schreiben, ohne Druck und höhere Ziele. Ich erzählte mir meine Geschichte.
Schon Minuten nachdem ich mit diesem Buch begonnen hatte, spürte ich wie mich die Zeilen befreiten, meine Vergangenheit an mir vorbeiflog, die ich soeben verarbeitet hatte.
Als Motto der Party schrieb ich auf die Einladungen: „Endlich angekommen!” Nicht als Frage, sondern mit Ausrufezeichen!

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Was aus meinem DDR-Buch “Mauergewinner” letztendlich geworden ist, kann man hier nachlesen.

Anbei noch ein paar Bilder aus dem Artikel, der damals sogar bei Spiegel-Online erschienen ist:

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Rezi “Mauergewinner” von Romy Fischer – Kindheit in der DDR

4. November 2013 | von | Kategorie: Blog

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Seit ein paar Tagen gibt es eine neue Rezension zu meinem Buch “Mauergewinner” von der mir zwar unbekannten Romy Fischer, aber das muss ja nicht immer so bleiben, da sie scheinbar auch schon ein paar Zeilen zu Papier gebracht hat. Ich muss zugeben: manchmal kann ich mich noch immer urst freuen, dass ich dieses Buch damals geschrieben habe – einfach so aus’m Bauch heraus…
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Romy Fischer schreibt:

“Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen freue ich mich sehr darüber, dass es Menschen wie Mark Scheppert gibt, die es scheinbar ganz gut in der DDR hatten und eine (fast) normale Kindheit erleben durften. Aber aus meiner Familie her kenne ich auch andere Biografien, die nicht so rosig aussahen. Nichtsdestotrotz habe ich mich bei diesem Buch köstlich amüsiert. Ich habe oft geschmunzelt und musste auch manchmal laut loslachen, manche Kapitel stimmten mich nachdenklich. Obwohl ich im Westen geboren und aufgewachsen bin, habe ich durch einen großen Teil meiner Familie, der “drüben” wohnte, einen Bezug zur DDR. Und deshalb kam mir so manches auch bekannt vor. Und gerade WEIL ein Teil meiner Familie aus Dresden kam, musste ich so lachen (weil ich den Spruch schon aus meiner Kindheit kannte) bei dem Spruch: “Wie kommt man am schnellsten von Berlin nach Dresden? Da steckst du einfach den Finger in den Arsch und dresden:” Wenn ich z.B. von solchen Sprüchen damals hier im Westen erzählte, wurde ich einfach nur mit dicken Augen und stumm angestarrt, mehr jedoch nicht. Jahrelang bin ich Erinnerungen solcher Art nicht mehr begegnet, weil alles verschwommen und verschwunden ist. Diverse Lebensmittel, Orte, Verhaltensweisen, Aussprüche. Ich war gerade einmal 8 Jahre alt, als die Mauer fiel. Meine Familie hat mir die bitteren Schattenseiten der DDR bis zu meinem Erwachsenenleben erspart, so dass ich die DDR mit meinen kindlichen Augen genauso betrachten konnte, wie Mark Scheppert es in seinem Buch beschreibt. Es muss zwar auch weiterhin Aufklärungsarbeit bzw. Aufarbeitung des brutalen Systems und den ganzen Folgen betrieben werden – das will ich gar nicht schön reden – trotzdem ist es einfach schön, zwischendurch auch mal wieder von angenehmen Zeiten zu lesen, wie sie es in der DDR auch hin und wieder gab…”
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Ihr Fazit könnt Ihr hier nachlesen
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Und hier kann man mein Buch “Mauergewinner” bestellen.

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Honeckerzombie oder die DDR im Herbst 1989

23. Oktober 2012 | von | Kategorie: Blog, Mauergewinner Leseproben

Honneker

Es war ein herrlicher Herbsttag. Bei strahlendem Sonnenschein fuhr ich auf der Karl-Marx-Allee mit dem Fahrrad zur Arbeit und freute mich schon jetzt auf unsere Mittagspause, wo ich mich zusammen mit meiner lieben Kollegin Henna für eine Stunde in den kleinen Park gegenüber legen und die vielleicht letzten wärmenden Strahlen des Jahres genießen würde.

Als ich an den zehngeschossigen Hochhäusern kurz hinterm Kino International vorüberkam, fiel mir etwas auf: An einem Fenster im fünften Stock eines der riesigen Betonblocks wehte eine einsame Fahne im Wind: eine DDR-Fahne. Ich fahre hier jeden Tag entlang und grübelte beim Weiterfahren, warum ausgerechnet heute jemand trotzig diesen alten Stofffetzen gehisst hatte. Kurz hinter dem Fernsehturm fiel der Groschen dann endlich. Heute war nicht irgendein belangloser Oktobertag. Es war der 7. des Monats, ein Tag, den ich eigentlich nicht so schnell hätte vergessen dürfen: Der 7. Oktober, der Gründungstag der Republik, war einer der wenigen gesetzlichen Feiertage in der DDR – der vielleicht wichtigste zudem.

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Wir freuten uns eigentlich immer riesig auf freie Tage: Frei haben, das hieß lange ausschlafen, gemütlich frühstücken und gemeinsam an den Müggelsee fahren, wo es für alle ein „Steak au four“ in dem großen Gartenlokal mit den gemütlichen Holzstühlen am Wasser gab und nach einem kurzen Spaziergang in den Wäldern der Müggelberge noch ein Stück Kuchen oder ein Eis aus der Diele. Für den Vati gab es dann immer noch ein kühles Bier vom Fass für eine Mark und zwei.
Dazu ist es am 1. Mai und am 7. Oktober jedoch nie gekommen. Stattdessen hieß es für fast alle: früh aufstehen, am Genossen Erich Honecker vorbei über die Karl-Marx-Allee marschieren oder vor der Parade Spalier stehen. Das war unsere erste Bürgerpflicht.
Als wir noch mit unserer Mutti, genau wie am 1. Mai, in der Brigade mitmarschierten, fanden wir es immer ganz toll, den Erich mal „in echt“ zu sehen. Ich stritt mich sogar mit Benny darüber, wen er angelächelt oder wem er gar zurückgewunken hatte. In der Aktuellen Kamera achteten wir abends darauf, ob wir irgendwo zu sehen waren. Wir hofften jedes Jahr wieder, dass sie ausgerechnet uns gefilmt hätten.

Wandzeitung 29 Jahre DDR

Vater ging nach der Parade immer in seine Stammkneipe, das „Scheppert-Eck“, und überließ uns unserem Schicksal. Spätestens ab der 3. Klasse waren 1. Mai und der Geburtstag der DDR allerdings nicht mehr ganz so lustig. Obwohl die riesige Ehrentribüne nicht weit von unserer Wohnung stand, wurden wir zu unmenschlichen Zeiten geweckt, um pünktlich an der Sammelstelle unserer Schulklasse am Frankfurter Tor zu sein. Betriebsgruppen, Brigaden und Schulklassen trafen sich lange, bevor die Parade losging, an dieser riesigen Straßenkreuzung mit Blick auf die endlose Karl-Marx-Allee. Dann hieß es: Ruhe bewahren, abwarten und frieren. Leider waren wir eine DDR-Vorzeigeschule, denn während andere Kinder nur am 1. Mai selbst marschierten und am 7. Oktober lediglich den vorbeifahrenden Panzern, den Grenztruppen und Kampfgruppen der NVA mit Elementen in der Hand zuwinken mussten, bevor sie nach Hause liefen, war für uns noch lange nicht Schluss. Wir hatten die Ehre, so lange zu bleiben, bis auch die letzte Einheit im Gleichschritt vorbeistolziert war, durften sämtliche sozialistischen Brigaden mit ihren Losungen und die FDJ-Züge abwarten, bis unser Klassenlehrer, Herr Blase, endlich brüllte: „Klasse 5b sofort in Zweierreihen aufstellen. Es geht los!“

Wandzeitung 29 Jahre DDR 2

Zentimeterweise stolperten wir vorwärts, inmitten von Hunderttausenden Berlinern. Es dauerte dann mehrere quälende Stunden, bis wir endlich diese trostlose Tribüne der alten Genossen erreichten, die ihrem Fußvolk – also uns – mühsam zuwinkten. Trotzdem war es eine Erlösung, schließlich am dauergrinsenden Erich Honecker mit seinem dicken grauen Mantel vorbeizumarschieren. Glückshormone wurden freigesetzt, denn jeder wusste: Jetzt habe ich es geschafft! Die tollen Panzer und die beeindruckend im Stechschritt laufenden Grenztruppen waren hier längst schon vorbeigezogen, und als auch wir vor den Herrschaften endlich sozialistisch salutiert hatten, entließ uns Herr Blase und wir standen verloren am Alex herum und überlegten uns, was wir mit dem Rest des Tages anfangen sollten. An unserem wichtigsten Feiertag waren die extra errichteten Buden und Verkaufsstände rund um den Alex jetzt heillos überfüllt, genau wie der Ketwurststand gegenüber vom Warenhaus. Mit platten Füßen kamen wir am späten Nachmittag nach Hause und waren trotz der Grilletta, für die wir uns stundenlang angestellt hatten, hungrig. So ging das jedes Jahr am 1. Mai und am 7. Oktober.

Die NVA

Allerdings gab es auch Ausnahmen: 1985 erzählte ich meinen Eltern am Abend vor der großen Parade, dass sich unsere Klasse am nächsten Tag erst später treffen würde. Alles lief nach Plan. Ich wachte gegen 11.30 Uhr auf – meine Eltern und Benny marschierten längst auf der Karl-Marx-Allee. Ich legte mich vor die Glotze und schaltete zwischen ARD und ZDF hin und her. So stellte ich mir als 14-Jähriger einen Feiertag vor!
Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass mein Vater genau an diesem Vormittag auf der riesigen Demonstration ausgerechnet meinen Klassenlehrer Blase traf, zusammen mit meiner fast vollzähligen Schulklasse. Ich war der einzige, der fehlte. Ich war ziemlich überrascht, als er gegen Mittag mit krebsrotem Kopf vor meiner gemütlichen Couch stand. Ich hatte meinen Alten selten so zornig gesehen. Ein Blick in seine Augen reichte aus und ich, das unsozialistische Kind eines Genossen und Majors der Volkspolizei, bekam richtig Angst. Es war zu befürchten, dass er mich aus dem Fenster des 9. Stockes schmeißen würde. Soll ich es Glück im Unglück nennen? Er schnappte nicht mich, sondern meinen schwarzen Annett Kassetten-Rekorder und klatschte diesen mit voller Wucht gegen die Kinderzimmerwand.
Ich stand unter Schock. Er hatte soeben etwas wirklich Wichtiges in meinem Leben zertrümmert und er wusste es. Große Tränen standen mir in den Augen. Keine „Schlager der Woche“ und „Hey Music“ auf RIAS und SFB mehr und die aufgenommenen Kassetten wieder und wieder hören – ich heulte plötzlich wie noch nie im Leben. Dieses unberechenbare Arschloch war nicht mehr mein Vater! Er wusste jetzt, dass er Scheiße gebaut hatte und auch, was er mir sechs Monate später als Ersatz für den Annett zur sozialistischen Jugendweihe zu schenken hatte: den nagelneuen RFT-Doppelkassetten-Rekorder für 1.500 Mark. Im Jahr darauf stand ich wieder brav mit meinem Winkelement in der Jubelmenge und huldigte Erich Honecker und seinen Genossen.

Genossen

Beim letzten 7. Oktober vor dem Mauerfall hatte ich diese Geschichte eigentlich längst vergessen. Dennoch lagen 1989 noch größere Welten zwischen mir und meinem Vater als zuvor. Ich war mittlerweile Abiturient der 12. Klasse mit heiß diskutierenden Mitschülern, die sich in Kirchen trafen, um neue Ideen auszutauschen, kritische Artikel verfassten und zum Teil in geheimnisvolle neue Foren eintraten. Einige waren über Ungarn abgehauen. Mein alter Herr war nach wie vor beim SC Dynamo Sportfunktionär, wo man die Dinge in Ungarn ungern sah.

Die DDR wackelte und unsere Familie gleich mit.

Es war später Herbstnachmittag an diesem Feiertag, ich hatte diesmal wieder ausgeschlafen und traf mich mit Matze, Otmar und Bernd in den letzten Sonnenstrahlen am Alexanderplatz. Die Jungs hatten munkeln hören, dass hier heute etwas los wäre. Was genau, wusste eigentlich niemand. In der Mitte des Platzes in der Nähe der Weltzeituhr versammelten sich allmählich etwa 500 Leute. Es kam mir vor, als hätte sich hier eine Truppe von Rowdys und Krawalltouristen getroffen, die endlich einmal zeigen wollten, dass nicht nur in Leipzig und Dresden die Post abging. Obwohl es ein Samstag war: Dies sollte scheinbar Berlins erste Montagsdemo werden! Die kleine Meute brüllte ununterbrochen: „Schließt Euch an!” Trotzdem war es weiterhin ein erbärmliches Häuflein – weit entfernt von den Menschenmassen, die angeblich in Sachsen auf die Straße gingen. In Berlin war in dieser Hinsicht am wenigsten los. Warum, konnte ich auch nicht sagen. Ein paar Leute riefen fast schüchtern: „Freiheit, Freiheit“.

Weltzeit

Einige rollten Transparente aus, und eine kleine Gruppe begann, neue Parolen anzustimmen. „Gorbi, Gorbi!“, „Gorbi hilf uns!“ und „Wir sind das Volk!“, brüllten sie in der Hoffnung, dass die anderen mit einstimmten. Doch nicht alle folgten der Aufforderung; viele beobachteten die Szenerie nur äußerst aufmerksam. Heute denke ich, dass zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich die Hälfte der Anwesenden die Veranstaltung unterwandert hatte. Genossen vom Innenministerium lagen in Zivil auf den Dächern der angrenzenden Häuser. Ich konnte sehen, dass dort oben mehrere Beobachter mit großen Kameras standen.
Doch auch ohne Handy – also durch den „Buschfunk“ – strömten nach und nach immer mehr Menschen auf den Alex. Angesteckt von meinen Jungs brüllte auch ich mittlerweile: „Schließt Euch an!“ Einige zeigten den Stinke- oder die gespreizten Victory-Finger in Richtung der Aufseher auf den Dächern. Ohne erkennbares Zeichen setzte sich der Tross in Bewegung. Es ging zum Palast der Republik. Aus dem Restaurant „Schwalbennest“ beobachteten uns komische Vögel, und gleichzeitig, in „Erichs Lampenladen“, tagten und feierten die obersten Genossen und eingeladenen Staatsgäste den 40. Jahrestag der Gründung unserer DDR bei voller Beleuchtung.

Palast

Auf Höhe der Spree, die wie eine künstliche Mauer vor dem „Palazzo Prozzo“ floss, kamen wir zum Stehen. Vor der Brücke am Nikolaiviertel standen hunderte von Volkspolizisten und riegelten den Zugang ab. Immer lauter wurden die Gesänge und Rufe der Menge. Inzwischen mochten wir schon 3.000 Leute sein. Den Polizisten stand die Angst ins Gesicht geschrieben. Zum ersten Mal trafen in Berlin Staatsmacht und Volk so geballt aufeinander. Keiner wusste, was geschehen würde.
Matze war unser Mann in vorderster Front. Er provozierte und beschimpfte die Arm in Arm eingehakten Beschützer aufs Übelste. Plötzlich begannen er und ein paar andere Kerle, mit voller Kraft gegen diesen menschlichen Wall, der die wenigen Oberen vor ihren vielen Untergebenen schützen sollte, anzurennen. Die ersten Angriffe wurden mit Schlagstöcken abgewehrt. Da ertönte aus dem Pulk der Demonstranten eine Parole in Richtung der Palastwächter, die wie eine doppeldeutige Drohung klang. Sie kam aus mittlerweile tausenden Kehlen: „Wir bleiben hier! Wir bleiben hier! Wir bleiben hier!“ Mir liefen kalte Schauer über den Rücken.
In den Augen der Polizisten sah ich eine bedrohliche Mischung aus Angst und Hass, hinter der ersten Reihe sprang jetzt eine zweite Garde von einem LKW. Diese Jungs hatten große Kalaschnikows in den Händen. Alle Protestierer wichen augenblicklich zurück, und der Kommandeur auf der anderen Seite war plötzlich mit seinen gebrüllten Befehlen wesentlich lauter als die 3.000 Leute des Volkes. Ich spürte, dass sich in diesen Augenblicken die Geschichte unseres Landes entscheiden würde. Und mein Gefühl sagte mir, dass sie gleich in die Massen ballern würden.

Palast 1

Mit schlotternden Knien ging ich zu den anderen und sagte, dass ich nicht hier bleiben würde. Wir sahen uns verängstigt an und keiner nahm es mir übel. Zusammen mit Otmar war ich innerhalb von dreißig Sekunden aus der Gefahrenzone.
Mein Vater war zu gleicher Zeit von seiner Behörde in ständige Alarmbereitschaft versetzt worden, mit Ausgabe von Uniform und scharfer Pistole. So kitschig wie in manchen deutschen Spielfilmproduktionen auf RTL oder SAT1: Wenn es zu einer ernsthaften Eskalation gekommen wäre, hätte ich unter Umständen wirklich meinem Vater gegenübergestanden oder er hätte die wesentlich mutigeren Matze und Bernd erschießen können.
Hat er aber nicht! Und das war die wirklich sensationell gute Nachricht an diesem 7. Oktober 1989. Die Leute, die vor Honeckers Regierungspalast standhaft geblieben waren, hatten den Sieg davon getragen. Die Bilder der wütenden Demonstranten gingen um die Welt und trotz späterer Prügelorgien der Stasi und Volkspolizei und allerlei Festnahmen gab es keinen Schießbefehl und keinen einzigen Toten.

Ohne Palast

Der Arbeitstag 19 Jahre später ging friedlich vorüber und nichts erinnerte mehr an die Zeit vor so vielen Jahren. Mit meiner Kollegin Henna diskutierte ich lange auf der Wiese, ob man verschwundene Feiertage eigentlich ein Leben lang vermissen würde. So wie eine innere Uhr einen schon immer Wochen vorher spüren lässt, dass bald Weihnachten ist, sticht es bei jedem anständigen Ossi am 7. Oktober im Herzen. Obwohl Henna aus Heidelberg kommt und selbst den 17. Juni verloren hatte, kannte sie dieses Gefühl scheinbar nicht. Auf dem Rücken liegend, schaute sie grübelnd in den strahlend blauen Himmel und fragte mich: „Meinst du denn nicht, dass es auch einen Himmel für verlorengegangene Feiertage gibt und gerade jetzt vor einer rostigen Ehrentribüne zigtausende untote Genossen an einem Honeckerzombie in dickem grauen Mantel vorbeimarschieren?“ Ich rollte mich zu ihr hinüber und rief grinsend: „Henna, Scheppert! Sofort in Zweierreihen aufstellen. Es geht los!“

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Weiterlesen kann man in meinem DDR-Buch: “Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens”

oder bei
Spiegel Online

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Sommergeschichte – Kindheit in der DDR

9. September 2012 | von | Kategorie: Blog

4 Annikas Brüste
Da ja nachweislich noch immer Sommer ist, könnt Ihr hier die passende Geschichte dazu lesen. Sie wurde bereits auf “Spiegel Online” veröffentlicht und ist Bestandteil meines DDR-Romans “Mauergewinner”.

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ANNIKAS BRÜSTE
Wie könnte ich meine Familie realistisch beschreiben? Unsere Lieblingsschallplatte in der Kindheit, die “Geschichtenlieder” von Reinhard Lakomy mit ihren wunderlichen Figuren unter dem “Traumzauberbaum”, bildete uns perfekt ab. Mein Vater wog, solange ich denken kann, mehr als 100 Kilo bei einer Größe von nur 1,69 Metern – wir nannten ihn selten “Vati”, sondern “Kürbis Kugelbauch!” oder einfach nur “Kugel”. Die Mutter hatte proportional gesehen die gleichen Maße – nur eben 20 Kilo und 12 Zentimeter weniger. Im Kinderzimmer wurde sie “Teresa Rundlich” genannt. Wenn wir aber etwas von ihr wollten, dann natürlich auch “Mutti”.

Neben der Fettleibigkeit einiger Familienmitglieder waren wir auch eine sehr prüde Sippe. Das Bad wurde immer von innen verschlossen; Familie Schubert zeigte sich nicht gerne nackt. Seit ich meine Eltern trotzdem einmal zusammen in der Badewanne erwischt hatte, begrüßte ich dies auch. Viel Wasser hatten die beiden für ein randgefülltes Wannenbad nicht gebraucht. Ich stand unter Schock, und es war für lange Zeit das letzte Mal, dass ich eine Frau oben ohne sah. Es gab in meiner Jugend keine Pornofilme, keine Sexshops und Rotlichtviertel, keine sexuell aufgeladenen Schimpfwörter. Aufgeklärt wurde ich zumindest in meinem Kinderzimmer nicht.

Wismar

Brüderchen Benny hatte eine Tendenz zum Hängebauchschwein. Zeit meines Lebens möchte ich im Tierpark Berlin eine Patenschaft für eines dieser Tiere übernehmen und es Benny nennen. Als Kleinster und Jüngster der Familie wurde er “Paule Platsch”, der Regentropfen, gerufen. Mich, den aus der Art geschlagenen langen Lulatsch, der für die Eltern und Benny geradezu ausgezehrt wirken musste, rief vor allem Benny ganz aufgeregt bald nur noch “Springginkel” – so hieß die dürre, mürrische Fadennudel in den Geschichtenliedern. Ich konnte damit leben.

Kirschenpflücken mit Annika

In einem FDGB-Urlaub 1983 mit meinen Eltern und Benny, ich war gerade zwölf, traf ich die zwei Jahre ältere Annika. Mit ihren langen, schlanken Beinen war sie ein bisschen größer als ich, hatte schulterlange braune Haare und kastanienfarbene, leuchtende Augen. Nicht nur wenn sie lächelte, war sie das hübscheste Mädchen, das mir bis dahin begegnet war. Wir spielten zusammen Tischtennis, Karten, rannten um die Wette und saßen am Abend auf der Wiese des Sportplatzes und redeten.

An einem der Urlaubstage meldeten wir uns beide freiwillig zur Kirschernte im Ort, während unsere Eltern gemeinsam auf einen Ausflug fuhren. Obwohl es Geld dafür gab, aßen wir die saftigen Früchte lieber selbst und bewarfen uns lachend damit, während wir auf den Bäumen saßen. Als wir am Nachmittag völlig verschwitzt und rot verklebt in unserer Ferienanlage ankamen, fragte mich Annika, ob wir zusammen duschen wollten. Einfach so platzte sie damit heraus. Ich bekam einen Kopf so rot wie die Kirschflecken auf meinem T-Shirt und suchte eilig das Weite.

Nackt 2

Im Zimmer sank ich auf mein Bett. Ich war furchtbar von mir enttäuscht. Natürlich hätte ich dieses wunderschöne Mädchen gerne nackt gesehen. Von nun an schaute ich ständig neugierig auf ihre gewölbte Bluse und träumte von ihrem sonnengebräunten Körper. Doch in ihrer Nähe war ich nervös, schämte mich und wusste nicht wofür. Annika neckte mich nun ununterbrochen. Sie blinzelte mich übermütig an und flüsterte mir nach jedem gemeinsamen Abendbrot in der Hotelhalle ins Ohr, wie erfrischend doch die Dusche in ihrem geheimnisvollen Zimmer wäre. Doch die Tage vergingen, ohne dass ich es auch nur einmal wagte, auf Annikas unmoralisches Angebot einzugehen.

Ausflug an die Ostsee

Freikörperkultur (FKK) in der DDR ist seit jeher ein Mysterium für mich. Ich kann nicht vernünftig erklären, warum meine Landsleute darauf so sehr abfuhren und sich kein bisschen für ihre Blöße schämten. Meinen Mitmenschen im Westen geht es ähnlich wie mir, denn dort herrscht einerseits ein riesiges Interesse an dem Thema, andererseits schüttelt man verständnislos den Kopf, wenn wieder einmal ein Bericht über die ausgelassenen Ossis ohne Badesachen im Fernsehen läuft.

Am vorletzten Tag unseres Urlaubs kamen Annikas und meine Familie auf die Idee, dass wir einmal gemeinsam an die nicht weit entfernte Ostsee fahren könnten. Was mir allerdings nicht klar war: mit getrennten Autos und an verschiedene Strände. Wir fuhren tatsächlich in einer Kolonne bis zu einem Parkplatz im Wald, stiegen aus und verabschiedeten uns in unterschiedliche Richtungen. Annika rief mir hinterher, dass ich gerne einmal auf ihre Seite kommen könnte. Sie würde sich freuen.

Annikas Eltern bevorzugten den FKK-Bereich, während wir natürlich mit extrem breiten Badehosen im Textilsektor lagen. Dennoch, ich war aufgewühlt und neugierig. Ich wollte unbedingt wissen, wie ein junges Mädchen ohne Bikini aussah. Unsere Strände waren nur 300 Meter voneinander entfernt.

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Mutig beschloss ich, auf der Luftmatratze liegend in Richtung FKK-Strand zu paddeln.

Die Badehose – in der Hand

Vom Wasser aus erkannte ich nach einiger Zeit die großen Schilder, die auf das Ende des Textilbereiches hinwiesen. Ich rollte mich von der Luftmatratze ins tiefe Wasser und zog mir umständlich die blaue Badehose herunter. Die Matratze vor mir herschiebend, schwamm ich zum ersten Mal vollkommen nackt an ein Ostseeufer. Unsicher richtete ich mich auf, die Matratze unter dem Arm und in der anderen Hand die geknüllte Badehose. Beides gab mir ein bisschen Schutz vor den Blicken der anderen Badegäste.

Doch niemand interessierte sich für mich, und schon ein bisschen selbstbewusster suchte ich den Liegeplatz von Annikas Familie. Schon von weitem sah ich, dass Annika, als sie mich kommen sah, zu lachen begann. Unsicher grinsend legte ich mich bäuchlings neben sie in den Sand und blinzelte sie an. Auch ihre Eltern schmunzelten. Dann gingen sie ins Wasser. Annika lag auf dem Rücken, den Kopf auf ihren Arm gestützt und redete nun ganz cool mit mir. Bei jedem ihrer Atemzüge bewegten sich die braungebrannten Brüste ein wenig auf und ab. Mir wurde ganz schwummrig und so starrte ich abwärts zwischen ihre Beine auf die volle, dunkelblonde Schambehaarung. Ich konnte mich schon lange nicht mehr umdrehen. Ich hatte eine Erektion, die sich anfühlte, als hätte sie sich tief in den heißen Ostseesand gebohrt.

Nackt 1

Noch Monate später beulte sich meine Hose bei dem geringsten Gedanken an diesen Strandbesuch aus. Mit dem Maßband aus Mutters Nähkasten überprüfte ich nun ständig meinen Entwicklungsstand. Eines Nachts träumte ich von einer engen dampfenden Dusche in einem sommerlichen FDGB-Heim. Ein neckisch blinzelndes Mädchen mit wunderschönen Brüsten drückte sich eng an mich und griff mir behutsam zwischen die Beine. Ich hatte meinen ersten Orgasmus.

Jahre später

Vor nunmehr zehn Jahren wollte ich meine Freundin Sylvie unbedingt einmal auf den Zeltplatz nach Prerow entführen, dem vielleicht schönsten Ostseestrand auf der Darßer Halbinsel. Kilometerlanger, weißer Sandstrand direkt in den Dünen, Meeresrauschen und heimliches Lagerfeuer am Abend inklusive. Obwohl wir recht früh dort ankamen, waren bereits fast alle Plätze belegt, die Rezeption war voller Urlauber, und wir zogen auch noch eine hohe Wartenummer. Um die Zeit zu überbrücken, tranken wir ein frisch gezapftes, köstliches Rostocker Pils.

Ich dachte an Annika. Sie müsste jetzt 29 sein und war sicherlich eine wahre Strandschönheit mit hunderten Verehrern zu ihren Füßen, die ihre braungebrannten Brüste anstarrten. Seit unserer damaligen Begegnung hatte ich sie nicht mehr gesehen und war nie wieder an einem FKK-Strand gewesen.

Als wir endlich unseren Standplatz genannt bekamen, musste ich lächeln. Ich hatte bereits geahnt, dass der Textilbereich ausgebucht sein würde. Diese Wessis!

Lächelnd blinzelte ich meine FKK-unerprobte Freundin aus Westdeutschland an und sagte: “Glück gehabt. Wir sind im wunderschönen Block H, direkt in den Dünen.” Meine Sylvie tat mir ein bisschen leid, so mitten drin in der großen Gemeinschaft der Nackedeis. Am dritten Tag aber schaute sie zum ersten Mal überrascht auf ihre durchgehende Bräune und meinen fast streifenfreien Hintern. Völlig losgelöst sprangen wir nackt in die tosenden Ostseewellen.

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– Annikas Brüste bei Spiegel Online

Bestellen kann man den “Mauergewinner” natürlich bei amazon.de


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Termine Lesungen

1. März 2012 | von | Kategorie: Termine

Wer: Lesebühne “Die Unerhörten”
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Wann: Mittwoch, 23. Mai 2012, 20.30 Uhr
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Wo: Noyman Miller
Hauptstr. 89
Berlin-Friedenau
(www.noymanmiller.de)
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Wie: Eintritt frei
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Thema: Verführung im Mai

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Wer: Lesebühne “Die Unerhörten”
Wann: Donnerstag, 12. April 2012, 20.00 Uhr
Wo: Cafe Tasso
Frankfurter Allee 11
Berlin-Friedrichshain
(Mehr Infos)
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Wie: Eintritt frei

Thema: Wer war das?!

Stargast: Max van der Oos

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Wer: Lesebühne “Die Unerhörten”
Wann: Mittwoch, 28. März 2012, 20.30 Uhr
Wo: Noyman Miller
Hauptstr. 89
Berlin-Friedenau
(www.noymanmiller.de)
Wie: Eintritt frei

Thema: Schlimme Finger

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Wer: Berliner Lesebühne “Die Unerhörten”
Wann: 27.01.2012, 20 Uhr
Wo: Waschsalon
Rheinstr. 62
14159 Berlin-Friedenau
(Nähe S-Bhf. Friedenau )

www.friedenauer-waschsalon.de

Wie: Eintritt frei

Thema:
Schmutzige Wäsche

Im Mittelalter trafen sich die Frauen an der Dorfquelle, um dort Schmutzige Wäsche zu waschen. Hierbei wurden sämtliche Geheimnisse ausgeplaudert und genüsslich zog man über Fehler sowie Missetaten nicht Anwesender her.

Die waschbrettbäuchigen Unerhörten laden Euch diesmal zur Lesung in den wunderbaren Waschsalon nach Friedenau ein.
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Wer: Berliner Lesebühne “Die Unerhörten”
Wann: 08.12.2011, 20 Uhr
Wo: Café Tasso
Frankfurter Allee 11
Berlin-Friedrichshain
(Nähe U-Bhf. Frankfurter Tor)
Wie: Eintritt frei

Thema: Best of

Das Jahr 2011 war unerhört geschichtenreich- wir haben uns bis auf den Monat August stramm durch das Jahr erzählt mit jeweils monatlich neuen, turbulenten, gruseligen, traurigen, lustigen, geheimnisvollen, poetischen, realistischen Geschichten. Da lohnt doch der Griff in die große Kiste mit den tollen Geschichten und alle Unerhörten präsentieren ihre persönlichen Lieblingsgeschichten 2011!

Stargast: Elisabeth R. Hager

Elisabeth schreibt literarisch, arbeitet als Regieassistentin bei Deutschlandradio Kultur & organisiert die intermediale Bühne Avantgarden-of-Eden.blogspot.com

Im Frühling 2012 erscheint im Milena-Verlag ihr Romandebüt “KOMETEN – oder die Zeit nach der Ruhe vor dem Sturm”. Viele kürzere Texte & Gedichte finden sich auf ihrem Blog: Moeglichkeit-Formen.blogspot.com

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Wer: Lesebühne “Die Unerhörten”
Wann: Freitag, 2. Dez. 2011, 20.30 Uhr
Wo: Noyman Miller
Hauptstr. 89
Berlin-Friedenau
( www.noymanmiller.de)
Wie: Eintritt frei

Thema: Leckerbissen

Gehaltvolle Kurzgeschichten – ein garantiert kalorienfreier Ohrenschmaus! Fünf Mitglieder der UNERHÖRTEN lesen Stories rund um das Thema „Leckerbissen“ vor. Freuen Sie sich auf vorweihnachtliche Delikatessen- in Worte gegossen!
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Am Samstag, den 26.11.2011 um 20:00 Uhr
lädt die Studiobühne der „Alten Feuerwache“ zum zweiten Teil der neuen Veranstaltungsreihe ein:
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Einmal im Monat stellen Berliner Autoren verschiedener Lesebühnen sich und ihre Texte vor – ein literarischer Abend in gemütlicher Atmosphäre, zum Zuhören, Nachdenken, Lachen und Genießen.
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Dieses Mal werden für Sie lesen:
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Ariane Meinzer („Die Unerhörten“)
Werner Lutz Kunze („Das Aktuelle Wortstudio“)
Agnieszka Debska („Die Brutusmörder“)
Lydia Kraft („LUNGE“)
Elena C. M. Tüx (Kreuzberger Literaturwerkstatt)

Eintritt: 5€ / ermäßigt 3€

Studiobühne in der Alten Feuerwache, Marchlewskistraße 6
10243 Berlin U 5 / Weberwiese
Karten: 030/4266636
studiobühne@kulturamtfk.de
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Was: Lesung “Alles ganz simpel”
Wer: Horst Schubert & Mark Scheppert
Wann: Mittwoch, 23. November 2011, 18 Uhr
Wo: Sportmuseum Marzahn-Hellerdorf
Eisenacher Str. 121/Ecke Blumberger Damm
12685 Berlin, Tel.: 030/56 49 70 32
(neben den „Gärten der Welt“)
Wie: Eintritt frei

Was noch:
Gespräch mit den Autoren

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Wer: Lesebühne “Die Unerhörten”
Wann: 10. November 2011, 20 Uhr
Wo: Cafe Tasso
Frankfurter Allee 11
Berlin-Friedrichshain
(Nähe U-Bhf. Frankfurter Tor)
Wie: Eintritt frei

Thema:
Nordamerikanische Märchen

www.die-unerhoerten.de

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Am 20.10.2011 bin ich ab 21 Uhr im Offenen Kanal (92,6 MHz – Kabel Deutschland www.alex-berlin.de) in der Sendung “Auslesen” zu hören.

Info:

Lesebühnen erfreuen sich im deutschsprachigen Raum immer größerer Beliebtheit.
Da Berlin wohl die ältesten und bekanntesten Lesebühnen von ganz Deutschland hat und ein dementsprechend zahlreiches Publikum, will die Sendung “Auslesen” einen Überblick über die Berliner Leseszene geben, aber auch weniger bekannten Schreibern eine Chance bieten, sich und ihre Texte darzustellen.
Auslesen lädt bekannte und weniger bekannte Autoren ins Studio ein, damit diese über ihre Texte und ihr Leben reden können.

Oder hier klicken

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Wer: Lesebühne “Die Unerhörten”
Wann: 13. Oktober 2011, 20 Uhr
Wo: Cafe Tasso
Frankfurter Allee 11
Berlin-Friedrichshain
(Nähe U-Bhf. Frankfurter Tor)
Wie: Eintritt frei

Thema:
Toleranzgrenze

Stargäste: Barbara Schilling & Marco W. Linke

Was verzollt man an der Toleranzgrenze? Wohin geht die Reise, wenn man sie überschreitet? Auf den Landkarten der Befindlichkeiten verlaufen viele Grenzen, manche starr, manche fließend, aber alle ziemlich spannend für die unerhörten Autorinnen und Autoren. Packen Sie also den Koffer und reisen Sie mit uns diesseits und jenseits der Toleranzgrenzen- ein grenzenloses Hörvergnügen ist garantiert!
Siehe auch: Homepage “Die Unerhörten”

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Friedrichshainer
Leseabende
in der Feuerwache
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Am Samstag, den 8.10.2011 um 20:00 Uhr
lädt die Studiobühne der „Alten Feuerwache“ zum Auftakt
einer neuen Veranstaltungsreihe ein:
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Einmal im Monat stellen Berliner Autoren verschiedener Lesebühnen sich und ihre Texte vor – ein literarischer Abend in gemütlicher Atmosphäre, zum Zuhören, Nachdenken, Lachen und Genießen.
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Dieses Mal werden für Sie lesen:

Nepomuk Ullmann („Kreuzberger Literaturwerkstatt“)
Mark Scheppert („Die Unerhörten“)
Stefan Thielke („Das Aktuelle Wortstudio“)
Michael Werner („Die Brutusmörder“)
Mena Koller („LUNGE“)
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Eintritt: 5€ / ermäßigt 3€
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Studiobühne in der Alten Feuerwache, Marchlewskistraße 6
10243 Berlin U 5 / Weberwiese
Karten: 030/4266636
studiobühne@kulturamtfk.de
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Homepage Feuerwache

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Wer: Lesebühne “Die Unerhörten”
Wann: 08. September 2011, 20 Uhr
Wo: Cafe Tasso
Frankfurter Allee 11
Berlin-Friedrichshain
(Nähe U-Bhf. Frankfurter Tor)
Wie: Eintritt frei

Thema:
Wahlversprechen

Wer die Wahl hat, hat die Qual! Stimmt das eigentlich? Und wenn ja- lindern (falsche) Versprechen diese Qual? Steckt hinter den bunten Plakaten in der Stadt mehr als der Laternenmast, der sie hält? Was versprechen uns die PR-Profis, wenn es um die Wahl zwischen Pest und Cholera geht? Diesen und anderen Fragen gehen die Unerhörten wie immer originell, überraschend und sicher nicht nur politisch (korrekt) nach. Versprochen!

Siehe auch: Homepage “Die Unerhörten”

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Wann: 18. August 2011, 21 Uhr
Wo: Ori-Berlin
Bar-Gallerie-Projektraum
Friedelstraße 8
Berlin-Neukölln
(Nähe U-Bhf. Hermannplatz)
Wie: Eintritt frei

Thema: Auswärtsspiel

Das Thema ist nicht wortwörtlich zu nehmen, denn eigentlich ist es lediglich für unsere Friedrichshainer Lesebühne ein “Auswärtsspiel”. Wir werden im Ori in Neukölln daher eine Art “Best-of” unserer Texte präsentieren und versprechen Euch einen sehr unterhaltsamen Abend!

(Das ORi ist eine Bar-Galerie, die von sehr engagierten Menschen als Do-It-Yourself- und Low-Budget-Projekt betrieben wird, ein eher kleiner, aber sehr schöner Ort in Königsblau mit edler Wohnzimmer-Atmosphäre)

Wie immer: bitte weitersagen und auch mal nach Neukölln fahren. Ist schön dort!
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14.07.2011 – Café Tasso – Berlin Friedrichshain, Frankfurter Allee 11, Beginn: 20 Uhr

    Die Lesebühne “Die Unerhörten” mit den künftigen Stars der deutschsprachigen Literatur präsentieren hörenswerte Texte zum Thema: “Stilles Wasser”.

    Sechs unerhörte Autoren und Dorothea Münch, als musikalischer Gaststar, werden wie immer unterhaltsam-abgründige, kurzweilig-provokante Texte zum Thema präsentieren. Unerhört eben.

    (Dorothea Münsch ist eine junge Sängerin, die u.a. Songs vom Stillstand, von Neuschnee und vom Dahinschmelzen in stillen Wassern schreibt. Lieder vom Gewohnten und schmerzhaft Vertrauten. Mehr unter: Dorotheas Myspace-Seite)
    .
    Die Unerhörten“ sind kreative, talentierte Autorinnen und Autoren die mit großem Engagement unerhörte Literatur schreiben und ihre Texte seit 2009 gemeinsam in Berlin vorlesen. Das Besondere an den „Unerhörten Leseabenden“ ist die breit gefächerte Individualität der Schreibstile.

    Zu ihren Merkmalen zählen:
    – garantiert unerhörte und demnach neue Texte
    – ein aktuelles oder allgemeingültiges Thema wird kritisch aus sechs verschiedenen Perspektiven beleuchtet
    – keiner kann der inneren Wahrheit der Texte letztlich entkommen
    – die Texte sollen nicht nur eine hörbare, sondern auch eine lesbare Qualität haben
    – sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen

    Doch hören Sie selbst…

    Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :

    Friedhelm Feller, Doris Lautenbach, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer

    Cafe Tasso
    Frankfurter Allee 11
    10247 Berlin,
    Beginn: 20.00 Uhr
    Café Tasso

    …hier mehr

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    09.06.2011, 20 Uhr – Café Tasso – Berlin Friedrichshain, Frankfurter Allee 11

      Thema: Gerüchte und Intrigen

      Die neue Lesebühne “Die Unerhörten” mit den künftigen Stars der deutschsprachigen Literatur präsentiert: Ein Thema – sechs Autoren.


      Ein gutes Gerücht ist wie das Salz in der Suppe, es bringt Stimmung in den Alltag und wächst über sich hinaus, wo immer es Gehör findet.
      Eine geschickte Intrige kann Regierungen stürzen und selbst Liebespaare auseinanderbringen.
      Im Juni wagen sich die Unerhörten an Geschichten frisch aus den Gerüchteküchen und Intrigenschmieden dieser Welt. Ob deftig, herb oder fein abgeschmeckt, ob bitter im Nachgeschmack oder wunderbar süß und saftig – was wir Ihnen im Juni auftischen, wird nicht nur gerüchteweise unerhört sein!
      Dieser Frage gehen die 6 unerhörten Autoren und ein Stargast in ihrer Lesung am 14. April nach. Das Thema wird wie immer aus überraschenden Blickwinkeln beleuchtet. Unterhaltsam-abgründig, kurzweilig-provokant. Unerhört eben.

      Die Unerhörten“ sind kreative, talentierte Autorinnen und Autoren die mit großem Engagement unerhörte Literatur schreiben und ihre Texte seit 2009 gemeinsam in Berlin vorlesen. Das Besondere an den „Unerhörten Leseabenden“ ist die breit gefächerte Individualität der Schreibstile.

      Zu ihren Merkmalen zählen:
      – garantiert unerhörte und demnach neue Texte
      – ein aktuelles oder allgemeingültiges Thema wird kritisch aus sechs verschiedenen Perspektiven beleuchtet
      – keiner kann der inneren Wahrheit der Texte letztlich entkommen
      – die Texte sollen nicht nur eine hörbare, sondern auch eine lesbare Qualität haben
      – sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen

      Doch hören Sie selbst…

      Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :

      Friedhelm Feller, Doris Lautenbach, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer

      Cafe Tasso
      Frankfurter Allee 11
      10247 Berlin,
      Beginn: 20.00 Uhr
      Café Tasso

      …hier mehr

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      Im Rahmen der 1. “Langen Nacht der Bibliotheken” lesen DIE UNERHÖRTEN neben Vertretern weiterer Lesebühnen aus Friedrichshain und Kreuzberg am 08.06.2011. Mit dabei:
      .
      – Die Unerhörten (Kurzgeschichten von Ralph Trommer und Mark Scheppert)
      – Die Brutusmörder (Kurzgeschichten)
      – Literatursaloon LUNGE (szenische Kurzgeschichte und Märchensatire)
      – Das aktuelle Wortstudio (Kurzgeschichten)
      – Kreuzberger Literaturwerkstatt (Gedichte und lyrische Prosa)
      – Die Wortfechterinnen von Avantgarden und der Theaterkapelle (Kurzgeschichten und Romanauszüge)

      Somit haben die Zuhörer die Chance, sich einen Überblick über das literarische Werk dieser Lesebühnen zu verschaffen und können vor allem einmal live erleben, wen es überhaupt in Berlin-Friedrichshain und Kreuzberg gibt.

      Wann: 08.06.2011, 20.00 – 23.00 Uhr

      Wo: Bezirkszentralbibliothek
      Friedrichshain-Kreuzberg
      Frankfurter Allee 14a
      10247 Berlin
      Tel. 90298-5732

      Eintritt frei!

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      14.04.2011, 20 Uhr – Café Tasso – Berlin Friedrichshain, Frankfurter Allee 11

        Thema: Verscherzt

        Die neue Lesebühne “Die Unerhörten” mit den künftigen Stars der deutschsprachigen Literatur präsentiert: Ein Thema – sechs Autoren (ich lese diesmal erstmals eine Story aus “90 Minuten Südamerika”).


        Es gibt Scherzartikel, Scherzfragen und manch einer hält sich gar für einen richtigen Scherzkeks.

        Doch wann hat man eigentlich verscherzt? Wenn man einen schlechten Witz erzählt hat? Wenn man jemanden enttäuscht hat? Und wie schafft man es, sich gründlich alle Sympathien zu verscherzen?

        Dieser Frage gehen die 6 unerhörten Autoren und ein Stargast in ihrer Lesung am 14. April nach. Das Thema wird wie immer aus überraschenden Blickwinkeln beleuchtet. Unterhaltsam-abgründig, kurzweilig-provokant. Unerhört eben.

        Die Unerhörten“ sind kreative, talentierte Autorinnen und Autoren die mit großem Engagement unerhörte Literatur schreiben und ihre Texte seit 2009 gemeinsam in Berlin vorlesen. Das Besondere an den „Unerhörten Leseabenden“ ist die breit gefächerte Individualität der Schreibstile.

        Zu ihren Merkmalen zählen:
        – garantiert unerhörte und demnach neue Texte
        – ein aktuelles oder allgemeingültiges Thema wird kritisch aus sechs verschiedenen Perspektiven beleuchtet
        – keiner kann der inneren Wahrheit der Texte letztlich entkommen
        – die Texte sollen nicht nur eine hörbare, sondern auch eine lesbare Qualität haben
        – sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen

        Doch hören Sie selbst…

        Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :

        Friedhelm Feller, Doris Lautenbach, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer

        Cafe Tasso
        Frankfurter Allee 11
        10247 Berlin,
        Beginn: 20.00 Uhr
        Café Tasso

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        17.03.2011, 20 Uhr – Café Tasso – Berlin Friedrichshain, Frankfurter Allee 11

          Die neue Lesebühne “Die Unerhörten” mit den künftigen Stars der deutschsprachigen Literatur präsentiert:

          Ein Thema – sechs Autoren!

          Sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den “Unerhörten” – und eine weitere, unerhört gute Bonusgeschichte von einem Stargast.

          Doch hören Sie selbst…

          Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :

          Friedhelm Feller, Doris Lautenbach, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer

          Cafe Tasso
          Frankfurter Allee 11
          10247 Berlin,
          Beginn: 20.00 Uhr
          Café Tasso

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          10.02.2011, 20 Uhr – Café Tasso – Berlin Friedrichshain, Frankfurter Allee 11

            Die neue Lesebühne “Die Unerhörten” mit den künftigen Stars der deutschsprachigen Literatur präsentiert:

            Ein Thema – sechs Autoren!

            Sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den “Unerhörten” – und weitere, unerhört gute Bonusgeschichten.

            Doch hören Sie selbst…

            Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :

            Friedhelm Feller, Doris Lautenbach, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer

            Cafe Tasso
            Frankfurter Allee 11
            10247 Berlin,
            Beginn: 20.00 Uhr
            Café Tasso

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            13.01.2011, 20 Uhr – Café Tasso – Berlin Friedrichshain, Frankfurter Allee 11

              Die neue Lesebühne “Die Unerhörten” mit den künftigen Stars der deutschsprachigen Literatur präsentiert:

              Ein Thema – sechs Autoren!

              Sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den “Unerhörten” – und weitere, unerhört gute Bonusgeschichten.

              Doch hören Sie selbst…

              Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :

              Friedhelm Feller, Doris Lautenbach, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer

              Cafe Tasso
              Frankfurter Allee 11
              10247 Berlin,
              Beginn: 20.00 Uhr
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              09.12.2010, 20 Uhr – Café Tasso – Berlin Friedrichshain

                Die neue Lesebühne “Die Unerhörten” mit den künftigen Stars der deutschsprachigen Literatur präsentiert:

                Ein Thema – sechs Autoren!

                Sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den “Unerhörten” – und weitere, unerhört gute Bonusgeschichten.

                Doch hören Sie selbst…

                Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :

                Friedhelm Feller, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer

                Cafe Tasso
                Frankfurter Allee 11
                10247 Berlin,
                Beginn: 20.00 Uhr
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                11.11.2010, 20 Uhr – Café Tasso – Berlin Friedrichshain

                  Die neue Lesebühne “Die Unerhörten” mit den künftigen Stars der deutschsprachigen Literatur präsentiert:

                  Ein Thema – sechs Autoren!

                  Sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den “Unerhörten” – und weitere, unerhört gute Bonusgeschichten.

                  Doch hören Sie selbst…

                  Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :

                  Friedhelm Feller, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer

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                  Beginn: 20.00 Uhr
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                  14.10.2010, 20 Uhr  – Café Tasso – Berlin Friedrichshain

                    Die neue Lesebühne mit den künftigen Stars der unerhörten Literatur präsentiert:

                    Ein Thema – sechs Autoren!

                    Sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den “Unerhörten” – und weitere, unerhört gute Bonusgeschichten.

                    Doch hören Sie selbst…

                    Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) :

                    Friedhelm Feller, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer

                    Cafe Tasso
                    Frankfurter Allee 11
                    10247 Berlin,
                    Beginn: 20.00 Uhr
                    Café Tasso

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                    Von Hamstern & Menschen – Kindheit in der DDR

                    20. Oktober 2011 | von | Kategorie: Blog

                    6a34be5bb4944537bbce660528d3e08e_image_document_large_featured_borderlessLeider ist meine aktuelle Tierparkgeschichte aus dem “Mauergewinner” bei Spiegel Online etwas untergegangen, deshalb hier noch ein kurzer Hinweis darauf:

                    …zerlegte Möbel, fliegender Tierkot und Genickbrüche im Wohnungsflur: Als Kind in Ost-Berlin begeisterte er sich für die Elefanten und Löwen im Tierpark. Am liebsten hätte er sie mitgenommen. Erst als er eigene Haustiere bekam, stellte er fest, dass selbst kleine Tiere großen Ärger machen können…

                    Hier könnt Ihr den Artikel: “Von Hamstern und Menschen” weiterlesen.

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                    Mauergewinner als Ebook

                    1. Oktober 2011 | von | Kategorie: Blog

                    Ebook
                    Eigentlich gibt es mein Buch “Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens” schon etwas länger als Ebook im Apple Store. Da ich allerdings noch immer vollkommen hinter dem Mond lebe und mit einem antiquierten PC arbeite, konnte ich das Wunderwerk nie mit eigenen Augen betrachten.
                    Nun ist das Ebook aber auch bei Amazon im Kindle-Store verfügbar. Bin mal gespannt, ob sich der eine oder andere Leser findet, der mein Buch auf einem kleinen Bildschirmchen lesen will. Ist ja irgendwie nicht sonderlich gut als Weihnachtsgeschenk geeignet. Na mal sehen.
                    .
                    Hier gehts zum Ebook “Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens”

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