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Minigolf – ein schamvolles DDR-Sommermärchen – Kindheit in der DDR

6. August 2015 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog

Krocket beideAusgerechnet Matthias! Seit Wochen prahlte er damit in jeder Hofpause und selbst abends an den Tischtennisplatten gab es kein anderes Thema mehr. So viel war klar: Er war der erste Junge aus meiner Klasse, der mit einem Mädchen gepennt hatte. „Eingelocht“, nannte er das stolz. Doch die Sommerferien standen vor der Tür – das war meine große Chance endlich aufzuschließen.

Ich freute mich auf mein erstes Lager für Arbeit und Erholung, als ich am Bahnhof Lichtenberg in die vielen unbekannten Gesichter schaute. Etwa 30 Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 waren mit dabei und wie im Ferienlager loteten die Jungs schon auf der Hinfahrt aus, bei wem sie wohl landen würden.
Der kleine Zeltplatz lag mitten im Wald an einem See in der Nähe von Waren/Müritz und das Ambiente versprach deutlich mehr als die abgelegenen Ecken des Schulhofes, in denen man sich scheu berührte oder höchstens einmal einem Mädchen die Hand unter den Pulli schob. Natürlich waren meine Aussichten auf Sex nicht sonderlich gut. Ich war hier einer der Jüngsten – noch ganz „grün hinter den Ohren“. Sexuell aufgeladene Schimpfwörter waren mir fremd. Bis dato schrieb ich süße Gedichte in rosafarbene Poesie-Alben und den ersten Geschlechtsverkehr mit einer Frau würde ich mit Sicherheit nicht „einlochen“ nennen.

Während die älteren Jungs für vier Stunden zum Arbeiten in den Wald geschickt wurden, mussten die Neulinge mit den Mädels zur Erdbeerernte. Mein erstes „Date“, wie sie in den West-Filmen immer sagten, war jetzt sicherlich nur noch eine Frage der Zeit. Karsten und ich schlugen uns im Erdbeerfeld die Mägen voll und bewarfen uns gegenseitig mit den Früchten. Nach dem Mittag ging ich rot verklebt zu den zwei Duschen hinter den Holzverschlägen in den Wald. Dort stand bereits Jacqueline. Sie war nackt.

Zu Hause zeigten sich unsere Familienmitglieder nur sehr ungern nackt vor den anderen. Seit ich meine Eltern trotzdem einmal zusammen in der Badewanne erwischt hatte, begrüßte ich das auch. Viel Wasser hatten die beiden nicht für ein randgefülltes Wannenbad gebraucht. Ich stand lange Zeit unter Schock und hatte seitdem keine Frau mehr oben ohne gesehen.

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Verschämt schaute ich zur Seite, entkleidete mich hastig und stellte mich mit meiner blauen Badehose in die Dusche nebenan. „Hey Kleiner, hier duscht man aber nackig!“, hörte ich sie rufen. Mein Kopf wurde so rot wie die Erdbeerflecken auf meinen Wangen. Umständlich ließ ich die Hose auf die Füße hinunterrutschen. Noch immer wagte ich keinen Blick auf das neben mir lachende Mädchen. Ausgerechnet die dunkle Jaqueline, dachte ich geschockt. Sie war schon 16 und schien hier im Lager die Frau mit der größten Fresse zu sein.

Als ob ich es geahnt hätte, redete sie weiter von der Seite auf mich ein: „Hey du. Haste schon mal gefickt?“ – „Wie `n jetzt?“, antwortete ich irritiert. „Hast mich schon richtig verstanden!“ Schüchtern schaute ich hinüber auf ihre schneeweißen Brüste und das kleine schwarze Dreieck zwischen ihren Beinen. „Nein“, sagte ich. „Und haste Bock?“ Mein Herz begann zu rasen und mein Gehirn verarbeitete ihre Frage nur ganz langsam. „Wir kennen uns doch gar nicht“, stotterte ich. Sie strahlte: „Na du bist ja ´n Süßer. Ich kann dir auch erstmal einen runterholen, wenn du willst.“
Ich hatte den Begriff noch nie gehört und wusste nicht, was sie damit meinte. „Lieber nicht“, flüsterte ich kaum hörbar. Mit dem Handtuch um die Hüften lief ich hinüber zu meinem Zelt. Mein Schädel glühte noch immer als ich mich aufs Bett warf. ‚Das scheint hier ja wirklich ganz einfach zu sein’, dachte ich. Eine bisher unbekannte Ader meines Körpers pochte bei dem Gedanken.

Mädels

Dennoch war ich heilfroh, dass sich Jaqueline bei der ersten Lagerdisco an Mario heranschmiss und bei ihm womöglich etwas runterholte. Als die Musik zu spielen begann, hatte ich schon drei Bier getrunken und etliche Zigaretten geraucht, um möglichst cool zu wirken.
Auch mit Alkohol waren meine Erfahrungen begrenzt und so spürte ich ihn recht schnell. Bei der langsamen Runde nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und forderte Sandra zum Tanzen auf. Das niedliche Mädchen mit den schulterlangen blonden Haaren war mir gleich im Zug aufgefallen.
„Willste tanzen?“, fragte ich und schaute dabei schüchtern in ihre grünen Augen.
„Nee, will se nicht!“, zischte es von nebenan. Die brünette Andrea stand plötzlich vor mir. „Aber icke hätte Böcke.“ Sandra zuckte mit den Schultern, während mich Andrea auf die Tanzfläche zog. Langsam drehten wir uns um die eigene Achse. Sie schmiegte sich immer enger an mich und plötzlich spürte ich ihre kalten Finger in meiner Hose.
‚Okay, heute würde ich das durchziehen’, machte ich mir Mut. „Willst du ficken?“, hauchte ich ihr ins Ohr. „Wie’n jetzt?“, brüllte sie zurück. „Hast mich schon verstanden!“ Sie grinste mir ins Gesicht: „Haste denn schon mal?“ Ich schüttelte verlegen den Kopf. „Na dann soll ick dir wohl entjungfan oda wat?“ Auch das verstand ich nicht ganz, da man ja eigentlich nur Frauen entjungfern konnte. „Na gut, meinetwegen. In zehn Minuten in deinem Zelt“, sagte sie forsch und ließ mich perplex inmitten der Tanzenden stehen.

Nackt 3

Andrea erschien pünktlich. Blitzschnell zog sie ihre Klamotten aus und lag nun vollkommen nackt vor mir. „Na los – wat iss?“, fragte sie und spreizte ihre Beine dabei so, dass die kleine Taschenlampe ihr poesiebuchfarbenes Inneres beleuchtete.
Ich wusste nicht was los ist. Auch ich war bereits entkleidet, doch obwohl ich sie lange anstarrte und die leicht aufgerichteten dunklen Warzen ihrer Brüste betrachtete, richtete sich bei mir gar nichts auf. Mir war plötzlich fürchterlich kalt, mich irritierte der ungewohnte Geruch und ich hatte keinerlei Ahnung, wie es jetzt weitergehen sollte. „Kriegste keinen hoch oda wat?“ Sie lachte mir ins Gesicht. Diesmal verstand ich was sie meinte und nickte. Es gab offenbar ein gewisses Zusammenspiel von Hoch und Runter. Eilig zog sie sich an, fauchte: „Na du bist mir ja vielleicht ’ne Pfeife“, und verschwand. Enttäuscht ließ ich mich zurück auf die Matratze fallen.

Andrea hatte leider einen gewissen Status im Lager, nicht zuletzt wegen ihrer großen Klappe. Zwei Tage später hatte sie zudem mit dem größten Rowdy angebandelt. Bald wusste jeder über meinen Patzer Bescheid. Einige Mädchen tuschelten, wenn sie mich sahen, und die älteren Jungs riefen mir „kleine Schwuchtel“ hinterher.
Nach einer Freitagsdisco lauerten mir drei Kerle am See auf. An das Ufer war ich nur gegangen, um mit der kleinen Sandra zu reden. Ich wollte sie davon überzeugen, dass alle Unrecht hatten und ich auf sie – also auf Frauen – stehe.
Sofort merkte ich, dass es die Jungs nicht auf Geplauder angelegt hatten. „Jetzt kriegst du mal so richtig schön eins auf die Fresse, du schwule Sau!“, rief einer und schritt auf mich zu.

Genau in diesem Moment kam die Dorfjugend an den See geschlendert. Beim gestrigen Fußballmatch hatte ich durch Zufall erfahren, dass deren Boss exakt auf denselben Vor- und Nachnamen wie ich hörte und hatte ihn daraufhin angesprochen. Nach der Partie schworen wir uns abseits des Rasens bei Cola-Wodka ewige Treue bevor ich zurück ins Zeltlager getorkelt war. Genau dieser neue „beste Freund“ stand jetzt mit fünf baumstarken Dorfschlägern vor mir und fragte mit mecklenburgischem Akzent: „Was ist denn los, Mark? Gibt’s Ärger?“

Das Blatt hatte sich gewendet. Ich schaute in die ängstlichen Gesichter meiner Peiniger, sagte aber nichts. Auf dem Weg zurück ins Lager entschuldigten sich alle bei mir und luden mich auf ein Getränk meiner Wahl ein.
Noch an diesem Abend knutschte ich stundenlang mit Sandra, nicht nur um allen zu zeigen, dass ich kein Homo wäre. Ich hoffte das zumindest, denn noch immer hatte ich ja nicht „eingelocht“.
Sabine

Sandra schien mir dafür genau die Richtige zu sein. Sie war in meinem Alter, hatte selbst noch nie mit einem Typen geschlafen und wir hatten uns in den letzten Tagen am See richtig ineinander verknallt. Sie war sauhübsch und hatte vor allem viel Humor, was die Sache zu erleichtern schien.
Zurück in Berlin ergab sich die perfekte Möglichkeit. Meine Eltern waren zusammen mit Brüderchen Benny und Oma Halle in den Urlaub gefahren. Ich hatte durchgeboxt, dass ich nur die zweite Woche nachkommen bräuchte. Das hieß: eine Woche „sturmfrei“! Sofort lud ich Sandra ein, bei mir zu übernachten.
Wir alberten herum, sagten uns oft, dass wir super aussähen und auch, dass dies unsere Nacht werden würde. Alles lief wie am Schnürchen. Während wir, auf der Wohnzimmercouch liegend, Musik hörten und dabei lauwarm-süßen Rotkäppchen-Sekt tranken, zogen wir uns langsam aus. „Ich finde es schön, wenn du mit deiner Hand meine Brust berührst“, hauchte sie mir ins Ohr. Ich lächelte verlegen und dachte: ‚Am liebsten würde ich heute nichts anderes machen’ – einfach nur, um mir die Peinlichkeit eines weiteren Versagens beim Minigolf zu ersparen.
Dennoch schaute ich ab und an nervös an mir herab. Sandra schien das zu bemerken. Zärtlich streichelte sie meinen Oberschenkel und küsste mich dabei sanft. Das tat gut. Gemeinsam beobachteten wir meine beginnende Erektion. Erleichtert schaute ich in ihre leuchtend grünen Augen und flüsterte: „Wollen wir?“

Plötzlich ging das Türschloss und nur Sekunden später standen Mutter, Vater, Benny und Oma Halle mitten im Wohnzimmer. Unsere Klamotten lagen im ganzen Zimmer verstreut. Eine Ewigkeit später hatte mein Vater Erbarmen und warf endlich unsere Sachen zu uns herüber.

Silvester früher

Meine Eltern schwärmten noch lange von diesem Ereignis. An vielen heimeligen Weihnachtsabenden war es ein Schwank aus alten DDR-Tagen, um die jeweils zukünftige Schwiegertochter in unserer Familie willkommen zu heißen. Ich konnte ihre Euphorie leider nie teilen. Sie hatten mir damals, nur weil sie nach 50 Kilometern umgekehrt waren, um „nach dem Rechten“ zu schauen, schon wieder alles komplett versaut.

Am zweiten Schultag nach den Sommerferien holte mich Sandra nach dem Unterricht von der Schule ab. Schon von weitem winkte sie mir zu. Matthias trat neben mich. „Na, das ist ja mal ’ne geile Braut! Und haste schon eingelocht?“
Ich ließ ihn stehen und nahm mein Mädchen glücklich in die Arme.
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Zum Weiterlesen: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens oder Freund werden bei Facebook.
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Annikas Brüste – FKK-Kindheit in der DDR

22. August 2014 | von | Kategorie: Blog, Mauergewinner Leseproben

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Wie soll ich meine Familie realistisch beschreiben? Unsere Lieblingsschallplatte in der Kindheit, die “Geschichtenlieder” von Reinhard Lakomy mit ihren wunderlichen Figuren unter dem “Traumzauberbaum”, bildete uns perfekt ab. Mein Vater wog, solange ich denken kann, über 100 Kilo bei einer Größe von nur 1.69 Metern – wir nannten ihn selten „Vati“, sondern „Kürbis Kugelbauch“ oder einfach nur „Kugel“. Die Mutter hatte proportional gesehen die gleichen Maße – nur eben 20 Kilo und 12 Zentimeter weniger. Sie wurde im Kinderzimmer der Mollstraße „Teresa Rundlich“ genannt. Wollten wir wirklich etwas von ihr, dann natürlich auch „Mutti“.
Neben der Fettleibigkeit einiger Familienmitglieder waren wir auch eine sehr prüde Sippe. Das Bad wurde immer von innen verschlossen; Familie Scheppert zeigte sich nicht gerne nackt. Seit ich meine Eltern trotzdem einmal zusammen in der Badewanne erwischt hatte, begrüßte ich dies auch. Viel Wasser hatten die beiden für ein randgefülltes Wannenbad nicht gebraucht. Ich stand unter Schock und es war für lange Zeit das letzte Mal, dass ich eine Frau oben ohne sah. Es gab in meiner Jugend keine Pornofilme, keine Sexshops und Rotlichtviertel, keine sexuell aufgeladenen Schimpfwörter. Aufgeklärt wurde ich zumindest in meinem Kinderzimmer nicht.

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Brüderchen Benny hatte einen Hang in Richtung Hängebauchschwein. Zeit meines Lebens möchte ich im Tierpark Berlin eine Patenschaft für eines dieser Tiere übernehmen und es Benny nennen. Als kleinste und jüngste Sau der Familie wurde er „Paule Platsch“, der Regentropfen, gerufen. Mich, den aus der Art geschlagenen, langen Lulatsch, der für meine Eltern und Benny geradezu ausgezehrt wirken musste, rief vor allem Benny ganz aufgeregt bald nur noch „Springginkel“ – so hieß die dürre, mürrische Fadennudel in den Geschichtenliedern. Ich konnte damit leben.

In einem FDGB-Urlaub mit meinen Eltern und Benny, ich war gerade zwölf, traf ich die zwei Jahre ältere Annika. Mit ihren langen, schlanken Beinen war sie ein bisschen größer als ich, hatte schulterlange braune Haare und kastanienfarbene, leuchtende Augen. Nicht nur wenn sie lächelte, war sie das hübscheste Mädchen, das mir bisher begegnet war. Wir spielten zusammen Tischtennis, Karten, rannten um die Wette und saßen am Abend auf der Wiese des Sportplatzes und redeten.
An einem der Urlaubstage meldeten wir uns beide freiwillig zur Kirschernte im Ort, während unsere Eltern gemeinsam auf einen Ausflug fuhren. Obwohl es Geld dafür gab, aßen wir lieber die saftigen Früchte und bewarfen uns lachend damit, während wir auf den Bäumen saßen. Als wir am Nachmittag völlig verschwitzt und rot verklebt in unserer Ferienanlage ankamen, fragte mich Annika, ob wir zusammen duschen wollten. Einfach so platzte sie damit heraus. Ich bekam einen Kopf, so rot wie die Kirschflecken auf meinem T-Shirt und suchte eilig das Weite.
Im Zimmer sank ich auf mein Bett. Ich war furchtbar von mir enttäuscht. Natürlich hätte ich dieses wunderschöne Mädchen gerne nackt gesehen. Von nun an schaute ich ständig neugierig auf ihre gewölbte Bluse und träumte von ihrem sonnengebräunten Körper. Doch in ihrer Nähe war ich nervös, schämte mich und wusste nicht wofür. Annika neckte mich nun ununterbrochen. Sie blinzelte mich übermütig an und flüsterte mir nach jedem gemeinsamen Abendbrot in der Hotelhalle ins Ohr, wie erfrischend doch die Dusche in ihrem geheimnisvollen Zimmer wäre. Doch die Tage vergingen, ohne dass ich es auch nur einmal wagte, auf Annikas unmoralisches Angebot einzugehen.
Im Meer

Freie Körper Kultur (FKK) in der DDR ist seit jeher ein Mysterium für mich. Ich kann nicht vernünftig erklären, warum meine Landsleute darauf so sehr abfuhren und sich kein bisschen für ihre Blöße schämten. Meinen Mitmenschen im Westen geht das genauso, denn dort herrscht einerseits ein riesiges Interesse an dem Thema, gleichzeitig wird verständnislos mit dem Kopf geschüttelt, wenn wieder einmal ein Bericht über die ausgelassenen Ossis ohne Badesachen im Fernsehen läuft.

Am vorletzten Tag unseres Urlaubs kamen Annikas und meine Familie auf die Idee, dass wir auch einmal gemeinsam an die nicht weit entfernte Ostsee fahren könnten. Was mir allerdings nicht klar war: mit getrennten Autos und an verschiedene Strände. Wir fuhren tatsächlich in einer Kolonne bis zu einem Parkplatz im Wald, stiegen aus und verabschiedeten uns in unterschiedliche Richtungen. Annika rief mir hinterher, dass ich gerne einmal auf ihre Seite kommen könnte. Sie würde sich freuen.
Annikas Eltern bevorzugten den FKK-Bereich, während wir natürlich mit extrem breiten Badehosen im Textilsektor lagen. Dennoch, ich war aufgewühlt und neugierig. Ich wollte unbedingt wissen, wie ein junges Mädchen ohne Bikini aussah. Unsere Strände waren nur 300 Meter voneinander entfernt.
Mutig beschloss ich, auf der Luftmatratze liegend in Richtung FKK-Strand zu paddeln.
Vom Wasser aus erkannte ich nach einiger Zeit die großen Schilder, die auf das Ende des Textilbereiches hinwiesen. Ich rollte mich von der Luftmatratze ins tiefe Wasser und zog mir umständlich die blaue Badehose herunter. Die Matratze vor mir herschiebend, schwamm ich zum ersten Mal vollkommen nackt an ein Ostseeufer. Unsicher richtete ich mich auf, die Matratze unter dem Arm und in der anderen Hand die geknüllte Badehose. Beides gab mir ein bisschen Schutz vor den Blicken der anderen Badegäste.
Ostsee 1
Doch niemand interessierte sich für mich, und schon ein bisschen selbstbewusster suchte ich den Liegeplatz von Annikas Familie. Schon von Weitem sah ich, dass Annika, als sie mich kommen sah, zu lachen begann. Unsicher grinsend legte ich mich bäuchlings neben sie in den Sand und blinzelte sie an. Auch ihre Eltern schmunzelten. Dann gingen sie ins Wasser. Annika lag auf dem Rücken, den Kopf auf ihren Arm gestützt und redete nun ganz cool mit mir. Bei jedem ihrer Atemzüge bewegten sich die braun gebrannten Brüste ein wenig auf und ab. Mir wurde ganz schummrig und so starrte ich abwärts zwischen ihre Beine auf die volle, dunkelblonde Schambehaarung. Ich konnte mich schon lange nicht mehr umdrehen. Ich hatte eine Erektion, die sich anfühlte, als hätte sie sich tief in den heißen Ostseesand gebohrt.
Noch Monate später beulte sich meine Hose bei dem geringsten Gedanken an diesen Strandbesuch aus. Mit dem Maßband aus Mutters Nähkasten überprüfte ich nun ständig meinen Entwicklungsstand. Eines Nachts träumte ich von einer engen dampfenden Dusche in einem sommerlichen FDGB-Heim. Ein neckisch blinzelndes Mädchen mit wunderschönen Brüsten drückte sich eng an mich und griff mir behutsam zwischen die Beine. Ich hatte meinen ersten Orgasmus.

Einer der schönsten Ostseestrände der DDR lag in Prerow. Ich wusste das nicht, bis Otmar mich in der 11. Klasse fragte, ob ich nicht mal dorthin mitkommen wollte. Seine Familie besaß dort einen Dauercampingplatz. Prerow liegt am äußersten Rand der Darßer Halbinsel, und der Zeltplatz befindet sich an einem kilometerlangen weißen Sandstrand direkt in den Dünen, Meeresrauschen und Lagerfeuer am Abend inklusive.
Neben Otmars Familie campten ringsherum allerlei Bekannte und Freunde, sodass sich dort über Jahre eine richtige Kommune gebildet hatte. Sämtliche Sommerwochenenden von Mai bis September und der komplette Urlaub wurden in Prerow verbracht – bei den Reisemöglichkeiten in der DDR und der dort herrschenden ausgelassenen Stimmung konnte ich das später sogar gut nachvollziehen. Seit Neuestem sprach man hier oben besonders offen und kritisch über die Verhältnisse in unserer Republik.

Zu meinem Einstand musste ich allein mit dem Zug anreisen. Um meine Freunde zu überraschen, bestand der Inhalt meines Rucksacks zu 85 Prozent aus Berliner Pilsner; das “Rostocker” hier oben war ja nicht genießbar, hatte man mir vorher erzählt. Bereits im Zug lernte ich ein lustiges Pärchen kennen und mit Hilfe ihrer und meiner Getränke wurde bei brütender Hitze schnell eine angenehme Ferienstimmung erreicht. In Barth setzte ich mich völlig geplättet in einen vollbesetzten Bus nach Prerow. Bei nunmehr 35 Grad im Schatten begann ich meine Suche nach Block H.
Ostsee heute
Ich musste eine Pause einlegen, setzte mich abseits des Weges in den Schatten der Kiefern und machte mir aus Mangel an Alternativen ein lauwarmes Bier auf. Ich dachte an Annika. Sie müsste jetzt 19 sein und war sicherlich eine wahre Strandschönheit mit hunderten Verehrern zu ihren Füßen, die ihre braungebrannten Brüste anstarrten. Seit unserer damaligen Begegnung hatte ich sie nicht mehr gesehen und war nie wieder an einem FKK-Strand gewesen.
Jemand riss mich aus meinen Gedanken und warf mich von hinten um. Mit riesigem Gelächter fielen Otmar und David über mich her. Natürlich fanden sie es lustig, dass sie mich hier, mit knallrotem Kopf, allein beim Biertrinken trafen. Ich hob entschuldigend die Arme und gab den Jungs ein “Berliner” aus dem Rucksack. Wir saßen glücklich im heißen Sand und genossen das tosende Meer. Bei hohem Seegang folgte ich den beiden zum Zelt, verlor zwischendurch das Gleichgewicht und fiel, ohne mich abzustützen, genau aufs Gesicht. Ich hatte einen Sonnenstich und meine Bewegungsabläufe nicht mehr im Griff.
Als ich die Augen wieder öffnete, glotzten mich jede Menge nackte Menschen an – junge wie alte, fette und dürre. Schlagartig wurde mir klar: Mist, FKK! Doch meine Scham hatte sich offenbar im Alkoholrausch verflüchtigt. Ich strampelte meine Klamotten aus und rannte laut brüllend in die kühlenden Ostseewellen.
Splitternackt schlief ich genau in der Mitte des Strandes ein und wachte gegen 19 Uhr völlig steif gefroren wieder auf. Obwohl ich am ganzen Körper zitterte, spürte ich gleichzeitig ein fürchterliches Brennen auf meiner Haut. Ich hatte mich von oben bis unten, aber besonders am einst weißen Hintern verbrannt. Mit schmerzverzerrtem Gesicht befühlte ich die rohen Stellen und ertastete auch die große blutverkrustete Schramme meiner Wange. Ich wollte nur noch ins Zelt und niemanden sehen.
Am nächsten Tag sah ich zwar immer noch aus wie ein kriegsbemalter Ostindianer aus einem DEFA-Film, aber es ging mir schon besser. Otmar erzählte, dass fast alle befreundeten Dauerzelter rings herum gefragt hätten, was das denn für ein komischer Kauz wäre, den er da angeschleppt hatte. Ich konnte kaum sitzen, so sehr brannte mein Gesäß, und dachte genervt: FKK und ich, das passt irgendwie nicht zusammen.
Nackt icke
Vor einigen Jahren wollte ich Sylvie unbedingt einmal auf den Zeltplatz nach Prerow entführen.
Obwohl wir recht früh dort ankamen, waren bereits fast alle Plätze belegt, die Rezeption war voller Urlauber, und wir zogen auch noch eine hohe Wartenummer. Um die Zeit zu überbrücken, tranken wir ein frisch gezapftes, köstliches Rostocker Pils und als wir endlich unseren Standplatz genannt bekamen, musste ich lächeln. Ich hatte bereits geahnt, dass der Textilbereich ausgebucht sein würde. Diese Wessis!
Lächelnd blinzelte ich meine FKK-unerprobte Freundin aus Westdeutschland an und sagte: “Glück gehabt. Wir sind im wunderschönen Block H, direkt in den Dünen.“ Meine Sylvie tat mir ein bisschen leid, so mitten drin in der großen Gemeinschaft der Nackedeis. Am dritten Tag aber schaute sie zum ersten Mal überrascht auf ihre durchgehend gebräunten Brüste und meinen knackigen, streifenfreien Hintern. Völlig losgelöst sprangen wir nackt in die tosenden Wellen.
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Hier geht es zum Mauergewinner-Buch inklusive dieser Geschichte & anbei noch ein Erinnerungsbild aus Prerow aus dem Jahr 2014.
Prerow 2014
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