Archive for Januar 2017

Auf echt gute Freunde – Venezuela 1998

30. Januar 2017 | von | Kategorie: 90 Minuten Leseproben, Aktuelles, Blog

Palme Klettern… ein rostiger Seelenverkäufer bringt uns nach Puerto la Cruz und mit einem Colectivo fahren wir in das Geheimtipp-Örtchen. Wir werden nicht enttäuscht! Santa Fe ist ein karibischer Traum und wir sind zusammen mit zwei süßen Mädels aus Mainz und Worms die einzigen ausländischen Touristen. Wir finden eine gemütliche Posada und trinken eisgekühlte Cocktails in einer Bar, die mitten auf dem Strand steht. Genau der richtige Flecken Erde, um den Urlaub ausklingen zu lassen.
Mit einem Fischerboot lassen wir uns auf eine Insel des Mochima Nationalparks schippern. Eine Delfinfamilie begleitet schnatternd unseren Weg und als wir das Eiland betreten, wissen wir, dass wir nun endgültig im grün-weiß-blauen Paradies gelandet sind. Große Kokospalmen werfen Schatten auf pulvrigen Sand, der in kristallklarem Wasser mündet. Wir stellen die Kühlbox unter die Bäume und schnorcheln die Küstenlinie entlang. Mit der Strömung lassen wir uns treiben. Aquariumfische begleiten uns über farbenfrohe Korallengärten. Wir sehen Tinten- und Trompetenfische, Seeigel und -sterne, Muränen und sogar einen gewaltigen Rochen. Allmählich verlieren wir das Zeitgefühl beim Eintauchen in eine andere Welt. Die Insel ist im Norden viel schroffer. Raue Felslandschaften und scharfkantige Klippen ragen hier ins Meer. Wir schwimmen von einer Bucht in die nächste und als wir erkennen, dass wir nirgendwo einen Ausstieg finden werden, machen wir uns auf den Rückweg. In kräftigen Zügen müssen wir nun gegen eine starke Strömung ankämpfen. Plötzlich sehe ich Göte aufgeregt mit den Armen rudern und schwimme hinüber. „Scheiße, ich hab einen Krampf“, ruft er mit leichter Panik in der Stimme. ‚Nicht dein Urlaub’, denke ich, denn auch bei den Mainz-Worms-Dantas waren gestern nur Matze und Jenna in die zweite Runde gekommen.
Strand
„Warte!“, brülle ich, hole tief Luft und packe unter Wasser sein rechtes Bein, um den Krampf, wie beim Fußball, herauszudehnen. Schwer atmend tauche ich wieder auf. „Das funktioniert so nicht Scheppi“, röchelt er verzweifelt. Auch die Flut scheint nun einzusetzen, denn das Meer ist auf einmal aufgewühlt und die Wellen werden immer höher. „Halt dich an meinen Schultern fest!“, schreie ich ihn an. Doch obwohl ich ein ganz guter Schwimmer bin, komme ich – mit ihm im Nacken – nur mühsam voran. Langsam werde auch ich unruhig. Doch plötzlich erblicke ich zwei Wesen, die schnatternd unseren Weg kreuzen. Nein, keine Delfine. Matze und Jenna. Abwechselnd nehmen wir Göte ins Schlepptau. Wir kraulen, wie noch nie im Leben und schlucken literweise salziges Wasser. Schließlich gelingt es uns, ruhigere Gewässer zu erreichen.
Noch Minuten später kann ich mein Herz bis zum Hals schlagen hören. Neben mir hustet sich Jenna etliche rote Marlboro aus der Lunge und auch Matze liegt auf dem Rücken im Sand und versucht, wieder gleichmäßiger zu atmen. Nur Göte sitzt im Schatten einer Palme und hat den Kopf in die Hände gestützt. Ich schaue in den wolkenlosen Himmel und denke nach.
Schnorcheln
Meine vierte Reise nach Lateinamerika geht nun bald zu Ende. Ein Gefühl sagt mir, dass ich bisher oftmals, ohne Sinn und Verstand durch diese exotischen Länder gereist war. Ich hatte nie richtig hinterfragt, warum ich das überhaupt tat. Einfach nur, um einen weiteren roten Punkt, auf eine imaginäre Weltkarte zu kleben? Was war mir wirklich wichtig gewesen? Andere Kulturen kennen zu lernen, andere Landschaften zu sehen, andere Architekturen zu bestaunen, andere Lebensweisen zu begreifen, andere Menschen zu treffen, andere Bier- und Fischsorten zu testen, andere Musik zu hören, oder anderen Sex zu haben?
Göte kommt nach vorne gelaufen, drückt uns ein Bier in die Hand und stammelt: „Ich muss mich bei euch bedanken. Ihr habt mir eben echt das Leben gerettet. Ihr seid richtig gute Freunde!“ Ich drehe mich nicht um. ‚Vielleicht bin ich ja genau deswegen hier’, denke ich ergriffen. Manchmal muss man eben sehr weit reisen, um in solch einem Moment, genau das zu begreifen: Ja, auch mir ist die Freundschaft mit den Jungs mehr wert, als das Bewundern der ganzen Welt!
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Zum Weiterlesen: 90 Minuten Südamerika
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Lesung am 9. Februar 2017 im Café Tasso mit “Die Unerhörten” und Mio Mandel

25. Januar 2017 | von | Kategorie: Blog, Termine

P1110154Habt Ihr im schrecklich kalt-grauen Februar nicht Lust auf schlüpfrige Geschichten? Dann kommt am 9.02. zu uns, denn wir präsentieren Euch diesmal sechs unerhörte Geschichten zum Thema „Anzüglich“. Besonders freuen wir uns auf unseren Stargast Claudia Schön.
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Wo: Café Tasso, Frankfurter Allee 11 (U-Bhf. Frankfurter Tor)
Wann: 9.02.2017 ab 20 Uhr mit freiem Einlass (Spenden only)
Wer: Lesebühne „Die Unerhörten“ mit Stargast Claudia Schön alias Mio Mandel
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Katarina Witt – Alles ganz simpel – Alltag in der DDR

20. Januar 2017 | von | Kategorie: Alles ganz simpel Leseproben, Blog

Deutsche Sportverlag DDR

Foto: Deutscher Sportverlag DDR

Natürlich stand ich in engem Kontakt zu unserem DTSB-Präsidenten Manfred Ewald. Obwohl ihm oftmals vorgehalten wurde, dass er recht diktatorisch waltete, kam ich immer mit ihm klar. Vor allem fand ich gut, dass er nie nachtragend war. Ein Beispiel: Bei wichtigen Verlagsentscheidungen musste ich an den Sekretariatssitzungen des DTSB teilnehmen. Ewald leitete die Sitzung. Wenn er sagte: „Die Decke ist grün“, nickten seine Untergebenen und antworteten: „Ja, Genosse Ewald, hellgrün.“ Das Perfide daran war, dass man mit ihm eigentlich diskutieren konnte, die meisten trauten es sich nur nicht. Jedenfalls hatte ich in dieser Sitzung zu einer Buchproduktion eine andere Auffassung und vertrat diese dort auch engagiert. Im Verlag wertete ich die Tagung dann immer mit meinen Kollegen aus und erzählte diesmal, dass wir uns wegen der einen Geschichte gestritten hätten. Jemand musste das bei Ewald gepetzt haben, denn der bestellte mich sofort am nächsten Tag ein und mahnte: „Du hast nicht auszuwerten, wer was bei uns besprochen hat, sondern was beschlossen wurde. Dass wir uns gestritten haben, darf nicht Bestandteil deiner Auswertungen sein.“
Ein paar Wochen später fand wieder Sekretariatssitzung statt an der ich teilnahm und wieder kam es zu einem Disput zwischen Ewald und mir. Franz Rietz, einer der DTSB-Vizepräsidenten, rief mir zu: „Du musst doch ganz ruhig sein. Du hast doch schon beim letzten Mal eine Ansage von Manfred bekommen.“ Ewald widersprach energisch: „Ja, Franz, aber damit war der Fall für mich auch erledigt. Das hier ist eine neue Diskussion.“
Foto: Deutscher Sportverlag DDR

Foto: Deutscher Sportverlag DDR


Auf der Leipziger Buchmesse im März 1988 hatte mich ein Westdeutscher Verleger angesprochen, ob wir nicht einen Bildband über Katarina Witt – exklusiv für ihre Eisrevue durch Westdeutschland – herausbringen könnten. Natürlich wollten wir das machen, schließlich ging es um ca. 8000 Exemplare für die wir harte Devisen bekommen würden. „Ich brauche das Buch aber im August“, fügte er hinzu. Das war das eigentliche Problem, denn in der DDR wurden die Produktion von Büchern und Abläufe in den Druckereien sehr lange im Voraus geplant. Flexibilität war oftmals nicht möglich. Dennoch sagte ich: „Okay, das machen wir“, und besiegelte es per Handschlag. Wir schafften es tatsächlich den wunderbaren Bildband „Katarina – Eine Traumkarriere auf dem Eis“, rechtzeitig zu produzieren. Es war ein reines Exportprodukt und wurde in der DDR nicht verkauft.
Ich verbrachte gerade mit Jutta meinen Urlaub im Garten in Priort, als mich mein Stellvertreter Werner Schreier mit einem Besuch überraschte. „Mensch, Horst, da ist große Scheiße passiert. Hast du denn das Witt-Buch ohne eine Genehmigung herausgebracht?“ Für Dienstag wurde extra eine Parteileitungssitzung einberufen, zu der sogar der Ewald kommt!“ Ich fuhr also aus dem Urlaub zurück, doch erst im Verlag begriff ich, was geschehen war. In vielen westdeutschen Zeitungen war das Buch über Katarina Witt rezensiert worden und machte überall positive Schlagzeilen. Da die Westpresse immer für die Politbüromitglieder ausgewertet wurde, bekam auch Egon Krenz, der im ZK mittlerweile für Sport verantwortlich war, davon Wind. Sofort rief er bei Manfred Ewald an und fragte: „Hast du das eigentlich genehmigt?“ Der antwortete überrumpelt: „Nein, Egon, ich kenn das Buch ja nicht einmal.“
Foto: Deutscher Sportverlag DDR

Foto: Deutscher Sportverlag DDR


In der Sonderparteileitungssitzung wurde ich minutenlang niedergemacht, dass ich nicht nur den Sportverlag, den DTSB und alle Werktätigen der DDR betrogen hätte, sondern auch das komplette sozialistische Lager. Obwohl in dem Bildband nicht ein einziges böses oder verwerfliches Wort über unser Land stand – ganz im Gegenteil – hatte ich scheinbar den Weltfrieden aufs Spiel gesetzt. Ewald saß neben mir und ich flüsterte ihm ins Ohr: „Manfred, ich hab dir doch sofort nach der Messe einen Brief geschrieben und da du dich nicht geäußert hast, dachte ich, dass alles in Ordnung geht.“ Er antwortete: „Weißt du wie viele Briefe mich am Tag erreichen? Du hättest mich einfach mal anrufen sollen.“ Eigentlich alles ganz simpel, doch in der DDR wurden oftmals aus Lappalien Dramen gemacht.
Im November 1988 wurde Ewalds Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen bekannt gegeben und der Nachfolger vorgestellt. Doch auch mit Klaus Eichler, der von Egon Krenz vorgeschlagen worden war, konnte ich sehr gut zusammenarbeiten. Da er zuvor viele Jahre Generaldirektor des FDJ-Reisebüros „Jugendtouristik“ gewesen war, verstand er eben auch, wie man einen Betrieb leitete – er hatte Ahnung von dem, was wir taten.
Foto: Deutscher Sportverlag DDR

Foto: Deutscher Sportverlag DDR


Zu unserem 40-jährigen Betriebsjubiläum lernte ich ihn persönlich kennen. Unser Verlag sollte den Vaterländischen Verdienstorden in Gold bekommen, den uns Krenz überreichen würde. Es war klar, dass ich zu diesem Anlass eine Rede halten müsse. Wie es in der DDR offenbar üblich war, musste ich diese zuvor im Zentralkomitee der SED, Abteilung Sport, zum Absegnen einreichen. Mitarbeiter Rühmann sagte mir nach der Durchsicht: „Du, der Egon hört das Wort ‚Athleten’ nicht so gern – mach da mal lieber ‚Sportler’ draus.“ Obwohl das gegen meine Journalistenehre verstieß, da ich nun unzählige Wortwiederholungen im Text hatte, änderte ich die Passagen und gab sie wieder rüber. Als ich die genehmigte Rede abholte, fragte Rühmann: „Sag mal, wenn der Egon euch den Orden überreicht, musst du doch auch noch ein paar Dankesworte sagen.“ Ich nickte. Das war doch selbstverständlich. „Dann schreib die mal bitte auch auf und lass sie prüfen.“ So ein Schwachsinn – doch ich tat wie mir geheißen.
Die Veranstaltung fand im großen Saal des Berliner Verlages statt. Vor der Tür traf ich Krenz und fragte ihn, ob er denn zu der kleinen Zusammenkunft kommen würde, die im Anschluss stattfand. Doch er erklärte mir, dass er dafür keine Zeit habe. Ich hielt also meine überprüfte Rede und las sogar die Dankesworte vom Zettel ab. Thomas Köhler, der Vizepräsident für Wintersport im DTSB, saß danach neben mir und sagte: „Die Worte zum Schluss hättest du ja wenigstens mal aus dem Stehgreif sagen können Horst.“ Viel zu laut antworte ich: „Können ja, aber nicht dürfen.“ Die Idiotie an der Sache: ich war nicht der Einzige in unserem Land, dem das so erging. Abertausende mussten ihre Reden zuvor von zuständigen Stellen freigeben lassen. Wie viel unnütze Zeit damit verbracht wurde!
Foto: Deutscher Sportverlag DDR

Foto: Deutscher Sportverlag DDR


Mir erzählte mal ein Kollege, der eine Ansprache vorbereitet hatte, weil ein bedeutender Sportler den „Stern der Völkerfreundschaft in Gold“ überreicht bekommen sollte, was ihm widerfuhr. Erich Honecker las den Text, machte ein „X“ an die Seite und schrieb an den Rand „großer“. Unser Staatsratsvorsitzender hatte also diese unwichtige Rede persönlich gelesen, um dann lediglich festzustellen, dass derjenige den „großen Stern der Völkerfreundschaft in Gold“ erhielt.
Egon Krenz blieb dann doch noch zur anschließenden Verlagsfete, als er hörte, dass ich nicht nur die Funktionäre, sondern auch die Kraftfahrer, Putzfrauen und Aushilfen unseres Verlages eingeladen hatte. Das gefiel ihm.

Doch schon 1990 hörte mein Land auf zu existieren. Der Niedergang mit den vorangegangenen Massenfluchten über Polen, Ungarn und die CSSR und der spätere Mauerfall erfolgten jedoch in einem Tempo, das nicht nur mich vollkommen überraschte.
Honecker hatte kurz davor noch geschwafelt: „Wir weinen niemandem eine Träne nach, der unser Land verlassen will.“ Ich hatte mich entsetzt in der folgenden Parteiversammlung zu Wort gemeldet und gesagt: „Ich teile diese Auffassung nicht. Ich weine den Leuten Tränen nach, denn es kann doch nicht sein, dass wir hier den Sozialismus errichten wollen und so viele Leute unser Land verlassen.“ Dass ich dafür nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, zeugte allerdings schon davon, dass wir am Scheideweg standen. Ein Parteiverfahren wäre üblich gewesen.

Foto: Deutscher Sportverlag DDR

Foto: Deutscher Sportverlag DDR


Mitte September 1989 waren wir zusammen mit den Senioren (ehemaligen Mitarbeitern) zu unserem jährlichen Betriebsausflug aufs Land aufgebrochen. In dem Ort und an der Kirche hingen große Aushänge mit Forderungen, die ein so genanntes „Neues Forum“ verbreitete. Ich sagte zu meinen Kollegen: „Ich glaube, wir sollten lieber nach Berlin zurückfahren, wer weiß, was hier heute noch passiert.“ Alle stimmten mir zu und so brachen wir den Aufenthalt ab. Es war uns – im eigenen Land – zu gefährlich geworden, denn selbst die Menschen, welche die DDR nicht aus Wut und Enttäuschung verlassen hatten, begehrten nun auf.
Noch einen abschließenden Satz zum Ende unserer Republik: Ich wollte nicht, dass die DDR untergeht, denn ich baute sie ja maßgeblich mit auf. Seit ihrer Gründung hatte ich mich für einen gerechten und lebenswerten sozialistischen Staat auf deutschem Boden eingesetzt. Dass in diesem Land unzählige Fehler gemacht wurden und wir meilenweit von den einstmals gut gemeinten Zielen entfernt gewesen waren, bestreite ich allerdings nicht.
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Socialist animals – Youth in the GDR

13. Januar 2017 | von | Kategorie: Aktuelles, Blog

Tierpark5There was even a worse horror scenario in my childhood than the sentence: “We are going to the garden!” And this fatal sentence was: “Let’s go for a whorl!”
It meant that the whole family Scheppert by order of my mother dressed up extra finely and strolled at snail’s pace through the park called Volkspark Friedrichshain. We started at our flat in Mollstreet, went to the Lenin monument, passed the restaurant called Köhlerhütten to reach the hospital and the sports and leisure centre until we finally approached the old natatorium. There was the turning point and we went back by passing the second duck pond, the bunker hill and the fairy tale well to Hans-Beimler-Street where we sometimes all stopped in the Scheppert Corner to eat toast Hawaii. Most of the times however, Benny and I went directly back to our flat to watch TV.
A whorl was only this special stroll through the park. The really good trips to the Palace of the Republic, the children’s park called Wuhlheide, the lake or the Berlin animal park we loved so much were not called whorl neither by us nor by my mother. Furthermore, we determined when we go to the animals and that was quite often, also to avoid the whorl.

Some day our family knew all the animals, every path that one could go and every new arrival. The polar bears, the elephants and the monkeys were our favourites, but we also loved the otters, the pot-bellied pigs and the okapi. Sometimes we even went to the animal park on our own and Benny had to know by heart which animal we would reach next and where it came from. I am sure that he still knows the order.
The animal park conveyed us unconsciously the feeling of width. We could sniff at faraway countries and continents, although we knew that we would never go there. Here the elephants and lions from Africa, the leopards, penguins and owls from South America and the monkeys from Southeast Asia embodied all the foreign countries for us. In the Alfred-Brehm-house where the big cats roared and in the tropical house among nervously fluttering bats we could guess how other climate zones might feel. This huge animal park in Berlin Friedrichsfelde was the symbol for limitless freedom in our childhood.
Tierpark7
For Christmas Benny and I wanted to have two hamsters. We wrote a letter to Santa Claus and were heard. Thus, under the crippled Christmas tree that my dad as always bought at the last moment two little hamsters ran around their cage. Moritz looked nearly the same as Max only that he had a white belly. Of course we really loved how they accomplished their feats and clung to our sweaters.
But in May 1983 we had a real problem: every wallpaper, carpet, shoe, and nearly everything else that was reachable for the hamsters were nibbled off.
Dad had heard from his colleague that mice are able to climb up the cable ducts until they reach the upper storeys of the houses. Therefore he diagnosed mice in the 9th floor of Mollstreet. He put up a mouse trap.
With a piece of cheese in his mouth and a broken neck we found Moritz in the trap the next day. Because of my mother’s horrific screams I wasn’t saved from the awful sight. Benny was luckier since my mother told him very emotionally that Moritz had died and our father threw him down the waste disposal unit. Three days he cried in the evening when he lay in bed next to me.
Olly Hamster
During the second week of our summer holiday camp in Harz Mountains I received a letter from my mother saying that Max had been disappeared and that I should prepare Benny to cope with that sad scenario.
Our parents had taken the survivor of our two hamsters to the weekend home and left him in the shadow of the cherry tree. My mum was working in the patch and dad was drinking beer when suddenly a huge dog came along, grabbed Max and disappeared. When the dog reached the car park he opened his mouth and let him free. And indeed Max was still alive but he was so shocked that he started running at breakneck speed through the fence and disappeared. Benny didn’t cry as badly as the first time since I told him that we could hope to find him when we were back at home. Until late September we really combed through all the bushes, ditches and hedges. Being quite angry with our parents, we demanded a new pet.
Otto sw
Mum always went to the Autumn Fair in Leipzig and we had only waited for this moment. It took two days to melt our dad’s heart and we all went to the pet shop in Bötzowstreet. Totally unbiased we started the pet selection, but soon we agreed to take the ball of wool in the corner: a guinea pig. On the way back home it got already its name: Otto. We didn’t choose the name because we had an uncle called Otto or knew the swimmer Kristin Otto, we both loved the comedian from West German television: Otto Waalkes.
Being hardly at home dad went to Scheppert Corner to get his after work beer. When dad was gone it took only 5 seconds until Otto disappeared behind the wall unit in the sitting room. Benny started crying.
We tried to tempt the guinea pig with all edible stuff we could find at home, but we didn’t hear a single sound. When dad came home at around 10 p.m. he was in a good mood thanks to the beers and snaps he had drunk. He found his two boys wailing in the sitting room and decided to disassemble the wall unit straight away. When all the pieces of the wall unit lay separately on the ground we could free Otto that looked very dazed and put it in its cage. The wall unit we reassembled only one day before mum returned home from the Autumn Fair.
Without mum we three felt quite contented in between the chaos and dirt we had created on our own. But on the other hand, we ate broilers from the restaurant around the corner instead of bread for dinner, we were allowed to watch television until the end and we welcomed a new family member: Otto, the guinea pig. The whole family loved Otto even our very sceptical mother. We argued about cleaning the cage, feeding Otto or taking him to the vet. Otto was the ideal pet for us.
Otto wir
This strong affection lasted for about one year. In the meantime he wasn’t the small cosy animal anymore, he turned out to be massive and took already one forth of the cage. When he woke up at half past six in the morning and started squealing we drowsily threw some carrots, salad leaves or grass into the cage hoping that he will stop making annoying sounds. After a short time Otto’s cage started stinking horribly. So this animal became a real burden.
Since the eye-stinging smell did my head in I had the perfect idea on a hot summer morning. I took Otto out of the cage and threw the content out of the window of the 9th floor. That was quick and easy. All the wet sawdust and the guinea pig excrements were gone. Five minutes later the doorbell rang and when I opened Mr Romer from the 8th floor pulled me by my ears into his flat. He gave me a vacuum cleaner and I had to clean their bedroom. Thousands of pissed pieces of sawdust decorated their carpet. And although I had accepted this humiliation he even told my mother everything when she came home in the evening. I was standing next to her and felt lucky that my dad was in the Scheppert Corner. On the next morning however, my dad put Otto in a shoe carton and took him back to the pet shop. Shit, mum did tell him everything.
The next day a small boy robbed his piggy bank and went to the pet shop in Bötzowstreet full of hope. With tears in his eyes Benny was looking for his guinea pig Otto. But the lovely, cute and frizzy animal had just been sold 20 minutes ago and the salesman couldn’t remember the person he sold it to. Every attempt to find out who bought Otto failed and so the guinea pig had been our last pet.
Otto-Buch
Distracting him from his grief I played with my brother the underground game “wall, picture or writing”. We went from our station to the animal park station by underground and had to guess which of the three things appears in front of the window opposite our seats when the train stops. “Wall” meant just the blank glazed tiles of the underground stations, “pictures” were the empty, white billboards even though one couldn’t see anything on them and “writing” were the names of the stations. That game was good for Benny since he had a higher chance to beat me. Every time we happily entered the park of the socialist animals.

When Melli, Jürgen and I left Bernd’s party in Berlin-Karlshorst I had lost my bearings completely. I was tired and didn’t know how to get home. However, the two boys accompanying me didn’t seem to be in the same state. They wanted to continue partying. I hadn’t known the two for long, but I knew at least that one of them also lived in Friedrichshain, so I expected that we could share a taxi home. Melli had grown up here in the vicinity and had a totally different adventurous idea. It was a warm summer night and when we went through the unpeopled streets I could suddenly recognize the logo of one of my most favourite places: the animal park Berlin. Melli ran forward and when I saw him sitting 15 metres above the ground on the artificial hill of the bear compound I knew what he contemplated. We followed Melli and also climbed up the hill at the entrance and down on the backside.

There was a strange atmosphere in the animal park at that time of the night. Empty paths led us through the wide area. The only sounds we heard were our excited but whispering voices, some bird twittering and some grumbling, yelping, howling and chattering of several animals. Even in the total darkness I found my way perfectly and led my friends through the park. We passed the moon and polar bears, arrived at the cute marine otter, next to the pot-bellied pigs to reach the okapi and the shoebill. We more or less respected the animals’ peace, except that we climbed up the rock wall that led to the polar bears again, our jumping over the water ditch of the bison compound and Jürgen’s attempts to ride an obstinate donkey for a few metres.
In the Japan-macaques’ compound there was brisk business. The little monkeys seemed to burn the candle at both ends, jumped up and down on their artificially built temples. As if by magic Jürgen took a sixpack of beer out of his rucksack. With a smile in our faces we sat down on the grass with a beer in our hands and watched the monkeys doing their sensational flights below the clear starry sky. When we had nearly finished our second beer and Melli already sat on the wall to the macaques’ compound, we suddenly heard somebody screaming about 200 metres away: “There they are, these bastards.” The moon was shining very bright and so we could see two fat guys approaching us quickly wearing green overalls and being armed with two pitchforks. Maybe it would have been more useful for them to be silent since we benefited from having a commanding lead: being in panic we started running. Some weeks before the newspapers had reported about some perverts that had broken into the animal park torturing the poor animals senselessly, some even to death. Persecuted by the screaming men with the pitchforks we suddenly guessed that they probably thought we were the animal abusers.
Pate
We sprinted through the animal park, passed the zebras, kangaroos, the shrieking monkeys and gawking camels. Finally we reached the snakes’ house just behind the old castle. The other two watched me eagerly as I had led them. Now it helped me a lot that I regularly visited the animal park since my fourth birthday. We climbed on the roof of the administrative building and ran until we reached the end of the house. Right here the roof abutted on the high wall that surrounded the park. But now we faced the bigger problem: on the backside of the building there was a yawning chasm of about 3 metres before we could reach the rescuing street. Surely we would break our bones. However, Melli who didn’t know any fear let himself slip down very easily and then helped Jürgen and me to jump down. It felt terribly long until I reached the ground, but drunks never harm themselves seriously. We could hear the zookeepers screaming angrily on the other side and still far away the sirens of a police car. Jubilating and laughing we went home – what a great night walk.
On the next day I became aware of the fact how lucky we had been the night before. What should I have said if Ihad been arrested? That I love animals so much? That my relationship with animals is extraordinarily good? That I have saved our guinea pig Otto together with Benny and my dad when it stuck behind the wall unit? Would that be enough to rescue me? We shouldn’t deceive ourselves: one dead and one missing hamster and a guinea pig that was brought back to the pet shop aren’t a good record concerning pets.
Tierpark
When I walk through the park in Friedrichshain today together with my mother, we mostly end up in a comfortable Italian café where we eat an ice cream and drink cappuccino. The other tradition in my family I couldn’t continue since the so called “Scheppert Corner” doesn’t exist anymore. At that corner there is a huge gap and they even renamed the street. In the near future there will be built a hotel at that place with some shops in the ground floor and absolutely nothing will remind us that there was the favourite pub of Mr Scheppert.
Today is Sunday and I just called my mother and asked: “shouldn’t we go for a whorl?”
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Lesung am 12.01.2017 im Tasso in Berlin

6. Januar 2017 | von | Kategorie: Blog, Termine

img_0646Willkommen in 2017: Gehen Sie zurück auf LOS, ziehen Sie keine 4000 Mark ein! Ja, so ist das manchmal – bei Monopoly wie im Leben – wenn alles auf Anfang gestellt wird. Die Unerhörten freuen sich über ein neues Jahr: Ein unbeschriebenes Blatt, das sie mit ihren Geschichten füllen werden. Daher gibt es auch nur ein einzig mögliches Thema für die Auftaktlesung 2017: Alles auf Anfang!

Die Lesung findet am 12. Januar 2017 im Café Tasso in Berlin Friedrichshain, Frankfurter Allee 11, ab 20 Uhr statt. Der Eintritt ist wie immer frei. Sechs Autorinnen und Autoren lesen je eine Geschichte zum Thema.
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