Archive for November 2013

“Spürst Du mich?” – Jugend und Kindheit in der DDR

25. November 2013 | von | Kategorie: Blog

Spürst Du mich
“Bergi und ich machten die Musik. Im Klassenzimmer hatten wir die Tische an die Wände gerückt und die Stühle in U-Form aufgestellt. Unsere Anlage stand in der rechten Ecke auf dem Lehrertisch, mit einem Verstärker und zwei alten Boxen aus dem Musikzimmer, die an den Kassettenrekorder gestöpselt waren.

Nicht ein einziges Lied einer DDR-Band war dabei, und unser Lehrer Herr Blase ermahnte uns auch nicht, welche zu spielen. Er verschwand ins Lehrerkabinett und tauchte erst wieder um 21 Uhr auf, um das Licht anzumachen. In den Stunden dazwischen legten wir mindestens sechs Mal “Ich will Spaß” von Markus ein. Alle Jungs sprangen dann sofort von den Stühlen und brüllten mit in die Höhe gereckter Faust – und wie von Sinnen – die Zeile: “Deutschland, Deutschland, spürst du mich? Heut’ Nacht komm ich über dich.” Es war der 12. November 1985, wir machten Klassen-Disco.

Am Tag danach war ein Fahnenappell anberaumt. Alle Klassen stellten sich zunächst vor der Schule in Zweierreihen auf und marschierten dann im Gleichschritt zu Arbeiterliedern. Für uns war das eine willkommene Abwechslung im tristen Schulalltag. Am Anfang ertönte krächzend ein Kampflied aus den alten Lautsprecherboxen, die wir noch am Vorabend benutzt hatten. Die Schüler der höheren Klassen gaben sich Mühe, besonders falsch zu singen und, wenn möglich, den Text zu verunstalten. Zum Beispiel hieß es: “Ich trage eine Fahne und diese Fahne ist rot. Es ist die Arbeiterfahne, die Vater trug durch die Not.” Das Wort “Arbeiterfahne” wurde von uns durch “Arschkriecher-Fahne” ersetzt. Was durch den “Kot” getragen wurde, klang so viel fröhlicher…”
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Rezi zu “Koalaland” in “360-Grad Australien”

22. November 2013 | von | Kategorie: Blog, Koalaland

360 Grad AustralienNun also endlich die erste Rezension zu “Koalaland” und diese dann gleich in “360-Grad Australien”, dem (!) Magazin für Down Under schlechthin. Not bad…
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“…ich sage Danke für dieses tolle Buch. Als Australienfan habe ich ja schon viel gelesen, aber noch nichts Vergleichbares. Schon beim 1. Kapitel habe ich mir gewünscht, dass es so weitergeht wie es angefangen hat. Das Buch lässt sich schön flüssig lesen, ist witzig und spannend geschrieben. Ein Reisetagebuch mit so ganz nebenbei eingeflochtenen Infos zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten und schönen – oder nicht so schönen – Ecken in Australien, geschrieben in einer ganz besonderen Art und Weise: Aus zwei Sichten: Seine Sicht – Ihre Sicht. Genau das hat für mich den Reiz ausgemacht … Die Reise durch Australien wird einmal aus Michas Sicht und einmal aus Ninas Sicht erzählt. Die teilweise/häufig gegensätzlichen Ansichten machen das Buch echt spannend und auf jeden Fall Lust zum weiter lesen. Schon beim Lesen von Michas Sicht habe ich mich gefragt wie Nina wohl den einen oder anderen Reisetag fand. Einfach toll!!!”

Und hier gehts zur vollständigen Rezension in “360-Grad Australien”

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“Wer war das?” bei Spiegel Online

9. November 2013 | von | Kategorie: Blog

Wer war das
“In der zehnten Klasse rauchten wir auf dem Schulhof schon vor Beginn des Unterrichts die erste Zigarette. Sie schmeckte zwar wie Dachpappe, und die Zunge fühlte sich an wie ein staubiger Aschenbecher. Doch was tat man nicht alles, um in der coolen Gang zu bestehen.

Auch an diesem Dezembertag 1987 sah ich schon von weitem ein Gemisch aus Qualm und warmer Atemluft aus den Mündern meiner Freunde aufsteigen. Tessi, Bergi, Bommel und Andi standen am Zaun und schauten angeregt diskutierend hinüber zur “Rosa”, wie wir die verhasste Nachbarschule nannten. “Freiheit ist immer auch die Freiheit des A”, stand in großen schwarzen Lettern auf die graue Außenwand der Polytechnischen Oberschule “Rosa Luxemburg” gepinselt. Leise schlich ich mich von hinten an und rief mit tiefstmöglicher Stimme: “Wer war das?” Bommel fiel vor Schreck die Kippe aus dem Mund, doch auch er musste lachen, als er mich sah.

Natürlich war das keiner von uns, und niemand konnte sich einen Reim darauf machen, was der Satz bedeutete und wie er ausgehen sollte. Dennoch sah ich in den Augen der Jungs, dass sie den “Sprayer” bewunderten. Das hatte was von dem Film “Beat Street”, auch wenn dies hier keine bunten Graffitis an U-Bahnwagen in der New Yorker Bronx waren…”
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Rezi “Mauergewinner” von Romy Fischer – Kindheit in der DDR

4. November 2013 | von | Kategorie: Blog

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Seit ein paar Tagen gibt es eine neue Rezension zu meinem Buch “Mauergewinner” von der mir zwar unbekannten Romy Fischer, aber das muss ja nicht immer so bleiben, da sie scheinbar auch schon ein paar Zeilen zu Papier gebracht hat. Ich muss zugeben: manchmal kann ich mich noch immer urst freuen, dass ich dieses Buch damals geschrieben habe – einfach so aus’m Bauch heraus…
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Romy Fischer schreibt:

“Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen freue ich mich sehr darüber, dass es Menschen wie Mark Scheppert gibt, die es scheinbar ganz gut in der DDR hatten und eine (fast) normale Kindheit erleben durften. Aber aus meiner Familie her kenne ich auch andere Biografien, die nicht so rosig aussahen. Nichtsdestotrotz habe ich mich bei diesem Buch köstlich amüsiert. Ich habe oft geschmunzelt und musste auch manchmal laut loslachen, manche Kapitel stimmten mich nachdenklich. Obwohl ich im Westen geboren und aufgewachsen bin, habe ich durch einen großen Teil meiner Familie, der “drüben” wohnte, einen Bezug zur DDR. Und deshalb kam mir so manches auch bekannt vor. Und gerade WEIL ein Teil meiner Familie aus Dresden kam, musste ich so lachen (weil ich den Spruch schon aus meiner Kindheit kannte) bei dem Spruch: “Wie kommt man am schnellsten von Berlin nach Dresden? Da steckst du einfach den Finger in den Arsch und dresden:” Wenn ich z.B. von solchen Sprüchen damals hier im Westen erzählte, wurde ich einfach nur mit dicken Augen und stumm angestarrt, mehr jedoch nicht. Jahrelang bin ich Erinnerungen solcher Art nicht mehr begegnet, weil alles verschwommen und verschwunden ist. Diverse Lebensmittel, Orte, Verhaltensweisen, Aussprüche. Ich war gerade einmal 8 Jahre alt, als die Mauer fiel. Meine Familie hat mir die bitteren Schattenseiten der DDR bis zu meinem Erwachsenenleben erspart, so dass ich die DDR mit meinen kindlichen Augen genauso betrachten konnte, wie Mark Scheppert es in seinem Buch beschreibt. Es muss zwar auch weiterhin Aufklärungsarbeit bzw. Aufarbeitung des brutalen Systems und den ganzen Folgen betrieben werden – das will ich gar nicht schön reden – trotzdem ist es einfach schön, zwischendurch auch mal wieder von angenehmen Zeiten zu lesen, wie sie es in der DDR auch hin und wieder gab…”
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Ihr Fazit könnt Ihr hier nachlesen
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Und hier kann man mein Buch “Mauergewinner” bestellen.

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