Archive for August 2012

Lesung am 5.09.2012 in Berlin-Tempelhof

27. August 2012 | von | Kategorie: Blog, Termine

8716_1235602723111_1020487528_30768514_2616130_nAm 5. September 2012 um 19 Uhr findet die nächste Lesung unserer Lesebühne “Die Unerhörten” in der Spukvilla in Berlin Tempelhof statt. Unser Thema diesmal passenderweise: Gänsehaut!
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“Die Unerhörten”
05.09.2012 um 19 Uhr
Spukvilla Tempelhof
Albrechtstr. 110
12103 Berlin

Süß-Sauer bis Schaf

Süß-Sauer bis Schaf

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Lesung in der Spukvilla am 5. September 2012

19. August 2012 | von | Kategorie: Termine

Wann: 05.09.2012, 19.00 Uhr
Wo: Spukvilla Tempelhof
Albrechtstr. 110
12103 Berlin
Berlin-Tempelhof
Spukvilla-Liest
Wie: Eintritt frei

Thema: Gänsehaut

Weitere Infos folgen!

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Pappchinese & Schlimme Finger – Kindheit in der DDR

18. August 2012 | von | Kategorie: Blog

Papp2

Mein Bruder Benny und ich waren die Sammelkinder der Mollstraße. Wir wuchsen in den achtziger Jahren in Ost-Berlin auf und es gehörte zu unseren liebsten Freizeitbeschäftigungen, in dem Zeug zu stöbern, das andere wegwarfen, etwa um Fußballwimpel zu ergattern oder historische “Mosaik”-Comics aus dem Altpapier zu fischen. Wir “kaupelten”, so sagte man damals, Matchbox mit unseren Freunden. Benny hob sogar die Figuren von Überraschungseiern auf, die er von Oma zu Weihnachten bekommen hatte. Selbst Coca-Cola-Dosen, die verbeult vor dem Intershop lagen, stapelten sich auf dem Kinderzimmerschrank.

Natürlich sammelten wir bald auch Briefmarken!

Es ging uns nie darum, damit eines Tages reich zu werden. Die Mosaik-Hefte suchten wir lediglich, weil wir wissen wollten, wie die Geschichte von Beginn an verlief. Bei den Wimpeln, Coladosen und Matchbox war nur wichtig, wer die “schönsten” Exemplare besaß. Benny, das weiß ich noch heute, liebte besonders seinen ollen Pumuckl mit dem Regenschirm aus dem Wunder-Ei des Westens.
Für uns zählte nicht der materielle Wert; wir hatten die Dinge einfach liebgewonnen.

Bei den Briefmarken war es anfangs ganz ähnlich. Mit meinem ersten Album versuchte ich meinen jüngeren Bruder lediglich in Größe und Farbenpracht zu übertreffen. Es interessierte mich nicht, was die einzelne Marke wert war. Hauptsache, sie war überdimensional groß, quietschbunt und bildete einen niedlichen Pandabären oder einen Fußballer aus Brasilien ab. Das änderte sich alles an einem bestimmten Tag…

Zum Weiterlesen: Die Jagd nach dem Pappchinesen

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Friedenauer Lesenacht mit mir und den “Unerhörten” am 18. August 2012

14. August 2012 | von | Kategorie: Blog

Wann: zu jeder vollen Stunde ab 19 Uhr
Wo: Noyman Miller
Hauptstr. 89
Berlin-Friedenau
( www.noymanmiller.de)
Wie: Karten für die Lesenacht 10 Euro, im Vorverkauf 9 euro
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Friedenauer Lesenacht

Die Unerhörten sind mit 4 (!!) Auftritten bei der Literaturnacht in Friedenau dabei und als ganz besonderes Schmankerl gibts eine literarische Kiezführung mit Teilnahme an vier unterschiedlichen Lesungen unter Leitung von Susanne Schmidt!

19 Uhr Doris und Mark
20 Uhr Susanne und Ariane
21 Uhr Sebastian und Doris
22 Uhr Friedhelm und Ariane

Weitere Infos: www.suedwestpassage.com und www.die-unerhoerten.de

Doris Lautenbach und Mark Scheppert

Doris Lautenbach und Mark Scheppert

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Wessig und Waldemar – Olympia 1980 in Moskau

9. August 2012 | von | Kategorie: Blog

1980 Wessig
Pünktlich zu den Olympischen Spielen 2012 in London gibt es mal wieder einen Auszug aus meinem Buch “Alles ganz simpel”. Im letzten Teil berichtet mein Opa, wie er die Olympiade 1980 in Moskau erlebt hat.
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Dass die Olympischen Sommerspiele von Moskau die erfolgreichsten in der Geschichte der DDR werden würden, stand im Prinzip schon vor den Wettkämpfen fest, da die USA, die Bundesrepublik und viele andere Länder der westlichen Welt, aufgrund des Einmarsches der Sowjets in Afghanistan, tatsächlich nicht an der Olympiade teilnahmen. Die 47 Goldenen und 126 Medaillen insgesamt drückten dennoch aus, dass unser Land endgültig zur zweitgrößten Sportnation der Erde aufgestiegen war.
Wie immer war ich viel beim Schwimmen und Radsport unterwegs, da dies nach wie vor „meine“ Sportarten waren. Auf der Radrennbahn mit ihrem sibirischen Lärchenholz-Belag sah ich so den grandiosen Sieg von Lothar Thoms im 1000 Meter Zeitfahren. Der war als Erster gestartet, fuhr Weltrekord und bei immer schlechter werdenden Bedingungen, da es kälter wurde, kam niemand mehr an seine Fabelzeit heran. Wäre er als Letzter gefahren, hätte er womöglich nur den achten Platz belegt. So nah waren oftmals Sieg und Niederlage beieinander.
1980 Lothar Thoms

Auch unserem Sprinter Lutz Heßlich gelang ein Husarenstück. Im Finale startete er gegen den ausgewiesenen 1000 Meter Zeitfahrspezialisten Yave Carhard. Im Sprint ist es ja oft so, dass sich die Fahrer in den ersten beiden Runden belauern und erst kurz vor Schluss Vollgas geben. Nicht so Heßlich im entscheidenden dritten Lauf. Ausgerechnet gegen den ausdauernden Franzosen zog er den Sprint bereits 600 Meter vor dem Ziel an. Die umliegenden Leute mussten mich festhalten, so aufbrausend war ich, ob seiner Dummheit. Ich schrie mir die Seele aus dem Leib. Doch wer wagt gewinnt. Lutz Heßlich schlug Carhard mit seinen eigenen Waffen und wurde Olympiasieger.

Am 1. August saß ich im Moskauer Leninstadion bei den Leichtathletik-Wettbewerben. Allerdings hatten wir in der Innenstadt ein DDR-Pressezentrum eingerichtet, welches immer mit zwei Leuten besetzt sein sollte und ab 17 Uhr hatte ich dort Dienst. Obwohl viele wichtige Entscheidungen anstanden, konnte ich nicht bis zum Schluss bleiben. Auch der Hochsprung-Wettkampf war gerade in die Endphase gegangen und mit Gerd Wessig und Jörg Freimuth aus der DDR und dem Polen Jacek Wszola waren nur noch drei Leute übrig, die alle Höhen gemeistert hatten. Ein Kollege stieß mich an und rief: „Horst, du musst los!“
1980 Moskau

Zeitgleich lief der Marathonlauf in den Straßen von Moskau, doch über den Stadionsprecher hatten wir bisher nur erfahren, dass eine Gruppe in Front läge und dann lange nichts mehr gehört. Ich machte mich also auf den Weg in Richtung Omnibushaltestelle. Gerade als ich am großen Stadiontor war, kam mir der so genannte Führungswagen des Marathonlaufes entgegen und dahinter rannte ein einzelner Läufer. Es war unser Waldemar Cierpinski! Der Mann, der schon den Olympia-Lauf von Montreal gewonnen hatte. Was für eine grandiose Leistung!

Mein Kollege Heinz-Florian Oertel sprach eine Minute später, als Cierpinski über die Ziellinie lief, die berühmten Sätze: „Liebe jungen Väter oder angehende, haben Sie Mut! Nennen Sie die Neuankömmlinge des heutigen Tages ruhig Waldemar! Waldemar ist da!“
1980 Waldemar
Es war ein magischer Augenblick des DDR-Sports, doch ich stand leicht betröpfelt vor den Toren des riesigen Stadions. Wie üblich gratulierten mir die Journalisten aus den anderen Ländern als ich im Pressezentrum erschien. Zu meinem Kollegen sagte ich euphorisch: „Mensch, das ist ja Wahnsinn mit dem Waldemar!“ Der schaute mich an und rief: „Was heißt hier Waldemar. Der Wessig ist gerade Weltrekord gesprungen!“ Auch die sensationellen 2,36 Meter unseres Hochspringers hatte ich also verpasst, stellte ich ernüchtert fest. Dennoch denke ich gerne an diesen Tag zurück, denn ich war ja irgendwie mit dabei gewesen!

Hier geht’s zum Ersten Teil (Olympia 1960 in Rom und 1976 in Montreal)

Im dritten und letzten Teil berichtet mein Opa über seine Erlebnisse bei der Olympiade 1980 in Moskau.

Zum Weiterlesen: Alles ganz simpel

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Du bist Olympiasieger! Olympia 1980 Lake Placid

3. August 2012 | von | Kategorie: Alles ganz simpel Leseproben, Blog, Leseproben

W-1980 Eishockey
Pünktlich zu den Olympischen Spielen 2012 in London gibt es mal wieder einen Auszug aus meinem Buch “Alles ganz simpel”. Im zweiten Teil berichtet mein Opa, wie er die Olympischen Winterspiele in Lake Placid erlebt hat.
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1980 gaben sich die Klassenfeinde praktisch die olympische Fackel in die Hand. Die Winterolympiade fand in Lake Placid/USA im Bundesstaat New York und der Sommer in Moskau, Hauptstadt der Sowjetunion statt.
Die Athleten aus aller Welt wohnten in Lake Placid in Häusern, die nach den Spielen zu einem Hochsicherheitsgefängnis umfunktioniert wurden. Ein Sportler erzählte mir später, dass er sich an keine einzige ruhige Nacht erinnern kann, da es in diesem Neubau ununterbrochen schallte und die Metalltüren der „Zellen“ derart laut ins Schloss fielen, dass man sofort aus dem Schlaf gerissen wurde. Ich weiß nicht, ob der US-Verband, deren Spitzenleute in komfortablen Quartieren außerhalb der Stadt untergebracht waren, damit unsere Siegchancen schmälern wollten oder ob das nur eine lustige Idee gewesen war. Die UdSSR holte übrigens zehn Goldmedaillen, die DDR neun und die USA lediglich sechs. Allein fünf davon gewann ein gewisser Eric Heiden. Er siegte auf allen Strecken zwischen 500 und 10000 Metern im Eisschnelllauf und war neben dem US-Eishockeyteam, das die Sowjets überraschend schlug, der große Star beim heimischen Publikum.
W-1980 Heiden

Am Tag als ich erstmals zur Eisschnelllauf-Bahn fuhr, welche von einer wunderschönen Bergkulisse eingerahmt wurde, hätte ich ihn unter den vielen Startern niemals erkannt. Als ich gerade mit einem unserer Trainer sprach, spielten hinter uns an den Hängen der Berge ein paar Kinder mit einem Erwachsenen „Fangen“ und kreischten dabei lautstark vor Freude. „Das da ist übrigens Eric Heiden“, sagte der Trainer und deutete auf den Mann mit der Pudelmütze in der Kinderschar. „Du, der muss doch gleich laufen!“, antwortete ich irritiert. „Das ist ja das Problem. Der gewinnt auch so!“ Richtig! Viermal mit olympischem Rekord und auf der längsten Strecke sogar mit Weltrekord. Heiden war übrigens auch in anderer Hinsicht ein bemerkenswerter Mensch. In einer Pressekonferenz hatte er, der später auch erfolgreich in Radrennen antrat, verkündet: „Es ist wirklich schlimm, dass bestimmte Leute verlangen, dass die USA die Olympiade in Moskau boykottieren sollen. Ich bin darüber enttäuscht.“
W-1980 Heiden 2

Ein Erlebnis beim Rennrodeln werde ich nie im Leben vergessen. Dettlef Günter, unser Olympiasieger von 1976, galt auch in Lake Placid 1980 als großer Favorit. Tatsächlich führte er nach zwei Läufen deutlich, doch tragischerweise stürzte er im dritten auf der anspruchsvollen Bahn. Er konnte sich zwar wieder aufrappeln und über die Ziellinie fahren, fiel dadurch aber auf Platz neun zurück.

Plötzlich war Bernhard Glass unser aussichtsreichster DDR-Medaillenkandidat. Sein Start war zu Beginn der Spiele noch unsicher, da er sich den Finger gequetscht hatte. In einem internen Ausscheidungsrennen qualifizierte er sich jedoch, startete und lag vor dem vierten und entscheidenden Lauf auf Platz zwei. Es führte mittlerweile der Weltklassemann Ernst Haspinger aus Südtirol in Italien.
Den finalen Lauf wollte ich mir nicht entgehen lassen. Mit Werner Schreier, dem Chefredakteur vom Sportecho, stand ich in der letzten Kurve vor dem Auslauf. Bernhard Glass musste als Erster fahren und ihm gelang eine außerordentlich gute Fahrt, mit der er erstmal in Führung ging. Er nahm seinen Helm ab und stellte sich lächelnd zu uns. Wir gratulierten ihm und warteten gemeinsam auf die kommenden Starter. Dettlef Günther gab noch einmal alles und fuhr eine sensationell gute Zeit im vierten Lauf. Der nächste Rennrodler stürzte.
W-1980 Haspinger
Glass rief neben uns aufgeregt: „Mensch, jetzt ist der Dettlef ja schon Achter“. Der nächste Athlet fuhr langsamer als Glass und Günther und der übernächste stürzte wieder. „Wahnsinn, nun ist der Dettlef ja schon Sechster“, rief Glass glücklich. Und tatsächlich überschlug sich ein weiterer Rennrodler im Eiskanal, bevor endlich der führende Ernst Haspinger an der Reihe war. Für die Goldmedaille hätte er eigentlich nur noch herunterfahren müssen. Bis 150 Meter vor dem Ziel sah es auch gut für den Italiener aus, doch in Kurve 12 riskierte Haspinger zu viel. Sein Schlitten stellte sich in der Einfahrt quer und kippte um. Der Sieg war dahin. Die beiden letzten Fahrer spielten keine Rolle mehr.
W-1980 Glass 2
Bernhard Glass sprang neben uns in die Höhe, ballte die Fäuste und brüllte: „Wahnsinn, da ist der Dettlef ja noch Vierter geworden!“ Wir schauten ihn ungläubig an. Werner Schreier tippte ihm auf die Schulter: „Ja Bernhard. Und du bist Olympiasieger!“ Für einen Moment sahen wir, dass er die Information erst mal verarbeiten musste. Dann murmelte er staunend: „Ach ja!“

Hier geht’s zum Ersten Teil (Olympia 1960 in Rom und 1976 in Montreal)

Im dritten und letzten Teil berichtet mein Opa über seine Erlebnisse bei der Olympiade 1980 in Moskau.

Zum Weiterlesen: Alles ganz simpel

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