Archive for Juni 2012

Rezi von “90 Minuten” bei “5vier.de” aus Trier

28. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog

5vier_logoSeit ein paar Tagen gibt es eine liebevolle und vor allem sehr ausführliche Rezension zu “90 Minuten Südamerika” bei 5vier.de – Dem Onlinemagazin aus, für und mit der Region Trier. Es freut mich natürlich, dass mein Buch unter der Überschrift “Freiheit, Fremdheit, Fußball – 90 Minuten Südamerika” dort in der “Bücherecke des Monats” solch einen prominenten Platz erhalten hat.

… “90 Minuten Südamerika” ist kein Fußballbuch. Zwar zieht sich das runde Leder wie ein roter Faden durch Mark Schepperts Buch, doch die Beschreibung seiner wilden Reisen durch Südamerika beschreiben vielmehr die Erlebnisse eines nach Freiheit und sich selbst suchenden jungen Mannes…

Hier geht es zur vollständigen Rezension auf “5vier.de”

Zwei Tage später erschien dann auch noch ein Interview mit Herrn Scheppert

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Deutschland – Italien bei der WM 2006

25. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog

Pokal

Kleine Auszug aus: “90 Minuten Südamerika”:

…rechtzeitig sind wir zurück, duschen und streifen unsere Trikots über. Überall im Ort liegen grün-gelb-blaue Girlanden im Dreck. Brasilien hat abgeschmückt. Wieder einmal sitzen wir allein in einer Kneipe. Deutschland gegen Italien. Das scheint hier niemanden vom Hocker zu hauen. Nach der torlosen ersten Halbzeit gehen wir kurz in unsere Pousada und sehen im Restaurant nebenan, wo sich die Hardcore-Fans des Ortes aufhalten. Hier! Endlich treffen wir Mauro, den italienischen (!) Inhaber unseres Hotels, der uns, trotz falscher Trikotfarben, herzlich begrüßt und sofort mit seinen Dorfkumpels und drei Freunden aus dem Land des Stiefels bekanntmacht. Die zweite Halbzeit beginnt.
Das Lokal ist in grün-weiß-roter Hand. Mauro und seine Gang tragen Trikots der „Squadra Azzurra“ und eine riesige italienische Fahne hängt von der Decke herab. Brahma-Bier und reichlich Kurze werden gereicht, was die Stimmung zusätzlich anheizt. Ich habe endlich das Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Die Hütte brodelt, als ob wir uns in Sizilien befänden. Wir hatten nichts von dem italienischen Sender gehört, der mit seinen Anschuldigungen den Ausschluss von Torsten Frings verursacht hatte. Wir wussten nicht, dass gehässige Internetforen in Deutschland zum „Pizza bestellen“ während des Halbfinales aufgerufen hatten. Wir empfanden auch nicht, dass Italien unberechtigt so weit gekommen war. Dennoch bilden sich sehr schnell zwei Fan-Lager: Sylvie und ich gegen den Rest.

Dritter 2

Das Spiel ist nicht gut, lebt aber von der Magenkrämpfe verursachenden Spannung und als nach 90 Minuten noch immer keine Tore gefallen sind, ordern auch wir erste Beruhigungsschnäpse. Mauro, der heißblütige und zugleich so schelmisch grinsende Kerl, dessen einziger deutscher Satz: „Du bist eine Scheiße-Italiener“ ist, platziert zur Verlängerung Heiligenfiguren im Raum. Die weihevolle Madonna direkt auf dem Fernseher wirkt in der 119. Minute. Das muss sie, denn Fabio Grosso ist der Torschütze. Der spielt bei Mauros Lieblingsverein: Palermo. Nach dem zweiten Tor dreht unser Hotelier endgültig frei. Die ganz große Freude. Zumindest für ihn und alle Italien-Fans auf dieser Welt.
Erstmals im Leben füllen sich meine Augen wegen eines Fußballspiels mit Tränen und Sylvie nimmt mich tröstend in die Arme. Nach und nach kommen die Gäste an unseren Tisch und drücken ihr Mitgefühl aus. Barbesitzer Cassio stellt die Flasche Cachaça vor uns ab und Mauro setzt sich dazu. Er bettelt fast, dass wir nun bis zum Finale bleiben, in der Suite – ohne Aufpreis. Ich spüre, wie meine Trauer allmählich verfliegt, erhebe mein Glas und rufe: „Du bist eine Scheiße-Italiener!“

Freude 2

Tatsächlich falle ich in kein depressives Fußball-WM-Loch. Noch am Abend habe ich die bittere Niederlage verdaut und in den nächsten Tagen bekommen wir als Entschädigung, kostenlos Bier und Caipis an den Pool geliefert. Dazu gibt es süditalienische Kost. „Sylvie, Mark – Mangiare!“ (Essen!), ruft Mauro ständig.
Im Spiel um die goldene Ananas gegen Portugal ist das komplette Dorf für „uns“. So niedlich: Sandro hatte sogar deutsche Musik aus dem Internet herunter geladen. Rammstein und Marlene Dietrich. Wir singen lachend „Du hast mich“ und bejubeln gemeinsam das grandiose 3:1. Cassio schießt nach den Schweini-Toren riesige Böller vor der Kneipe in die Luft, die eigentlich für das Finalspiel von Brasilien gedacht waren. Deutschland ist WM-Dritter. Alles macht Sinn.

Am Morgen des Finales ist Mauro hibbelig und vollkommen überdreht. Erstmals sehe ich ihn rauchen und auch, dass er die ersten Caipis vor 13 Uhr serviert, ist neu. Immer mehr Leute kommen in die Bar von Cassio. Mittlerweile kennen wir 80 Prozent von ihnen. Beim letzten Anpfiff der WM ist die Stimmung ausgelassen und zugleich hochexplosiv. Bereits in der siebten Minute werden unzählige neue Heiligenfiguren auf dem Fernseher drapiert, die Zidane im weiteren Verlauf des Spiels verhexen sollen. Der hatte den Elfmeter mit einer unglaublichen Überheblichkeit unter die Latte gelupft. Wieder einmal wirkt der Zauber, da ausgerechnet der Strafstoßverursacher Materazzi wenig später zum Ausgleich einköpft. Durch einen coolen Spruch in der 110. Minute der Verlängerung sorgt er zudem dafür, dass „Monsieur Lichtgestalt“ die Nerven verliert. In Cassios Kneipe gibt es nach dem brutalen Kopfstoß kein Halten mehr. Mauro brüllt eine Salve wüster Beschimpfungen durch den Raum. „Bist du bescheuert oder was? Rote Karte!“, feuere ich ihn an. Der französische Kapitän läuft mit hängendem Kopf vom Platz.
Heilige 3

Den WM-Titel hat Italien dann auch ein bisschen mir zu verdanken, da ich vor dem Elfmeterschießen eindringlich dazu rate, einen Extra-Heiligen für den oftmals unsicheren Schützen Del Piero zu platzieren. Es hilft und als Grosso das entscheidende Tor in die Maschen donnert, drehen alle durch. Ein Aufschrei ungeahnten Ausmaßes erfüllt die Kneipe minutenlang. Frankreich ist nicht Weltmeister, Deutschland bekommt Freibier und Brasilien schießt die restlichen WM-Böller in den Himmel. Vor Freude taumelnd, singen die Gäste mit portugiesisch-italienischem Slang: „We are the champions.“

Als ich schon richtig einen sitzen habe, bittet mich Mauro, beim eigenen Fußballspiel mitzumachen. Ich ziehe dafür sogar extra mein Hellas Verona-Trikot an. Die Partie findet auf einem Kleinfeld gegen die ballverliebte Dorfjugend statt. Ich, Klosi, wie sie mich trotz des blau-gelben Shirts, nennen, spiele ganz manierlich und erziele sogar einen Treffer. Ohne Kopfstöße und Elfmeterschießen trennen wir uns friedlich 6:6. Mit Mauro springe ich kreischend in den Pool und Marie drückt uns lächelnd eine frische Caipi in die Hand. Was für ein Abschluss einer Fußball-WM!

Pool

Liebe Leute, was sagt uns das zur Fußball-EM 2012? Holt bitte am Donnerstag gegen Italien alle eure Heiligenfiguren heraus (plus einen Extra-Heiligen für Mario Gomez) und platziert sie auf dem Fernseher so, dass es diesmal für Deutschland reicht!

“Abpfiff am Ende der Welt” bei Spiegel Online

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“Italienisches Wunder” bei Fritten, Fussball & Bier

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Textfeuer der Lesebühnen am 30.06.2012 in Friedrichshain mit Mark Scheppert

24. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog, Termine

Am Samstag, den 30.06.2012,, lädt die Studiobühne der „Alten Feuerwache“ ab 20 Uhr zum achten Teil der beliebten Veranstaltungsreihe ein (und diesmal bin ich auch wieder mit dabei):
Studiobühne in der Alten Feuerwache, Marchlewskistraße 6
10243 Berlin U 5 / Weberwiese

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Einmal im Monat stellen Berliner Autoren verschiedener Lesebühnen sich und ihre Texte vor – ein literarischer Abend in gemütlicher Atmosphäre, zum Zuhören, Nachdenken, Lachen und Genießen.
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Dieses Mal werden für Sie lesen:
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Mark Scheppert (Die Unerhörten)
Georg Weisfeld (Die Brutusmörder)
Inge Beer (Literatur Saloon LUNGE)
Judith Strom (Kreuzberger Literaturwerkstatt)
Katja Odenthal (Das Aktuelle Wortstudio)

Eintritt: 5€ / ermäßigt 3€

Studiobühne in der Alten Feuerwache, Marchlewskistraße 6
10243 Berlin U 5 / Weberwiese
Karten: 030/4266636
studiobühne@kulturamtfk.de
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Normalerweise tagen sie im aktuellen Wortstudio oder im Café Tasso in der Frankfurter Allee. Sie lesen auf Lunge und schreiben non stop, nennen sich Die Unerhörten oder Die Brutusmörder, veröffentlichen ihre Kurzgeschichten in einer Zeitschrift namens Storyatella und deklamieren ihre Werke im Zebrano-Theater oder auf anderen Bühnen dieser Weltstadt. In den Geschichten geht es z.B. um einen Pinguin am Frankfurter Tor, um Fußball und Sowjetpanzer, um Mondschein in der Mainzer Straße, um den Hasen Ephraim oder um die Katze Cremo …
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Die Rede ist von den berühmten Friedrichshainer Lesebühnen, die so zahlreich sind wie die Graffiti in der Stadt. Die Studiobühne in der Alten Feuerwache lädt ab Oktober zu einem regelmäßigen Leseabenden der Schreibenden und Lesenden, um vor einem erwartungsvollen Publikum das Beste vom Besten zu Gehör zu bringen. Eine Talenteshow vom Feinsten, ein Poetenseminar und literarischer Kessel Buntes, jenseits von Schoßgebeten und Säulen der Erde.
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Poeten an der Weberweise – Textfeuer der Friedrichshainer Lesebühnen!

Friedrichshainer Leseabend

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Die “Jetlegs Berlin” bei der Fête de la Musique 2012

23. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog, Mauergewinner Leseproben

JL 1

Ja, dit war schön – endlich mal wieder die Mädels von den “Jetlegs” zu sehen.
Bei der Fête de la Musique 2012 war es soweit und was soll ich sagen? Sie sehen spitze aus, werden musikalisch immer besser und kommen bestimmt einmal ganz groß heraus. Vor allem, wenn sie endlich den Fußball-WM-Song 2014 zu meinem Buch “90 Minuten Südamerika” fertig haben! Den Text dazu gibt es ja schon gaaaanz lange…
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Wie ich sie kennengelernt habe, ist eigentlich schon eine lustige, aufschreibenswerte Geschichte, doch noch etwas Besonderes verbindet mich mit den “Jetlegs”, die damals noch “Skirts alive” hießen und ein wenig anders besetzt waren.

Im Sommer 2008 waren sie die Stargäste bei meiner “Endlich angekommen – Party”. Kurz nach der legendären Fete habe ich einen kleinen Text geschrieben, der dann sogar bei Spiegel Online veröffentlicht wurde. Dass dies der Startschuß für mein erstes Buch “Mauergewinner” sein würde, hatte ich damals selbst nicht geahnt. Die “Jetlegs” haben meinen Werdegang – so wie ich ihren – also von Beginn an verfolgt oder anders ausgedrückt – sie sind ein kleiner Teil der ganzen Geschichte…

Jetlegs alt-bunt

Hier nochmals der erste Schreibversuch.

Endlich angekommen!

Mein 37. Geburtstag stand vor der Tür. Kein besonderes Ereignis – weder ein rundes Jahr, noch war gerade irgendetwas Außergewöhnliches passiert. Ich sagte Sylvie, dass ich trotzdem richtig Lust hätte, eine große Party zu geben. Was mir fehlte, war ein pfiffiges Motto. Es sollte mit mir zu tun haben. Aber wer bin ich?

1971 im Ostberliner Stadtteil Friedrichshain geboren, habe ich dort tatsächlich mein komplettes bisheriges Leben lang gewohnt. In meiner Stammkneipe in der Wühlischstraße werde ich von den vielen Zugezogenen bestaunt: ein gebürtiger Berliner, Ostberliner und dann auch noch Friedrichshainer! Wahrscheinlich bin ich einer der letzten meiner Art und gleichzeitig ein Vertreter dieser neuen Generation, der heimatlosen Wossis. Wie eine traurige Sorte Klöße: halb und halb.

Ich bin weder Fisch noch Fleisch, weder Ost noch West, nicht gestern, heute oder morgen. Ich habe eine geteilte Vergangenheit mit Eltern, die sich über ihre DDR definieren und Nichten und Neffen, die diese nicht mehr kennen. Ich werde oft danach gefragt, wie es in diesem verschwundenen Land war und wenn ich zu erzählen beginne, wird mir nicht mehr richtig zugehört. Ich versuche zu sein, wie ein Vorzeige-Wessi und drücke noch immer erfolgreichen Ossis besonders die Daumen. Ich sage nie, dass früher alles besser war, aber auch nicht, dass es heute so ist.

UnterschriftMS 008

Mein Wohnort blieb gleich, doch mein Heimatland wurde ein anderes. Der Mauerfall 1989 war für mich das schönste und wichtigste Ereignis meines Lebens. Von da an verlief es völlig anders als gedacht: keine Nationale Volksarmee, keine “freiwillige” SED-Mitgliedschaft, keine Bude mit Ofenheizung und Außenklo, kein Trabi mit 30, keine dreiwöchigen FKK-Zelturlaube am Ostseestrand, keine Sauregurkenzeit in Konsumläden. Und so weiter und so fort.
Luxus spielt für mich keine Rolle, aber daran gibt es nichts zu rütteln: Der Westen öffnete mir eine prall gefüllte Wundertüte.

Ich konnte die Welt sehen. Ich machte eine einjährige Weltreise und meine Freunde und Bekannten leben weit verstreut, viele sogar in Westdeutschland. Meine Weltkarte an der Wand ist voll mit roten Punkten. Ich bin ein Ossi auf Tour.

Schluss

Verloren habe ich durch die Wende – nichts. Alte Freunde aus der DDR und meine Familie sind mir weiterhin nah. Ein Jammerossi bin ich nie geworden. Ich denke nicht nostalgisch oder gar “ostalgisch” an mein früheres Leben. Aber ich erinnere mich. An meinen Kindergarten, wo ich wie jeder einen Platz bekam. Ich betrachte mich im FDJ- oder Pionierausweis, denke an unsere “Go-Trabi-Go-Aktion” nach Budapest, an mein erstes Bier im Lager für Arbeit und Erholung und an meine DDR-Jugendweihe, betrachte meine Auszeichnungen aus vergangenen Tagen.

Ich lache bei der Erinnerung an die Diebstähle in diversen Kaufhallen, sinnlose Gruppenratswahlen und einseitige Diskussionen im Staatsbürgerkunde-Unterricht.

Ich habe auch nicht vergessen, dass ich meinen Abiturplatz nur bekam, weil ich mich drei Jahre für die NVA verpflichtet hatte, dass im Wehrerziehungslager bereits die ersten Jungoffiziere und Stasimitarbeiter in spe geschnüffelt haben und vor allem, dass ich keine Hoffnung hatte, jemals nach New York, Sydney und Barcelona zu kommen.
Meine Kindheit und Jugend in der DDR war spannend, aber ich bin unglaublich glücklich, dass das unwirkliche Land, in dem ich meine ersten 18 Jahre verbrachte, nur noch in der Erinnerung existiert.

Mittlerweile wohne ich länger in der Bundesrepublik Deutschland als in der Deutschen Demokratischen Republik. Ich bin mehr Wessi als Ossi. Das wollte ich feiern! Die Gäste auf der Party zu meinem 37. Geburtstag in einer Kleingartenkolonie in Ostberlin: 50 Prozent Ost-, 50 Prozent Westdeutsche.

JL2

Ich schaue immer nach vorne und nie zurück. Dachte ich. Doch etwas fehlte in meiner neuen deutschen Biografie und irgendwann merkte ich, was es war. Ich tauchte ein in meine Vergangenheit, hielt alte Urkunden, Zeugnisse und Fotos aus meiner DDR-Zeit in den Händen. Ich wachte eines Nachts sogar auf und dachte geschockt: „Mist, die Mauer steht wieder.“ Am nächsten Morgen musste ich darüber schmunzeln und begann, zunächst nur für mich zu schreiben, ohne Druck und höhere Ziele. Ich erzählte mir meine Geschichte.
Schon Minuten nachdem ich mit diesem Buch begonnen hatte, spürte ich wie mich die Zeilen befreiten, meine Vergangenheit an mir vorbeiflog, die ich soeben verarbeitet hatte.
Als Motto der Party schrieb ich auf die Einladungen: „Endlich angekommen!” Nicht als Frage, sondern mit Ausrufezeichen!

Hier noch ein paar Videos (leider noch immer ohne WM-Song!):
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Der nächste größere Auftritt findet am 29.11.2012 im Knofel statt.

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Rezi von “90 Minuten” bei Turnhallengeruch

21. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog

Foto: Philip

Foto: Philip


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Seit gestern gibt es eine schöne Rezension von “90 Minuten Südamerika” beim großen Schalke-Fußball-Blog: Turnhallengeruch.
Da ich nicht nur den Namen der Seite lustig finde, sondern auch die Texte sehr gut geschrieben und anspruchsvoll gestaltet sind, lohnt es sich in jedem Fall, dort einmal hineinzuschauen.
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“Besonders Göte ist untröstlich und beschimpft Jenna minutenlang, nur weil der, wie Christian Wörns, aus Scheiß-Mannheim kommt.“

…tja. 1998, WM in Frankreich. Da können wir alle ein Lied von singen. Aus deutscher Sicht war das ganz und gar eine Weltmeisterschaft zum Vergessen. Wo ich beim entscheidenden und letzten Spiel der Deutschen gewesen bin? Gute Frage. Dunkel erinnere ich mich, in diesem Sommer mit meinem Bruder und ein paar Schulfreunden in einem Jugend-Ferienlager gewesen zu sein. Ob ich das Spiel gegen Kroatien auch dort erlebte? Vielleicht…
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Hier geht´s zur vollständigen Rezi unter dem Titel “Testspiel Südamerika”

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Rezi von “90 Minuten” bei 10:1 (zehn-eins.de)

17. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog

zehnzueins_logo_nwAm 16. Juni 2012 erschien eine schöne Rezension von “90 Minuten Südamerika” im Fußball-Blog “10:1” (zehn-eins.de) von Andi.
Die gut gestaltete Seite beschäftigt sich neben Analysen zum Fußballgeschehen eben auch mit Fußballliteratur, was ich sehr zu schätzen weiß. Und “90 Minuten” kommt ja auch nicht so schlecht weg.
Außerdem gibt es bei “10:1” Zitate, Umfragen und eben allerlei Informationen rund um die Bundesliga und die großen Fußball-Turniere. Also, einfach mal hineinschauen!

Hier gehts zur Rezi bei “10:1”

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Deutschland – Dänemark bei der EM 1992

15. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog

Schwertfisch

…mit dem Speer voraus sprang er im Todeskampf immer wieder aus dem Wasser. Sein Oberkörper glänzte kobaltblau, während die Unterseite silbern-weiß schimmerte. Ich ging zu Jimmy hinüber. „This must be the most beautiful fish in the ocean“, flüsterte ich begeistert.
Der Speerfisch hatte nun das Heck erreicht. Der Typ, der das mit der Trophäe gesagt hatte, sprang auf und hämmerte ihm mit einer Baseballkeule auf den Schädel. Zu zweit wuchteten sie ihn schließlich an Bord. Innerhalb weniger Sekunden verlor das Tier sämtliche Farbpigmente und den Glanz seiner Schuppen. Ein fast zwei Meter großer, grauer Fisch lag vor uns auf den Planken. Ernüchtert setzte ich mich zu Abby und Emily, den Töchtern von Jimmy, die ihre Leiber lasziv auf dem Bug bräunten und beschrieb ihnen meine Gefühle. Doch sie schienen mich nicht zu verstehen.
An Land verabschiedeten sich Jimmy, Liz und die Mädels emotionslos von uns und schenkten den Marlin der Fischfabrik. Ich wusste bereits, dass wir sie nie wieder sehen würden.

Copper Canon
Göte und ich wollten noch ein bisschen am Hafen bleiben und ließen die Beine über die Kaimauer baumeln. Auf einer Yacht nebenan lief „Summer of 69“ von Bryan Adams, als zwei Typen quatschend an uns vorbei gingen. Ich drehte mich um. ‚Das war doch Deutsch!’, dachte ich und rief die beiden zurück: „Wisst ihr zufällig wie das Finale ausgegangen ist?“ Sie schienen zu verstehen. „2:0“, sagte der eine und fügte hinzu: „Aber Achtung! Für Dänemark.“ Ich schaute an meinen Füßen herab. Das Meer funkelte in der Sonne, wo es gegen die Steine der Mauer schlug. Exotische Muscheln klebten an den Wänden und bunte Fische waren zu sehen. Was würde ich vom Sommer 1992 aufbewahren? Dass in jener Zeit eine Fußball-EM stattgefunden hatte? Aus dem Radio nebenan erklang der Refrain „Those were the best days of my life“, doch ich ahnte, dass die besten Tage meines Lebens noch vor mir lagen…

Auszug aus dem Fußball- und Reiseroman: „90 Minuten Südamerika“

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Lesung am 14.06.2012 im Tasso

11. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog, Termine

Wann: 20 Uhr
Wo: Café Tasso
Frankfurter Allee 11
Berlin-Friedrichshain
(Nähe U-Bhf. Frankfurter Tor)
Wie: Eintritt frei

Thema: Ball-Fieber

Stargast: Barbara Friedl-Stocks

Wie immer werden die “Unerhörten” das Thema ganz “unerwartet” literarisch verarbeiten. Es ist also nicht zu erwarten, dass es sich bei den Geschichten ausschließlich um das runde Leder dreht. Dennoch wird mit Sicherheit der eine oder andere Ball rollen – lasst also auch mal ein unwichtiges EM-Vorrundenspiel aus und besucht unsere Lesebühne!

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Deutschland vs. Portugal bei der Fußball-EM 2008

8. Juni 2012 | von | Kategorie: 90 Minuten Leseproben, Blog

Trikot

Als Kinder träumten Benny und ich in unserem Neubaublock in Ostberlin oft von Australien. Wir hängten uns sogar eine große Fahne über das Bett und wünschten uns, einmal im Leben so weit reisen zu dürfen. 2006 – viele Jahre nach Benny – erfüllte ich mir mit Sylvie endlich diesen Traum. Wozu eine Weltreise doch alles gut sein kann! Nur wegen meiner „Erfahrungen“ hatte ich danach einen Job bekommen, der jährlich eine dreiwöchige Dienstreise nach Down Under beinhaltete. Anfang des Jahres übermittelte mir mein Boss den nächsten Termin: Juni 2008.
Am Tag des Viertelfinales Deutschland gegen Portugal, fährt mich Sylvie um 19 Uhr zum Flughafen. Mit hinein kommt sie nicht – schließlich will sie noch einen guten Platz im „Rockz“ bekommen. Heute trifft sich die komplette Tipperrunde in unserer Stammkneipe. Im Gegensatz zu den, in Vorfreude auf das Match, gefüllten Straßen gleicht der Flughafen Tegel einer Geisterstadt. Noch nie habe ich den Parkplatz so verlassen gesehen. Nur ein einziger Inlandsflug ist an der Abflugtafel für die Zeit des Spiels aufgelistet. Meiner. Im Wartebereich steht ein Fernseher, doch der zeigt Nachrichten auf n-tv. Wütende Reisende kriechen unter den Apparat und versuchen, auf einen anderen Kanal umzuschalten. Kurz nach Anpfiff haben wir endlich den Typen mit der Fernbedienung gefunden und sehen unsere Jungs über den Platz flitzen. Genau in diesem Moment wird zum Boarding aufgerufen. Ich reihe mich ein und denke daran, dass ich über Göte bei jedem Spiel an Karten heran gekommen wäre. In Wien sogar mit Hotel. Betröpfelt drücke ich einer Frau meinen Boardingpass mit falschem Flugziel in die Hand…

Zum Weiterlesen:

Portugal? Spain oh my god! bei “Fritten, Fussball und Bier”
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oder eine alte Version:

Down Under – ganz unten bei “Spiegel Online”

Trikot

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“Süß-Sauer bis Schaf” nun auch als Ebook erhältlich

8. Juni 2012 | von | Kategorie: Blog

Endlich ist das Buch unserer Lesebühne “Die Unerhörten” nun auch als Ebook im Buchhandel erhältlich.

“Die Unerhörten” sind talentierte Autorinnen und Autoren, die mit viel Kreativität, Witz und Charme unerhörte Literatur schreiben. Seit 2009 präsentieren sie die knackfrischen Texte regelmäßig auf ihren berühmt-berüchtigten Lesebühnen-Veranstaltungen. Das lang ersehnte Buchdebüt vereint die breit gefächerte Individualität ihrer Schreibstile und garantiert unerhörten Lesegenuss.
Freuen Sie sich auf Geschichten von: Friedhelm Feller-Przybyl, Doris Lautenbach, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt und Sebastian T. Vogel. Das “Kapitalistenschaf” – immer hungrig, aber schreibfaul – ist ihr Maskottchen.
2011 waren “Die Unerhörten” nominiert zur besten Lesebühne Berlins.

JETZT ALS E-BOOK IM BUCHHANDEL

Süß-Sauer bis Schaf Ebook

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